Hand of Fate 2 Review

PC PlayStation 4 Xbox One

 

   

Einhundert Jahre sind vergangen, seit der Kartenspieler seinen Kampf gegen den Sterblichen verlor. Das Deck ist neu gemischt, es darf wieder gespielt werden. In Hand of Fate 2 von Defiant Development ist vieles gleich geblieben – und doch so viel besser geworden.

 

Selbstreferenz

Direkt zu Beginn des Spiels macht der Kartengeber, einmal mehr gesprochen von Anthony Skordi (Star Wars: Battlefront II), deutlich, dass Zeit vergangen ist. Für ihn 100 Jahre. Genug Zeit also, um Anpassungen an seinem Spiel vorzunehmen. Allein schon, dass das Spiel nicht nur seine eigene Entwicklung anspricht, dafür eine Erklärung im Spiel liefert und zudem auch wie viel sich dadurch geändert hat, sollte schon mal ein Vorgeschmack sein, dass Hand of Fate 2 Fantasy ernst nimmt, aber durchaus auch für einen Spaß zu haben ist.

Schon nach der Tutorial-Mission gibt es die Möglichkeit, seinen eigenen Charakter zumindest rudimentär zu gestalten. Sogar die Auswahl einen weiblichen Charakter zu spielen gibt es. In kleinen Schritten wird einem anschließend eine Geschichte erzählt. Hier liegt auch schon der größte Unterschied zum Vorgänger: Dort war der Aufhänger meist, dass ein weiterer großer Gegner (erst Bube, dann Dame und zuletzt der König) besiegt werden muss, um den Kartengeber am Ende herauszufordern und das Spiel zu gewinnen. Hand of Fate 2 liefert jetzt für solche Begegnungen eine Rahmenhandlung, in der es eigene Bedingungen für die Erfüllung des Zieles gibt. Erfüllt man diese, warten weitere freischaltbare Karten auf den Spieler. Mit der Zeit öffnet sich die Karte weiter und es werden mehr Möglichkeiten frei um weiterzukommen.

Wer den Vorgänger kennt, wird schon bald Karten von einst wieder erkennen. Die Maid ist z.B. wieder dabei, nur ist sie jetzt deutlich älter, aber immer noch hilfsbereit, Wünsche nach Vorräten oder Ausrüstung zu erfüllen. Auch Mr. Lionel, der schlecht als Mensch verkleidete Goblin, hat einen Auftritt. Auch reguläre Gegner wie die Diebe sind wieder anzutreffen, aber mit einer ganzen Reihe neuer Variationen und Miniboss-Varianten wie Untote oder verschiedene Typen von Nordmännern.

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Du hast meinen Würfel

Neu in Hand of Fate 2 sind die Kampfgefährten. Jeder von ihnen bietet wertvolle Unterstützungen und sogar eigene, spezifische Karten an. Diese Gefährten erweisen sich als wertvolle Hilfe in den Kampfsequenzen. Wie bereits im Vorgänger finden sich hier viele Anlehnungen an die Arkhamverse mit Kontern, Schildbrecher und Exekutionen. Noch viel mehr als einst sind gute Reflexe gefragt, da das Tempo in diesen Sequenzen massiv zugenommen hat. Aber auch für die Szenen zwischen den Kämpfen können sie nützlich sein, in dem sie z.B. Würfel für Extrawürfe bereithalten oder eine Chancekarte neu ziehen lassen.

Kämpfen ist natürlich nicht alles. Oft wird auch dieses Mal wieder die Chance ausgespielt, in Form von Karten, die man wählen muss. Dabei bleibt es aber nicht. Auch Würfel und ein Pendel stehen für diese Ereignisse zur Verfügung. Für Veteranen mögen diese neuen Spielelemente ein wenig plötzlich eingeführt werden, werden sie im Tutorial nämlich nicht direkt erwähnt.

Am Ende einer jeden Runde geht der Kartengeber jedes Ereignis durch, dessen Kartenbedingung erfüllt wurde und gibt dem Spieler neues Material, oftmals sogar, wenn das Hauptereignis nicht oder nicht vollständig gelöst wurde. Wichtig ist lediglich die spezifische Kartenbedingung zu erfüllen. Sein Deck wird in Zukunft auch für den aus dem Vorgänger bekannten Endlosmodus wichtig werden. Noch ist dieser aber nicht fertig.

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Aufpoliert

In jeder Hinsicht ist Hand of Fate 2 eine massive Steigerung im Vergleich zum Vorgänger. Ja, es ist immer noch Unity, aber sieht dennoch massiv besser aus dank besserer Animationen, technisch stabilerer Umgebung und einer konstanten Framerate. Wieder ist Jeff Van Dyck der Komponist der Musik und tatsächlich ähnelt sie sehr dem Soundtrack des Vorgängers – was aber nicht heißen muss, denn bekanntlich war die Musik eines meiner Highlights im ersten Teil.

Steuerungstechnisch hat sich einiges gebessert, vor allem an der Maus- und Tastaturfront. Persönlich ziehe ich jedoch immer noch einen Controller vor. Manche dürfte sicher freuen, dass Skordi nicht mehr länger der einzige Sprecher im Spiel ist. Viele der Gegner und Kampfgefährten haben ihre eigene Stimme erhalten und tragen zum zusätzlichen Flair bei. Der Kartengeber selbst ist dieses Mal etwas weniger gesprächig, dafür hat er einen ordentlichen Grad an Zynismus und etwas Humor dazugewonnen und dabei seinen eher hohen Antagonismus gegenüber dem Spieler aus dem ersten Teil verloren.

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FAZIT: Die besseren Karten

award_games_hand-of.fate-2_2017_11  Hand of Fate 2 ReviewMit 30 € ist Hand of Fate 2 deutlich teurer als sein Vorgänger beim Erscheinen. Doch es ist faszinierend, wenn man beide Spiele miteinander vergleicht und dabei feststellt, wie viel besser Teil 2 seine Sache in nahezu jeder Hinsicht macht. Hand of Fate 2 ist mehr vom Original und wem das genug ist, hat das Spiel wahrscheinlich schon gekauft. Neueinsteigern empfehle ich, Teil 1 zu überspringen und hiermit zu beginnen. In einem Jahr toller Titel ist Hand of Fate 2 einmal mehr ein Kandidat für meine Spiel des Jahres-Liste!

Getestet wurde die Steam-Version. Das Spiel ist auch für PS4 und bald für Xbox One erhältlich. 

Good

  • Macht alle Pro-Punkte des ersten Teils erneut, nur deutlich verbessert

Bad

  • Ein paar Bedingungen zu sehr zufallsabhängig
9

Großartig

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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