Follow
Startseite » Previews » Gaming Previews » Kingdom Come: Deliverance – Erster Blick auf die Tech Alpha

Kingdom Come: Deliverance – Erster Blick auf die Tech Alpha

Die Vorherrschaft von Verliesen und Drachen stinkt den Warhorse Studios gewaltig. Ihr Mittelalter-RPG soll zeigen, dass es auch anders geht. In der bereits verfügbaren Technik-Alpha macht es die ersten zaghaften Schritte.

Eine mittelalterliche, offene Welt gefüllt mit Kavallerieschlagabtäuschen, Schwertduellen, Belagerungen, Ränkespielen und Intrigen? Ja, im Prinzip trifft all das und noch mehr auf Kingdom Come: Deliverance zu – nur eben noch nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Derzeit befindet es sich in der Technischen Alpha und befördert alle Testenden in ein kleines, überschaubares Dorf, über das selbst die Bewohner sagen, dass in ihm nicht viel los sei.

Wem sich bei dem Fallen des Wortes Alpha bereits die Fingernägel hochrollen und Schauerbilder von regenbogenfarbenden Texturen und ständigen Abstürzen vor dem geistigen Auge abspielen, den kann ich beruhigen. Naja, zugegebenermaßen über das Ausbleiben von Abstürzen kann ich nicht klagen. In diesem Punkt ist die Alpha eben genauso stabil, wie man es von ihr erwarten würde. Davon abgesehen macht sie bereits einen erfreulich guten Eindruck. Grafisch weiß das auf der Cry Engine 3 basierende Kingdom Come: Deliverance wirklich zu überzeugen:

Kingdom Come: Deliverance – Erster Blick auf die Tech Alpha 2015-06-06_00006

 

Die Landschaften sehen bei sämtlichen Lichtstimmungen hinreißend aus. Besonders das kleine Wäldchen und der Bach überzeugen mich. Aber auch die im Wind wiegenden Gräser tragen ihren Teil zur insgesamt schönen Szenerie bei. Auch das innere und äußere der kleinen Gebäude gefällt mir sehr. Insgesamt überzeugt mich das kleine Dorf mit dem angrenzenden Wald davon, mit wie viel Liebe zum Detail das Studio an ihr Rollenspiel herangeht. Details wie Bienenstöcke mit herumschwirrenden Bienen, eine Vogelscheuche, vollständig mit Vorräten bestückte Speisekammern und ein am Bächlein angelnder NPC stützen genau das. Dahin gegen schmecken mir die Gesichtstexturen noch nicht so ganz. Da zeigten andere Cry Engine 3-Spiele oder die Frostbite-Engine noch deutlich bessere Ergebnisse. In der mitunter sehr real anmutenden Umgebung wirken die Charaktergesichter etwas deplatziert

Kingdom Come: Deliverance – Erster Blick auf die Tech Alpha 2015-06-06_00009 Kingdom Come: Deliverance – Erster Blick auf die Tech Alpha 2015-06-05_00011

Neben der reinen Optik testen die tschechischen Entwickler auch schon die Basisfunktionalität von Quests, die einen zum Beispiel das Rätsel um einen nach eigenen Angaben vergifteten Bauern und die verschwundenen Schlüssel eines Bürgermeisters lösen lassen. Auch wenn die jetzigen Quests noch nicht sonderlich spektakulär sind, lassen die kreativ gestalteten Dialoge mit den NPCs auf umfangreiche und packende Questreihen hoffen. Zudem lege ich Hoffnungen darin, dass auch das Hauptspiel etwas Humor dieser ersten Quests beibehalten wird.

In diese und weitere Quests hat das Studio bereits erste Features des Spiels eingepflegt, um sie den Fans behutsam vorzustellen: Erstens wäre da das Knacken von Schlössern, das als Minispiel gelöst wird. Gegenüber ihm habe ich eine geteilte Meinung: Einerseits ist es gut umgesetzt, andererseits empfinde ich Minispiele auf Dauer aus Erfahrung recht eintönig und nervenkostend.

Kingdom Come: Deliverance – Erster Blick auf die Tech Alpha 2015-06-06_00015

Man füge Zutat X und Y hinzu, rühre es kräftig um und lasse es für zwei Sanduhrumdrehungen köcheln – wer nun glaubt er ist in einem Chemie-How-to gelandet, liegt gar nicht soweit von der Wahrheit entfernt. Im Alchemiehandwerk kann der angehende Protagonist oder die Protagonistin zum mittelalterlichen Pendant des Chemikers werden. Das Alchemiesystem glänzt vor allem durch die Möglichkeit die Tränke und Mittel mit der Hilfe von einzelnen Animationen und Einzelschritten zu erstellen, womit die vorhin improvisierte Anleitung mehr als nur eine Überleitung war. Da diese Methode recht zeitraubend für den späteren Spielverlauf sein dürfte und sicher nicht jeder Lust auf sie haben wird, wird es auch eine automatische Braufunktion geben. Für diese Unterfangen bedarf es dennoch in erster Linie der richtigen Zutaten. Die gilt es, wer hätte es gedacht, in der Spielwelt zusammenzusammeln, zu kaufen oder mitgehen zu lassen. Alle drei Möglichkeiten sind mehr oder minder bereits in der Alpha anzutreffen. Auch Animationen für das Ernten von Kräutern können bereits bestaunt werden.

Vorgestellt wurde das Bogenschießen damals im Video Update #9 zur Enwicklung von Kingdom Come: Deliverance.

 

Dann gibt es da noch meinen persönlichen Favoriten: das Bogenschießen. Hier sticht zum ersten Mal der Realismusanspruch des Rollenspiels deutlich hervor. Geht das Bogenschießen in Skyrim auch wegen des Fadenkreuzes absolut sauber und flüssig von der Hand braucht es in Deliverance etwas Übung zum professionellen Schützendasein. Gezielt werden muss mit dem Auge eines Bogenschützen, ganz ohne Fadenkreuz, wodurch der Spielende erst ein Gefühl für den Bogen entwickeln muss.

Dazu kommt, dass der Spielercharakter auch nicht die Bogensehne durchgehend gespannt halten kann. Alle diese Einschränkungen implementierten die Entwickler, um die Schwierigkeiten beim Abschießen eines mittelalterlichen Bogens zu simulieren. Allerdings verstehe ich nicht, warum der Charakter nicht zumindest den Bogen anheben kann, um vor dem Spannen der Sehne schon anlegen und zielen zu können. Sollte dies entgegen meiner bisherigen Erfahrungen doch möglich sein, spricht das dafür, dass die Warhorse Studios den Testern lieber bessere Erklärungen an die Hand geben sollen.

Das GUI unterstützt zwar durch vereinzelte Ratschläge, leitet einen aber auch nicht überaus ausführlich an. Ein kleines Handbuch zu Erklärung von Ingame-Features – vor allem, wenn das Spiel ein wenig anwächst – wäre hilfreich. Davon abgesehen glänzen das Inventar, alle seine Subreiter, die Karte und der Rest des GUI durch ein schönes Design, das auch noch gut zum Setting passt.

Kingdom Come: Deliverance – Erster Blick auf die Tech Alpha 2015-06-06_00011

Fazit: Den Wunsch nach mehr schürender Appetizer

Um jedwede Illusion zu zerschlagen, bis dato fungiert die technische Alpha maximal als Appetizer. Nahezu alles, was das Spiel später einmal ausmachen wird, fehlt bis dato noch. Nichtsdestotrotz erzeugt es eigentlich überall dort, wo es sich hervorwagt, den Wunsch mehr von ihm sehen zu wollen. Wie so häufig in der Spielebranche bringt die E3 die Wende: Das angekündigte große Update der Alpha wird den spielbaren Content deutlich ausweiten und verspricht spannend zu werden.

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

Bewerte den Artikel

0 0

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Lost Password

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.