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Filmkritik: Maze Runner 2

Maze Runner 2 – Die Auserwählten in der Brandwüste setzt quasi nahtlos da an, wo Teil eins mit einem klassischen Cliffhanger endete. Dem lebensgefährlichen Labyrinth entflohen, landen Thomas (Dylan O‘Brien), Minho (Ki Hong Lee), Newt (Thomas Brodie-Sangster), Teresa (Kaya Scodelario) und Co. in den Händen der mysteriösen Organisation WCKD. Dort erfahren sie lediglich, dass an ihnen gewisse Experimente vorgenommen werden sollen, um ein Virus zu bekämpfen, das einen Großteil der Menschheit in gefühlslose Zombies verwandelt hat. Doch als die Jugendlichen herausfinden, was ihre vermeintlichen Retter tatsächlich planen, stürmen sie hinaus in die gefährliche Brandwüste, auf der Suche nach einer Rebellen-Gruppierung irgendwo in den Weiten ihrer postapokalyptischen Welt.

Direkte Nachfolger stehen immer vor dem Problem, den Anforderungen gerecht werden zu müssen, die man aufgrund des ersten Teiles an sie stellt. Zum Austausch genießen sie jedoch den einzigartigen Bonus, nahezu gänzlich auf die Exposition verzichten zu können, da Figuren und Grundplot in einer zusammenhängenden Geschichte bereits mit dem ersten Film eingeführt wurden. So steigt auch Maze Runner 2 direkt ins Geschehen ein und erzählt seine Geschichte konsequent weiter. Wo der Kinogänger nun die Gelegenheit sieht, einige der vielzähligen Fragen, die sich im ersten Teil auftaten, beantwortet zu bekommen, klärt der Film einige Fragen nur spärlich, einige überhaupt nicht und andere auf derart absurde Weise, dass man selbst beginnt, nach klügeren Arten zu suchen, wie man die ein oder andere Plot-Lücke sinnvoll hätte stopfen können.

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Labyrintartige Erzählweise

Das ist tatsächlich ein wenig schade. So bot der erste Teil der Reihe mit seinem mysteriösen Labyrinth, der nebelhaften Organisation im Hintergrund und den diversen Gedächtnislücken der Protagonisten genug Stoff, um eine durchaus spannende Geschichte zu stricken. Es wirkt allerdings, als hätte man die guten Antworten für noch mehr obskure Fragen aufgegeben.

Anstelle eines guten Drehbuchs will uns Maze Runner 2 nämlich mit satter Action befriedigen. Nicht anders lässt sich erklären, wieso man sonst den Timer seines Smartphones auf 10 Minuten stellen könnte, um jedes mal pünktlich nach Ablauf dieser Zeit eine Actionsequenz spendiert zu bekommen.

Wie bereits erwähnt, findet Maze Runner 2 außerhalb des titelgebenden Labyrinths statt. Um dem Titel dann aber doch ein kleinwenig zu entsprechen, schickt Regisseur Wes Ball die jungen Helden regelmäßig auf die Flucht vor Bösewichten, Zombies und anderen Widrigkeiten ihrer zerütteten Welt. Tatsächlich besteht ein Großteil der Action aus Verfolgungssequenzen, die sich dann immer wieder mit ruhigeren Dialogpassagen abwechseln. Bei einer Laufzeit von 132 Minuten wird dieses Konzept jedoch ab der Hälfte allmählich mühsam.

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Not So AMazed

Mein Größtes Problem mit Maze Runner 2 ist jedoch seine platte Erzählweise des ansonsten überdramatisierten Plots. Wie das zusammenpasst? Ganz einfach indem der Film jede Gelegenheit nutzt, um mit klischeehaften Dialogen die überaus wichtige Pilgerreise der Protagonisten zu rechtfertigen, ohne wirklich die Motivation der konkurrierenden Parteien zu beleuchten. Grundsätzlich macht der Film es sich sehr einfach und bedient sich am gern erzählten Szenario der unterdrückten Minderheit, die sich gegen ein diktatorisches Regime auflehnt.

Während Die Tribute von Panem dieses Szenario zumindest mit genug Lebhaftigkeit ausfüllte, bekommen wir hier eine schablonenhafte Rahmenhandlung aus dem Lego-Baukasten für kleine Drehbuchautoren serviert. Ebenfalls deplatziert wirken die diversen Zombie-Menschen, die unsere jungen Helden hektisch durch den Film jagen. Hier entstand der Versuch, kleine Horrorelemente beizufügen, die – wie der Rest der Filmwelt – nur dünn unterfüttert werden und deshalb, bei der schieren Masse von bereits existierenden Zombiefilmen, leider eher versagen.

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Summary
Mit einem schwachen Drehbuch und einer Fülle von Clichés steht sich Maze Runner 2 - Die Auserwählten in der Brandwüste leider meist selbst im Weg. Da können selbst die vielen rasanten Actionsequenzen und die bildgewaltigen Landschaften nicht über die drögen Dialoge hinweg retten, die die blassen Charaktere immer in kleinen Portionen zwischendurch halten. Die spannenden Mystery-Elemente des ersten Teils gegen den FSK12-Horror auszutauschen, schien dann wohl auch keine gute Idee, da auch der Action irgendwann (im Gleichschritt mit dem Zuschauer) leider die Puste ausgeht. So kann man den Kinobesuch lediglich den Fans der Buchreihe ans Herz legen. Obgleich der Film sich hier nur in groben Zügen an seine Vorlage hält. Alles andere entstammt leider dem weniger gelungenen Drehbuch und der etwas lieblosen Regiearbeit von Wes Ball.
4
Schwach
Written by
Student, Vollblut-Cineast und Teilzeit-Gamer! You stay classy, San Diego!

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