Marvel vs. Capcom Infinite Story-Demo und der Mangel an Mutanten

Marvel vs. Capcom Infinite Story-Demo und der Mangel an Mutanten

Oh je, so hat sich Capcom die E3 sicher nicht vorgestellt. Marvel vs. Capcom Infinite sollte alleine durch den Namen schon Begeisterungsstürme auslösen, aber viele Fans sind alles andere als überzeugt.

Pünktlich zur E3 veröffentlichte Capcom eine Demo des Spiels im Playstation Network wo man zum ersten mal den Story Modus erleben kann. Der Bösewicht Ultron Sigma (eine Verschmelzung aus Avengers Nemesis Ultron und Mega Man X-Bösewicht Sigma, wer hätt’s gedacht) hat mit der Kraft der Infinity Steine Comic- und Videospiel-Welten miteinander kollidieren lassen. In Xgard, einem Mischmasch aus Asgard und der Metropole aus Mega Man X (Ich beginne ein Muster zu erkennen) kämpfen die Avengers und diverse Capcom Helden gegen Ultron Sigmas Cyborg Schergen.

Ich tue mich immer etwas schwer damit sinnvolle Dinge zu Grundmechaniken in Prügelspielen zu sagen. Ich spiele zwar liebend gerne Street Fighter oder Mortal Kombat, aber kompliziertere Dinge als Hadoukens kann ich einfach nicht. Insofern ist Infinite da sehr zugänglich, mit einem unheimlich simplen Grundgerüst. Schon das wiederholte Einsetzen eines Leichten Schlags führt zum Einsatz einer Air-Combo. Die Kollegen von Eurogamer hatten vor einer Weile einen ausführlichen Artikel zu den weiteren Feinheiten des Kampfsystems.

Ein völlig neues Element im Spiel ist der Einsatz der Infinity Steine selbst. Jeder davon kann in zwei Stufen verwendet werden und eröffnet gänzlich neue Aktionen im Spiel, wie z.B. ein Dash Move durch den Einsatz des Time Stones. Am spannendsten finde ich den Super Angriff mit dem Space Stone, der den Gegner in eine kleine Box zwingt in der man ihn viel leichter beharken kann.

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Was mir beim Spielen der Demo allerdings große Sorgen bereitet hat ist der generelle Ablauf der Story. Der Aufbau wirkte grob und un-inspiriert. Immer nur ein Kampf und dann ein paar Sekunden wo sich die Charaktere One-Liner um die Ohren werfen. Dabei andauernd unterbrochen von nervigen Ladezeiten, die einem wieder aus dem Moment heraus rissen. Kein Vergleich zum exzellenten Flow zwischen Kampf und Cutscene in Netherrealms Injustice– und Mortal Kombat-Spielen.

Was uns auch schon zum nächsten Problem bringt, ein Punkt für den das Spiel in den letzten Wochen ordentlich Flak kassiert hat: Ein langweiliger Art-Style und teilweise geradezu peinlich schlecht aussehende Charaktermodelle. Böse Witze dazu gibt es schon zuhauf, aber es ist gerechtfertigt wenn Gesichter schlimmer aussehen als in Street Fighter V oder sogar in dem 6 Jahre altem Marvel vs. Capcom 3.

Und während Chris Redfield aussieht als wäre er einem hoch-skaliertem PS2 Port entsprungen, hat Captain Marvel geradezu elfenartige Haut und sieht mehr aus wie eine Bishouju Statue als ihr Comic-Gegenstück.

Alles in allem sorgte die Demo für viel Sarkasmus in der Community, doch das größte Problem von Marvel vs. Capcom Infinite ist immer noch das Roster. Obwohl die X-Men in den Marvel Comics inzwischen wieder einen festen Platz mit zahlreichen neuen Serien haben, werden Charaktere die nicht Teil des MCU sein dürfen, außerhalb des „616 Universums“ weiterhin sehr stiefmütterlich behandelt. Die Fantastic Four werden bald nicht mehr als spielbare Figuren im Online-Spiel Marvel Heroes verfügbar sein und den X-Men geht es nicht viel besser. Wolverine war Teil der Marvel Vs. Spiele von der ersten Stunde, aber in Infinite ist nicht ein einziger Mutant dabei. Einer der Gründe ist sicher immer noch das schräge Lizenz-Problem und das Marvel keine Charaktere vermarkten will, mit deren Filmen sie kein Geld verdienen können. Aber in einem ausführlichem Gamespot Interview versucht Produzent Michael Evans es damit zu begründen, dass „der moderne Marvel Fan sich vielleicht gar nicht an X-Men erinnert“, was ungefähr so viel Sinn ergibt wie ein Silver Sable Solo-Film.

 Then also we talked with Marvel very closely about their future roadmap, about what’s gonna be happening. Your modern Marvel fan, maybe they don’t even remember some of the X-Men characters, but they know some of the Guardians characters or Black Panther. You know what I mean?

Für Marvel und Disney ist der neuste Teil der beliebten Prügelspiel-Serie nicht viel mehr als ein großes Werbeschild: Hier ist ein Videospiel mit Figuren die ihr gerade im Kino sehen könnt. Aber man muss sich auch im Klaren darüber sein wo die Serie ihre Wurzeln hat und ob Charaktere mit soviel Geschichte nicht ein bisschen besser behandelt werden könnten.

Obwohl ich ein unverbesserlicher Marvel Fanboy bin und sehr gerne Capcom Prügler spiele, lässt mich MvCI bisher kalt. Und nach allem was ich bisher in Social Media gelesen habe, geht es vielen Serien-Fans da ähnlich. Infinite fühlt sich bisher an wie ein Schatten des Spiels das es sein könnte und sollte. Mal schauen was sich bis zum Launch am 19. September da noch tut.

Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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