Halo Wars 2 Review

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Vor knapp acht Jahren hat es uns das Entwickler Studio „Ensemble Studios“ gezeigt, das Strategiespiele auf der Konsole funktionieren können. Nun möchte „343 Industries“ und „Creative Assembly“ an diesen Erfolg anschließen und schicke die langersehnte Fortsetzung zu „Halo Wars“ ins Rennen. Was sich nach all den Jahren geändert hat, erfahrt ihr im Test!

 

„Halo Wars 2“ schickt uns erneut als Stratege in das bekannte Universum um die großen Weltraumringe. Dabei ist der neue Titel, genauso wie der neuste Ableger der original Halo-Serie, ein großes Paket mit vielen Spielmodi. Fangen wir mal ganz einfach bei der Kampagne an.

Die Kampagne

Die Kampagne dreht sich um das Raumschiff „Spirit of Fire“ und deren Besatzung. Diese sind nach vielen Jahren aus dem Kyro-Schlaf erwacht und treffen direkt mal auf eine sogenannte Arche. Nach kurzer Zeit stellt sich auch heraus, dass die Menschen nicht alleine sind. Der Brute „Atriox“ hat die Allianz verraten und beginnt seinen eigene Feldzug. Zusammen mit seiner aus Grunts, Eliten, Jägern und Co. bildet er die sogenannten „Verbannten“. Wer bis hierhin nur Bahnhof versteht, darf nicht viel von der Geschichten von Halo Wars 2 erwarten. Den Halo Wars 2 erwartet von euch, dass ihr mit mindestens den Grundlagen von dem Halo-Universum vertraut seid und schafft es damit nicht Anfänger eine zugängliche Geschichte zu erzählen. Okay, das wäre vielleicht auch ein wenig viel verlangt für eine zwölf Jahre alte Serie. Immerhin ist die gesamte Geschichte nett erzählt und beeindruckt mit gut gerenderten Zwischensequenzen. Doch viel sollte man hier auch nicht erwarten. Die Story reicht nie über die Erzählung eines Actionblockbusters und verpasst damit eine gute Gelegenheit. Denn der Verrat von Atriox und seine Motivation stellt eine neue Seite der Alien-Rasse da und hätte viel Potenzial. Stattdessen folgt nicht mehr als ein „Oorah!“ nach erfolgreicher Schlacht von den guten Marines und Spartans.

Immerhin macht die Kampagne auf spielerische Seite Spaß. Bereits nachdem Prolog geht es richtig zur Sache. Dabei wird der Spieler an die Hand genommen und das Schere-Stein-Papier Prinzip wird diesem gut im direkten Kampf beigebracht. Zugleich hat der Spieler aber auch noch genug eigene Freiheiten. Jede Mission besteht dabei aus Haupt- und Nebenzielen, sowie einigen weiteren optionalen Aufgaben. Durch das Erfüllen der Nebenziele und der optionalen Aufgaben erhalten wir einen höheren Score, wodurch unser Ranking am Ende besser wird. Das erzielen eines hohen Scores motiviert auf jeden Fall und sorgt für ein gegebenenfalls mehrfaches Durchspielen von den Missionen. In der knapp 7-8 stündigen Kampagne übernehmen wir jedoch nur die Rolle der UNSC. Leider steuern wir damit nie die „Verbannten“ und lernen nicht deren Fähigkeiten und Einheiten so richtig kennen.

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Die Neuerungen

Einige Änderungen zum ersten Teil hat Halo Wars 2 selbstverständlich auch im Gepäck. So gibt es nun zwei Ressourcen: „Nachschub“ wird hauptsächlich für die Einheit- und Gebäudeproduktion benötigt. Mit „Energie“ erforschen wir dann Upgrades für unsere Basis und unsere Einheiten. Der Basenbau hat so gut wie keine Änderungen erfahren. Immer noch bauen wir auf einer festgelegten Basis bis zu sieben Gebäude. Zudem gibt es noch vier Geschütztürme und fertig ist eine Basis. Neu ist auch die Möglichkeit ausgewählte Einheiten in einer von vier Gruppen zuzuweisen, was die Kontrolle der eigenen Armee vereinfacht. Jedoch leidet diese gute Möglichkeit ein wenig an der Steuerung, da sich diese hier sehr schnell überlappt. Die eigentliche Steuerung mit dem Gamepad funktioniert, abgesehen von den oben genannten, wieder sehr gut und fühlt sich direkt zu Beginn intuitiv an. Einheiten lassen sich schnell auswählen, die Kamerasteuerung funktioniert schnell und insgesamt fühlt sich alles sehr gängig an. Nach kurzer Einspielzeit sieht man, dass das Strategiegenre im Hinblick auf die Steuerung funktioniert.

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Multiplayer und Blitz-Modus

Richtig viel Spaß macht Halo Wars 2 aber erst im Multiplayer-Modus. Bis zu 6 Spieler können sich in die Schlacht stürzen und in verschiedenen Spielmodi die Einheiten um den Kopf werfen. Hier spielen vor allem die Baureihenfolge der Gebäude, sowie die Auswahl eines Kommandeurs und deren Spezialfertigkeiten eine große Rolle. Zwischen sechs Kommandeuren haben wir die Wahl, welche alle mit eigenen Spezialisierungen glänzen. Auch ist es möglich, die „Verbannten“ nun zu spielen. Jedoch unterscheiden sich die Außerirdischen nur gering von den Menschen und deren Einheiten sind zum Teil fast identisch. Ebenso gibt es keine dritte Rasse. Für eine Fortsetzung hätte ich mir mindestens die Blutsväter oder die Flood als spielbare Einheiten gewünscht, auch wenn dies vielleicht nicht unbedingt in den Kontext der Geschichte passen würde.

Die Modi sind ebenso nicht besonders originell, dabei unterscheiden diese sich von zielorientierten Spielmodi und Deathmatch. Im ersten geht es um die Kontrolle von Punkten oder Festungen, während wir im Deathmatch einfach nur unseren Gegner auslöschen müssen. Das macht allesamt Spaß und funktioniert gut, doch sorgt es nicht für einen frischen Wind im Strategiegenre. Man merkt „Halo Wars 2“ auch sehr schnell an, dass es nicht anzunähernd die Komplexität der Genrekollegen besitzt. Es gibt nicht besonders viele Taktiken und meistens gewinnt der Spieler mit der größeren Armee. Dadurch fehlt mir die Langzeitmotivation für „Halo Wars 2“, da bereits nach wenigen Stunden alles entdeckt wurde.

Jedoch gibt es ja auch noch den „Blitz-Modus“. Nach der offenen Beta hat sich hier nicht mehr viel getan: Wir müssen mit unseren Einheiten drei Punkte sichern und halten. Neue Einheiten rufen wir mittels Karten auf das Schlachtfeld. Deswegen legen wir uns vor dem Beginn einer Partie ein Deck aus zehn Karten zusammen und sollten dabei versuchen, eine gute Balance aus allen Einheitenklassen zu finden. Eine Partie dauert dabei selten länger als zehn Minuten und bildet damit kurzweilige Unterhaltung. Doch leider konnte nicht auf Mikrotransaktionen verzichtet werden. Wer nämlich schneller an bessere Karten gelangen will, kann auch echtes Geld dafür investieren. Zwar macht „Blitz“ auch ohne die Investition von Geld eine Menge Spaß, jedoch bleibt immer noch ein bitterer Beigeschmack. Technisch öffnet „Halo Wars 2“ dem Strategiegenre keine neuen Pforten, doch insgesamt passt der Style gut. Durch die farbenfrohe Grafik reiht sich das Spiel gut in die Halo-Reihe. Dabei läuft das Spiel jederzeit flüssig. Schön zu sehen sind die detailreichen Basen, wobei die Mühe der Entwickler erst beim genauen Beobachten zu erkennen ist.

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Fazit

Insgesamt kann „Halo Wars 2“ mit seiner gelungen Kampagne, einen guten Multiplayer und dem schnellen „Blitz“-Modus überzeugen. Das Gesamtpaket stimmt schon mal und ist auch für Anfänger in dem Genre leicht zugänglich. Doch etwas mehr hätte ich mir für die Fortsetzung erwünscht. Es fehlt mir an Komplexität um mich lange an der Stange zu halten und der Blitz-Modus ist für mich persönlich da keine Option. Abgesehen von diesen Mängeln ist Halo Wars 2 ein gutes Strategiespiel für die Konsole und macht keine großen Fehler.

Good

  • Kampagne wird mit schönen Zwischensequenzen erzählt
  • Abwechslungsreiche Missionen
  • Highscore-Jagd sorgt für Wiederspielwert
  • Angenehmer Einstieg für Neulinge und Veteranen
  • Spaßige Multiplayerkämpfe
  • Abwechslung durch schnellen Blitz-Modus
  • Steuerung mit Gamepad funktioniert schnell und einfach

Bad

  • Nur UNSC in der Kampagne spielbar
  • Flache Geschichte
  • Nur zwei Rassen spielbar
  • Mikrotransaktionen im Blitz-Modus
  • Wenig Komplexität
8

Sehr gut

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