Immortal Redneck Review

PC PlayStation 4 Xbox One

 

   
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So schnell kann es gehen: In unserer Vorschau hatte ich noch einige Dinge angemerkt, die Crema für die Veröffentlichung von Immortal Redneck beseitigen könnte. Und tatsächlich wurde in der fertigen Version nachgebessert. Wie es sich so spielt, lest ihr hier.

 

Wie eine Fata Morgana

Bevor das Spiel überhaupt startet, wartet Immortal Redneck jetzt mit einem animierten Intro auf: Ein amerikanischer Tourist hat sich ein wenig daneben benommen und wurde von den ägyptischen Göttern in eine Mumie verwandelt. Seine Erinnerung verlor er dabei ebenfalls, jedoch nicht seine Südstaaten-Laune. Drei Pyramiden gilt es nun zu erklimmen und die dortigen Bosse auszuschalten. Denn nur sie halten den Schlüssel zu seinem alten Leben in den Händen.

Unser Protagonist hat seit unserer Vorschau auch eine Stimme bekommen und kommentiert das Spielgeschehen mit seinem unverwechselbaren Akzent. Glücklicherweise hält sich seine Redelaune genug in Grenzen, dass es nicht nervtötend wird. Es lockert das sonst eher monotone Spielgeschehen etwas auf. Wie schon in der Vorabversion kämpft man sich mit einer zu Beginn ausgewählten Klasse durch die Pyramide, weicht dabei Gegnern und Projektilen aus und sammelt Gold und andere Gegenstände ein. Ziel ist es den Raum zu finden, der einen auf das nächste Stockwerk bringt. Da man sich in einer Pyramide von unten nach oben vorkämpft, werden diese mit der Zeit zwar kleiner, aber auch schwerer, weil die Gegner zusammen mit dem Beutegrad aufsteigen.

Wer auf dem Weg nach oben stirbt, fängt draußen vor der Pyramide wieder an. Bis dahin erhaltenes Gold kann unten gegen neue Talente in einem Talentbaum eingetauscht werden. Dazu zählen Fähigkeiten wie besserer Angriff, mehr Munition und Rüstung bis hin zu ganz neuen Klassen und Fähigkeiten wie einem Doppelsprung. Dazu muss gesagt werden, dass die ersten paar Runden in Immortal Redneck ohne diese Upgrades schon beinahe öde sind, denn die Startklasse hat gleichzeitig auch ein paar der schwächsten Waffen des Spiels. Erst wenn man ein paar Tausend Gold investiert hat, steigt auch die Unterhaltungskurve. Neu in der Endfassung ist auch ein Händler, der Schriftrollen verkauft, die z.B. erlauben, das Labyrinth mit demselben Aufbau noch einmal zu spielen, um es so z.B. mit einem besonders harten Boss aufzunehmen. Knackpunkt dabei: Man verdient in diesem Durchgang kein Gold.

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Versuch dein Glück!

Immer wieder stolpert man in der Pyramide auf eine Schatztruhe. Diese befinden sich oft in speziellen Räumen und sind mit einer Bedingung verknüpft, wie dem Bewältigen eines Hindernisparcours oder daran nicht von Fallen getroffen zu werden. In den Kisten findet man Waffen, Schriftrollen (die zufallsbedingt positive oder negative Effekte haben) und Medaillons, die einen passiven Zusatz bieten. Diese können beim Händler gekauft werden und sind dauerhafte zusätzliche Boni. Gerne hätte man mehr solcher Räume, denn der Großteil besteht aus Kampfarenen, in denen man alle Gegner eliminieren muss, bevor man sie wieder verlassen kann. Hier kommt der Aufbau der Räume Immortal Redneck in die Quere: Räume sind oft auch vertikal aufgebaut und haben mehrere Ebenen. Zwar kann man selbst diese ohne weiteres erreichen, Gegner hingegen sind nicht intelligent genug um sie zu überwinden. So kommt es oft vor, dass man einen Raum geräumt glaubt, nur um dann einen einzigen Gegner zu suchen, der hinter einem für ihn unüberwindlichen Hindernis sein Dasein fristet. Auch sind die Räume gefüllt mit zahlreichen Krügen und Vasen. Wieso sich in ihrem Inneren nichts befindet, entzieht sich meiner Vorstellung. Gerade das sollte doch nahezu eine Einladung sein, um zusätzliches Gold oder sogar Schriftrollen in ihnen zu verstecken.

Das geradezu gewaltige Waffenarsenal kann sich sehen lassen. Jede Klasse besitzt eigene Möglichkeiten sich der Monster zu entledigen. Selbst nach mehreren Runden habe ich das Gefühl, nur an der Oberfläche gekratzt zu haben. Schade nur, dass die Waffen sich nicht besser anfühlen und Gegner entsprechend von ihnen beeinträchtigt werden. Ich erwarte keine Gewaltorgie, aber zumindest ein bisschen mehr als einfaches Erschlaffen und Auflösen.

Dann bleibt da natürlich der relativ hohe Schwierigkeitsgrad. Ähnlich wie Rogue Legacy möchte Immortal Redneck immer und immer wieder gespielt werden. Nur möchte man gern ein paar Erfolgserlebnisse sammeln, in dem man z.B. wichtige Fähigkeiten endlich freischaltet. Leider verwehrt das Spiel das einem, weil die Preise für Upgrades so verdammt hoch angesetzt sind.

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Für Keyboard-Junkies

Schnelles Gameplay wäre nichts ohne eine gute Steuerung. Und Immortal Redneck ist in dieser Hinsicht ziemlich gelungen. Sie geht schnell von der Hand und bietet auch einige Optionen, um das Spiel auf seine Bedürfnisse anzupassen. Besonders interessiert es mich, wie gut es sich später mal auf Konsolen steuern lässt.

Leider hat sich der Soundtrack nur minimal gebessert im Vergleich zur Vorabfassung. Immer noch wiederholen sich Melodien einfach zu oft und es ist definitiv etwas, was man nach einiger Zeit abdreht um seine eigen Musik aufzulegen.

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FAZIT: Erbe des Osiris – mit Macken des Seth

Immortal Redneck ist ein schnelles Spiel, in dem Kenntnis von Arcadeshootern mit der Wirkung von z.B. Spungbrettern und gezieltes Springen belohnt werden. Wer in früherer Zeit einen Arenashooter wie Quake spielte, wird sich hier wie zuhause fühlen. Daher nimmt Crema Games wohl auch viele Parallelen zu Serious Sam, Rogue Legacy und Ziggurat in Kauf, ohne dabei jedoch ein paar ärgerliche Schwächen im Design auszumerzen. Waffen könnten kraftvoller und die Musik besser sein.  Aber der sonstige Mix macht es. Mir jedenfalls gefiel er.

Getestet wurde die PC-Version auf Steam. Es ist außerdem geplant für Xbox One und PS4.

Good

  • Schnelles Gameplay
  • Roguelite-Elemente gut implementiert
  • Sehr große Waffenauswahl
  • Relativ guter Humor

Bad

  • Waffen nicht kraftvoll genug
  • Dröge Musik
  • Ärgerliche Schwächen, die leicht ausgleichbar wären
7

Gut

Profilbild von Christian Mutig
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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