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Homefront: The Revolution Review

Wie schon bereits im ersten Teil von Homefront, ist der Spieler auch in The Revolution Mitglied einer Widerstandsbewegung und kämpft gegen koreanische Besatzungsmächte in den USA. Doch kann das neue Spiel besser überzeugen als noch der Vorgänger? Wir verraten es euch in unserem Test.

 

Im Jahre 2027 befindet sich die USA im Würgegriff der koreanischen Regierung, die das gesamte Militär des Landes, dank einer Hintertür in nahezu sämtlichen technischen Geräten mit nur einem einzigen Knopfdruck außer Gefecht setzen konnte. Die koreanische Volksarmee sandte sofort ihre Truppen aus um humanitäre Hilfe zu leisten. Doch schon bald wurde aus den einstigen Helfern, Unterdrücker. Ein Militärregime hatte nun die vollständige Kontrolle über sämtliche Teile des Landes. Wir selbst befinden finden uns Philadelphia wieder, wo uns ein wichtiges Mitglied der Widerstandsbewegung rekrutiert. Doch bevor wir zu dessen Basis gelangen, geraten wir in einen Hinterhalt der KVA, unser neuer Freund wird gefangen genommen und wir müssen allein zum Unterschlupf des Widerstandes.

Dort angekommen müssen wir uns erst einmal beweisen, ob wir auch tatsächlich die Wahrheit sprechen und uns als loyaler Widerstandskämpfer etablieren. Somit ziehen wir raus in die Stadt und finden uns bald in den ersten richtigen Kämpfen wieder. Der Einstieg ins Spiel ist bis hier schon einmal richtig gut gelungen und die Geschichte als auch die Atmosphäre machen einen sehr soliden Eindruck, der allerdings schon bald zu bröckeln beginnt. Doch alles schön der Reihe nach.

Wie in anderen Open-World-Shootern auch, sind wir zunächst nur mit minimaler Bewaffnung ausgestattet. Alle Waffen im Spiel lassen sich in drei unterschiedliche Versionen zu jeder Zeit umbauen, je nach Bedarf. Mit unserer ersten Waffe, der Pistole die wir per Modifikation in eine Maschinen- bzw. pneumatische Pistole umfunktionieren können, ziehen wir durch die rote Zone von Philadelphia. Hier herrscht Bürgerkrieg und das merkt man sofort. Gewalt ist an der Tagesordnung und an nahezu allen Ecken stehen bewaffnete Soldaten, die bei der kleinsten Regung sofort das Feuer eröffnen. Ihnen zur Seite stehen, oder besser gesagt schweben, kleine Aufklärungsdrohnen die jeden Angreifer aufspüren und seine Position den Soldaten verraten. Mit ein paar gezielten Schüssen sind diese allerdings schnell zerstört. Anders verhält es sich mit den Luftschiffen, die allmächtig und alles überschauend über die Zone fliegen und mit ihren Suchscheinwerfern nach Widerstandskämpfern Ausschau halten. Ins Suchfeld sollten wir tunlichst nicht geraten, denn sonst fallen die KVA-Truppen wie die Fliegen über uns her.

Nach und nach erschließen wir weitere Bereiche der ersten Zone, sammeln wichtige Ressourcen, verbessern unsere Ausrüstung und gehen zusammen mit Widerstandskämpfern, die wir nahezu überall in der Spielwelt antreffen und vom Fleck weg rekrutieren können, zusammen auf die Jagd nach KVA Soldaten und nehmen kleinere Stützpunkte ein bis uns die gesamte Zone gehört. Das erinnerte uns etwas an Far Cry 3 & 4, macht auch genauso viel Spaß, auch wenn es den selben Abnutzungseffekt besitzt der sich im Laufe des Spiels einstellt. In den gelben und grünen Zonen müssen wir allerdings erst Herz und Verstand der dortigen Bevölkerung für unsere Sache gewinnen, bevor wir die Zone in ein Schlachtfeld verwandeln können. Das schaffen wir durch Sabotageaktionen an diversem KVA-Gerät, der Rettung von Zivilisten aus der Gefangenschaft oder dem ausschalten von patrouillierenden Soldaten. Nach und nach verwandelt sich so eine einst ruhige Gegend, in ein vom wütenden Mob beherrschten Hexenkessel. Von da an heißt es dann wieder Stützpunkte einnehmen und die Zone kontrollieren.

Das ganze könnte so gar noch richtig Spaß machen wären da nicht die unzähligen technischen Mängel. Zwar haben die Dambuster Studios vor möglichen Performanceproblemen auf sämtlichen Sytemen im Vorfeld gewarnt und versprochen Abhilfe zu schaffen, aber zur Zeit dieses Reviews ist noch kein Patch erschienen. Doch auch wenn selbst unsere GTX970 mühe hat die 50 FPS durchgehend zu halten, so ist das eigentliche Problem des Spiels ganz woanders gelagert.

Zum einen sind die Physikeffekte oft fehlerhaft und so bleiben abgeschossene Drohnen gerne mal in der Luft liegen, Autos schweben über dem Boden und getötete Soldaten verschmelzen gerne mal mit Türen und Zäunen, was zu unfreiwilliger Komik in manchem Gefecht sorgt. Auch die Animationen im Spiel sind nicht das gelbe vom Ei und die Motorräder, die es dutzendfach in jeder Zone zu geben scheint, erheben sich wie von Geisterhand wenn wir per „Benutzen“-Taste damit interagieren. Auch das aufsitzen löst eine eher seltsame Kamerafahrt als eine wirkliche Animation aus. Da leidet dann die Atmosphäre schon ein wenig.

Der größte Atmosphärekiller aber ist das spawnen von gegnerischen Soldaten und Fahrzeugen. Da stehen plötzlich Soldaten hinter uns an der Ecke oder der Hauswand wo vor 1 Sekunde keine waren oder sie ploppen mitten im Gefecht nur 100m vor uns aus dem Nichts auf. Letzteres konnten wir auf einem kleinen Hausdach sitzend beobachten, als uns ein Luftschiff von oben entdeckte und das Spiel einen Soldaten nach dem anderen aufs Schlachtfeld zauberte. Da konnten wir noch so sehr mit dem Maschinengewehr die Fußtruppen mit Blei vollpumpen, nur 100m weiter ließ das Spiel immer weitere spawnen. Dieses Verhalten ist uns immer wieder beim testen untergekommen und hat uns den letzten Nerv geraubt. Denn die hohe Ausschüttung an Gegnern, ist das einzige was das Spiel herausfordernd gestaltet. Auch die künstliche Intelligenz hat so ihre Schwächen und weiß oft nicht was sie wie tun soll. Da wird wild und ohne viel Plan durch die Gegend gelaufen und selbst der Spieler wird hier und da gekonnt ignoriert, wenn man ihm in einem Haus begegnet.

Unsere Freunde vom Widerstand sind da allerdings auch nicht viel besser und stehen nur zu gerne im Weg und laufen auch des öfteren ins Schussfeld. Doch keine Angst, es gibt keine Strafe wenn man auf Verbündete schießt, ja nicht mal wenn man Zivilisten abmurkst! In vielen Games ist entweder das Spiel vorbei oder es gibt sonstige Strafen für den Spieler, wenn er einfache Bürger niederholzt. Nicht so in Homefront: The Revolution. Da darf gemeuchelt werden bis das Messer glüht. Sehr grober Designfehler, liebe Entwickler.

All diese technischen Ungereimtheiten lassen einen ziemlich faden und oft auch bitteren Beigeschmack zurück. Dabei sehen wir im Spiel so viele tolle Ansätze und Ideen, die nur an der Umsetzung scheitern. So betraten wir eine verseuchte Zone, wo wir eine Gasmaske tragen mussten um nicht kontaminiert zu werden. Bis auf eine kleine Animation die das aufsetzen der Maske zeigte, kam dann aber auch nicht mehr viel. Man hatte kein eingeengtes Sichtfeld, ein Atemgeräusch fehlte ebenfalls und bis auf den doch sehr düsteren und einschüchternden Look des Gebietes, war hier alles beim alten. KVA Soldaten töten und kleinere Gebäude und Stützpunkte einnehmen. Gerade hier hätte man so viel mehr aus dem Spiel rausholen können. Leider trifft dieser Satz auf so gut wie sämtliche Aspekte des Spiels. Nahezu alles wirkt irgendwie unausgegoren. Selbst die Story und die in ihr auftauchenden Charaktere mit all ihren Dialogen, konnten uns wenig mitreißen. Der Protagonist des Spiels ist ebenfalls ein weiterer bedeutungsloser und stummer Befehlsausführer. Nur gelegentlich schaffte es das Spiel Spannung in den Zwischensequenzen aufzubauen.

Einzig das Design der Spielwelt und der koreanischen Soldaten und ihren Spielsachen machte auf uns einen guten Eindruck. Dank CryEngine 3 bot uns das Spiel in einigen Gebieten einige schöne Kulissen. Die Straßen bei Nacht im Regen, auf denen Soldaten patrouillieren und die Drohnen mit ihren Laseraugen alles absuchen und den fast schon majestätischen Luftschiffen ließen uns ab und an gerne an Ort und Stelle verweilen. Die Häuser selbst mit ihren improvisierten Fassaden und vernagelten Fenstern und die Tag und-Nachtwechsel, die immer wieder die Welt ins ein anderes Licht tauchten, versprühten oft eine tolle Spielatmosphäre. Diese wurde allerdings immer wieder durch die bereits angesprochenen technischen Schnitzer massiv verhagelt. Nicht einmal der Soundtrack konnte das wieder glattbügeln. Denn für sich genommen sind die Musikstücke die da in jeder Zone vor sich hinspielen ganz schön, aber jede Zone hatte nur einen Titel. Dieser wiederholt sich dann wieder und wieder und wieder. So hing uns die Musik nach 2 Stunden in der selben Zone so dermaßen aus den Ohren raus, dass wir sie kurzerhand abstellen mussten. Das ist uns noch bei keinem Spiel der letzten Jahre untergekommen!

Hatten wir von der Einzelspieler-Kampagne mal wieder die Nase voll, suchten wir Zuflucht im Widerstandsmodus. Der Koop mit bis zu 4 Spielern klang sehr verheißungsvoll und die Runden mit anderen Spielern machten durchaus eine Menge Spaß. Entweder zu Fuß oder per Motorrad durch die Häuserschluchten brettern, KVA Soldaten niedermähen, Konvois zerstören und Stützpunkte verteidigen. Nach getaner Arbeit zieht sich die Gruppe, fast wie in Left for Dead-Manier, in einen sicheren Unterschlupf zurück und gibt das frisch verdiente Geld für neues Equipment oder die gewonnen Erfahrungspunkte für neue Fähigkeiten aus.

Der eigene Charakter wird dann ähnlich wie im Singleplayer nach und nach verbessert und kann der Gruppe dann als schwerer MG-Ballermann, Scharfschütze oder aber auch als Retter in der Not mit nützlichen Skills zur Unterstützung der Truppe dienen. Wie man seinen Charakter ausbauen möchte das liegt am persönlichen Spielstil und erlaubt unterschiedliche Möglichkeiten. Wer will, kann sich natürlich auch mehrere Charaktere erstellen.

Die Spielersuche geht relativ schnell von statten und nur selten mussten wir lange auf neue Mitstreiter warten. Der Widerstandsodus macht durchaus eine Menge Spaß und ist im Kern eine recht solide Sache. Leider trafen wir auch hier auf einige Mängel die hoffentlich, ebenso wie im Singleplayer, bald gefixt werden.

Fazit: Das war wohl nix!

Getestet wurde die PC-Version

Summary
Homefront: The Revolution macht dort weiter wo der Vorgänger aufgehört hat und das in allen Aspekten. Das eigentlich tolle Setting und eine durchaus gute Grafik nebst schicken Effekten, werden leider durch ein fades Storytelling, auswechselbaren Charakteren und massive technische Mängel in kürzester Zeit kaputt gemacht und trüben das Spielgefühl. Denn das sehr eingängige und flüssige Gameplay machen The Revolution eigentlich zu einem sehr unterhaltsamen und abwechslungsreichen Shooter. Die vielen Gadgets wie etwa ferngesteuerte Bomben oder Hackmodule sowie die offene Spielwelt, lassen viel Raum für taktische Vorgehensweisen. Dem Spieler werden viele Möglichkeiten geboten seinem Spielstil zu folgen und das sowohl im Einzelspieler- wie auch im Koopmodus. Leider sind viele Dinge im Spiel nur halbherzig umgesetzt oder wirken schlicht unfertig.Natürlich wissen wir nicht in welchem Zustand das Spiel war, als es nach der Insolvenz von Crytek an die Dambuster Studios übergeben wurde, doch das Endresultat ist mehr als enttäuschend. Schade, wir haben uns nämlich sehr auf das Spiel gefreut und sehen derzeitig für einen möglichen dritten Teil mehr als schwarz.
Good
  • Atmosphärische Spielwelt
  • Unterschiedliche und abwechslungsreiche Gebiete
  • Tolles Design der KVA Truppen
  • Eingängiges und flüssiges Gameplay
  • Waffen und Ausrüstung bieten unterschiedliche Spielstile
  • Widerstandsmodus recht unterhaltsam
  • Gute Grafik und Effekte
Bad
  • Mangelhafte Performance auf allen Plattformen
  • Grafikfehler und Physikaussetzer
  • fehlerhafte und oft steife Animationen
  • K.I. ohne Intelligenz
  • Spawnsystem der K.I. Katastrophal
  • durchschnittliche deutsche Lokalisierung
  • Soundtrack schlecht ins Spiel integriert
  • Probleme bei der Soundwiedergabe (Audioloops)
5
Mittelmässig
Written by
Shooter-Liebhaber, Rennspiel-Enthusiast, Gelegenheits-Streamer und Bindestrich-Fetischist :-)

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