Lawbreakers Review

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Mit Schwerelosigkeit und wilden Schießereien fremdelt Lawbreakers nicht. Doch gelingt es ihm sich vom Shooterallerlei abzuheben? Unser Review geht dem nach.

Obgleich Lawbreakers mit pausenloser Ballerei und Schwerelosigkeit auftrumpft, kam es mir bei unserer ersten Begegnung als nicht mehr vor als ein bloßer 0815-Heldenshooter. Jede Seite setzt auf die gleichen 9 Klassen, jede Klasse hat drei Fähigkeiten sowie ihre eigene Bewaffnung, alles ist in einem überzeichneten Scifi-Stil gehalten. Selten habe ich einem Multiplayershooter so Unrecht getan. Gerade mit dem so oft an dieser Stelle genannten Overwatch hat Lawbreakers nicht viel gemeinsam. Klar es gibt Helden, klar diese Helden haben Fähigkeiten – und Überraschung – Waffen, doch da hören die Gemeinsamkeiten mit Letzterem auf. Lawbreakers ist nicht nur viel schneller als Overwatch, sondern legt mehr Wert auf anspruchsvolles Gunplay und Movement und gibt einzelnen Spielern etwas mehr Freiraum vom eigenen Team.

Ein etwas steiniger Einstieg

Das heißt jedoch nicht, dass Lawbreakers einem den Einstieg einfach gestaltet. Durch eine steile Lernkurve und die leider momentan etwas geringen Spielerzahlen, wodurch ihr automatisch mit erfahreneren Spielern in einem Match landet, ist zu Anfang einiges an Durchhaltevermögen von Nöten. Zur Einführung seiner Anfänger setzt Lawbreakers auf seine Sandbox und eine Reihe von ins Menü eingebundenen Tutorialvideos. Leider überzeugt die Sandbox nicht wirklich, da sie aufgrund fehlender Interaktivität und Rückmeldung nicht an ein echtes Tutorial heranreicht. Ohne zusätzliche Videos aus der Community wie von Frothy oder Tony Mo und Eigeninitiative kann Lawbreakers einen schnell verschrecken. Das Studio mag Besserung gelobt haben, doch momentan ist dies der Stand der Dinge.

Lawbreakers-Medic  Lawbreakers Review

Die zweiseitigen Klassen

Ist die Einstiegshürde genommen, steht einem das eigentliche Lawbreakers offen. Oberflächlich bleibt es natürlich der überspitzte, überdreht dargestellte Scifi-Shooter, dessen Charaktere gerne Oneliner absondern. Doch im Kern ist es vor allem ein stark vom eigenen Können abhängender und schneller Multiplayershooter. Grundsätzlich baut Lawbreakers hierbei auf seinen neun Klassen auf. Sowohl Law als auch Breakers (also die Gesetzeshüter und Verbrecher) können jede der Klassen einsetzen. Dafür bietet jede Seite ihren eigenen Charakter für die jeweilige Klasse auf. Was ihr Design angeht, stellen sie sowohl eine der größten Schwächen als auch eine der größten Stärken des Shooters dar. Diese Front spaltet sich zwischen Art- und Lore-Design und der Gameplayseite der Klassen.

Generell gelingt es Lawbreakers nicht, seine Hintergrundgeschichte in irgendeiner Art und Weise sinnvoll umzusetzen. Vor dem Release erfuhr ich, dass die Zero G-Zonen des Spiels dadurch bedingt sind, dass der Mond in Lawbreakers dystopischer Zukunft zersprang und auch sonst alles ziemlich übel zugehe. Leider hat sich das fertige Spiel darüber ausgeschwiegen. Was Optik angeht, muss nicht jede Charakter-Riege gleich an das Charisma eines Overwatchs heranreichen. Das tut die von Rainbow: Six Siege schlussendlich ebenso wenig, trotzdem fühlen sich Cosplayer so sehr mit den Operators verbunden, dass sie in ihre Rolle schlüpfen. Nur kann ich mir das bei Lawbreakers nicht vorstellen. Abgesehen von den bissigen Sprüchen der Charaktere versteckt Boss Key Productions die Hintergrundgeschichte und den Charakter bei optischen Freischaltungen oder lässt sie wie zusätzliche Inszenierung gänzlich missen. Wo Rainbow Six: Siege jedem Charakter eine Biografie und ein Cinematic spendiert, tut Boss Key quasi nichts. Was das Gameplay angeht, hat diese Thematik zwar herrlich wenig Relevanz, aber es könnte eine Erklärung sein, warum es Lawbreakers bisher nicht geschafft hat, sich in den Köpfen einer größeren Spielerschaft festzusetzen. Seine Charaktere heben sich nicht genug hervor und das ist der heutigen Spielerschaft unheimlich wichtig.

Links seht ihr eine kleine Übersicht über alle Helden, rechts wie gut Lawbreakers seinen Character-Background versteckt.

Genug des Meckerns, immerhin schrieb ich zu Anfang, ich hätte Lawbreakers Unrecht getan, oder? Wo Boss Key bei dem Hervorheben der Personen selbst kein besonders gutes Bild abgibt, so sehr gelingt dem Studio doch die Gameplayseite seiner Klassen. Grundsätzliches Vorweg: Jede Klasse verfügt über eine eher Bewegungsorientierte, eine aktive und eine Boss-Fähigkeit, quasi Ultimate. Die Bewegungsfähigkeiten zehren fast immer von Fuel oder Ausdaueraufladungen, die es beide während es Spielens zu managen gilt (noch ein zu erlernender Aspekt für unsere Liste).

Vom eher konservativen Veteran mit seinem Sturmgewehr, Stim und der Blitzpistole, über den per Lichtpeitsche herumspringenden und mit zwei Messern bewehrten Assassinen bishin zum über die Karten schwebenden, Granaten und Heildrohnen um sich schießenden Medikus fährt Lawbreakers eine äußerst unterschiedliche Auswahl an Klassen auf. Gemein haben sie ihre generell etwas offensivere Ausrichtung, da selbst der Medikus und der eher defensive Exekutor, ein Roboter mit Panzerungs-Ultimate und platzierbaren Schild, am Ende äußerst kompetent darin sind, Gegner zu zersieben. Wie gut Lawbreakers das Gameplay-Design dieser Klassen gelungen ist? Müsste ich es im Lawbreakers Matchratingsystem bewerten, erhielte es ein S bis S+, also eine der beiden besten Bewertungen. Dieses große Lob verdient Boss Key sich durch seine vielseitigen und einfach Freude bereitenden Klassen.

Lawbreakers-Wraith  Lawbreakers Review

Feuergefechte und Movement nur unter Normal-Schwerkraft? Nicht mit Lawbreakers.

Während andere Spiele wie Overwatch zu einem guten Teil das eigentliche Schießen ad acta legen, ist fast jede Fähigkeit, abgesehen von den Heildrohnen des Medikus, vom eigenen Zielvermögen und Spielverständnis abhängig. Dazu kommt eine gewisse Präsenz von Nahkampf, die sich einerseits durch Nahkampf fokussierte Klassen wie die Assassine und den Standardnahkampftritt auszeichnet. Insgesamt fühlt sich das Waffenhandling erstaunlich direkt und gut an. Gleichzeitig vermittelt das Feuern mit den Waffen ein gutes Spielgefühl, da sie alle dem Spieler ein zufriedenstellendes Feedback in Form von Sound, FX und Animationen geben. Aberwitziges Movement und Lawbreakers gehören zusammen. Jenes funktioniert je nach Klassenwahl anders und setzt wiederum Lernbereitschaft voraus. (Gerade hier kommen die genannten Community-Tutorials für einen leichteren Einstieg zum Tragen.) Ein besonderer Clou ist hierbei der Wechsel zwischen Zero-G- und Normalschwerkraftumgebungen. In durch ein gewisses Wabern kenntlich gemachten Bereichen, gibt es keine nennenswerte Schwerkraft. Natürlich handeln Lawbreakers Charaktere in diesen Bereichen keine Waffenruhe für wissenschaftliche Experimente aus, sondern gehen sich weiter an die Kehlen. Damit die eigene Figur nicht zu einer Zielscheibe verkommt, heißt es insbesondere in Zero G Impuls aufrechtzuerhalten. Das gelingt bei den meisten Klassen beispielsweise durch das Backfire, bei dem euer Charakter seine gerade ausgerüstete Waffe nach hinten richtet und abfeuert, Movement-Fähigkeiten, Sprünge und weitere Kniffe. Auch in Normal-G bleibt in Bewegung zu bleiben, ein wichtiger Bestandteil von Lawbreakers ist aber nicht ganz so aberwitzig. Was für das Bewegen zutrifft, betrifft ebenfalls die Schießereien. Ohne Schwerkraft kämpft es sich einfach anders und zielt es sich schwerer, da Gegner plötzlich sich überall in 360° um einen herum aufhalten können. Es ist dem klugen Leveldesign zu verdanken, dass man bei den Kämpfen selten die Übersicht verliert. Wichtig zum übergeordneten Spielverständnis: Lawbreakers kettet seine Spieler nicht ganz so extrem an sein Team, wie es beispielsweise Overwatch tut. Einzelne Spieler können durchaus eine echte Gefahr werden und auch auf sich allein gestellt viel Schaden anrichten. Wirkliche Schlagkraft gibt es jedoch weiterhin nur zusammen. Spielziele allein zu erobern oder zu verteidigen ist schwierig und ohne Backup des eigenen Teams geht einem nach einer Weile die Puste aus.

Über Schlachtfelder und Spielmodi

Lawbreakers setzt bis dato auf 5gg5 Matches, wobei jeder durchgehend seine Klasse wechseln darf. Seit Update 1.3 ist dieses Wechseln einem Limit unterworfen, so dass keine Klasse mehr als zwei Mal gleichzeitig in einem Team präsent sein darf. Ähnlich wie Call of Duty ist Lawbreakers nicht explizit um einen bestimmten Modus herum aufgebaut, stattdessen bekämpfen seine Spieler sich in unterschiedlichen Varianten von Capture the Flag ähnlichen Modi und Punkteroberung.

Lawbreakers-Titan-Ulti  Lawbreakers Review

BlitzballTransferHochspannungBesetzungRevierkampf
Capture the Flag trifft einen in der englischen Version mit der Stimme von Rick & Morty quaselnden Roboterball. Beide Seiten kämpfen um die Kontrolle des zentral erscheinenden Blitzballs, der erst aufgenommen werden kann, nachdem die Spieler sein Schild reduziert haben. Danach folgt der Versuch den Ball ins Tor der Gegner zu befördern. Standardmäßig gewinnt die Seite, die zuerst 8 Tore erzielt, kommt es zum Draw, entscheidet der nächste Punkt.

Blitzball erfordert von den spielenden Teams ein gewisses Maß an Zusammenarbeit und eine Portion Klassenverständnis. Manche Klassen, insbesondere die agileren wie Assassine, Guerilla und Phantom, eignen sich besser als Ballträger. Exekutor wiederum eignet sich mit seiner Schildwand hervorragend als Torhüter, da er Gegner beim Abpassen des richtigen Moments, abblocken kann.

Zentral auf der Karte wartet dieses Mal ein Transmitter, der wie der Blitzball ein zu reduzierendes Schild aufweist. Ist er einmal aufgenommen, sollte er schleunigst in die eigene Basis komme, wo ein Datentransfer beginnt, ist dieser zu 100% abgeschlossen, erhält das eigene Team einen Punkt. Das Team, das zuerst 3 Punkte erhält, gewinnt.
Hochspannung und Transfer ähneln sich nicht nur oberflächlich enorm. In beiden Modi gilt es ein Zielgegenstand, dieses Mal eine Batterie, in die eigene Basis zu bringen und eine gewisse Weise zu halten. Die Zielgegenstände selbst funktionieren hierbei exakt gleich und die Basen sind dieselben. Allerdings gibt es einen kleinen Twist: Beide Teams laden dieselbe Batterie auf. Man kann also den Gegner erst einmal die Batterie auf 100% aufladen lassen, um sie in den letzten bleibenden Sekunden bis zum Erzielen eines Punktes ihm wieder abzujagen, sie in die eigene Basis zu bringen und den Punkt selbst zu erzielen. Dieses Risiko-Element hebt Hochspannung von Transfer ab. 
Hat hier jemand King of the Hill gesagt? Nach jedem Zeitintervall plus etwas Abklingzeit erscheint eine neue Eroberungszone. Sie schüttet dem es haltenden Team Punkte aus. Wer zuerst 200 Punkte erringt gewinnt. Damit ist Besetzung ein vergleichsweise simpler Modus, funktioniert aber gut.

Statt nur einer zufällig erscheinenden Zone, positioniert Revierkampf drei feststehende Zonen auf der Karte. Erobert ein Team eine von ihnen, wird sie gelockt und es erhält einen Punkt. Sobald alle Zonen gelockt sind, zählt ein Counter herunter, an dessen Ende sich alle Zonen wieder zurücksetzen. 18 eroberte Zonen braucht es, um zu gewinnen.

Da alle drei Zonen immerzu gleichzeitig aktiv werden, müssen sich beide Teams aufteilen und voneinander getrennt um sie kämpfen. Dadurch fällt vor allem in Revierkampf auf, wenn ein Team aus eindeutig besseren Spielern besteht, was durchaus frustrierend sein kann.

Abgesehen von Blitzball wirkt keiner der Modi besonders innovativ oder für sich allein als wirklich hervorragend. Dennoch stört dies kaum, da sie alle Lawbreakers Feuergefechte hervorragend transportieren und im Gesamtbild eine gute Figur machen. Am wenigsten unter den fünf Modi gefällt mir Revierkampf, da er die Teams aufgrund seines Aufbaus zerteilt und unterlegene Teams es schwer haben, wieder ins Match zu finden. Alle fünf Modi lassen sich auf Lawbreakers acht Karten spielen. Gemeinsam haben die acht, futuristischen Karten, dass sie weitgehend symmetrisch aufgebaut und relativ überschaubar sind. Das sorgt zwar für Fairness in den Matches, allerdings könnte der Shooter ein, zwei weniger symmetrische Karten für mehr Abwechslung vertragen. Die meisten der Acht sind gerade so designt, dass ihr Zentrum durch eine große Zero G-Zone geprägt ist, nur Redfalls weicht von diesem Schema ab, indem es abgesehen von einer kurzen Zero G-Route am Rand eines Abgrunds rein auf Normal G-Bereiche setzt. Ansonsten weist jede der Karten zusätzlich über ihr eigenes Layout auf, so dass ein gesundes Maß an Abwechslung zu den Modi entsteht.

Ähnlich wie in Arenashootern finden sich Heilungsbehälter an bestimmten Orten auf den Karten. Obendrein haben die Entwickler an Schlüsselpositionen Heilstationen platziert, die jeden heilen, der sich in sie hineinbegibt. Um die Kontrolle dieser Heilstationen können in Lawbreakers heftige Kämpfe entbrennen, weshalb jeder sie nur mit bedacht betreten sollte. Sich zu lange an einem beengten Ort aufzuhalten, ist in jedem Shooter gefährlich, jedoch insbesondere in Lawbreakers. Zusammengefasst stellen mich Lawbreakers Karten zufrieden, allerdings wirken die meisten von ihnen optisch nicht besonders eindrucksvoll. Mehrere wirken optisch unaufregend oder vom Grafikdesign nicht einzigartig genug. Die noch für dieses Jahr angeteaserten, neuen Karten scheinen dagegen zu arbeiten. Eins verstehe ich mal wieder nicht: Obwohl Lawbreakers mit #skilledAF wirbt sowie generell kompetitiv orientiert ist, hat es der kompetitive Modus dennoch nicht in den Release-Build geschafft.

Die technische Seite

Wie sieht es eigentlich mit der Grafik aus? Die Unreal Engine 4 lässt lieb grüßen, wie schon andere auf dieser Engine basierende Titel, sieht Lawbreakers wirklich gut aus. Das ist natürlich nicht allein der Engine, sondern auch dem Art Design-Team von Boss Key Productions zuzuschreiben, denn von ihnen stammen immerhin sämtliche Assets. Lawbreakers verfügt über einen eigenen, recht eigenwilligen Stil. Es ist nicht bloß futuristisch, sondern überzeichnet, bunt und erinnert an ein etwas überdrehtes Unreal Tournament. Mir persönlich gefällt das Waffendesign des Shooters. Insbesondere mag ich es, dass die Entwickler die Chance genutzt haben, dass nicht das UI, sondern die Waffen selbst anzeigen, wie lange oder wie viel sie noch feuern können, bis die Waffe nach einem neuen Magazin oder etwas Abkühlung verlangt. Ob einem der Stil zusagt, ist schlussendlich Geschmackssache. Ferner sind mir keine nennenswerten Bugs aufgefallen, bis auf, dass tote Charaktere gern durch den Boden glitchen oder das Ragdoll etwas durchdreht. Anders als andere Unreal Engine 4-Spiele wie Ark Survival Evolved scheint Lawbreakers performant und gut optimiert zu sein. Sowohl die minimalen als auch die empfohlenen Anforderungen halten sich in gewissen Genzen, sind allerdings höher als es beispielsweise bei Overwatch. Erfreulicherweise gibt es Dedicated Server, Host-Migration braucht demnach niemand zu fürchten. Was den Netcode angeht, verweise ich auf Battle(Non)Sense, da ich selbst mich nicht hingesetzt habe, um ihn auszuprobieren. Grob zusammengefasst bescheinigt er Lawbreakers einen Netcode, der quasi so gut ist wie der von Overwatch.

Lawbreakers-Stashdrops  Lawbreakers Review

Unlocks, Depotbeute & Post Launch

Nach einem kleinen Technikausflug bleibt noch die Frage offen, welche Belohnungen Lawbreakers seinen Spielern und Spielerinnen zu bieten hat. Zunächst einmal gibt es das obligatorische Spielerlevel. Jeder Levelabschluss mündet in der Erringen einer sogenannten Depotbeute, die nichts anderes ist als eine typische Lootbox. Diese lassen sich ebenso mit Echtgeld erwerben. Typischen Lootboxen hängen die typischen Probleme an: Das Item der eigenen Wahl zu erhalten, ist reine Glückssache. Gleichzeitig können doppelte Items für Frust sorgen, auch wenn das Spiel sie durch das Ausschütten einer Währung, die gegen ein Wunschitem getauscht werden kann, vergütet. Soweit so bekannt. In den Boxen finden sich Waffensticker, Trittdecals, Profilbilder, Waffen- und natürlich Charakterskins. Letztere gliedert Lawbreakers wie gewohnt nach Seltenheit, wobei legendäre Skins die seltensten unter ihnen sind. Legendäre Skins ändern das Aussehen eines Charakters deutlich, fallen jedoch nicht komplett aus dem Gesamtbild. Boss Key war es augenscheinlich wichtig, dass sie bei den Skins konsequent bleiben. Demnach werdet ihr in Lawbreakers keinen Skin finden, der einen Veteranen zu einem Piraten oder einen der Medikus zu einer Gottheit umgestaltet. Leider ist die Auswahl an mehr als nur die Farben verändernden Skins pro Charakter noch nicht furchtbar groß. Glücklicherweise hat Boss Key auch hier versprochen Nachschub zu liefern.

Wie schon mehrfach gefallen ist, arbeitet Boss Key Productions an neuen Inhalten für Lawbreakers. Sämtliche neue Inhalte wie Maps, Modi, Klassen und Features werden kostenlos für alle kommen. Daneben arbeitet das Studio natürlich an Bugfixes und Spielverbesserungen. Auch neue Depotbeutegegenstände befinden sich in Arbeit. Bis dato haben die Entwickler ihre Roadmap für den Rest von 2017 vorgestellt, doch auch darüber hinaus wird Lawbreakers weitere Unterstützung erhalten. Nach eigener Aussage plant das Team, den Shooter lange zu unterstützen.

Findet man überhaupt Matches?

In den Tagen von SteamSpy können Entwickler um ihre Spielerzahlen kein Geheimnis mehr machen. Daher wird den Meisten nicht entgangen sein, dass es um Lawbreakers Spielerzahlen nicht gerade gut steht. Durchschnittlich hat es momentan einen täglichen Höchststand von 250 bis 300 Spielern. Meiner Erfahrung nach sind solche Spielerzahlen als EU-Spieler noch nicht besorgniserregend. Wer zusammen mit Freunden Matches sucht oder zu ungünstigen Zeiten spielt, muss sich zwar auf ein paar Minuten mehr Wartezeit einstellen. Generell hatte ich selbst zu sehr später Stunde nur einmal Schwierigkeiten in ein Match zu kommen, ansonsten fand Lawbreakers mir nach 1-3 Minuten immer einen halbwegs gefüllten Server. Häufiger lässt Lawbreakers einen noch in einer Aufwärmphase spielen, um ein paar Spieler zusammenzubekommen. Da die Lobbys nach dem Ende einer Runde meistens bestehen bleiben und das Matchmaking wegfallende Spieler wieder auffüllt, muss man sobald man ein Match hat, auch nicht so schnell wieder ein Neues suchen. Meine Ernst gemeinte Einstellung zur Angstmache um geringe Spielerzahlen? Solange noch Matches zu finden sind, sollten sie nicht der einzige Grund sein, ein Spiel nicht zu spielen, und wie es jetzt aussieht, ist Boss Key viel zu stur, um aufzugeben. Weder eine F2P-Umstellung, da sie einfach mit dem Spiel nicht funktionieren würde, noch eine generelle Aufgabe sind zu erwarten. Denn für Boss Key ist Lawbreakers ein Langzeitprojekt. Zudem könnte es wie Titanfall 2 durchaus ein Revival erleben und sich eine größere Fangemeinde erarbeiten.

Lawbreakers-Fight-Scene  Lawbreakers Review

Fazit:

Lawbreakers Charakterriege mag nicht besonders charismatisch sein, die Karten könnten ein wenig mehr optische Abwechslung gebrauchen und Anfänger haben es echt schwer. Meiner Meinung nach schaden diese Punkte nicht dem Kern von Lawbreakers. Was Lawbreakers wirklich ausmacht? Es verknüpft anspruchsvolles Gunplay und Movement mit Helden und heldenbasierten Fähigkeiten. Dank seines guten Klassendesigns gehen beide Seiten miteinander eine erträgliche Symbiose ein. Zero G verleiht Lawbreakers zudem das gewisse Etwas, schließlich ist mir kein anderer Shooter bekannt, in dem ein Spieler mit dem Schub seiner nach hinten feuerenden Waffe durch eine Zero Gravity-Zone fliegen kann. Der etwas enttäuschenden Unbeliebtheit zum Trotz hängt sich Boss Key Productions weiter in die Entwicklung hinein, wodurch allerhand neue Features wie ein kompetitiver Modus und die sogenannten Skirmishes und neue Inhalte wie Karten und eine Klasse noch in diesem Jahr folgen werden. In Wahrheit liegt ihm kaum etwas ferner als ein 0815-Heldenshooter zu sein. Stattdessen hat Lawbreakers einen Weg gefunden anders zu sein und damit genau richtig zu landen.

Lawbreakers ist für 30€ auf dem PC und PS4 erhältlich.

Good

  • Zero G- und Normal G-Wechsel sorgt für Gameplay-Wechsel
  • Tolles Klassendesign
  • Hervorragendes Gunplay und Movement
  • Forderndes Spieldesign
  • Modi tragen das Spielkonzept und funktionieren insgesamt gut
  • Karten nach momentanen Stand gut
  • Postlaunchsupport mit kostenlosen Karten, Modi, Klassen und Features
  • Gute Grafik, gute Performance, schöne Animationen
  • Niedriger Preis

Bad

  • Anfänger werden zu sehr allein gelassen -> Frustpotenzial
  • Charakteren fehlt es an Charisma, Persönlichkeit und Inszenierung
  • Kompetitiver Modus kommt erst in den nächsten Monaten
  • Mehr Abwechslung bei der Map-Optik wäre schön
  • Gleiche Lootboxprobleme wie Overwatch zu Release
8

Sehr gut

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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