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Master of Orion Review

Es ist lange her, dass man den Namen Master of Orion vernommen hat. Seit dem enttäuschenden dritten Teil sind 13 Jahre vergangen. Wargaming wollte dem Klassiker aber eine weitere Chance geben: Das neue Master of Orion von NGD Studios sollte man daher nicht als Fortsetzung ansehen, sondern eher als eine Neuinterpretation der klassischen Formel. Hier unser Test!

 

Major Tom

In der fernen Zukunft streitet sich die Menschheit mit 9 außerirdischen Völkern um die Vorherrschaft im Universum. Wer mit Master of Orion vertraut ist, wird sie auch wiedererkennen: Die kristallinen Silicoiden, die hochentwickelten und eher friedfertigen Psilonen, mit den Bulrathi und den Mrrshan sowie den Meklar und den Darlok kämpfen sogar gleich zwei verschiedene Katzen- oder Maschinenspezies um die Macht im Universum. Hinzu kommen noch die insektoiden Klackonen, die Echsen-artigen Sakkra sowie die Vogelwesen der Alkari. Und doch gibt es einen Neuzugang: Ein zweites Menschenvolk, das terranische Khanat. Diese Gruppe hatte sich vor sehr langer Zeit von der Erde abgespalten und ein Reich in den Tiefen des Raumes aufgebaut – und ist zudem Besitzern der Collector’s Edition vorbehalten, denn sie sind nicht Teil des Grundspiels. Überraschend ist zudem, dass Master of Orion ein Volk speziell ausspart: Die Antarer, eigentlich bekannt als die großen Oberbösewichte der Reihe, für die sich die kleinen Völker oft zusammengerauft haben um gemeinsam der Bedrohung zu begegnen.

Es gibt keine wirklich zusammenhängende Story. Eher sind die Völker an sich als Charaktere anzusehen, die sich untereinander unterscheiden. Z.B. sind die Silicoiden eine sehr alte Rasse, die sich kaum vermehrt und andere Völker als Gefahr ansehen, während die Menschen eher diplomatischer agieren und eine friedliche Lösung bevorzugen. Repräsentiert werden sie von Sprechern, die sich wirklich hören lassen können und die größtenteils durch ihre Arbeit an Science Fiction- und Horrorfilmen bekannt sind, wie z.B. Mark Hamill (Star Wars) als Anführer der Alkari, Robert Englund (Nightmare on Elm Street) als Khan der Terraner und Alan Tudyk (Firefly) als Berater bei den Psilonen. Ihnen allen vorangestellt ist Michael Dorn (Worf aus Star Trek: The Next Generation und Deep Space Nine), der als Erzähler agiert.

Meist beginnt man ein Spiel erst einmal allein auf seinem Heimatplaneten und erforscht die umliegenden Systeme, kolonisiert Planeten und baut Schiffe, um sein Territorium zu sichern. Forschung gehört natürlich auch dazu und liefert weitergehende Möglichkeiten, mit denen man sich Dominanz sichern kann. Den Sieg in Master of Orion kann man auf mehrere Weisen erreichen: Zum einen durch diplomatische Erfolge, mit denen man Völker umgarnt, Einverständnisse schließt und ihnen vielleicht sogar Bedingungen machen kann. Hilfreich dafür sind auch Spione, mit denen man seine Feinde aushorchen kann und die bei Bedarf auch massiv Unfrieden stiften. Wer sich wirtschaftlich betätigen möchte, kann sein Glück an der intergalaktischen Börse versuchen und spekulieren. Im Laufe des Spiels bildet sich zudem ein Galaktischer Rat, an denen alle Völker des laufenden Spiels am Tisch sitzen. Schafft man es zum Anführer des Rates gewählt zu werden, bedeutet auch das den Sieg. Aber wer es grundsätzlich offensiv mag, kann auch intergalaktische Schlachten schlagen.

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Simplicissimus

Größter Unterschied zu den alten Master of Orion-Spielen dürfte sein, wie man sich im Universum bewegt: Anstatt freier Bewegung sind Planetensystem im neuen Master of Orion über Warppfade miteinander verbunden. Diese lassen sich wie Nadelöhre verwenden, um Wege dicht zumachen und sie vor Feinden zu verteidigen. Nur selten weicht das Spiel von dieser Formel ab und meist in speziellen Ereignissen, die außerhalb der anfliegbaren Systeme passieren. Wer diese Stellen zuerst erforscht, kann sich einen Bonus erarbeiten, aber auch in Gefahr geraten.

Überhaupt ist Simplifizierung ein Grund, wieso Wargaming auch für ihre Neuauflage kritisiert wurden. Sicher, es macht das Spiel für Neulinge zugänglicher, zu denen ich mich persönlich auch zählen würde, aber indem man den Namen Master of Orion wiederbelebt möchte man natürlich auch erreichen, dass alte Fans der Serie sich zuhause fühlen. Und ob man das mit fehlender Tiefe ohne weiteres erreicht? Schwer zu sagen. Einen Pluspunkt sollte man den Entwicklern und dem Publisher aber geben: Während der Early Access-Phase haben sie sich sehr am Feedback der Spieler orientiert und so zumindest über Umwege mehr Tiefe entwickelt. Trotzdem fehlen noch viele Dinge, mit denen man sich einst beschäftigen musste und die heute weitestgehend automatisiert sind. Dazu gehören z.B. die fehlenden Planetengouverneure oder wirklich interessante Ereignisse, die das politische Gleichgewicht der Kräfte beeinflussen. Andererseits wird an anderen Stellen zu wenig abgenommen, wie Raumstationen, die sich nach dem Angriff des Gegners nicht selbst reparieren.

Über den Fortschritt um Spiel informiert das Galaktische Nachrichtennetzwerk, in dem zwei Roboter verlesen, was der Spieler oder seine Gegner gerade erreicht haben oder wenn ein spezielles Ereignis eingetreten ist. Anfangs ist das noch recht witzig, aber im Laufe der Zeit häufen sich die Reports ein wenig zu oft. Dennoch passt es zum Charme des Spiels.

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Wie hübsch!

Eines muss man wirklich sagen: Master of Orion hat eine furchtbar gute Präsentation! Nicht nur ist das Design der Grafik, seiner Umgebung und der Charaktere äußerst gelungen. Sondern es klingt zudem richtig gut dank – wie schon erwähnt – eines tollen Casts aus verschiedenen und prominenten Sprechern und einem sehr melancholischen Soundtrack, den man sich auch gerne außerhalb des Spiels anhört. Zudem gibt es zahlreiche Optionen, mit denen man Master of Orion auch auf älteren Rechnern gut spielbar machen kann. Ärgerlich hingegen ist, dass es immer noch ein paar ärgerliche Fehler gibt, die immer noch nicht behoben wurden.

Auch Mehrspielerpartien sind verfügbar, die sogar System- und plattformübergreifend funktionieren. Wenn man nicht gerade das Spiel auf Steam besitzt, kann man auch mit Spielern der DRM-freien Version gegeneinander antreten.

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FAZIT: Kein Stern, aber ein stabiler Planet.

Master of Orion ist erhältlich für Windows, Mac und Linux-Systeme auf Steam und DRM-frei.

Summary
Master of Orion ist ohne Zweifel schön - aber oft nur auf den ersten Blick, denn fehlende Komplexität der alten Spiele und Simplifizierung der Globalstrategie-Formel machen sich vor allem dann bemerkbar, wenn man das von Fans immer noch hochverehrte zweite Spiel der Hauptreihe in Erinnerung hat. Für Neueinsteiger lohnt sich das Anspielen. Veteranen der Reihe werden sich in der komplexeren Nische umschauen müssen, wenn sie das Gefühl von einst wiederhaben wollen.
Good
  • Gelungene Präsentation
  • Idealer Einstieg ins Genre
  • Guter Soundtrack und hervorragende Sprecher
Bad
  • Unter der Haube nicht komplex genug
  • Immer noch fehlerbehaftet
6.5
Okay
Written by
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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