gamescom 2018: World War 3 – Das bessere Battlefield?

gamescom 2018: World War 3 – Das bessere Battlefield?

In World War 3 dürfen Spieler aus aller Welt wieder mal zu den Waffen greifen und sich online so richtig eins auf die Mütze geben. Dabei sollen aber nicht einfach nur hintereinander Maps abgespult werden, sondern jede Partie hat Einfluss auf den Verlauf des virtuellen Weltkrieges. Mit diesem und mehr Features wollen die Entwickler einen Schritt weiter als die großen Triple-A Titel gehen. Wir haben uns das Spiel auf der gamescom einmal angesehen.

World War 3 - Gamescom Gameplay Trailer

Ja wir möchten es gleich vorweg nehmen, auf den ersten Blick sieht World War 3 dem erfolgreichen Battlefield 4 mehr als ähnlich. Doch auch wenn Setting und Look viele Parallelen aufweisen, so hat WW3 doch ein einige Features die der große Bruder aus dem Hause EA nicht zu bieten weiß. Wir konnten uns auf der gamescom in Köln mit Creative Director Kamil Bilczynski zusammen das Spiel ansehen und uns einen ersten Eindruck verschaffen.

Das Spiel

In WW3 stehen sich westliche und russische Truppen gegenüber, die sich auf dem europäischen Festland und auf Schlachtfeldern in Russland in einem tödlichen Konflikt befinden. Dabei hat der Spieler aber nicht nur die Wahl zwischen Russen und Amis, sondern darf sich auch als Soldat der polnischen, deutschen, französischen oder englischen Streitkräfte samt landestypischer Bewaffnung in den Kampf begeben. Das Entwicklerteam bei TheFarm51 umfasst nicht mehr als 50 Leute, ist also um ein einiges kleiner als bei großen Spieletiteln. Dementsprechend hat man sich dazu entschlossen das Spiel als Early Access Titel zu veröffentlichen und das auf Steam anzubieten. Im Verlauf der Early Access Phase sollen in regelmäßigen Abständen neue Features verfügbar gemacht werden. Die Community soll dabei fester Bestandteil der Entwicklung werden und großen Einfluss auf die Inhalte und Features des Spiels haben dürfen, so Creative Director Kamil Bilczynski, in unserem Interview. Das Spiel selbst soll zwischen Battlefield und ArmA angelegt sein, also kein schneller Arcade-Actionshooter, aber auch keine Vollblutsimulation.

Auf ein Klassensystem wird hier verzichtet, zugunsten eines offen Spielprinzips, bei welchem die Spieler ihren Soldaten nach eigenem Gusto ausstatten können. Ähnlich wie in ArmA entscheidet ihr euch also für die Uniform, Bewaffnung, Schutzausrüstung, Reparaturkits bzw. Medipacks und natürlich Munition. Doch sollte immer mit Bedacht gewählt werden. Jedes Ausrüstungsstück hat Gewicht und je mehr ihr bei euch tragt, desto langsamer und träger werdet ihr. Das bringt in Verdindung mit Schutzwesten, die je nach Beschaffenheit (Keramikplatten, Kevlar etc.) entweder mehr Schutzwirkung bzw. eine höhere Beweglichkeit ermöglichen, einiges mehr an Spieltiefe. Wir hätten uns auch gerne noch gewünscht, dass WW3 ein ähnliches Stance-System bietet, wie ArmA 3, welches mehr als 12 unterschiedliche Arten zur Verfügung stellt, wie aufrecht oder geduckt euer Soldat über das Feld läuft. Das ist zwar in vielen Situationen sehr praktisch (wenn man sich damit eingespielt hat), sei aber gerade für Neulinge zu fummelig und wird deshalb erstmal nicht im Spiel angewendet, wie uns der Creative Director erläuter. Hocken, liegen oder grazil über Hindernisse hinweg springen, ist beinah alles was euer Soldat kann. Im liegen soll der Spieler allerdings etwas beweglicher sein, und auch der Kopf lässt sich unabhängig vom Körper drehen. Das kennt man aus anderen MilSims und ist sehr praktisch wenn man bspw. einen Korridor entlang läuft, das Gewehr nach vorn gerichtet hat und kurz über seine Schulter sehen will. So ist der Lauf immer nach vorn gerichtet und im falle eines Gegnerkontakts, lässt sich schneller reagieren.

Fahrzeugkampf

Wer kennt es nicht. Man ist als Soldat auf dem Schlachtfeld unterwegs, um bspw. einen Punkt einzunehmen oder einfach nur um sich seinem Squad wieder anzuschließen. Doch da biegt plötzlich ein Panzer um die Ecke und versperrt den Weg und nimmt einen mit seiner Kanone oder MG aufs Korn. In vielen Shootern ist man ziemlich aufgeschmissen, wenn man keine Panzerbrechenden Raketen oder etwas C4 in der Tasche hat, um den Panzer aus der Deckung heraus zu knacken. Als einfacher Fusssoldat hat man oft das nachsehen. WW3 möchte aber jedem Spieler die Chance geben, sich gegen ein Stahlungetüm zur Wehr zu setzen. So verfügt jedes gepanzerte Gefährt, wie auch in der realen Welt, aber Optiken bspw. am Turm oder den ferngesteuerten MG-Aufsetzen, die es der Besatzung erlaubt, Ziele ausserhalb des Panzers gut geschützt ins Visier zu nehmen. Doch diese Optiken sind nicht sehr Kugelsicher und können, mit etwas Zielsicherheit, zerstört werden. Somit ist der Panzer zwar immer noch Kampftauglich, aber dafür blind und muss sich zur Reparatur zurückziehen.

Kleine Reparaturen lassen sich zwar im Feld durchführen, ähnlich wie in Battlefield mit einem speziellen Tool. Doch ist das Fahrzeug stärker in Mitleidenschaft gezogen worden, ist es notwendig sich in die Basis zurückzuziehen um dort in der Werkstatt wieder fit fürs Schlachtfeld gemacht zu werden. Fahren lassen sich die Fahrzeuge, also auch schwere Kampfpanzer, von nur einer Person. Schade, hätten wir doch gerne ein ähnliches System gesehen wie es Taktik-Shooter wie Squad oder Post Scriptum handhaben, wo Panzer nur von mehreren Personen effektiv gesteuert werden können. Das bringt zum einen mehr taktisches Gameplay, zum anderen aber auch wesentlich mehr Teamplay ins Spiel.

Auf zur Weltherrschaft

Zocker der einst erfolgreichen Spieleserie Command & Conquer, erinnern sich bestimmt noch an den Spielmodus „Globale Eroberung“ der im Addon Kanes Rache eingebunden wurde. Als Mitglied einer bestimmten Partei, durfte der Spieler Matches bestreiten um so nach und nach Siege zu erringen um mehr Territorien zu erobern, bis hin zur totalen Weltherrschaft. Ein ähnliches System verfolgt auch World War 3. Die Spieler dürfen sich für eine Seite entscheiden,  um für diese in den Kampf zu ziehen. Geht ein Team erfolgreich aus einer Schlacht heraus, so gewinnen sie an Punkten und Ressourcen und haben dann in der nächsten Runde bspw. mehr Munition oder Unterstützung in Form von Fahrzeugen zur Verfügung.

Am Anfang dürfen sich Spieler lediglich nur auf dem Europischen Kontinent und in Russland bekriegen, doch im Laufe der Entwicklung sollen neben neuen Fraktionen, auch neue Schlachtfelder beispielsweise in Afrika oder auch Süd-Amerika bereitgestellt werden. Diese Updates sollen dann kostenlos verfügbar sein. Wie der Weltherrschafts-Modus dann im Endeffekt bei den Spielern ankommt und welche anderen Features dieser noch bieten wird, dass werden wir wohl aber erst bei einem gründlichen Spieltest herausfinden, wenn das Spiel in diesem jahr in die Early Access Phase geht.

Unser Eindruck

Auf der gamescom 2018 in Köln durften wir immerhin schon eine ganze Runde spielen. Auf der Map Berlin, die in Sachen Größe recht überschaubar war, ging es vor allem mit der Infantrie durchs Brandenburger Tor und viele enge Gassen. Es gab zwar auch Panzer, die sich gut sehr steuern ließen, aber in den kleinen Arealen voller Trümmer und anderem Gedöns das dort so herumlag, war ein effektives vorankommen nicht möglich. Das Gameplay wirkte sehr vertraut und schon nach kurzer Zeit hatte man es gut verinnerlicht. Wir möchten an dieser Stelle ehrlich sein, ja WW3 sieht sehr nach Battelfield aus. Der allgemeine Look erinnert stark an den Shooter von DICE und das allgemeine Pacing ist ebenfalls ähnlich. Doch muss das schlecht sein? Ich denke nicht. Das Spiel hat durch aus gutes Potential, spielte sich sehr gut, Bugs sind mir keine aufgefallen und zugegeben hatte ich in der kurzen Antestsession mehr Spaß, als ich mit Battlefield V hatte. Aber gut, dass ist alles eine Sache des Geschmacks. Einzig die Killtime könnte entweder etwas höher sein oder die Erkennung von Beschuss etwas besser dargestellt. Oft kippte ich einfach um und wusste gar nicht wieso bzw. hatte keine Chance dem Beschuss irgendwie auszuweichen. Diese und andere Dinge lassen sich aber in zukünftigen Playtests mit der Community aber sicherlich besser balancen. Wir werden das Spiel definitiv auf unserem Radar behalten und sind gespannt, was uns der Titel noch bieten wird.

Das fertige Spiel soll Ende 2019 zuerst für den PC erscheinen. Ein Release für Xbox One bzw. PS4 wollen die Entwickler nicht ausschließen. Weitere Informationen zum Spiel, findet ihr unter www.worldwar3.com

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