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Mario & Luigi: Dream Team Bros. im Test

Die Mario & Luigi-Reihe war schon immer für ihr cleveres Kampfsystem und den schrägen Humor bekannt. Dream Team Bros. ist jetzt der 4. Teil und dieses mal steht der jüngere Mario-Bruder im Mittelpunkt, denn in der Traumwelt ist der kleine Bruder ganz groß.

Prinzessin Peach und ihr gesamter Hof (und noch zwei Typen) wurden eingeladen die Insel La Dormita zu besuchen. Ein Forscher mit Schlafstörungen untersucht hier nicht nur die Überreste der verschollenen Kisse-Zivilisation, sondern baut gleichzeitig ein Ferienresort auf, in das er Gäste aus aller Welt eingeladen hat. Dabei stellt sich heraus, dass Luigi die Macht hat ein Tor in die Traumwelt zu öffnen und prompt befreit sich ein längst vergessenes Monster aus dieser und entführt die Prinzessin. Bowser ist darüber nicht erfreut.

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Mario & Luigi ist vom Grundprinzip her ein klassisches RPG: Man durchquert eine Oberwelt, trifft Monster, vermöbelt sie in rundenbasierten Kämpfen und kassiert dafür Erfahrungspunkte und Münzen, die wiederum in bessere Ausrüstung investiert wird. Der Twist ist, dass man aktiv in den Kampf eingreifen muss, um halbwegs erfolgreich zu sein. Bei einer Sprungattacke z.B. muss man genau in dem Moment, in dem Mario auf seinem Gegner landet, noch einmal den A-Knopf drücken, um einen weiteren Treffer zu landen und so mehr Schaden zu verursachen. Ist der Gegner an der Reihe, haben die Brüder mit Sprüngen und Hämmern die Möglichkeit die gegnerischen Attacken zu kontern oder ihnen zumindest auszuweichen. Diese signalisieren vorher nämlich kurz wann und wen sie angreifen und man muss sich ihre Muster einprägen um unbeschadet davon kommen zu können. Die Kontermanöver sind dabei etwas abwechslungsreicher als in früheren Spielen. Manchmal muss man die Richtung bestimmen, in die Mario seinen Hammer schwingt, ein andermal läuft er in Richtung Bildschirm vor dem Gegner davon und muss dabei Hindernissen ausweichen.

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Regelmäßig stößt man auf versteinerte Überlebende des Kisse-Volks und Mario muss durch seinen Bruder die Traumwelt betreten um sie zu befreien. Hier bekommt Mario Unterstützung von Traum-Luigi („Seht ihn nur an, er ist viel größer, sein Bart so viel glänzender.“), der sich in seinem Unterbewusstsein vervielfältigen kann um seinem großen Bruder im Kampf beizustehen. Im Kampf kann man z.B. dutzende von Luigis zu einem Katamari zusammenballen um damit den Gegner zu überrollen.

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Abseits der Kämpfe kann Traum-Luigi durch die Kraft der „Luigision“ mit Teilen der Traumwelt verschmelzen und der Spieler diese manipulieren, in dem er auf dem Touchscreen im Gesicht des schnarchenden Italieners rumfummelt. Kitzelt man Luigi an der Nase muss er Niesen und ein großer Windstoß fegt durch die Welt. Ein andermal muss man Pflanzen in der Traumwelt als Kapapult benutzen in dem man an seinem Bart zieht. Das ist am Anfang zwar sehr witzig, aber oft sehr kontextabhängig. Man hat nie wirklich die Möglichkeit zu experimentieren und es ist immer sehr eindeutig, was es als nächstes zu tun gilt.

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Wer in der Traumwelt auf einen faszinierenden Blick in Luigis Psyche gehofft hat, den muss ich leider enttäuschen. Die Traumwelt ist nicht viel mehr als ein schräges Spiegelbild des Teils der Insel auf dem ihr euch befindet. Alles was wir dabei über Luigi rausfinden, ist, dass er seinen Bruder unheimlich gern hat und ihn so gut es geht unterstützen möchte. Wir finden nicht wirklich mehr über seine größten Hoffnungen oder Ängste heraus und es gibt auch kein Wiedersehen mit dem mysteriösen Mr. L. Nachdem man im letzten Spiel so viel Zeit mit Bowser verbracht hat, erscheint das hier fast wie eine verpasste Gelegenheit.

Humor spielt mal wieder eine große Rolle in Dream Team Bros., ich war schon nach wenigen Minuten konstant am Kichern. Leider hielt das nicht lange an, denn nach Bowsers großem Auftritt („Get ready for Kidnapping II: The Bowsering“) flaut der Humor deutlich ab. Man trifft so einige schräge Gestalten, aber niemand bringt einen auch nur annäherend so zum Lachen wie der schurkische Fawful im 1. Spiel und auch Bowser bekommt einfach nicht genug zu tun.

Zwar bietet Dream Team Bros. eine Handvoll von Nebenaufgaben, ansonsten ist das Spiel allerdings streng linear. Es wird immer deutlich gemacht welcher Pfad als nächstes genommen werden soll und es gibt keine Möglichkeit vorab gefährlichere Gebiete zu erforschen um so mehr Erfahrung zu sammeln. Wie es bei Nintendo-Spielen so üblich ist, kann man sich außerdem vor Tutorials kaum retten. Dream Team beginnt sehr langsam und bleibt dann auch in diesem Tempo. Deswegen kann man auch kaum Dinge selbst entdecken. Jeder Schalter und jedes Rätsel wird einem bis ins letzte Detail erklärt.

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Mario & Luigi: Dream Team Bros. erschien am 12. Juli 2013 für den Nintendo 3DS.

Summary
Mario & Luigi: Dream Team Bros. fühlt sich ähnlich an wie viele andere Nintendo-Spiele, die ich in letzter Zeit gespielt habe. Die Mechaniken sind da und immer noch so solide wie früher, aber das Spiel ist zu linear und es fehlt einfach der Kick. Diese Brillanz, die die wirklich großartigen Nintendo Games auszeichnet. Irgendwie ist alles schon mal dagewesen und keines der neuen Elemente kann wirklich begeistern. Allerdings muss ich auch betonen, dass die Serie auch im neusten Teil ihrer Wurzeln treu geblieben ist, im Gegensatz zu Paper Mario: Sticker Star, das fast gar nichts mehr des typischen Mario RPG-Charmes zu bieten hatte. Fans der Serie bekommen mit Dream Team Bros. gewohnte, wenn auch etwas schale Kost, wer aber noch nie einen Teil der Reihe gespielt, sollte mit einem der besseren Vorgänger anfangen.
8
Sehr gut
Written by
Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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