Jurassic World Evolution Review

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Eine Kinoreihe um einen Dinopark – eigentlich eine naheliegende Idee für eine Simulation. Jurassic World Evolution von Frontier Developments wandelt auf den Spuren von Planet Coaster – nur eben dieses Mal auch mit Dinosauriern.

 

Das Leben findet einen Weg

Schon vor einigen Jahren hatte Konami, damals noch unter dem Jurassic Park-Banner, die Idee einer Simulation der bekannten Filmreihe verfolgt. Dieser Versuch trug den Titel Jurassic Park: Operation Genesis und erschien für PC, die erste Xbox und PS2. Damals nicht gerade gut aufgenommen, entwickelte sich im Laufe der Jahre aber zu einem Geheimtipp. In genau diese Kerbe schlägt auch das neue Werk der Macher von Planet Coaster.

Als neuer Parkverwalter landet der Spieler auf der Inselkette der fünf Tode. Zu Beginn steht nur die Isla Matanceros zur Verfügung. Der klassische Storymodus wird hier durch einen Karrieremodus ausgetauscht. Ein kleines Tutorial klärt über die wichtigsten Spielelemente auf, aber schnell merkt man, dass Jurassic World Evolution die eigene Kreativität und Steuerung in keiner Weise einschränkt. Schon während des Tutorials stehen einem praktisch alle Werkzeuge zur Verfügung um Isla Matanceros zu einem florierenden Geschäft zu machen.

Mit dem Erfolg steigen auch die Herausforderungen: Ein Ergebnis von drei Sternen schaltet die nächste der Inseln frei, jede davon mit ihren eigenen Schwierigkeiten und Gefahren. Einen Sonderfall bildet die Isla Nublar, der Schauplatz des ersten Jurassic Park– und beider Jurassic World-Filme: Dahinter versteckt sich der Sandbox-Modus, in dem ohne monetäre Einschränkung nach Herzenslust gebaut werden kann. Technologien hingegen müssen über den Karrieremodus frei geschaltet werden Dieser erstreckt sich über die anderen vier Inseln und endet auf der Isla Sorna, dem Schauplatz von Vergessene Welt: Jurassic Park und Jurassic Park III. Wer auf Herausforderungen setzt, für den bieten vor allem die späteren Inseln einige davon. Wohl auch weil diese Herausforderungen schnell zu Chaos führen können, bietet das Spiel die Möglichkeit auf Fehler zu reagieren, in dem die Insel zurückgesetzt wird.

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Das ist Chaostheorie

Um die zu bewältigen ist es wichtig, sich bei den drei Abteilungen gut zu stellen: Forschung, Unterhaltung und Sicherheit. Jede davon wird im Laufe des Spiels Aufgaben an den Spieler stellen – manche mehr aggressiv als andere. Doch Vorsicht: Nur weil in Sicherheit investiert wurde, wird das nicht vor anderen Problemen schützen. Ausfälle der Technik können schnell in äußerst ernste Sicherheitslagen münden. Wenn z.B. Zäune nicht mit Strom versorgt werden, können Dinosaurier ausbrechen und für Chaos sorgen. Außerdem ist wichtig auf die Bedürfnisse jeder Spezies zu achten. So kann mangelnde Interaktivität mit Artgenossen für Rudelsaurier auch ein Grund sein auszubrechen. Auch gefährlich: Fleischfresser auf eine Horde harmloser Pflanzenfresser los zu lassen. Es beginnt schon früh mit dem Ceratosaurus, der genau diese Taktik mit meinen kleinen und mittleren Pflanzenfressern fuhr – bis ich ihn in sein eigenes Gehege sperrte, zusammen mit einem Artgenossen. Mit regelmäßiger Fleischversorgung konnten sich beide auch gut arrangieren. Größere Fleischfresser wie der Tyrannosaurus wollen hingegen unterhalten werden bei der Jagd: Sie sind nur mit lebender Beute zufrieden zu stellen. Ihre Sicherheitsleute wollen einem schnell weismachen, dass nur regelmäßige Übung hilft, in echten Gefahrensituationen den Überblick zu behalten.

Forscher hingegen bieten Möglichkeiten, gefährliche Krankheiten zu heilen und neue Entwicklungsstränge für Genetik zu entwickeln. Dinosaurier-DNS kann so künstlich vervollständigt werden, wenn regelmäßige Expeditionen keinen Erfolg bringen. Wichtig ist außerdem die Arbeit der Ranger-Teams. Sie helfen im Feld kranken Sauriern und füllen Futterstationen wieder auf. Der Spieler kann sogar selbst hinter das Steuer eines Jeeps und von Hubschraubern schlüpfen und Missionen selbst erledigen. Überraschenderweise geht die Steuerung auch in diesen Situationen gut von der Hand. Die Unterhaltungssparte will sich vor allem für eine gute Inszenierung sowie genug Geschäfte nebenbei stark machen. Dinos sind wichtig, ja, aber wenn die Leute dabei nichts zu essen haben oder genug Souvenirs verkauft werden, ist das für sie auch nicht besonders gut.

Diese Balance zwischen den drei Seiten zu halten entpuppt sich bald als kleine Enttäuschung, sind die vorgegebenen Missionen doch relativ gleich, egal für welche Seite gearbeitet wird. Für viele wird das keinen Einfluss haben, doch der Vollständigkeit halber sollte es erwähnt werden. Wem es nichts ausmacht, der kann etliche Stunden mit dem Karrieremodus verbringen, bevor in der Sandbox epische Dinoduelle stattfinden können.

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Jetzt wird es gemütlich

Zur Seite stehen einige Berater, die Aufträge vergeben und Tipps zur Gestaltung äußern. Neben Bryce Dallas Howard als Claire Dearing aus den beiden Jurassic World-Filmen ist auch Jeff Goldblum als Serienveteran Ian Malcolm im Spiel zu hören. Ein Wermutstropfen für deutsche Spieler: Es gibt keine Möglichkeit, die englische Sprachoption zu wählen. Musikalisch ist übliches zu hören: Der Soundtrack der Filme. Aber auch die werden irgendwann dröge. Andererseits ist Jurassic World Evolution ein sehr entspannendes Spiel, das keine große Reaktionsfreudigkeit verlangt. Zwangsläufig schalte ich jedenfalls die Musik nach einiger Zeit ohnehin ab, um mich mit eigener Musik oder Podcasts beschallen zu lassen.

Überraschend gut ist die Steuerung mit einem Controller. Zu Beginn ist etwas Eingewöhnung nötig, doch nimmt eine clevere Tastenbelegung für Abkürzungen der Menünavigation ihre Größe.

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FAZIT: Keine Kosten gescheut

Jurassic World Evolution ist eine gelungene Simulation für Dino-Fans und eine gelungene Umsetzung der Filmlizenz. Es hat Action, richtet sich aber vor allem an Leute, die einfach mal etwas abschalten wollen oder sich Spaß erlauben im Sandbox-Modus. Gerade heute (Stand 23.06.) veröffentlichte Frontier Developments ein kostenloses Update mit Inhalten aus dem neusten Film Jurassic World: Das gefallene Königreich. Damit werden den etwas einfach ausgefallenen Gameplay-Elementen immerhin mehr Variationen zugefügt. Ein wenig vermisse ich trotzdem die Anwesenheit von Alan Grant und Ellie Sattler aus Jurassic Park als Berater.

Getestet wurde die digitale PS4-Version. Es ist auch erhältlich für PC und Xbox One. 

Good

  • Gute Filmadaption
  • Einfache Steuerung
  • Zugänglich für alle

Bad

  • An einigen Stellen etwas zu einfach gestrickt
  • Schwierigkeitsgrad zieht schnell an
7

Gut

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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