Games-Hersteller an der Börse: Ein Überblick

Games-Hersteller an der Börse: Ein Überblick

Wer vor etwa sechs Jahren sein Geld in „Take-Two Interactive“ investierte, der konnte den Einsatz verzehnfachen. Lag die Aktie im Jahr 2011 noch bei rund 16 US-Dollar, so konnte sie bis zum heutigen Tag auf 95 US-Dollar klettern. Am Ende sind Games-Aktien zwar riskant, versprechen aber – vor allem dann, wenn ein günstiger Einstiegspunkt gefunden wird – recht hohe Gewinne.

Wir riskant sind die Aktien der Computerspiele-Hersteller tatsächlich?

Anleger, die „Ubisoft“ hören, werden wohl nur ungern an das Jahr 2008 denken. Wer im Sommer vor der Finanzkrise 2008 „Ubisoft“-Aktien gekauft hat, verlor bis zum Jahr 2011 rund 90 Prozent des Einsatzes. Doch in den letzten Jahren hat der Kurs einen unglaublichen Höhenflug hingelegt – derzeit liegt die „Ubisoft“-Aktie bei 57 Euro. 2008 lag der Kurs bei rund 33 Euro, Ende 2011 nur noch bei knapp 4 Euro. Es waren die sehr guten Geschäftszahlen, die für einen extremen Kursanstieg verantwortlich waren. Anleger, die also geduldig blieben, haben definitiv profitiert. Natürlich kann es auch in die andere Richtung gehen: „Zynga“, bekannt durch das Game „Farmville“, stürzte komplett ab. Quartalverluste, nicht nachvollziehbare Strategiewechsel und Management-Veränderungen sorgten für einen Totaleinbruch. Lag die „Zynga“-Aktie im Jahr 2012 noch bei 15 Euro, so kann sie heute für knapp 4 Euro erworben werden. Auch die „Nintendo“-Aktie stürzte ab – wer im Jahr 2007 sein Geld in „Nintendo“ investierte, hat heute nur noch die Hälfte des Einsatzes in der Tasche. Auch wenn es in den letzten Jahren ein paar überraschende Kursabstürze gab, so musste man doch viel Pech haben, wenn man mit Aktien von Computerspiele-Herstellern kein Plus erzielen konnte. Ob „Activision Blizzard“ („Call of Duty“ oder auch „Overwatch“) oder „Electronic Arts“ („Battlefield, „FIFA“-Reihe) – viele Aktienkurse kannten nur den Weg nach oben.

Auch die deutschen Spielehersteller zog es an die Börse

Der absolute Börsen-Überflieger bleibt „Tencent„. Der Aktienkurs des chinesischen Unternehmens lag im Jahr 2012 noch bei rund 4 Euro – heute kostet eine Aktie um die 36 Euro. Der Börsenkurs hat sich also – nur in den letzten Jahren – vervielfacht. Somit ist es auch keine Überraschung, dass der Gründer des Unternehmens auch der reichste Mann Chinas ist. „Tencent“ betreibt zahlreiche Online-Portale, Messaging-Dienste, Netzwerke und ist auch in der Online-Games-Sparte vertreten. Heute gehören dem Unternehmen die Perlen „Supercell“ („Clash of Clans“ oder „Clash Royale“) oder auch „Riot Games“ („League of Legends“). Des Weiteren gehören „Tencent“ 12 Prozent von „Activision Blizzard“, rund 50 Prozent von „Epic Games“ und auch 5 Prozent des Autoherstellers „Tesla“. Natürlich zieht es auch deutsche Spielehersteller an die Börse – der letzte Börsengang erfolgte aber bereits vor mehr als einem Jahrzehnt. 2006 ging „10tacle Studios“ an die Börse – 2008, also gerade einmal zwei Jahre später, implodierte das Konstrukt. Auch „CDV Entertainment“ („Codename Panzers“) und auch „Phenomedia“ („Moorhuhn“) mussten spektakuläre Pleiten hinnehmen.

Warum sind Games-Aktien so erfolgreich?

Experten sind überzeugt, dass es drei Aspekte gibt, die dazu führen, dass die Games-Aktien weiterhin in die Höhe schnellen werden. Erstmals jagen die Börsen von Rekordmarke zu Rekordmarke – selbstverständlich profitieren hier auch die Tech-Konzerne. Zudem dürfen sich die Spielehersteller über ein hervorragendes Geschäft freuen. Das liegt einerseits am Digitalgeschäft, andererseits auch an den erfolgreichen Bestandstiteln („FIFA“, „GTA“ und dergleichen). Die Bestandstitel sorgen auch für konstante Einnahmen. Jahr für Jahr werden Titel wie „NHL“, „Formel 1“ oder eben „FIFA“ auf den Markt gebracht; „Ghost Recon“ oder auch „Destiny“ werden zudem immer wieder mit neuen Updates gepflegt. Das sind allesamt Gründe, warum die Games-Aktien – wohl auch in Zukunft – noch weiter in die Höhe schnellen werden. Wer sich für eine Plattform, etwa Oanda, entschieden hat, der kann durchaus in ein paar Games-Aktien investieren – die Wahrscheinlichkeit, dass auch demnächst neue Höchststände erzielt werden, ist hoch.

Michael Bragg ist der Chefredakteur von games! Dein Gaming-Magazin. Er hat kein spezielles Genre, sondern zockt alles was er in seine Finger bekommen kann.

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