gamescom 2016 – neue Sicherheitsmaßnahmen für die Messe

Bitte lasst eure Rucksäcke zuhause

gamescom 2016 – neue Sicherheitsmaßnahmen für die Messe

Es war leider nicht zu vermeiden. Nach den Ereignissen der letzten Monate kann ein Veranstalter wie die Messe Köln es nicht vermeiden, schärfere Sicherheitsbestimmungen für große Events einzuführen. Dabei trifft es die gamescom als erstes.

Am 17. August startet die gamescom 2016 in Köln. Wir von games! – dein Gaming-Magazin werden natürlich auch vor Ort sein um darüber zu berichten. Am 2. August hat die Messeleitung neue Sicherheitsmaßnahmen verkündet. Als Reaktion auf die Anschläge und Gewalttaten in Deutschland und weiteren Teilen Europas in den letzten Wochen und Monaten wurden diese nämlich nun deutlich verschärft. Die Messeleitung bittet Besucher soweit wie möglich Taschen und Rucksäcke Zuhause zu lassen. Es werden noch vor Betreten des Messe-Geländes variable Taschenkontrollen durchgeführt, was zu erhöhten Wartezeiten führen wird.

Des weiteren gibt es neue Regeln für Cosplayer: Kostüme sind weiterhin erlaubt, das Mitführen von Waffen jeglicher Art allerdings untersagt, “unabhängig von Material oder Größe”. Man bittet Cosplayer außerdem um Rücksicht auf die Bewohner Kölns, im Klartext ist damit gemeint, dass man auch außerhalb der Messe wenn möglich keine Waffen durch die Gegend schwingen soll.

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Wir leben in schwierigen Zeiten. Auch wenn es statistisch gesehen wahrscheinlicher ist, auf dem Weg zur Messe von einem Auto überfahren zu werden als tatsächlich Opfer eines Terroranschlags oder Amoklaufs zu werden; die Nerven liegen blank und das kann man niemandem übel nehmen. Die Messe-Leitung hat gar keine andere Wahl als die Sicherheitsbestimmungen zu verschärfen. Und dennoch komme nicht drum herum daran zu denken wie unpraktisch und ärgerlich diese Regelungen für alle Besucher sein werden. Es ist eine Sache ohne Tasche für ein paar Stunden auf ein Konzert zu gehen, aber wer den ganzen Tag über eine Messe läuft, braucht etwas um allen möglichen Kram mit sich herum zu tragen. Platz für die Kamera, ein Notizbuch wenn man über Spiele schreibt, ein Handheld (evtl. mit Etui) um mit anderen Besuchern zu spielen. Man wird so oder so mehrere Stunden in Schlangen stehen, da hat man gerne was zum Trinken dabei. Ganz zu schweigen von Merchandise Einkäufen. Es scheint mir von der Realität des Messe-Alltags doch sehr entfernt. Und wäre gerade jetzt ein bisschen mehr Alltag nicht eine ganz gute Idee?

Auch um die Cosplayer tut es mir leid. Als Cosplayer nimmt man immer an einem Drahtseil-Akt teil, einen Charakter so lebensecht wie möglich zu verkörpern und dabei den oft sowieso schon strengen Bestimmungen nachzukommen. Eine Diskussion darüber anzufangen welche Waffen erlaubt sein könnten und welche nicht, wäre aber auch nicht sinnvoll. Auf der einen Seite schauert es mir davor, was passieren könnte, wenn tatsächlich etwas in Mitten einer Cosplay-Gruppe passiert. Auf der anderen Seite gibt es kaum ein Hobby was so schön für Leidenschaft und Zusammenhalt steht.

20160625_154205 News Special News  gamescom 2016 - neue Sicherheitsmaßnahmen für die MesseIch stelle mir auch die Frage wie lange dies anhalten wird. Werden die aktuellen Ereignisse so große Wellen schlagen, dass sich deutsche Cosplayer auf lange Sicht von Teil ihres Hobbies verabschieden können. Werden “Waffen” in welcher Form auch immer auf der nächsten ComicCon, Animagic oder LBM wieder erlaubt sein?

Es ist erneut die alte Frage zwischen Sicherheit und Freiheit. Die Entscheidung der Messeleitung war eine den Umständen entsprechend nachvollziehbare. Ob es eine richtige war, würde zu einer langen Diskussion führen die wir eigentlich haben sollten.

Mehr zu den erweiterten Sicherheitsmaßnahmen gibt es auf der gamescom Website.

 

Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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