Horizon: Zero Dawn DLC-Review The Frozen Wilds

PlayStation 4

 

   

Im März faszinierte uns Guerilla Games mit einem erfrischend anderen Bild der Postapokalypse. In Horizon: Zero Dawn erkundete Heldin Aloy eine Welt, die schon vor sehr langer Zeit unterging. Mit The Frozen Wilds, der neuen DLC-Erweiterung findet, sie sich der Rotschopf im tiefen Schnee des Nordens wieder. Welche Geheimnisse wird es dort zu ergründen geben?

 

Nebengleis

Überraschenderweise ist das neue Gebiet, genannt „Der Schnitt“, keine DLC-Karte, sondern tatsächlich Teil der Karte des Hauptspiels. Dafür wurde im Nordosten ein neuer Pass geöffnet. Eine echte Zugangsvoraussetzung außer den Kauf gibt es im Grunde nicht, aber „Der Schnitt“ richtet sich an Spieler, die mindestens Stufe 30 erreicht haben oder sogar schon mit der Hauptkampagne fertig sind. Ohne groß verraten zu wollen: „Der Schnitt“ beleuchtet ein Thema, auf das Aloy während des Hauptspiels stößt, aber nicht zwangsläufig mit der Hauptstory zu tun hat. Dennoch erfährt sie dabei am Rande trotzdem einiges über die alte Welt und Leute, mit denen sie interagiert.

Hauptbeteiligte im „Schnitt“ sind die Banuk, einer der Stämme die Aloy außerhalb des Nora-Territoriums kennen lernt. Mehr als jeder andere haben die Banuk ihr Heil in den Maschinen gesucht. Nicht nur haben sie sie studiert. Einige von ihnen leben inzwischen sogar in Einklang mit ihnen. Doch nicht alles ist heil. Im Schatten eines ominösen, ewig rauchenden Berges haben die Banuk kürzlich einige ihrer besten Krieger verloren. Wild gewordene, offenbar von einem Dämon besessene Maschinen haben sie in Stücke gerissen. Nur wenige konnten entkommen. Aloy, ewig neugierig auf die Wahrheit, erklärt sich bereit, dem Geheimnis des Berges auf die Spur zu kommen.

Wie bereits im Hauptspiel gibt es eine ganze Reihe von Nebenquests, mit denen die Banuk, ihre Traditionen, Bräuche und Angewohnheiten besser beleuchtet werden. Dabei trifft Aloy ausschließlich auf neue Charaktere und keinerlei bekannte Gesichter. Ein wenig ärgerlich, da einige der interessantesten Nebenquests des Hauptspiels von Banuk stammen. Andererseits hilft es auch, so mehr über den Norden zu erfahren, der bislang nicht begehbar war. Die meisten dieser Missionen beinhalten Spuren mit dem Fokus zu folgen, Maschinen zu bekämpfen, NPCs zu helfen oder eine Kombination von allem.

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Neues Spielzeug

Da „Der Schnitt“ auf der gleichen Karte stattfindet wie das Hauptspiel, bedeutet das natürlich auch, dass alle Upgrades und Extras aus dem Hauptspiel verwendet werden können, inklusive der Schildweber-Rüstung. Doch das will nichts heißen. Drei neue tödliche Maschinentypen haben es auf einen abgesehen. Versenger sind an Wölfe angelehnt und oft im Rudel unterwegs. Sie verfügen über schnelle Bewegungsabläufe und schmerzhafte Feuerangriffe. Eis- und Feuerklauen hingegen sind nordamerikanischen Grizzlybären angelehnt, die mit Eis- oder Feuerangriffen umzugehen wissen. Man selbst ist jedoch nicht wehrlos. Im „Schnitt“ finden sich nicht nur Upgrades bereits bestehender Waffen wie Bögen und Schleudern, die mit der neuen Ressource Blauglanz (kristallisiertes Maschinenöl) bezahlt werden. Man bekommt es u.a. für den Abschluss von Nebenmissionen, als Bestandteil von Beutetruhen oder in den Überresten gefrorener Maschinen. Ganz neu im Arsenal sind eine Reihe von Elementarstäben, die Blitze, Eis oder Feuer verschießen können. Daneben darf Aloy endlich ihrem Nahkampfspeer Erweiterungen verpassen. Zudem gibt es einen ganz neuen Talentbaum, in dem sie ihre Fähigkeiten im Umgang mit Maschinen besser trainiert. So können übernommene Maschinen dadurch geheilt werden. Für das Reiten ergeben sich Möglichkeiten, Beute ohne Absteigen aufzunehmen oder einen speziellen Angriffssprung vom Reittier aus zu machen. Wer jedoch dank Abschluss des Hauptspiels bereits Stufe 50 erreicht hat, wird über die Hälfte der neuen Fähigkeiten schon lernen können, bevor auch nur ein Fuß in den „Schnitt“ gesetzt wird.

Doch für Nebenaktivitäten ist gesorgt: Wie bereits im Hauptspiel gibt es ein Banditenlager, ein Jagdgebiet und einen Langhals, der die Karte aufdeckt. An die Stelle der verseuchten Gebiete tritt hingegen der Kontrollturm. Immer wieder finden sich diese Türme, die einen Impuls aussenden, der dämonische Maschinen heilt und Dinge wie die Schildweberrüstung kurzzeitig außer Kraft setzt. Diese Türme gilt es zu zerstören oder durch Übernahme unschädlich zu machen. Leider werden sie oft von ebenfalls dämonischen Maschinen bewacht. Zusätzlich gibt es auch dieses Mal wieder ein paar Sammelgegenstände wie alte Holzfiguren ausgestorbener Tiere.

Daneben warten auch dieses Mal wieder einige abgetrennte Innenräume zu erkunden. In einer Mission hat Aloy die meiste Zeit einen Partner an ihrer Seite und es gilt ein paar kooperative Rätsel zu lösen, ähnlich wie man es aus den Uncharted-Spielen kennt. Nicht extra erwähnt werden müssen die zahlreichen neuen Datenknoten, Audiologs und Hologramme die dabei helfen, die Geschichte vor der Apokalypse zu erzählen. Tatsächlich sind diese sogar um einiges zusammenhängender als sie es im Hauptspiel sind.

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Auch am Rande nachsehen

Aloys einzigartige Persönlichkeit kommt dank Ashly Burch einmal mehr zur Geltung. Auch die anderen Sprecher machen einmal mehr eine gute Sache. Ansonsten hat sich nicht viel geändert, genauso wie der Soundtrack einmal mehr fantastisch ist. Erwähnen sollten zudem die Patches, die Guerrilla Horizon seit Release spendierte, denn Dinge wie der neue Story-Schwierigkeitsgrad oder der Neues Spiel+-Modus sind ideale Möglichkeiten um entweder die Story zu genießen oder wirklich die Herausforderung auf das Maximum zu setzen.

Wie ich einst schon erwähnt habe: Selbst nach einigen Monaten gehört Horizon: Zero Dawn zu den optisch schönsten Spielen die es für die PS4 gibt – und dabei spielte ich es nur auf einer alten „normalen“ PS4. Die eisige Kälte mit einer PS4 Pro zu sehen muss einfach atemberaubend sein.

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FAZIT: Mehr am Horizont

Zu viele Hoffnungen auf die Lösung unbeantworteter Fragen sollte man sich nicht machen: The Frozen Wilds ist eine gute Erweiterung mit mehr zum erkunden, wirft am Ende aber nur noch mehr Fragen auf, die nur eine mögliche Fortsetzung beantworten kann. Andererseits macht es einen tollen Job, die ohnehin schon große Welt noch größer wirken zu lassen. Auch ist es eine ideale Möglichkeit, um seine Herausforderungen zur Probe zu stellen, denn The Frozen Wilds liefert ein paar der knackigsten Nüsse an Schwierigkeitsgrad, die Horizon bis hierhin zu bieten hat. Weiterhin muss über die Frage des Preises diskutiert werden: 20 € ist schon ein wenig überzogen um es einzeln zu kaufen, denn die meisten Aktivitäten sind nach einigen Stunden gelöst. In der kommenden Complete Edition wird der DLC schon von Anfang zu haben sein, daher würde es sich für Leute die das Spiel bereits haben raten, auf einen Rabatt zu warten.

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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