Fate/Extella: The Umbral Star Review

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Der Heilige Gral ist ein sagenumwobener Gegenstand, der in der Lage sein soll jeden Wunsch zu erfüllen. Im Angesicht dieser Möglichkeit haben viele Schicksale nach diesem zu greifen versucht und sich somit miteinander verwoben. Von Helden aus einer entfernten Vergangenheit bis hin zu Menschen, die nur versuchten das Richtige zu tun. Und jedes neue Auftauchen dieses allmächtigen Gegenstandes schrieb Geschichte. So auch zu einem Zeitpunkt, an dem die Erde der Zerstörung ins Auge sehen musste. Dieser Umstand sorgte dafür, dass der Kampf und der Konflikt jener, die nach dem Gral strebten, auf den Mond verlegt worden ist. Doch sobald der Sieger seinen „Preis“ in Anspruch nehmen wollte, nähert sich ihm eine tiefe Finsternis und lässt ihn ohnmächtig werden. Und nach dem Erwachen sind die Dinge nicht so, wie sie eigentlich sein sollten. Nero und Tamamo, einstige Verbündete des Siegers, stehen sich nun als Feinde gegenüber und versuchen alles, um die alleinige Verfügung über die Macht des Grals zu erhalten. Doch steckt wirklich nur ihr Stolz und ihre Ehre als Servants, Partner der auserwählten Kämpfer des Gralskrieges, dahinter, oder handelt es sich um etwas viel größeres und gleichzeitig bedeutenderes? Wir haben uns für euch an die Seite der Helden begeben um zu sehen, was es mit dem allmächtigen Artefakt wirklich auf sich hat und welche Facetten ein Konflikt um dieses zu Tage bringt.

Die Geschichte des Grals

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Zu Spielbeginn steht dem Spieler zunächst Neros Route zur Verfügung, die gleichzeitig das Tutorial darstellt in dem alle Spielmechaniken erklärt und präsentiert werden. Der Spieler übernimmt dabei die Rolle des Siegers des Gralskrieges, der jedoch aufgrund der Ereignisse am Ende von diesem einen Teil seiner Erinnerung verloren hat. An der Seite von Nero, und in den anderen beiden Hauptstoryrouten jeweils mit Tamamo no Mae und Altera, erlangt er diese jedoch Stück für Stück wieder und erfährt ebenfalls, was für eine Beziehung zwischen ihm selbst und ihnen besteht. Die Geschichte wird primär aus der Perspektive des Hauptcharakters erzählt und folgt somit dem klassischen Visual Novel Konzept. Ein ebenfalls daraus entnommenes Element ist die Möglichkeit in Konversationen mit anderen Charakteren verschiedene Antwortmöglichkeiten zu geben. Einen direkten Einfluss auf die Story selbst hat diese Auswahl zwar nicht, doch kann dadurch die Beziehung mit anderen Charakteren verbessert werden, was den Spieler mit jeder neuen Bündnisstufe mit einem Item belohnt.

Alle Persönlichkeiten, die der Spieler im Verlauf der Geschichte neben den 3 Hauptservants antrifft, besitzen alle eine eigene Nebengeschichte, die nicht nur Einblick in Gedanken dieser Charaktere bieten, sondern auch die Hauptgeschichte und Spielwelt selbst erweitern und vertiefen. Nero, Tamamo und Altera sind jedoch ganz klar die am stärksten ausgebauten und sympathischsten Servants, was zum einen durch die Hauptrollenpräsenz in der Geschichte selbst und der Interaktion mit dem Spieler liegt, und zum anderen an der sehr guten Arbeit der japanischen Synchronsprecher, die diesen ein ganz eigenes Leben einhauchen. Sei es Neros Wechsel zwischen Freude gelobt zu werden und ihrem Stolz als antiker Held, oder auch Tamamos leidenschaftliche Liebe zum Protagonisten sind durch diese gute Besetzung überzeugend und glaubhaft präsentiert.

Positiv ist bei der Story selbst anzumerken, dass dem Spieler ein Gefühl von Spannung gegeben wird. Erreicht wird das durch die Interaktion zwischen dem Hauptcharakter und dem jeweiligen Partner. Durch die verlorenen Erinnerungen, die im Verlauf der Geschichte nach und nach zurückkehren und nicht nur das Verhältnis zwischen den beiden beschreiben, sondern auch Geheimnisse und Fragen rund um die Spielwelt selbst beleuchten, wird dadurch ein konstantes Interesse am Voranschreiten und ein gewisser Grad an Neugier erzeugt.

Im Kontrast hierzu stehen zwei Elemente: Zum einen die Möglichkeit zu Beginn der Geschichte die Auswahl zwischen einem männlichen oder weiblichen Charakter zu treffen und zum anderen die bereits erwähnten Antwortauswahlmöglichkeiten. Zwar erhält der Spieler bei einem Bündnisaufstieg ein entsprechendes Item, doch in Anbetracht dessen, dass sowohl die Geschlechtsauswahl als die Antwortwahl keinen Einfluss auf die Geschichte selbst haben, lässt die Implementierung dieser fraglich erscheinen. Gerade in Anbetracht dessen, dass für die Storypräsentation das klassische Visual Novel Konzept verwendet wurde, ist es verwunderlich, warum nicht auch das Element mehrerer, verschiedener Enden integriert wurde, was sich besonders durch die vergleichsweise große Anzahl an Charakteren und dem Konzept des Gralskampfes angeboten hätte.

Die Details inmitten des Konflikts

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Die optische Gestaltung ist insgesamt gelungen, sowohl hinsichtlich der Animationen als auch den allgemeinen Darstellungselementen. Die Menüs sind übersichtlich gestaltet und in einer Art „Datenfragmentsform“ gehalten, was die Spielwelt und den Schauplatz der Geschichte künstlerisch repräsentiert. Die Kampfanimationen verlaufen flüssig und es kommt auch bei viel Action auf dem Bildschirm nicht zu Framerateeinbrüchen oder Rucklern. Bei den Animationen der Charaktere während der Dialogphasen ist jedoch erkennbar, dass hier die PlayStation Vita Variante im Vergleich zur PlayStation 4 Version den kürzeren gezogen hat. Diese wirken stellenweise steif und kantig, wohingegen bei der Konsolenvariante wesentlich geschliffenere Animationen festzustellen sind.

Auch in der Textdarstellung während eines Kampfes ist ein Unterschied feststellbar. Dieser ist auf der PlayStation Vita sehr klein und aufgrund des ohnehin kleineren Bildschirms fast kaum lesbar. Dafür haben jedoch die sonstigen Kampfanimationen keine Einbuße erfahren müssen, und so sind Spezialangriffe und schnelle Angriffsketten sowie die Transformationen und Noble Phantasm Techniken sehr schön für den Spieler anzusehen.

So as I pray, Unlimited Sound Works

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Der Soundtrack setzt sich aus verschiedenen Titeln aus den einzelnen Adaptionen des Fate/-Franchise zusammen. Jeder Servant besitzt hier sein eigenes Theme und auch die entsprechenden Transformationen sowie bestimmte Schlachtfeldereignisse sind mit einem speziellen Track unterlegt. Das bekannteste, und für die meisten Fans beste Stück ist „Emiya“ aus der Unlimited Blade Works Route des Ursprungswerkes Fate/stay night, das hier seinen Einsatz bei dem Auftritt des Servants Archer findet.

Vor der Schlacht…

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Das Gameplay setzt sich insgesamt aus zwei Phasen zusammen. Die erste ist hierbei die Kampfvorbereitung. Der Spieler ist in der Lage sowohl sich als auch seinen Servant mit Items auszurüsten.

Im Falle des Spielers handelt es sich um Code Casts, die eine Zusammensetzung aus 4 Unterstützungsfähigkeiten sind. Diese können zum Beispiel eine mehrfach verwendbare Sofortheilung, die temporäre Erhöhung der Statuswerte wie Angriff, Verteidigung und Geschwindigkeit sein oder dafür sorgen, dass die Feinde für einen gewissen Zeitraum mehr einsammelbare Gegenstände hinterlassen. Während der Kämpfe lassen sich durch Besiegen von Gegnern „Rezepte“ für diese finden, sodass der Spieler diese selbst herstellen kann. Der Spieler wird hier aktiv zur Herstellung dieser animiert, denn es gibt neben der Herstellungsfunktion auch eine Auflösungsfunktion, das heißt, das durch die Zerstörung eines Code Casts das ausgegebene Geld, QP im Spiel genannt, zurückerhält.

Die Servants können mit Install Skills ausgerüstet werden, die vergleichsweise mit passiven Fähigkeiten gleichzusetzen sind. Der Umfang dieser ist groß und bietet aufgrund dessen eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten. Das richtige Zusammensetzen sorgt dabei für eine positive Verstärkung der jeweiligen Effekte bis zu 80%, dass heißt wenn der Spieler 8 Fähigkeiten mit dem gleichen Farbtyp (von denen es 3 gibt) ausrüstet, so erhalten alle die Prozentsteigerung. Die Fähigkeiten selbst besitzen ebenfalls Stufen (mit einem Maximum von 30), die ihre Effizienz und Wirkungshäufigkeit repräsentieren. Die Erhöhung dieser erfolgt durch den normalen Kampfverlauf, das heißt Gegner besiegen und Gebiete einnehmen, und spezielle Missionen im Verlauf der Schlachten erfüllen. Am Ende von diesen zeigt der Ergebnisbildschirm eine Übersicht, was als Resultat aus dem Gefechtsablauf erhalten worden ist. Bereits erhaltene Instant Skills werden dabei mit den neuen fusioniert und erhöhen deren Stufe. So wird nicht nur eine schnelle und natürliche Progression erreicht, sondern der Spieler ist auch besser in der Lage zwischen mehreren Servants zu wechseln, die unter Umständen noch kein hohes Level erreicht haben, das jedoch durch die hochstufigen ausgleichen können und erfolgreich unterschiedliche Schlachten bestreiten können.

….während der Schlacht…

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Die zweite Phase des Gameplays ist der tatsächliche Kampfablauf im klassischen Hack´n´Slay Stil. Hierbei wurde sich deutlich an der Dynasty Warriors Reihe orientiert, wo der Spieler ebenfalls mit einem Charakter eine Vielzahl von Gegnern mit verschiedenen Angriffen besiegt. Ebenfalls davon inspiriert ist das Ausführen von Spezialtechniken in Abhängigkeit einer besonderen Energieleiste und die Anzahl der jedem Charakter zur Verfügung stehenden Angriffstechniken, die sich durch die Erhöhung des Levels erweitern. Das Ziel eines jeden Kampfes ist es den Hauptservant zu besiegen, doch dieser befindet sich nicht direkt nach Beginn einer Mission auf dem Schlachtfeld. Damit der Spieler diesen erscheinen lassen kann, muss er zuerst Regime Matrix Keys sammeln, die er durch das Einnehmen von gegnerischen Gebieten erhält. Auch das ist ein abgewandeltes Element aus der Dynasty Warriors Reihe, speziell den Empires Spin-offs, bei denen durch das Einnehmen von feindlichen Basen der Schlachtkommandant auftaucht. Der Gegner hat jedoch ebenfalls die Möglichkeit die eingenommenen Gebiete wieder zurückzuerobern, was bedeutet, dass der Spieler den Gefechtverlauf und das Vorgehen der feindlichen Servants stets im Auge haben sollte um erfolgreich zu sein.

Hilfreich ist dabei auch die Sprintfunktion, die eine sehr schnelle Bewegung über das Schlachtfeld ermöglicht. Schade ist dabei nur, dass die Schauplätze zwar optisch schön gestaltet sind, jedoch keinen großen Bewegungsspielraum erlauben. Die Gebiete, in den meisten Missionen eine Zusammensetzung von ca. 7-9 Feldern, wirken etwas klein und komprimiert. Das hat für den Spieler zwar den Vorteil, dass die Abstände zwischen den Gegnerhorden nicht groß sind, doch bringt gleichzeitig den Nachteil der Monotonie mit sich, sodass es im Grunde keinen Grund gibt sich in den einzelnen Gebieten umzuschauen, da es dort nichts zu finden gibt wie beispielsweise versteckte Items. Positiv ist aber die Action selbst, da zum einen sich jeder Servant anders spielt und über ganz eigene Techniken und Spezialangriffe verfügt, und zum anderen die Vielzahl an Feinden und das schnelle Besiegen dieser einen Adrenalinrausch erzeugt.

Die PlayStation 4 Version hat zusätzlich noch den Vorteil, das das Kampfgeschehen ständig flüssig abläuft und eine Gegnerwelle nach der anderen ohne viel Bewegung oder Kamerajustierung ausgeschaltet werden kann. Letzteres ist leider ein Hauptproblem der PlayStation Vita Version, denn durch den kleinen Bildschirm und entsprechend dadurch eingeschränkteres Sichtfeld muss der Spieler sehr oft nach dem Ausführen von Angriffsketten und Spezialtechniken die Kamera nachjustieren.

…und nach der Schlacht: Das Fazit

Fate/Extella: The Umbral Star ist ein solides Action Hack´n´Slay Game, welches durch eine überraschend gute Story und ein schnelles Kampfsystem mit optisch ansprechenden Effekten und einer Vielzahl unterschiedlicher Charaktere unterhält. Trotz der Probleme, welche die PlayStation Vita Version mit sich bringt (häufige Kameranachjustierung, kantige Charakteranimationen in Dialogen) und der fehlenden bedeutsamen Storybeeinflussung hat es mir trotzdem Spaß gemacht, da es durch die eigenen Gameplayelemente wie die Instant Skills und die sympathischen Hauptcharaktere genügend Abwechslung geboten hat und als Gesamtpaket überzeugen konnte.

Es erfindet das Hack´n´Slay zwar nicht neu, aber bietet durch eine andere Herangehensweise an das Genre durch die Integrierung des Visual Novel Konzepts und die natürliche Spielprogression hinsichtlich des Skillerwerbs genügend Abwechslung um Veteranen des Genres und Neulinge zu unterhalten.

Fate/Extella: The Umbral Star erscheint am 20. Januar 2017 für PlayStation 4 und PlayStation Vita.

 

Good

  • schnelles Gameplay mit vielen optisch ansprechenden Spezialtechniken
  • interessante Story und sympathische Hauptcharaktere
  • natürlicher Skillerhalt und Auflevelung
  • Soundtrack enthält viele Tracks des allgemeinen Franchise
  • Abwechslung durch Sidestories

Bad

  • häufiges Nachjustieren der Kamera
  • kantige Charakteranimationen während Dialogsequenzen
  • keine Einflussnahme auf die Story bei Antwortmöglichkeiten
8

Sehr gut

games! Redakteur

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