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Kingdom Come: Deliverance Preview

Kingdom Come: Deliverance ist ein neues Rollenspiel der tschechischen Warhorse Studios. Jeder weiß ungefähr, was ein Rollenspiel ist, wie es sich anfühlt und was so dazugehört. Das Indiestudio mischt die Karten jedoch neu.

Es gibt sicher wieder einen mächtigen in Kämpfe verwickelten Helden, geschützt von einer wahlweise schwarz-,silber- oder golden-glänzenden Rüstung und in beiden Händen einen furchterregenden Beidhänder mit Untotenschaden +100. Als Nächstes wird er sicher seine linke Hand heben, um einen Schwall Feuerbälle auf seine Gegner niedergehen zu lassen, um dem ganzen Affentheater ein Ende zu versetzen. Wie, so ein Spiel ist Kingdom Come: Deliverance nicht?

Dann gibt es sicher eine unerschrockene Elfenheldin in einem knappen Outfit, das die Spieleprüfer über dem großen Teich zum Zetern bringen dürfte. Sie befindet sich natürlich mitten in klirrender Kälte und verschießt in dermaßen hoher Geschwindigkeit Pfeile, dass ein modernes Maschinengewehr neidisch den Dienst quittieren würde. Nein, das trifft es auch nicht zu?

Hintergrund

Nun aber Karten auf den Tisch: Kingdom Come: Deliverance wirft sogleich eine ganze Reihe von Rollenspiel-Klischees über Bord. Es verfügt nicht über feuerballwerfende Magier, keine übermenschlichen Kräfte und erst recht keine Elfen. Die Entwickler setzen auf Authentizität, Realismus und historische Genauigkeit. Anstatt in Tamriel oder Mittelerde Quests zu jagen, schlüpft der Spieler in die Rolle des Sohns oder der Tochter eines Schmieds im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation um 1403. Der alte König hat das Zeitliche gesegnet. Der Bruder des schwachen Erben hat kurzer Hand mit der Unterstützung einiger hoher Adligen die Initiative gegriffen, seinen Bruder entführt und ist daraufhin in das Land eingefallen.

Die Adligen des Landes sind nunmehr gespalten. Alle Zeichen stehen auf einen blutigen Bürgerkrieg. Mitten in diesem Chaos ermorden die Invasoren die Familie unseres Protagonisten und brennen sein oder ihr Dorf nieder. Er oder sie wird eine hervorstechende Rolle in dem Kampf für den rechtmäßigen König spielen.

Ein modernes Rollenspiel wäre nichts ohne Entscheidungen und Spezialisierungen. Auch der Charakter entwickelt sich anhand unserer moralischen Entscheidungen und Taten. Es gilt learning by doing, je mehr ein Kämpfer mit seinem Schwert trainiert, desto besser wird er mit diesem umgehen können. Prinzipiell gibt es drei Archetypen an Charakterentwicklungen: Den Ritter, den schleichenden Assassinen und Dieben und den Barden, der sich mit Wörtern und Intrigen durchschlägt.

Kampfsystem

Das Kampfsystem von Deliverance setzt auf Authentizität. Jeder Waffentypus hat drei Grundschläge, da wären der Stich, der Schlag und ein Spezialmove. Mit diesen Grundschlägen können sechs verschiedene Trefferzonen auf dem Körper unserer Feinde anvisiert werden, wodurch die Anzahl der möglichen verschiedenen Grundangriffe auf 18 steigt. Das Blocken übernimmt der Charakter für uns, wenn wir rechtzeitig den Angriff mit der zugewiesenen Taste abfangen. Anders als in der War of the..-Reihe müssen wir in Kingdom Come: Deliverance hierzu nicht den Winkel des heransausenden Angriffs vorausahnen. Neben den Angriffen verfügt der Protagonist noch über ein paar Tricks, wie einen Schlag nur anzutäuschen oder einen Angriff zu kontern. Im Herzen bleibt Kingdom Come: Deliverance trotz dieses aktiveren Kampfsystems ein Rollenspiel. Deswegen bestimmt nicht allein das Können des Spielers die Kampfkraft des eigenen Charakters. Die Attribute verbessern Werte wie Geschwindigkeit und Ausdauer, welche merkbaren Einfluss auf die Kämpfe haben. Der Protagonist kämpft also mit.

An Waffentypen soll es alles geben, was das Herz begehrt: Von Beidhändern, Bastardschwertern und Langschwertern zu Hämmern und Armbrüsten soll alles mit von der Partie sein.
Riesige Leichenberge sollen die Spieler nicht einmal in den später auftretenden Massenschlachten hinterlassen, da sich jeder Kampf aufs neue intensiv anfühlen soll und mehr einem Duell gleicht als einem vernichtenden Schlaggewitter. Wo wir schon bei Massenschlachten wären: Im Laufe des Spielverlaufs von Kingdome Come: Deliverance wird der Protagonist an Feldschlachten und Belagerungen teilnehmen. Vorerst aber nur in der Rolle eines Soldaten auf dem Feld, der dem Tod jeder Zeit von Angesicht zu Angesicht blickt.

Des Ritters neue Kleider

Kleidung ist für ein Rollenspiel ziemlich wichtig. Erst recht, wenn es auch noch authentisch sein will. Wie auch in anderen Bereichen hat sich der Entwickler von Kingdome Come: Deliverance ein unkonventionelleres Modell überlegt. Die Charaktere tragen unterschiedliche Lagen von Kleidung. Auf normale Leinenkleidung folgt ein Kettenhemd, darauf eine Plattenrüstung und auf die Plattenrüstung Umhänge und Überzüge. Je nach Spielart kann dies variiert werden. Verletzungen, Abenteuer und Kämpfe beschädigen und verschmutzen die Kleidung des Protagonisten, was auch grafisch zum Ausdruck kommt.

Hoch zu Ross

Nun da unser Ritter in sein eisernes Gewand gehüllt ist, fehlt ihm nur noch ein prächtiges Ross. Denn Mittelalterrollenspiel würde seinem Namen nicht gerecht werden, wenn keine Pferde in ihm vorkommen würden. Besonders das Verhalten der Reittiere hat es dem Entwicklerstudio angetan: In Kingdom Come: Deliverance verhält es sich mehr wie ein lebendiges Wesen in dem Sinne, dass es nicht hirnlos eine Schlucht runterreitet, nur weil wir es ihm befehlen oder Bäumen und Zäunen von allein ausweicht. Zudem werden Pferde über ihr eigenes umfangreicheres Animationspack verfügen.

Eine glaubwürdige Welt

Zu Fuß oder zu Pferd werden wir die zunächst ca. 9 km² Welt des ersten Aktes erkunden können. Diese erscheint auf den ersten Blick nicht als übermäßig gigantisch, wird aber allein mit 30 Stunden Storygameplay gefüllt sein. Neben der Story werden wir Dungeons, Höhlen und Ruinen erkunden können, an deren Ende Schätze und Banditen auf uns warten. Diese dunklen Orte von Kingdom Come: Deliverance dienen häufig als Schauplatz für Quests. Darüber hinaus müssen wir jederzeit vor Banditenüberfällen gefeit sein und begegnen noch mehr Nebenquests.

Als Nebenverdienst kann sich der Hauptcharakter als Handwerker verdingen: Mixturenbrau, Erzabbau, Schmieden, Schleifen und mehr erscheinen in Form von Minigames im Spiel. Mit zu dieser glaubwürdigen Welt tragen KI und NPC-Welt bei. Die Warhorse Studios haben ihr eigenes NPC-Erstellungssystem entwickelt, bei dem sie neue NPCs aus einzelnen erstellten Bauteilen, wie in einem komplexen Baukasten, zusammenbauen können. KI-Verhalten wird innerhalb der Erstellung ebenfalls hinzugefügt, das bestimmt dann, ob der NPC ein Fischer, ein Handwerker oder zum Beispiel eine Wache ist. Dieses System reduziert nicht nur den Aufwand zur Erstellung neuer NPCs, sondern macht es auch möglich viel mehr individuelle Personen in zu integrieren. Geklonte NPCs werden uns also in Kingdome Come: Deliverance sehr selten bis überhaupt nicht begegnen. Tiere gelten übrigens auch als NPCs und werden ihr eigenes Verhalten aufweisen. Raubtiere gehen Jagdzyklen nach, Hunde schieben Wache und Schafe fressen und werden gefressen.

Infos über Verkaufsrahmen

Kingdom Come: Deliverance wird aus drei Akten bestehen. Akt I stellt dabei gewissermaßen das Hauptspiel dar, das für etwa 18€ erhältlich sein wird. Akt II und III folgen hiernach auf DLC-Basis hinterher. Die Quests der beiden anderen Akte stehen in Verbindung zum Ersten, sind aber auch abgetrennt bestreitbar. Vom Preis werden sie sich je nach Größe am ersten Akt orientieren. Unter anderem wird das Spiel auf Steam erhältlich sein. Modding Tools stehen ganz oben auf der Liste von den Warhorse Studios. Diese sollen mit dem Release von Kingdome Come: Deliverance erscheinen und es wäre ihrer Ansicht nach eine Schande, dem offenen Charakter der CryEngine 3 nicht zu folgen. Deswegen sei es ein Muss, Moddingtools für ihr Spiel zu veröffentlichen.

Ausblick

2015 wird das große Jahr der Singleplayer-Rollenspiele, das wage ich jetzt schon, zu sagen. Mit The Witcher 3: Wild Hunt und Kingdom Come: Deliverance erscheinen gleich zwei große vielversprechende Ableger des Genres. Deliverance dürfte sich exzellent gegen die Konkurrenz behaupten können mit seiner neuen Nischen der authentischen Rollenspiele, welche bisher nicht sonderlich ausgefüllt war. Bis jetzt lesen sich sämtliche Ambitionen des unabhängigen Studios sehr gut und lassen die Vorfreude auf 2015 steigen. Ich begebe mich im nächsten Jahr in die Welt der Rollenspiele, das ist sicher.

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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