Follow
Startseite » Reviews » Gaming Reviews » Halo 5: Guardians Review

Halo 5: Guardians Review

Ich weiß dieser Test kommt zu spät. Fast ein Jahr zu spät. Zwar war ich immer großer Fan der Halo-Serie und habe jeden Halo-Titel gespielt, trotzdem war ich Halo 5 skeptisch gegenüber. Die ganzen im vorhinein angekündigten Änderungen passten auf den ersten Blick für mich nicht zu Halo und dann gab es noch einen zweiten Hauptcharakter. Ob sich nun der zweite Blick gelohnt hat, erfahrt ihr im Test.

Die Kampagne

Üblich für die Halo Serie ist natürlich eine Kampagne. Da es sich bei Halo 5 um den zweiten Teil der Reclaimer-Trilogie handelt, sollte man bereits Halo 4 gespielt haben, denn sonst wird es sehr schwierig die Geschichte um den Master Chief und Cortana zu verstehen. Also wer den viertel Titel bisher noch nicht gespielt hat: Es werden nun Spoiler kommen!

Halo 4 endete mit dem Sieg des Master Chiefs über den Didaktiker. Dieser wollte die Menschheit und alle weiteren Bedrohungen eines galaxieweiten Friedens auslöschen. Der Master Chief konnte dies zum Wohle der Menschheit verhindern, opferte damit aber auch seine treue KI Cortana. Halo 5 schließt nun direkt an der Geschichte vom Vorgänger an. Der Master Chief bekommt eine Botschaft von Cortana und macht sich auf die Suche, sie zu finden. Ihm begleiten drei weitere Spartans, welche den Master Chief bereits seit der Grundausbildung kennen, jedoch bisher noch nie zu sehen waren. Gleichzeitig wird ein weiteres Team aus Spartans, angeführt von Agent Locke, um den Chief von seinem Handeln abzubringen. Zudem  erwachen in der gesamten Galaxie die sogenannten „Wächter“, deren Beweggründe wir im Laufe der Kampagne kennenlernen.

Die Geschichte ist recht enttäuschend, vor allem nach den Auftakt von Halo 4. Dort haben wir eine Wandlung des Master Chiefs miterlebt. Endlich wurde der, vorher sehr emotionslose und ruhige Protagonist zur einer echten Figur und wurde mit fast schon philosophischen Fragen konfrontiert: Steckt noch ein richtiger Mensch unter den Spartan-Anzug? Halo 5 wirft nun all diese Grundlagen über Bord und gibt den Master Chief nun 3 weitere Spartans an die Seite. Diese wirken nicht nur komplett austauschbar, sondern wurden in keinem Halo Teil weiter behandelt. Sie sind einfach da und die besten Freunde des Chiefs. Genauso sieht es aus mit dem Team von Agent Locke, denn in der Kampagne spielt ihr beide Teams. Wir haben hier drei weitere, klischeehafte Kampfmaschinen, die von einem relativ ruhigen und ernsten Spartan angeführt werden. Keiner der acht Spartans bekommt Tiefgang oder stellt ein wichtigen Teil für die Geschichte da. Selbst der neue Bösewicht   ist unfassbar uninteressant und vorhersehbar. Insgesamt wirkt der neuste Teil um die Weltraumriege fast schon wie Halo 2. Wir haben zwei Protagonisten die Gegeneinander kämpfen, wobei es jedoch nie zu einem richtigen offenen Konflikt kommt, und ein Ende am spannendsten Punkt in der Geschichte, um soviel schonmal vorweg zu nehmen. Zwar hat Halo mit 343-Industrie immer noch einen recht neuen Entwickler, aber selbst die hätten aus den Fehlern der Vergangenheit lernen können.

Halo 5: Guardians Review h5-guardians-blue-team-welcome-party-e6c5d08d7dc5427f88b5c3d174412d4e

Achja, und dann ist da ja noch die Sache mit den Trailern. Wer sich ein Trailer zur Story von Halo 5 ansieht, kann sich sicher sein, dass nichts davon so im Spiel vorkommt. Uns wurde ein epischer Kampf zwischen Agent Locke und den Master Chief versprochen, indem wir uns für eine Seite entscheiden müssen. So etwas kommt niemals im Spiel vor. Zwar soll Agent Locke den Chief aufhalten, doch zum richtigen Gefecht kommt es nicht. Das nächste Mal sollte die Marketing-Abteilung lieber doch mit den Entwicklern zusammenarbeiten.

Das war jetzt schon ziemlich viel Kritik an der Kampagne von Halo 5, doch es gibt auch positive Punkte. Vor allem liegt das am Gameplay. Denn Halo 5 spielt sich immer noch wie die alten Titel, doch gleichzeitig ist es besser als jemals zuvor. Als Spartan stehen uns nämlich neue Fähigkeiten zur Verfügung. Die Schubdüsen auf unserem Rücken spielen vor allem eine wichtige Rolle. Damit können wir in alle Richtungen „dashen“ und uns schnell in Deckung bringen. Zudem gibt es ab sofort einen dauerhaften Sprint, bauen wir genug Tempo auf, können wir durch einen Druck auf die Schlagtaste nach vorne „dashen“ und somit viel Schaden austeilen. Das sind zwei wichtige Funktionen, die einem in der Kampagne beigebracht werden. Doch gibt es noch einige Weitere: Ein starker Nahkampfangriff aus der Luft und das kurzzeitige Schweben beim Zielen sind nur einige Funktionen, die euch mehr als einmal das Leben retten können. Jedoch wird dies einem leider nicht beigebracht, obwohl sie essentiell sind und vor allem im Multiplayer taktisch genutzt werden können. Auch neu ist die Möglichkeit, mit jeder Waffe durch Kimme und Korn zu zielen. Zwar passt das eigentlich nicht in die Serie, allerdings geht das Gefühl für die Waffen nicht verloren und fühlt sich als eine sinnvolle Erweiterung an.

Insgesamt ist die Kampagne typisch Halo, bietet daher auch keine Überraschungen. Wir kämpfen uns durch Reihen von Allianz – und Prometheanergegnern und haben dabei recht viele Freiheiten, wie wir unsere Gegner bearbeiten. Ob im Nahkampf, mit Granaten oder aus der Distanz; für jede Situation gibt es mehrere Möglichkeiten, den Gegner zu besiegen. Trotzdem haben wir hier ein altbekanntes Muster: Wir kommen in ein Areal mit Gegner, besiegen alle und schreiten weiter voran. Die Areale sind immer unterschiedlich groß. So befindet wir uns einmal in einer engen Weltraumstation und in einer anderen Mission auf einer weitläufigen Fläche mit versteckten Waffen und Wege, um Gegner zu flankieren. Die Kämpfe machen, aufgrund der vielen Optionen, viel Spaß. Neue Gegner gibt es eigentlich nicht, lediglich der Wärter ist ein kleiner Zwischenboss, der mehr als einmal auftaucht. Trotzdem verhalten sich die Gegner klug und vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden wird man schon ordentlich gefordert. Jeder Gegner besitzt ein festes Muster und benötigt eine bestimmte Taktik, um ihn außer Gefecht zu setzen. Sobald man das erstmals erkannt hat, machen die Gefechte viel mehr Spaß. Auch gibt es keine neue Waffen, jedoch wurden so gut wie alle überarbeitet. Jede hat einen Zweck und ist für bestimmte Situationen nützlich, keine wirkt schwach oder gar schlecht. Frustrierend wird das Spiel niemals, man will sofort ein weiteren Versuch starten. Fordernd bleibt es, vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden, aber trotzdem. Daher ist es auch möglich, die gesamte Kampagne mit bis zu vier Spielern zu bestreiten. Spielt ihr alleine, übernimmt die KI die Kontrolle über eure Spartans. Klug stellt sie sich aber nicht an. So rennen die KI-Kollegen schnurstracks in die Gegnermassen rein und sterben dann Reihenweise. Zwar könnt ihr ihnen zwei Befehle geben (Geh dorthin oder attackiere dies), aber oft habe ich das Feature nicht genutzt, da im Feuergefecht oftmals die Zeit dafür fehlt. Richtige Spieler eignen sich dann doch besser. Jedoch ist es nicht mehr möglich die Kampagne im Split-Screen zu spielen, was eigentlich schon immer ein fester Bestandteil der Serie war und nun restlos verschwunden ist.

Halo 5: Guardians Review h5-guardians-campaign-battle-of-sunaion-locke-sneak-attack-602f582482c74874940e13c33a8aa5cd

Damit die Feuergefechte auf Dauer nicht langweilig werden, gibt es immer mal wieder Fahrzeugpassagen. Ihr übernimmt die Steuerung von Halo-typische Vehikel, wie den Warthog oder einen Ghost. Lediglich ein neues Flugmobil erwartet euch im neusten Teil der Saga, ist dabei aber nicht sehr spannend und ähnelnd den Pelicans aus Halo Reach. Die Fahrzeugpassagen machen natürlich wie immer Spaß, sind aber genauso bereits in Halo 1 vorhanden gewesen.

Zwischendurch gab es nun aber auch ruhige Momente. So befindet ihr euch in einer Kolonie der Menschen oder im Lager des Gebieters. Hier könnt ihr niemanden angreifen, aber ihr könnt mit den verschiedenen Einwohnern reden oder ihren Gesprächen lauschen. Zwar gibt es solche Momente sehr wenig in Halo 5, aber sie sind eine angenehme Abwechslung und lassen die Welt etwas realistischer erscheinen. Auch muss ich die geringe Anzahl von Script-Momenten positiv bewerten. Den Spieler wird fast niemals die Kontrolle entnommen und ein erneutes Durchspielen ist somit angenehmer. In den Missionen sind zudem Schädel und Datenträger versteckt. Die Schädel könnt ihr dann bei einem erneuten Durchspielen aktivieren, welche dann das Spielgefühl verändert. So schaltet einer zum Beispiel euer HUD aus und ihr besitzt keine Anzeigen mehr über eure Munition oder euren Schild. Die Datenträger sind kleine Tonaufnahmen, welche einem mehr Eindrücke über die Spielwelt geben. Datenträger und Schädel sind sehr gut versteckt und ein genaues Erkunden der Welt kann sich lohnen.

Technisch ist Halo 5 kein Meisterwerk, es ist aber dennoch ganz ansehnlich. Die schönen Farben und die angenehmen Lichteffekte, sowie die schönen Wasserreflektionen lassen das Spiel ganz gut aussehen. Die verschiedenen Welten wurde zudem sehr detailliert gestaltet und bieten schöne Panoramen. Wenn ein großer Wächter fast den ganzen Horizont einnimmt, kann das schon beeindrucken. Zudem läuft Halo 5 mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde, was für so eine Art von Spiel nicht unwichtig ist. Auf der Distanz hinweg bewegen sich Gegner aber nicht immer mit 60 FPS, sondern mit weniger als 30 FPS. Der Unterschied ist sehr deutlich, hemmt aber nicht den Spielspaß. Der Sound ist insgesamt ganz angenehm. Nicht nur ist die deutsche Synchronisation gelungen, auch Waffensounds klingen sehr kraftvoll und fügen sich gut in das Gesamtpaket. Auch ist der Soundtrack angelehnt an bekannte Melodien der Halo-Serie und konnte mich als Fan voll begeistern.

Halo 5: Guardians Review h5-guardians-fp-campaign-battle-of-sunaion-rising-95a83ed105154d2696a730ecc2873991

Zwischenfazit

Die Kampagne von Halo 5 war für mich, auf geschichtlicher Ebene, enttäuschend. Niemand stirbt, es findet keine Entwicklung der Charaktere statt und insgesamt fühlte es sich nach sehr wenig Fortschritt an. In 8-10 Stunden wurde mir hier zu wenig erreicht. Man hätte die Story von Halo 5 auch einfach in den Prolog erzählen können und wäre damit direkt zum spannenden Teil übergegangen. Zum Glück bügelt das Gameplay dies wieder aus und bereichert die Serie mit neuen Fertigkeiten. Es erfindet das Shooter-Gerne zwar nicht neu, funktioniert aber geradezu perfekt. Zum Glück besteht Halo 5 aber aus mehr als nur einer Kampagne.

Der Multiplayer

Der Multiplayer von Halo 5 besteht aus zwei großen Teilen: Einmal haben wir die Arena, in der wir gegen andere Spieler kämpfen, und dann noch den neuen Spielmodus Kampfgebiete. Letzteres lässt sich in eine Schublade mit klassischen Halo-Modi wie Feuergefecht oder Spartan Ops schieben, dazu aber später noch mehr.

Die Arena bietet euch verschiedene Spielmodi, in denen ihr gegen andere Spieler weltweit antreten könnt. Acht Spielmodi an der Zahl gibt es zur Auswahl. „Team Arena“ ist dabei der Standardmodus. Zwei Teams á acht Spieler treten gegeneinander an, um Flaggen, Festungen oder Abschüsse zu sichern. Die Karte und der Modus wird per Matchmaking entschieden und kann nicht vom Spieler beeinflusst werden. Auf dem Schlachtfeld startet jeder Spieler mit demselben Equipment, jedoch sind auf der Karte besondere Waffen und Power-Ups versteckt. Insgesamt ist der Modus sehr vom eigenen Können abhängig, Teamplay ist aber auch sehr nützlich.  „Showdown“ ist nur das typische Team-Deathmatch und nutzt dieselben Regeln wie „Team Arena“. Wer also keine Lust auf Flaggen und Festungen hat, ist hier genau richtig. „Jeder gegen jeden“ ist genau dasselbe – jedoch ohne Teams.  Mein Favorit ist der „Swat“-Modus. Es kämpfen erneut zwei Teams gegeneinander, jedoch gibt es keine Schilde oder Radare. Ein Kopftreffer bedeutet mündet direkt in einen Abschuss. Es spielt sich schneller als die bereits genannten Modi und benötigt andere Taktiken. Zudem wird das Tempo durch die schnellen Abschüsse angehoben.

In den vier genannten Spielmodi wird man nach zehn Probespielen einem Rang zugeordnet und kann sich nun durch Siege ein höheren Rang erkämpfen, beziehungsweise durch Niederlagen einen Rang verlieren. Dieser Teil des Multiplayers macht sehr viel Spaß, vor allem da das eigene Können entscheidend ist. Man muss jede Karte kennen und sich in jeder Gelegenheit für die richtige Waffe oder Granate entscheiden. Auch muss man nicht erst Waffen freischalten, sondern jeder Spieler hat die gleichen Vorraussetzungen. Die fehlende Auswahl der Spielmodi in „Team Arena“ und der Karten in allen andern Modi ist  mein größter Kritikpunkt. Zudem gibt es zu häufig inaktive Spieler, welche einem schon mal den Sieg kosten können. Insgesamt sind diese Modi schön spannend und fordernd.

Zu diesen vier sehr ernsten Spielmodi gesellen sich noch welche, die einfach Spaß machen: „Schlacht mit großen Teams“ zum Beispiel ist ein reines Chaos. Acht Spieler pro Team bekämpfen sich auf großen Schlachtfeldern mit Waffen und etlichen Fahrzeugen. Wer ein wenig Dampf ablassen will, ist hier genau richtig.  „Griffball“ ist dann eine Art Football. Acht Spieler kämpfen mit Plasmaschwertern und Gravitationshammern um einen Ball, der in das gegnerische Tor getragen werden muss. Der Spielmodus bietet ein wenig Abwechslung gegenüber den anderen Modi, motiviert  aber nicht auf Dauer.  In „Infektion“ ist ein Spieler mit einem Plasmaschwert bewaffnet und muss andere Gegner mit ihm erledigen. Sobald er jemanden erwischt hat, bekommt dieser auch ein Schwert in die Hand gedrückt und macht sich auf die Jagd nach weiteren Überlebenden. Diese besitzen nur wenig Munition und müssen eine gewissen Zeit überleben. „Infektion“ ist ein unfassbar spannender Modus und vor allem als letzter Überlebender kann er schon an den Nerven ziehen.  Der letzte Modus nennt sich „Breakout“. Hier wurde sich stark an Counter Strike orientiert: Vier Spieler pro Team kämpfen gegeneinander, wobei jeder Spieler lediglich ein Leben pro Runde hat. Das Team, welches als erstes 5 Punkte erringt, gewinnt das Spiel – simpel, aber auch sehr spannend.

Halo 5: Guardians Review Halo-5-

Zu den genannten Spielmodi kommen auch immer mal wieder zeitlich begrenzte neue Modi hinzu zum Beispiel „Team Sniper“ oder „Team Double“. Auch diese sind eine nette Dreingabe, jedoch hätte ich sie persönlich lieber dauerhaft zur Auswahl.

Es gibt insgesamt 21 Maps. Die Schlachtfelder bei Spielmodi wie „Team Arena“ oder „Showdown“ sind recht klein, oftmals auch verschachtelt und mit engen Gängen gefüllt. Keine Einzige wirkt unpassend oder spielt sich schlecht. Jede der Karten macht einen Nutzen von den neuen Fertigkeiten der Spartans und ermöglicht den Spieler dadurch gänzlich neue Wege. Optisch wiederum ist keine Karte besonders auffällig. Hier gibt es hauptsächlich Weltraumstationen oder graue Gebäudekomplexe. Schön sieht anders aus. Die Karten für „Schlacht mit großen Teams“ sind zum größten Teil Remakes alter Karten und wurden in der „Schmiede“ nachgebaut, sehen daher noch schlimmer aus als die Originale. Immerhin gibt es wieder eine „Schmiede“. Hier könnt ihr eigene Karten erstellen. Die Optionen sind geradezu grenzenlos. So hat beispielsweise ein Spieler Rocket League nachgebaut:

2. Zwischenfazit

Die Arena zeigt mal wieder die Stärken von Halo: Fairer, arenabasierter Multiplayer. Jeder Kampf gegen einen anderen Spieler ist spannend, neue Fähigkeiten und Änderungen machen den Kampf noch besser. Der Multiplayer ist schneller und fairer, bietet einige Neuerungen, verliert aber niemals seine Wurzeln. Jede Map passt sich dazu dem Spiel gerade zu perfekt an. Zudem haben wir noch Spielmodi, die einfach Spaß machen und sich selber nicht so ernst nehmen. Halo 5 bietet eine beinahe perfekte Multiplayererfahrung. Lediglich die fehlende Auswahl der Karte oder des Modus stört und wurde bereits in anderen Teilen der Serie besser gelöst. Trotzdem gibt es aktuell kaum einen besseren Multiplayer auf den Konsolen.

Die Kriegsgebiete

Kommen wir nun zum letzten Stück des großen Gesamtpakets: Die Kriegsgebiete. Seit Halo 3 ODST ist ein weiterer Spielmodus in Halo vorhanden, der vor allem kooperativ gespielt wird. In Halo 3 ODST und Halo Reach hatten wir den Feuergefechtsmodus, in dem vier Spieler gegen Wellen von KI-Gegnern antreten. Halo 4 gab uns den Spartan Ops Modus. Auch hier kämpfen vier Spieler in kleinen Missionen gegen KI-Gegner. Letzteres wurde durch die Kampagne von Halo 5 ersetzt. Doch gänzlich neu ist der Modus „Kriegsgebiete“. Hier kämpfen 24 Spieler um die Vorherrschaft von Stationen und gewinnen Punkte durch Erobern dieser.  Zudem gibt es auch noch KI-Gegner, welche verteilt auf der Karte sind, und dem Team, welche sie ausschalten, Punkte bringen. Jedoch handelt es sich hier nicht um einfache Gegnertruppen, sondern um Bosse. Diese sind besonders stark und benötigen mehrere Spieler, um besiegt zu werden. Gleichzeitig hat man immer noch 12 gegnerische Spartans, welche einem auch ans Leder wollen. Die Karten sind geradezu riesig und setzen ganz neue Maßstäbe für Halo. Sie lassen sich am besten mit den Karten aus einem Battlefield vergleichen: Sie sind groß, überall sind Gegner und Fahrzeuge gibt es auch. Letzteres stellt ein Problem da: Im Laufe des Gefechts steigt das Team in Leveln auf, womit man sich selber besonders starke Waffen, Verbesserungen oder Fahrzeuge holen kann. Jedoch sind diese begrenzt. Denn Halo 5 bietet eine Ingame-Währung. Damit lassen sich Packungen kaufen, wo sich eben genannte Belohnungen drinnen befinden. Dies ist komplett auf dem Zufall ausgelegt. Ihr wollt also unbedingt einen Raketenwerfer, um den anfahrenden Panzer außer Gefecht zusetzen? Tja, wenn ihr vorher keinem in einer Packung hattet, könnt ihr halt auch keinen nutzen. Dadurch wird das gesamte Balancing über den Haufen geworfen und Spieler mit den besseren Fahrzeugen haben halt mehr Möglichkeiten. Die Packungen könnt ihr euch dann aber natürlich auch noch mit Echtgeld kaufen…in einem Vollpreistitel. Und wenn man denkt , es kann nicht mehr schlimmer werden, kommen noch die teils schlechten Spawns dazu. Ihr habt euch gerade einen seltenen Banshee geholt, von den ihr nur diesen einen besitzt? Dem Gegner ist das relativ egal und er schießt euch gleich vom Himmel. Das Fahrzeug ist nun weg, obwohl man es nicht einmal genutzt hat. Hier steigt das Frustlevel viel zu hoch. Ein Spawnschutz wie in Titanfall wäre nützlich gewesen. An sich ist der Modi „Kriegsgebiete“ eine nette Idee, doch die Umsetzung  ruiniert dank des Prinzip der Ingame-Währung das gesamte Spielgeschehen. Es gibt seit Kurzem auch einen Feuergefecht-Modus, jedoch nutzt er genau dasselbe Prinzip und mindert den Spaß dadurch. Spieler, die durch das Ausgeben vom echten Geld Vorteile haben, passen einfach nicht in einen Arena-Shooter. Man hätte es bei Skins belassen sollen und nicht bei spielveränderten Vorteilen. Nichtsdestotrotz muss man auch zugeben, dass in „Kampfgebiete“ eine Menge Spielspaß durch das große Chaos aufkommt. Auch ohne starke Waffen und Fahrzeuge kann man hier seinen Spaß haben. Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack.

Halo 5: Guardians Review Halo-5-G

Halo 5 ist exklusiv für Xbox One erhältlich

Summary
Halo 5 ließ mich mit geteilter Meinung zurück. Die Geschichte des Einzelspielermodus ist meiner Meinung nach kein Schritt in die richtige Richtung: Zu wenige Wendungen, viel zu vorhersehbar und kein wirklicher Fortschritt. Man hat das Gefühl, als wolle 343-Industrie noch ein wenig Zeit sparen, um dann im letzten Teil der Reclaimer-Trilogie, es richtig Krachen zu lassen. Und das hoffe ich auch, vielleicht sollte man auch langsam Abschied vom Master Chief nehmen, der hat nämlich schon genug Jahre gedient. Das Gameplay von Halo 5 kann jedoch überzeugen und das in jeder Hinsicht. Die neuen Features passen perfekt zum altbekannten Gameplay und ergänzen dieses geradezu perfekt. Dies spiegelt sich dann auch in dem Multiplayer wieder. Die Kämpfe sind immer fair und machen verdammt viel Spaß. Die Anzahl der Modi sorgt dann noch für genug Abwechslung und kann einen Stunden oder gar Tage fesseln. Die Kriegsgebiete hingegen sind eine Enttäuschung. Wer dachte sich bitte während der Entwicklung, dass gekaufte Vorteile eine gute Idee wären? Der Modus selber ist eine gute Idee und vor allem durch die Anzahl von Gegnern (ob KI oder echter Spieler) gibt es jederzeit Action, doch das Balancing kann einem schon öfters den Spaß verderben. Nichtsdestotrotz hatte ich eine Menge Spaß mit Halo 5, erwarte aber für den nächsten Teil mehr.
Good
  • fantastisches Gameplay
  • Abwechslungsreiche, kooperative Kampagne
  • ruhige Momente in der Kampagne
  • teils sehr große Gebiete in der Kampagne
  • gutes Balancing von Waffen und Gegner
  • gute Technik/ Sound
  • fairer Mehrspielermodus
  • Viele Modi
  • Viel Action in Kampfgebiete
Bad
  • Keine Entwicklung in der Geschichte
  • Kampagne erklärt zu wenig Spielmechaniken
  • Ansätze von Halo 4 spielen keine Rolle mehr
  • Kein Split Screen
  • Vorteile durch Ausgeben von Echtgeld
  • Kein Spawnschutz in Kampfgebiete
8.5
Sehr gut
Written by
Derzeitig keine Angaben verfügbar.

Bewerte den Artikel

0 0

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Lost Password

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.