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Guild Wars 2: Raiding muss kein Schreckgespenst sein!

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Wie gelangt man als Raid-Anfänger in Guild Wars 2 an seine erste Erfahrung? Ich habe mich auf den Selbstversuch begeben und kämpfte mit der RLG gegen den Valeguardian.

Was ist ein Onlinerollenspiel ohne Raids? Guild Wars 2 versuchte jahrelang genau diesen Weg zu gehen. Dementsprechend stark veränderte es sich, als der erste Raid Stück für Stück nach dem Release von Heart of Thorns Teil des Spiels wurde. Viele würden wohl sagen – zum Besseren. Andere assoziieren die Raids hingegen mit Befürchtungen und gewissen Ängsten und lassen sich von diesen abschrecken. Auch wenn die Raids bei Weitem nicht für alle geeignet sind, können mehr Leute Gefallen an ihnen finden, als sie es vermuten würden.

Wie ich dem Guild Wars 2-Raiding näher kam

Warum ich das sage? Ich gehörte bis vor Kurzem zu der Gruppe von Skeptikern und stand den Raids mit mulmigen Gefühlen gegenüber. Für mich waren sie mit einer manifestierten Anfängerfeindlichkeit, elitärem Gehabe und vor allem stundenlangen, frustreichen Zeitaufwand verbunden. Besonders viel Lust tagelang nur aufgestiegene Rüstungsteile zu farmen, hatte ich auch nicht. Irgendwann raffte ich mich auf, da ich es einfach nicht auf mir sitzen lassen wollte, dass ich einen so großen Teil der Erweiterung einfach ignoriere. Doch wo sollte man anfangen? Im Tool für die Gruppensuche, halten die Raidgruppen nur nach erfahrenen Spielern mit etlichen Siegen ausschau. Ein Wechsel meiner Hauptgilde kam für mich auch nicht in Frage, immerhin will ich nicht plötzlich zum 24/7-Raidspieler werden. Nach längerer Suche stieß ich über eine Gildenvorstellung auf die Raid Lern Gilde oder kurz [RLG]. Die RLG hat sich als nicht repräsentationspflichtige Gilde das Ziel gesetzt hat, mehr Leuten das Raiding näherzubringen. Die Beschreibung klang vielversprechend: Keine besonderen Pflichten, kein Verlangen nach komplett aufgestiegener Ausrüstung und ein Abzielen auf ein gesundes Lernklima gestützt von einigen sehr erfahrenen Spielern. Ermutigt von diesen Worten, versuchte ich Kontakt aufzunehmen. Mein erster Kontaktversuch scheiterte. Als ich eines schönen Vormittags mich mit dem Ziel der zweiten Kontaktaufnahme in Gw2 einloggte, hatte ich mehr Glück. Der Gildenanführer leitete mich an seinen Offizier weiter, der sich mit mir ins TS3 setzte, um mir die Philosophie der Gilde näherzubringen und mit mir erste Fragen zu klären. Im Prinzip bestätigte dieses Gespräch alle guten Vorsätze, die sich bereits aus dem von mir gefundenen Artikel ablesen ließen. Eine Sache betonte der Offizier besonders: Es sei der Gildenleitung sehr wichtig, dass trotz der Größe der Gilde, ein freundliches Miteinander vorherrsche. Mein eigenes Ziel war ab diesem Zeitpunkt klar: Ich wollte meinen allerersten Raidboss besiegen und das möglichst bald.

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Der Kampf gegen den Talwächter

Einen Rahmen dafür bot man mir auch an: Immer Mittwochs ab 20 Uhr und Samstags ab 19 Uhr veranstaltet die Gilde ihr Anfänger-Event, um Spielern die Möglichkeit zu bieten, mehr Erfahrung zu sammeln. Am Samstag den 10.09. war es soweit, ich begab mich um circa 19 Uhr auf den TS-Server, gondelte zunächst im falschen Channel herum und landete schlussendlich im richtigen. Nach etwas Wartezeit begaben wir uns in die Raidlobby und später in die Raidinstanz: Unser Opfer war auch bereits ausgewählt, der Talwächter (Vale Guardian), seinerseits erster Raid-Boss in der Gw2-Historie, war Ziel des abendlichen Runs. Ich selbst nahm meine Elementarmagierin als Sturmruferin mit dem gängigen Stab-Build in den Raid mit: Meine Kernaufgabe war es Schaden zu machen. Der Rest der Gruppe war zuvor zusammengestellt worden: Wir hatten zwei Druiden-Heiler, drei Elementarmagier, einen Krieger, einen Widergänger, unseren tankenden Mesmer und zwei Zustands-Nekromanten. Bevor das Spiel eine Gruppe auf den eigentlichen Raidboss loslässt, gilt es jeweils einen grünen, blauen und roten Wächter als Vorbosse zu besiegen. Sie dienen zur Vorstellung der Mechaniken des großen Bosses. Schrittweise erklärte uns der Offizier, der selbstbewusst die Leitung des Raids und die Tankrolle übernommen hatte, was diese Mechaniken ausmacht. Mit dabei wir übrigens auch der Gildenanführer.

Der Blaue Wächter lässt grüne Felder erscheinen, in die sich 4 Spieler reinstellen müssen, tun sie das nicht erleidet die Gruppe immensen Schaden. Weiterhin liegt ein ihn unverwundbar machender Segen auf ihm. Dieser muss regelmäßig entfernt werden, was beispielsweise durch die Auto-Attack eines Mesmers oder Nekros einfach lösbar ist. Der Grüne Wächter hat blaue Felder im Gepäck, in diese sollte man sich nicht reinstellen, da sie einen wegteleportieren, was sehr schnell zum Tod führen kann. Schlussendlich nimmt der Rote Wächter nur durch Zustände Schaden, wodurch zwei Zustandscharaktere quasi Pflicht in der Gruppe zum Bekämpfen dieses Bosses sind. Außerdem tauchen bei ihm rote Sphären, sogenannte Sucher, auf. Sie bewegen sich um ihn herum, treffen sie einen Spieler führt das zu ordentlichem Schaden.

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Danach stellten wir uns aus irgendeinem, selbst dem Offizier nicht bekannten Grund an die rechte hintere Säule der runden Boss-Arena. Das mache man halt so, kommentierte der Offizier. Hiernach folgte wieder eine kleine Erklärungsdosis: Erst einmal kombiniere der Talwächter alle zuvor angetroffenen Mechaniken. Zusätzlich sei es ungesund vor dem Boss zu stehen, wir sollten uns hinter dem Boss aufhalten. Weiterhin sei es besonders wichtig zusammenzubleiben.

Zusätzlich begann der leitende Offizier uns in verschiedene Gruppen einzuteilen, denn sobald das Leben des Bosses auf 66% fällt, geht er in eine neue Phase über. Dann läuft er gemächlich zurück in die Mitte und die drei kleinen Wächter tauchen wieder auf, nur diesmal innerhalb der Arena und in jedem Drittel einer. Mit dem Roten legten sich die Nekros unterstützt vom Krieger an, wir anderen abgesehen vom Gildenanführer wurden für den blauen Wächter abgestellt, sobald dieser starb, sollte der Grüne Wächter zu uns gezogen werden, damit wir auch diesen ausschalten. Zusätzlich nahmen vier Spieler die Rolle als Läufer für die grünen Felder ein, damit diese uns nicht ausschalteten.Tatsächlich klappte das sogar beim ersten Run recht gut, nur dass ich mich in eins der blauen Felder stellte und sehr nah am Anfang ausfiel. Sind die drei kleinen Bosse ausgeschaltet, tritt der Talwächter wieder in Erscheinung: Nun muss man ihm mit Kontrolleffekten eine Trotzleiste runterhauen, ansonsten tötet er die Gruppe mit überall auftauchenden Flächenschadensfeldern. Diesen netten Handkniff führt der Boss ab diesem Zeitpunkt regelmäßig aus. Zusätzlich muss der Tank ihn im Kreis führen, da sich jeweils ein Drittel unter Strom setzt. Irgendwann ging dann alles schief und wir landeten wieder am Anfang.

Nach einigen geklärten Fragen und, nachdem ich die LOD-Funktion in den Einstellungen eingeschaltet hatte, damit ich die blauen Felder endlich sah, setzten wir den Kampf fort. Im Verlauf unserer Versuche wurden wir immer besser, so dass wir auch die nächsten Phasen durchliefen. Wobei sich der Talwächter in der vierten Phase wieder in die drei Wächter aufteilt. Die darauf folgende letzte Phase funktioniert wiederum wie eine schlimmere dritte Phase. Ebendiese hat es in sich, da der Talwächter nun schneller durch die Arena läuft, mehr Sucher spawnen und noch ein Drittel unter Strom gesetzt wird. Auch die blauen Felder werden aggressiver. Generell gesprochen scheiterten unsere Versuche quasi nur noch in dieser Phase. Unsere Fokus solle in ihr hauptsächlich darauf liegen, den blauen Feldern auszuweichen, wiederholte unser Raidleiter daher mantraartig. Irgendwann flog unser Krieger leider durch einen Disconnect raus und musste nach einem Versuch zu neunt durch einen anderen Spieler ersetzt werden. Dies übernahm ein als Unterstützer eingesetzter Elementarmagier, ein sogenannter Auramancer. Er sollte einfach dafür sorgen, dass wir am Leben blieben, folgte als Anmerkung zur Wahl dieser Rolle.

Nach wenigen weiteren Versuchen gelang uns dann nach anderhalb Stunden in der Instanz, den Talwächter niederzuringen. Es war geschafft. Ich hatte meinen allerersten Raidboss besiegt und war dementsprechend zufrieden. Das Gefühl etwas geschafft zu haben, ist gut damit vergleichbar einen Bossgegner in Dark Souls zu bezwingen, mit dem Unterschied, dass man es gemeinsam tut. Tatsächlich war ich der Einzige im Trupp, der den Talwächter noch kein einziges Mal besiegt hatte. Am Ende lobte uns der leitende Offizier ganz ausdrücklich, weil wir gut gespielt hatten und produktiv zusammengearbeitet hatten. Auch zwischendurch nach einem der gescheiterten Versuche, hatte er dies bereits getan – er war sichtlich zufrieden mit seinem Trupp. Einer von uns lobte auch ihn, für seine gute Arbeit als Tank und sein besonders flüssiges Ziehen des Bosses.

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Das Beweisbild zum geschafften Boss

Schlusswort

Was gibt es schlussendlich noch zu sagen?  Meine Sorgen gegenüber dem Raiding in Guild Wars 2 wurden durch diesen Run zerschlagen. Ich würde mich zwar immer noch nicht in eine Gruppe in der Gruppensuche setzen, aber ich weiß jetzt, dass Raiding mit Spaß, einem Lerneffekt und relativ schnellem Erfolg verbunden sein kann. Die Verbindung aus Erklärungen, einem sehr erfahrenen Raidleiter und netten und ehrgeizigen Mitspielern bei der RLG hat sich für mich bewiesen. Stundenlanges Gegenanrennen ohne nennenswerten Fortschritt gegen einen Raidboss wie zur Einführung des Talwächters werde ich in der RLG wohl nie erleben und das stimmt mich froh. Bald werde ich mich wohl nochmal in einem ihrer Anfänger-Runs wiederfinden. Vielleicht, um ein weiteres Mal den Talwächter zu bezwingen, vielleicht aber auch um gegen Gorseval, den zweiten Raid-Boss anzutreten? Ich werde es herausfinden.

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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