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Gears of War 4 Review

Mit „Gears of War 4“ zeigt die Spieleindustrie mal wieder, was sie am besten kann : Geld machen. Nach einem sauberen Abschluss einer Trilogie folgt erstmals ein Spin-Off, wo niemand nach gefragt hat und welches schnell begraben wird. Danach kommt dann ein großes Sequel, welches viele Neuerungen mit sich bringt. Ob dies bei „Gears of War 4“ funktioniert, erfahrt ihr im Test.

Die Kampagne

Erstmal eine kleine Erklärung von „Gears of War“ für diejenigen, die noch nie etwas von der Serie gehört haben: „Gears of War“ ist ein Thrid-Person Shooter mit einer einfachen Deckungsmechanik. Mit einem Druck auf die A-Tasten begibt sich unser Charaktere hinter eine Deckung und kann von dort aus die Gegner unter Beschuss nehmen. Zum Release von „Gears of War 1“ war dieses Feature noch nie so gut umgesetzt und prägte damit viele Nachahmer. In den ersten drei Teilen der Serie übernahmen wir die Kontrolle von Marcus Fenix und haben im Kampf gegen die Locust, eine Alien-Rasse, gekämpft und auch diesen Kampf im dritten Ableger gewonnen.

„Gears of War 4“ lässt sich nun gut mit einer anderen Videospielreihe von Microsoft vergleichen: „Halo“. Die neusten Ableger der beiden Serien haben nämlich viele Parallelen. Zu erst wäre da der Umfang: „Gears of War 4“ besteht nämlich aus drei großen Bauteilen: Die Kampagne, den Versus-Modus und den Coop-Modus „Horde“. Ersteres ist das große Herzstück des Spiels. In der knapp 10-stündigen Kampagne übernehmen wir die Kontrolle von James Dominic Fenix (kurz: JD), welcher der Sohn von Marcus Fenix ist.

Im Intro erlernen wir aber erstmals die vergangenen Kriege der Menschheit und vor allem den Krieg gegen die Locust. Dabei wird uns die Steuerung und alle Grundmechanismen beigebracht. Dabei erleben wir den bitteren Kampf um die Menschheit und müssen so manche Menschenseele hinter uns lassen. Zwar ist die Idee ganz nett, jedoch längst nicht so gut umgesetzt wie in einem „Battlefield 1“. Das eigentliche Spielgeschehen findet dann nach dem gewonnen Kampf um die Menschheit statt und wir steigen in die Rolle von JD.

Mit seinen Freunden Del und Kait machen wir uns auf dem Weg, von der KOR einem Fabrikator zu stehlen. Die KOR ist eine Militärgruppe, welche nach dem Krieg den Planeten besiedelt haben. Hinter stählernen Mauern befinden sich die Gebäude der Bevölkerung. Wir brechen dort ein um den Fabrikator zu stehlen, welcher unsere Gruppe Namens die „Outsider“, für Energie sorgt.  Warum wir außerhalb der KOR leben, warum wir als die Guten dargestellt werden oder warum in den KOR Städten nicht ein Mensch zu finden ist, sondern nur Roboter, erklärt uns das Spiel nicht. Damit die Geschichte nicht nur für Neulinge schwer zu verstehen ist, hat sich The Coalition und Microsoft wohl dafür entschieden, es jeden schwer zu machen und die neue Generation an Helden so unzugänglich wie möglich zu machen. Kurz danach treffen wir auch auf Marcus Fenix, welcher keine gute Beziehung zu seinem Sohn besitzt. Warum dies so ist? Auch das erfahren wir leider nicht. Wir bekommen viele neue Gesichter zu sehen, jedoch lernen wir sie nie kennen. Was ist ihre Motivation und wieso können sich zwei Charaktere nicht leiden? Das Spiel möchte. dass man die Beziehungen einfach so hinnimmt, wodurch aber keine Bindung zu den Charakteren aufgebaut wird. Immerhin wurde die Grundstimmung etwas erheitert. JD und seine Freunde sind sich nämlich niemals für einen trockenen Witz zu schade. Das tut der Serie gut, den emotional wirkten die dick gepanzerten Helden aus den vorherigen Teilen fast nie. Trotzdem ist die Erzählstruktur komplett schief gelaufen. Auf Grund der Charaktere ist man nicht motiviert die Kampagne zu spielen, auch nicht wegen der allgemeinen Geschichte, von der ich trotzdem auf Grund von Spoilern nicht mehr verraten möchte. Der einzige Grund zum Spielen ist das Gameplay.

Dies funktioniert nämlich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt sehr gut. Zum größten Teil des Spiels kommen wir in einem Raum mit hüfthoher Deckung und einigen Gegnern. Sind diese besiegt, kann es weiter gehen. Vor allem zu Anfang machen die Gefechte viel Spaß, da wir oft mit neuen Gegnern und Waffen konfrontiert werden. Die verschiedenen Arten der Feinde brauchen auch verschiedene Taktiken, welche direkt erkennbar sind. Die Einheiten der KOR sind angenehmer zu bekämpfen, als erwartet. Die Roboter wirken nicht sehr kreativ, jedoch gibt es ein sehr gutes Trefferfeedback und jeder Schuss auf das Metall wirkt angenehm kraftvoll. Auch ist die gegnerische KI sehr aggressiv, vor allem wenn ihr am Nachladen seid oder kurz vor dem Ableben steht.  Zudem werden wir immer wieder mit Boss-Gegner konfrontiert, was wiederum die Abwechslung steigert.

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Neben dem Kettensägengewehr „Lancer“ gibt es so gut wie alle Waffen aus den vorherigen Teilen in der Kampagne zu finden. Zusätzlich gibt es noch so einige Neue. Vor allem die Schrotflinte „Overkill“ hat es mir sehr angetan. Diese schießt sobald ihr den Triggern zum Feuern drückt und schießt erneut, wenn ihr die Taste loslasst. Jede der neuen Waffen besitzt ein unterschiedliches Handling und es macht viel Spaß damit die Gegner zu zerlegen. Damit die Kampagne aber nicht nur aus Feuergefechten besteht, gibt es auch kleine Fahrzeugpassagen und ruhige Momente. Zudem gibt es noch Verteidigungsmissionen, indem wir Geschütze und Fallen aufstellen und gegen Gegnerwellen antreten. Das tut dem Gameplay und der Abwechslung sehr gut. Doch gibt es von davon deutlich zu wenig und die normalen Gefechte nehmen die meiste Spielzeit im Anspruch. Zudem stimmt nicht die Relation zwischen den Fortschritt der Story und der Anzahl der Gefechte. So passiert in der Kampagne eigentlich relativ wenig, doch gleichzeitig beseitigen wir unzählbare Gegnermassen.

Microsoft hat dieses mal auch nicht den Splittscreen-Modus gestrichen. Die Kampagne und jeden weiteren Spielmodus kann man im Splitscreen-Modus mit einem Freund zu spielen. Nachdem „Halo 5“ mit seinem fehlenden Splitscreen-Modus enttäuscht hat, lässt diese Nachricht wohl viele Fans aufatmen.

Also ist zusammengefasst „Gears of War 4“ in der Kampagne ganz nett, jedoch wird es keine Preise dafür einräumen. Die Charaktere sind flach, die Geschichte voller Lücken und die Story wird nur sehr langsam voran getrieben. Die Feuergefechte machen auf Grund des guten Gameplay’s viel Spaß, jedoch hätte etwas mehr Abwechslung dem Spiel auch nicht geschadet.

Der Versus-Modus

Natürlich darf ein Shooter heutzutage nicht den Versus-Modus vergessen. Hier will ich mich relativ kurz fassen: Acht Spieler kämpfen in den verschiedenen Modi um den Sieg. Dabei gibt es bei der Auswahl an Modi keine Überraschungen, von Team-Deathmatch bis hin zu King of the Hill ist alles dabei. Lediglich der „Dodgeball“ Modus wirkt ein wenig innovativ. Dort kämpfen ebenfalls acht Spieler gegeneinander. Stirbt man, wird man auf die Bank gesetzt und sobald ein Team-Kamerad einen Abschuss macht, dürfen wir wieder aufs Schlachtfeld. Das kann zu einigen spannenden Momenten führen, doch insgesamt habe ich ein Problem mit Third-Person Shooter und kompetitiven Spielmodi. Dafür ein kurzes Beispiel: Ich verstecke mich hinter einer Deckung, in der Hand eine Schrotflinte. Nun kommt ein Gegner in meine Richtung gelaufen. Ich sehe ihn, er aber mich nicht. Ist er nah genug, reicht ein Abschuss und der Gegner besteht nur noch aus Pixelblut. Durch solche Situationen ist ein direkter Zweikampf selten gegeben und kann dadurch oftmals frustrieren. Insgesamt ist die Schrotflinte im Spiel sehr übermächtig und wird hauptsächlich benutzt. Ich persönlich hab nicht sehr viel Spaß an diesen Multiplayeraspekt. Die Karten sind ganz gut ausbalanciert und sehen gut aus, brechen jedoch keine Standards.

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Horde-Modus

Seit „Gears of War 2“ ist der Coop-Modus „Horde“ ein wichtiger Bestandteil der Serie geworden. Vier Spieler kämpfen zusammen gegen Horden der Locust und der KOR und bauen dabei Verteidigungen auf. Die Gegner werden dabei immer stärker und ab jeder zehnten Welle folgt ein Boss-Gegner. Im neuem „Horde“-Modus gibt es jedoch einige Änderungen zu den Vorgängern. Diese sind aber nicht alle positiv.

Als erstes gibt es verschiedenen Klassen, die vor Beginn ausgewählt werden können und bestimmte Boni bringen. Der Pionier kann Verteidigungen reparieren, der Scharfschütze macht mehr Schaden wenn er Köpfe trifft und so weiter. Ein riesigen Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen die Klassen nicht.

Direkt danach fällt auf, dass die Spieler nun ihren Fabrikator frei platzieren können. Von diesem aus können wir Verteidigungen bauen. Damals waren die Positionen für den Stützpunkt und den Verteidigungen festgelegt, nun kann alles frei platziert werden. Damit wir auch Geschütze, Stacheldraht und Co. Aufbauen können, braucht der Fabrikator Energie, welche von Gegnern nach dem Ableben fallen gelassen, von den Spielern aufgesammelt und zum Fabrikator gebracht werden muss. Das sorgt für einige Probleme. Erstmal werden die Spieler aufgefordert, ihre Basis während des Gefechts zu verlassen. Dadurch kann schon mal eine Runde verloren gehen. Zudem teilen sich nun alle Spieler ein Konto mit Energie. Egoistische Spieler können nun die gesammelte Energie ausgeben, ohne Konsequenzen zu tragen. Auch wird es damit schwieriger für bessere Verteidigungsanlagen zu sparen. Jedoch gibt es noch ein deutlich schlimmeres Problem, welches ich bereits in Halo 5 bemängelt habe: Mikrotransaktionen und Leveling. Jede Klasse kann nämlich verbessert werden, dafür muss man sie aber erst einmal aufleveln. Dabei muss jede Klasse auch noch alleine Erfahrungen sammeln und ein Level aufzusteigen. Nun können Verbesserungen ausgewählt werden. Diese halten aber nur für eine Runde und zudem finden wir diese in typischen Boxen, welche wir mit Ingame-Geld kaufen können, wobei diese auch noch relativ teuer sind. Natürlich gibt es die Option, auch Echtgeld hinzublättern, sonst würde es sich ja nicht für Microsoft lohnen. Diese Verbesserungen machen euch stärker, schneller oder geben euch mehr Energie. Zwar wirken diese nicht ganz so störend, da es sich bei „Horde“ ja noch um ein Coop-Modus handelt, doch das hätte bei einem Vollpreistitel wirklich nicht sein müssen.

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Technik

Auf der technischen Seite wiederum läuft fast alles wie gegossen. Die Optik auf der Xbox One kann begeistern, vor allem die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche und die scharfen Texturen lassen „Gears of War 4“ gut aussehen. Die Kampagne und der Horde Modus laufen in 30 Bildern pro Sekunde, der Multiplayer schafft 60 konstante Bilder pro Sekunde. Die Waffensounds klingen kraftvoll und passen gut ins Gesamtbild, genauso wie die deutschen Synchronsprecher. Insgesamt ist „Gears of War 4“ zwar kein Meisterwerk der Technik, jedoch gehört es mit zu den best aussehenden Spielen auf der Xbox One.

Gears of War 4 ist seit dem 11. Oktober 2016 verfügbar. Zudem ist es auch als Download mittels dem Anywhere-Programm auf dem PC spielbar.

Summary
„Gears of War 4“ ist zwar ein ganz nettes Gesamtpaket, jedoch hat es viele Ecken und Kanten. Die Kampagne ist zwar spielerisch gut gelungen, jedoch ist die Geschichte um JD und Co. uninteressant und lässt vor allem Neulinge der Serie im Regen stehen. Auch gibt es zu viele Standardgefechte, ein wenig mehr Abwechslung hätte dem Spiel gut getan. Der Versus-Modus hat immer noch eine Grundproblematik , welche auch nicht so einfach ausgebügelt werden kann. Und der Horde-Modus macht mir persönlich noch weniger Spaß, als in den Teilen zuvor. Wer jedoch auf stumpfe Feuergefechte steht und am besten noch ein Freund an der Seite hat, kann mit „Gears of War 4“ wohl viel Spaß haben.
Good
  • Gute Feuergefechte mit außreichend Spielraum
  • Angenehmes Trefferfeedback
  • Agressive KI
  • Abwechslung durch Fahrzeugpassagen und Verteidigungsmissionen
  • Neue Waffen und Gegner
  • Splitscreenmodus
  • Gute Grafik und Sound
Bad
  • Flache Charaktere
  • Schwerer Einstieg in die Story für Neulinge
  • Mikrotransaktionen
  • Veränderungen am Horde-Modus sorgen für Probleme
  • Nicht genügend Abwechslung
  • Grundproblematik des Versus-Modus.
7
Gut
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