gamescom 2018: Breach: Wir durften es anspielen

gamescom 2018: Breach: Wir durften es anspielen

Kurz vor Beginn der diesjährigen gamescom, ließen die Entwickler von Reverb Games die Katze aus dem Sack und präsentierten der weltweiten Gaminggemeinde ihr neues Projekt. Mit Breach erwartet uns ein actiongeladenes Action-Coop-RPG, dessen Wurzeln aus einem, leider auf Eis gelegten, Bioware-Titel stammen.

Breach Reveal Trailer

Erinnert ihr euch noch an Shadow Realms, dem Action-RPG welches vor ein paar Jahren von Bioware angekündigt wurde, aber dann doch wieder gecancelt wurde? Viele Spieler zogen damals ziemlich lange Gesichter, denn das Spiel sah sehr vielversprechend aus und dementsprechend war die Enttäuschung gross, als man erfuhr das das Spiel nun nicht mehr erscheinen sollte. Einige Zeit später machten sich dann ein paar ehemalige Entwickler des kanadischen Studios daran ein Spiel zu entwicklen, das nun als geistiger Nachfolger von Shadow Realms angesehen werden kann.

Wenn zwei Welten kollidieren

Mit Breach betreten wir eine Welt, die vor mehr als 70.000 Jahren noch eine andere war, als die die wir heute kennen. Auf der Erdoberfläche tummelten sich nicht nur Menschen, sondern auch sämtliche mythologischen Wesen, die in einer Art ewigen Kampf um die Vorherrschaft auf der Erde standen. Beobachtet wurde dieser Krieg von einem unsterblichen Wesen (zudem die Entwickler aber noch nicht mehr verraten konnten), welches den bevorstehenden Untergang der Menschen vorhersah, denn die mythologischen Kreaturen waren dabei die Oberhand zu gewinnen. Der Unsterbliche wiederum stand den Menschen wohlwollend gegenüber und trennte mit Hilfe eines magischen Schleiers die Erde in zwei unterschiedliche Welten. Während die eine Seite unserer normalen Welt entspricht wie wir sie heute kennen und in der die Menschen unter sich sind, ist die andere eine Welt voller Magie und gefährlicher Kreaturen die schon bald ins Reich der Mythen gehören solten.

Nur einer handvoll Menschen war in das Wissen um die beiden Welten eingeweiht und damit beauftragt worden, mit Hilfe von Magie eine Barriere zu schützen und aufrecht zu erhalten, die als Grenze zwischen beiden Welten dienen sollte. Doch in all den vielen Jahrtausenden machten manche dieser Wächter Fehler und so konnten einige Wesen durch die Barriere schlüpfen und in unsere Welt eindringen wo sie von normalen Menschen gesehen und so zu einem Teil der modernen Mythologie wurden, wie etwa der Minotaure in Griechenland. In allen Teilen der Welt gab es solche Grenzüberschreitungen und jede Kultur wie die Ägypter, die Griechen, die Maya oder Osteuropäer bauten um diese Sichtungen ihre Geschichten. Die Hexe Babajaga dürfte wohl vielen ebenso ein Begriff sein, wie Anubis oder Ra.

Nachdem die Menschheit nun durch ihr eigenes Zutun sich und die Welt durch den Bau der Atombombe, Weltkriege und weitreichende klimatische Veränderungen in Gefahr brachten, hat das alles beobachtende, unsterbliche Wesen die Nase gestrichen voll von der Menschheit und sich dazu entschieden, den Schleier zu zerstören und beide Welten wieder miteinander zu vereinen. Klingt vielleicht etwas abgedroschen, aber so ein unsterbliches Wesen darf sich halt auch mal umentscheiden, oder vielleicht hat es auch nur lange Weile.

Durch die Verschmelzung beider Welten wird unter anderen die Stadt Kiew von gefährlichen Wesen wie etwa Leshii, dem Waldgott heimgesucht und zum Großteil zerstört. Je weiter die Spieler in die Stadt vordringen, desto mehr riesige Äste schlängen sich um die Häuser und desto näher kommen sie dem alten Gott. In Tokyo werden die Spieler wiederum einem mächtigen Oni gegenübertreten und in Ägypten einem Abbild des Gottes Ra. Das fertige Spiel wird dann viele weitere Kreaturen aus den jeweiligen kulturellen Mythen bieten.

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Klassengemeinschaft

Durch die Verschmelzung beider Welten, sind die wenigen menschlichen Magier auf die Hilfe der “normalsterblichen” angewiesen. In der alten Bibliothek von Alexandria werden alle die sich freiwillig dem Kampf anschließen, mit Kampftechnicken und dem Umgang mit Magie geschult. Alexandria dient im Spiel vorallem als Treffpunkt für Spieler, also eine Art Hub wie der Tower in Destiny 2. In Breach spielt ihr einen festen Charakter den ihr individuell gestalten könnt, wie etwa Kleidung, Frisuren, Gesichtsnarben oder Tattoos. Allerdings könnt ihr zwischen den einzelnen Klassen jederzeit wechseln. Das ist vorallem dem Umstand geschuldet, dass jeder Dungeon andere Gegner beinhaltet, welche euch vor Beginn einer jeden Runde angezeigt werden. Die Gruppe kann als entscheiden welche Klassen am besten geeignet sind und mit welchen sie in den Kampf ziehen will.

Es gibt 6 unterschiedliche Magieschulen, mit jeweils drei Unterkategorien aus der die Spielern wählen dürfen. Insgesamt habt ihr also 18 Klassen zu Auswahl, mit verschiedenen Ausrichtungen, wie etwa Heiler, Arkanmagier, klassische Tanks und die handelsüblichen Klingenschwinger, die mit Dolchen viel Schaden in kurzer Zeit anrichten kann. Als Besonderheit dürfte hier der Schleierdämon gesehen werden, der eine Art ätherisches Wesen ist und Flächenschaden, Giftfallen und riesige Käfige herbeizaubern kann, in der Gegner gefangengehalten werden können.

Wenn das Spiel dann einmal released ist, also vieleicht im Frühjahr nächsten Jahres, sollen weitere Klassen und Talente via Update hinzugefügt werden.

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Allein, gemeinsam und gegeneinander

Breach lässt sich gänzlich Solo spielen wenn man möchte, wobei der Spieler von drei von der K.I.-gesteuerten Gruppenmitgliedern begleitet wird. Welche das sind kann sich der Spieler vorher aussuchen um so eine passende Gruppe für den anstehenden Dungeon zusammenzustellen. Doch seine wahre Stärke bezieht das Spiel aus dem Coop-Modus, wenn sich vier Spieler zusammen tun und gemeinsam durch die insgesamt 6 unterschiedlichen Räume aus der ein Dungen zusammengesetzt ist ziehen, die die Spieler mit unterschiedlichen Gegnern und immer abwechselnden Aufgaben erwarten. Einmal müssen einfach alle Gegner im Raum vernichtet und ein anders mal drei Portale zerstört oder unterschiedliche Punkte eingenommen werden, während aus allen Ecken Monster heranstürmen. Am Ende eines jeden Dungeons, wartet ein obligatorischer Endboss der noch einmal vollen Einsatz von der Gruppe verlangt und natürlich gibt es für alle Mitspieler Beute zu ergattern, wenn der Boss dann besiegt wird. Im Loot können sich Items für sämtliche spielbare Klassen befinden, auch für die mit denen ihr gerade nicht spielt.

Auch kompetitive Spieler sollen in Breach auf ihre Kosten kommen. Hier heißt es dann jeder gegen jeden und gegen fiese Monster. Wie der PVP-Modus im einzelnen funktioniert, konnten wir in unserer Anspielsession allerdings nicht ausprobieren.

Wie spielt es sich denn nun?

Wohlgefühlt habe ich mich im Spiel von der ersten Minute. Die Optik erinnerte mich sehr an Overwatch und auch das Gameplay geht ähnlich geschmeidig von der Hand. Alles in allem konnte ich viele Gameplay-Parallelen zwischen beiden Spielen erkennen, abgesehen von der Tatsache das man Breach aus der 3rd-Person Ansicht spielt. Jede der Klassen hat zwei Hauptangriffe, die mit der linken und rechten Maustaste ausgelöst werden, sowie drei Skills zu denen sich ein Ultimate gesellt, der sich mit der Zeit auflädt und mit Bedacht eingesetzt werden sollte. Auf Wunsch lässt sich Breach auch komplett mit dem Gamepad am PC spielen.

Das allgemeine Gameplay geht leicht von der Hand und lässt sich schnell verinnerlichen. Spieltiefe gewinnt das Breach durch die vielen Anpassungsmöglichkeiten der Skills der einzelnen Klassen. So lässt sich der Arkanmagier entweder zum Heiler ausrichten oder zum gefährlichen Offensivmagier skillen, der massiven Flächenschaden austeilt oder defensiv seine Gruppe mit Buffs stärkt. Klassische Skilltrees gibt es hier nicht, ihr wechselt einfach die Fähigkeiten nach eurem persönlichen Geschmack aus. Anders ausgedrückt, baut ihr euch eure eigene Klasse zusammen.

Noch befindet sich das Spiel in einem frühem Alpha-Status, spielt sich aber dennoch schon sehr gut und während unseres kurzen Tests auf der gamescom, hatte ich schon viel Spaß und konnte schon ein gewisses Suchtpotential erahnen. Als Engine haben sich die Entwickler die Unreal Engine 4 gewählt, die derzeit wohl die beliebteste Grafikengine unter den Spieleherstellern ist.

Wie die Entwickler betonten, wollen sie die Spieler nicht von anderen Games weglocken. Breach soll ein “Spiel für zwischendurch sein. Du springst rein, spielst ein paar Runden und widmest dich wieder anderen Games oder spielst es während du in einem anderen Spiel pausierst.”  Jede Runde dauert ungefähr 15 Minuten. Stundenlanges umherkämpfen, in ewigweiten und langläufigen Levels, entfällt hier also. Das dürfte vor allem Spieler ansprechen, die nicht allzu viel Zeit in ihre Games investieren können oder wollen. Fünf unterschiedliche Schwierigkeitsgrade sollen Spieler unterschiedlicher Couleur ansprechen. In unserer Spielsession wählte wir den “Adept”-Schwierigkeitsgrad, welcher für etwas erfahrene Spieler empfohlen wird. Wir konnten in unserer Gruppe hier ohne größere Probleme bis zum Endboss vordringen und diesen dann auch besiegen. Im fertigen Spiel sollen noch zwei höhere Schwierigkeitsgrade den Spielern alles abverlangen und noch toughere Gegner entgegenstellen, die ihre Fertigkeiten zielgerichteter und häufiger einsetzen. Die höheren Schwierigkeitsgrade schaltet man allerdings erst im Verlauf des Spiels frei, wenn der eigene Charakter sich bis zum maximalen Level 20 vorarbeitet und durch Items an Stärke gewonnen hat.

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In Kürze will man ausgesuchten Spielern die Möglichkeit bieten an einem internen Alphatest teilzunehmen, um erstes Feedback zu erhalten und Bugs oder andere Fehler im Spiel ausfindig zu machen. Wer danach schon vorzeitig Breach spielen und die Entwickler unterstützen möchte, kann sich eine Art Founders-Edition kaufen und so frühzeitig Zugang zum Spiel erhalten. Im Frühling bzw. Sommer 2019 soll das Spiel dann als Free-to-Play Titel zuerst für den PC via Steam erscheinen. Wann mit einer Konsolenversion zu rechnen ist, ist aber bisher noch nich ganz klar.

Ich war zumindest schon einmal sehr angetan von Breach und freue mich jetzt schon mehr vom Spiel zu sehen. Mehr Informationen zum Spiel, könnten schon in Kürze auf der PAX in Seattle bekantgegeben werden. Wir halten euch natürlich auf dem laufenden.

Shooter-Urgestein, Let´s Player und Twitch-Streamer, Abgedreht und doch freundlich

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