Klassische 2D-Brawler gibt es viele, aber keiner ist so britisch wie Foul Play von Mediatonic und Devolver Digital. Vor drei Jahren fand es bereits seinen Weg auf PC und Xbox 360. Jetzt sind auch PS4 und PS Vita dran. Lest jetzt unseren Test!

Foul-Play_20160226135322  Foul Play Review

Überall Dämonen

Baron Sebastian Dashforth ist ein Gentleman alter Schule und obendrein ein Dämonologe. Ende des 19. Jahrhunderts hat er zusammen mit seinem Partner, Mr. Scampwick, die Welt bereist, um sie vor Kreaturen der Hölle zu schützen. In Ägypten macht er einen erschreckenden Fund, der ihn nicht mehr loslassen wird….

Doch die Geschichte von Baron Dashforth ist nichts weiter als ein Theaterstück. In verschiedenen Szenarien erzählen er und Mr. Scampwick welchen finsteren Gestalten sie so begegnet sind. Auftretende Monster und Kreaturen werden dabei von Männern in Kostümen gespielt und Schauplätze ändern sich mit der bloßen Veränderung der Requisiten. Und dadurch, dass alles nur eine Inszenierung ist, kommt auch einer der interessantesten Aspekte von Foul Play sehr zu Geltung: Beide Hauptdarsteller können nicht sterben, wohl aber vom Publikum für eine schlechte Darbietung abgestraft werden. Denn das Ziel in Foul Play ist vor allem eine hohe Punktzahl. Am einfachsten zu erreichen ist das durch viele Kunststücke, hohe Kombos und natürlich ohne dabei getroffen zu werden. So füllt man das Stimmungsmeter in der Mitte und kann die Zuschauer regelrecht zum ausrasten bringen. Baron Dashforth ist entweder allein oder zusammen mit Mr. Scampwick unterwegs, der wahlweise lokal oder über Online Co-op von einem anderen Mitspieler kontrolliert wird

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Mach ein Theater

Große und kleine Kreaturen versuchen eben das zu verhindern: Ob Werwölfe, Vampire oder wahnsinnige Soldaten: Zwar erscheint die Gegnerauswahl auf den ersten Blick vielfältig zu sein, bis man bemerkt, dass es im Grunde nur Variationen sind. Einzig die Bosse am Ende eines Aktes sind in sich eigene Herausforderungen. Im Grunde ist das aber kein Nachteil, denn es gehört zur Handlung dazu: Es sind eben nur Schauspieler und müssen nicht großartig Fähigkeiten beherrschen. Und Foul Play nimmt sich viel Zeit damit, diesen Umstand auf die Schippe zu nehmen: Mal vergessen sie Texte oder eine Requisite arbeitet nicht wie sie soll. Sogar der Scheinwerfer findet Beachtung und leuchtet die Bühne nicht immer optimal aus. Es wird oft mit Humor gearbeitet und manchmal sogar ziemlich subtil, so dass man aufpassen sollte. Dazu kommt natürlich der Stereotyp des britischen Gentleman, komplett mit Zylinder, Stock, Taschenuhr und Monokel, den Baron Dashforth bis zum Ende breit präsentiert. Und zwar so sehr, dass es schon absurd komische Züge annimmt.

Hinzu kommt der einzigartige Artstyle von Foul Play, der dem in 1911 angesiedelte Spiel einen ziemlich eigenen Anstrich verleiht: Charaktere sind stark stilisiert gezeichnet und bunt, fast schon wie aus einem alten Comic. Die sehr ansprechende Musik tut ihr übriges, um Foul Play die Atmosphäre eines alten viktorianischen Romans oder einer Sherlock Holmes-Geschichte zu geben. Das einzige, was ein wenig ablenkt ist der Platz, der dem Publikum eingeräumt wird. Dadurch geht leider ein wenig Raum auf der eigentlichen Tribüne abhanden. Puristen werden zudem beklagen, dass es außer der Prügelei kaum anderes Gameplay gibt. Doch wer sich auf dieses Spiel einlässt, sollte das in Kauf nehmen.

Foul-Play_20160226140818  Foul Play Review

Steuerung für jeden

Für diesen Test habe ich Foul Play abwechselnd auf PS4 und PS Vita gespielt. Eine sehr nette Funktion die dabei hilft ist eine Cloud-Speicherung. Nach jedem Kapitel wird der eigene Spielstand lokal und in einer Cloud abgespeichert, auf die beide Systeme Zugriff haben. So kann man unterwegs mit der Vita ein Kapitel abschließen, es mit einer Internetverbindung hochladen und zuhause auf der PS4 einfach an der selben Stelle weitermachen. Auf der Vita muss man natürlich ein paar Abstriche bei der Steuerung machen, aber es spielt sich dennoch hervorragend und mit konstant hoher Framerate. Schlussendlich ist die PS4-Fassung aber natürlich die Referenz, dank des besseren Controllers und dem größeren Bild. Als kleinen Vergleich habe ich für diesen Artikel abwechselnd Bilder von der PS4 und der PS Vita verwendet.

Ein bisschen verliert der Titel bei den Soundeffekten, die sich leider etwas zu häufig wiederholen, wenn ich auch zugeben muss, dass der Klang der Schläge selbst einem eine gewisse Genugtuung verschaffen. Auch Sprachausgabe gibt es bis auf wenige Fetzen überhaupt nicht, diese sind aber auch nicht nötig.

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FAZIT: Gut gespielt, alter Freund!

Schon 2013 habe ich Foul Play für den PC gespielt und es sehr gemocht. Sonys neue Konsolenfassung hat mich daran erinnert wieso: Es ist ein schönes, rustikales Beat ’em Up mit viel Humor, einer tollen Präsentation und einer Story, die zu überraschen weiß. Für Brawler-Freunde definitiv eine Anschaffung wert!

Getestet wurde die Fassung auf PS4 und PS Vita. Es ist außerdem erhältlich für PC und Xbox 360.

Good

  • Tolle Präsentation
  • Viel Humor
  • Cleveres Kampfsystem
  • Lokal und Online spielbar

Bad

  • Vielleicht manchmal eintönig
  • Eher auf der kurzen Seite der Spielzeit
8

Sehr gut

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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