Follow
Startseite » Reviews » Gaming Reviews » Evolve Review

Evolve Review

War irgendjemand von euch schon einmal jagen? Und in diesem Fall meine ich „jagen“ nicht im Stile eines Predator sondern vielmehr das klassische Jagen in unseren heimischen Wäldern mit Dackel, Flinte und lustigem Hut. Ja? Gut, dann brauche ich euch gar nicht erst erzählen, dass zum Jagen viel Geduld und Ausdauer erforderlich ist, ganz zu schweigen davon, dass die eigentliche Action nur von kurzer Dauer ist. Und wenn euch das nicht neu ist, dann wisst ihr im Grunde auch schon alles über der Kern von Evolve. Na gut, euer Dackel kommt im Spiel selbst eher in Form eines riesigen Reptilienhundes namens Daisy daher und statt Bambi richtet ihr eure Flinte auf Godzilla Junior. Und zugegeben ein weitere kleiner Unterscheid könnte vielleicht sein, dass Bambi im echten Leben kein Feuer spuckt und mit Findlingen nach euch wirft. Ansonsten aber kann ich keine weiteren Differenzen erkennen – der Kern bleibt Geduld, Ausdauer und da ihr bei eurer virtuellen Hatz nicht alleine seid: Teamwork!

Alle gegen Einen

Spaß beiseite, so einfach ist es dann doch nicht. Kommen wir erstmal zu den vier mutigen Drachentötern die sich gegen das Monster zusammenschließen: Euer Hunter-Team besteht aus vier unterschiedlichen Jägern mit jeweils ganz eigenen Aufgaben. So ist der Assault mit seinen schlagkräftigen Waffen und der dicken Panzerung für das Grobe zuständig, der Trapper für das Aufspüren und Festhalten des Monsters, der Medic spendiert der Gruppe neben Heilung kurzzeitige Buffs wie Tarnung und der Support kann mit gezielten Orbitalschlägen oder Drohnen dem Biest immens schaden. Ihr merkt: Evolve ist sehr stark auf Teamplay ausgelegt. Wer nicht in der Lage ist, sich mit seinen Kameraden abzusprechen, hat oft das Nachsehen. Die Rollen und die Fähigkeiten der insgesamt zwölf Helden unterscheiden sich übrigens auch innerhalb einer Charakterklasse relativ stark. Ob ihr zum Beispiel als Sanitäter Lazarus mit eurem Lazarus-Gerät Kameraden wiederbelebt oder mit dem Granatwerfer von Caira heilt, macht für die Teamtaktik viel aus.

Evolve Review Evolve-val-hunter-evolve-1920x1080-0046

A propos Teamtaktik! So locker sich die Aufgabenteilung auch runterbeten lässt, so wird sie im Eifer des Gefechts schnell mal über Bord geworfen, denn der Assault kann nicht einfach nur stumpf auf unseren Godzilla Junior draufhalten, er muss auch immer einen Blick auf sein Team haben und sich zur Not auch mal zwischen das Monster und einen schwächer gepanzerten Teamkollegen werfen. Ein Medic sollte es trotz ordentlichen Waffenarsenals vermeiden die Aufmerksamkeit des rasenden Gegners auf sich zu ziehen, denn ist dieser erstmal ausgeschaltet, dann hat das Team schon so gut wie verloren – und so weiter. Jeder Kampf ist ein Drahtseilakt und schon der kleinste Fehler kann ein gesamtes Jäger-Team zum Brunch für den Dickhäuter werden lassen.

Einer gegen Alle

Was wären Jäger ohne etwas Ordentliches zu jagen? Hier bietet Evolve im wahrsten Sinne Großes, denn die drei wählbaren Monster Goliath, Kraken und Geist sind nicht nur fantastisch designt und lassen das Herz eines jeden Trophähen-Jägers höher schlagen, sie sind auch noch brandgefährlich. Die Biester können mit ihren Spezialangriffen ordentlich austeilen und beweisen mit Schildpanzer und einer prallen Lebensleiste auch enorme Nehmerqualitäten. Kein Spaziergang für unsere vier Musketiere. Stattdessen erfordert es in der Regel harte Arbeit und Teamwork, um eines der Monster niederzuringen. Erreicht es durch ausgiebiges Fressen auch noch seine dritte Evolutionsstufe und wird zunehmend stärker, macht es die Sache nicht leichter.

Leider ist man in den ersten Stunden auf die Verwendung des Goliaths beschränkt. Warum? Weil man die anderen beiden Exemplare erst mit einem extrem langwierigen Grinden freischalten muss. Auf der einen Seite ist es zwar schön, dass gewisse Anreize für weitere Inhalte geschaffen werden, aber hier hat man es für meinen Geschmack etwas übertrieben, bis man endlich auch Kraken und Geist selbst auf die Jäger hetzen darf.

Evolve Review Evolve-hyde3-hunter-evolve-1920x1080

Ein weiteres Monster wurde im Übrigen als DLC bestätigt und ist in manchen Edition bereits im Preis enthalten. Wer sich das zusätzliche Monster separat zulegen will, wird mit unverschämten 15 € kräftig zur Kasse gebeten und auch viele Skins für Jäger und Monster lässt sich 2K bereits jetzt teuer bezahlen. Immerhin verspricht Turtle Rock, dass es keine kostenpflichtigen Karten gibt, welche die Community spalten. Zudem ist es durchaus fair, dass man auch ohne Zukäufe an Partien teilnehmen kann, bei denen DLC-Inhalte verwendet werden.

Aber versteht mich nicht falsch, am Anfang kommt man mit dem Goliath durch aus auf seine Kosten, denn zum einen veranstaltet er mit seinem Feuerstrahl ein kleines Barbecue und zum anderen gehört neben Findling-Weitwurf und Rugby Tackling auch ein Schmettersprung zu seinem Repertoire. Kraken und Geist wissen ebenfalls, wie man sich zur Wehr setzt: Während Ersterer z.B. Blitzschläge vom Himmel regnen lässt oder den Jägern mit Wirbel-Schuss und Banshee-Minen einheizt, kreiert der Geist mit einem Doppelgänger eine Ablenkung oder trennt mit einer Entführung aus sicherer Entfernung einen Spieler  vom Rest der Gruppe und macht ihn in aller Ruhe fertig. Ihr seht für jeden Geschmack ist etwas dabei. Goliath fungiert als Tank, während der Kraken eher für den Tod von oben steht. Nun und der gemeinhin als etwas übermächtig geltende Geist macht seinem Namen alle Ehre, indem er aus dem Hintergrund agiert.

Evolve Review 2K_EVOLVE_WRAITH_ABILITIES.0

Einsamer Wolf

Obwohl jedes der Monster auf seinem Steckbrief furchterregend wirkt, müsst ihr euch als Monster am Anfang einer jeden Jagd erst einmal bedeckt halten. Vollfressen und möglichst schnell die nächste Evolutionsstufe erreichen lautet hier die Devise, denn landet ihr den Jägern auf Stufe 1 im Netz schaufelt ihr euch ein frühes Grab.

Wichtig ist es also zunächst eure Schwächen zu kennen. Denn zum einen nutzen die Jäger ihr fortschrittliches Equipment um euch aufzuspüren und zum anderen liefert man ihr auch immer wieder ungewollt Hinweise auf euren aktuellen Aufenthaltsort. So hinterlasst ihr z.B. Fußabdrücke, mit denen die Jäger dank des auffälligen Leuchtens eure Fährte aufnehmen können, falls ihr euch nicht leise, aber dafür auch sehr langsam bewegt. Zudem ziehen die Kadaver die ihr nach einem Festmahl zurücklasst Aasfresser an oder ihr schreckt anderweitig Vögel auf, welche eure Position verraten. Und nicht zuletzt macht ihr als Monster durch Lärm auf euch aufmerksam – vor allem der Goliath schreitet nicht gerade auf leisen Sohlen durch den Urwald, sondern erinnert mit seinen Stampfgeräuschen eher an das dumpfe Beben des T-Rex im Jurassic Park. Um dem Ärger vorerst aus dem Weg zu gehen oder später Jäger sowie die potenzielle Beute aufzuspüren, verlässt sich das Monster-Trio auf seinen ausgeprägten Geruchssinn: Ein Druck auf die Taste reicht, um die Umgebung in einem begrenzten Radius nach Futter und Verfolgern zu scannen.

Evolve Review Evolve-_Goliath

Habt ihr euch auf die zweite Evolutionsstufe gefuttert, werden die Karten neu gemischt. Ihr solltet zwar weiterhin versuchen unentdeckt zu bleiben und euren Weg zur finalen Stufe dinieren, doch sollten die Jäger euch dabei mal stören, so seid ihr aber auch gleichzeitig in der Lage ihnen einen blutigen Kampf zu liefern,  – ein Monster Veteran kann auf Stufe 2 durchaus schon den Sieg erringen. Schafft ihr es schließlich die letzte Stufe eurer Entwicklung zu erreichen, werdet ihr endgültig vom Gejagten zum Jäger und könnt eure ehemaligen Peiniger zerschmettern. Ich nehme an dieser Stelle kein Blatt vor den Mund und gebe offen zu, dass ich in Videospielen selten eine größere Befriedigung empfunden habe, als in Evolve, wenn ich mit vier spezialisierten Gegenspielern den Boden aufwische und brüllend den Sieg einfahre. Ein fantastisches Gefühl!

Jäger und Gejagte

So einfach es scheint als Monster die dritte Evolutionsstufe und damit auch die Oberhand im Kampf zu erlangen, so einfach wird es einem oftmals auch gemacht. Denn trotz der zahlreichen Hilfsmittel der Jäger, zu denen später mit weiteren Figuren auch eine Aufklärungsdrohne oder Staubgranaten zählen, kann das Versteckspiel aus der Sicht der kleinen Truppe schnell ermüdend werden und zu einem frustrierenden Leerlauf führen, bei dem man recht planlos durch die Gegend irrt. So muss man hin und wieder hilflos mit ansehen, wie sich das Monster ungehindert bis zur dritten Evolutionsstufe schlemmert und einem im Anschluss den Arsch versohlt.

Zumindest bahnt sich ein Ende der Runde an, denn mit dem Erreichen der dritten Stufe muss das Monster im Standard-Spielmodus Jagd entweder innerhalb eines Zeitlimits ein Strom-Relais zerstören oder alle Jäger vernichten, wenn es nicht verlieren will. Früher oder später wird also ein Aufeinandertreffen von Jägern und Monstern forciert, dass man als Jäger auch durchaus noch gewinnen kann. Schließlich hat man ab diesem Zeitpunkt eine Verteidiger Rolle zu erfüllen, für die die meisten Klassen mit Tretminen und Harpunenfallen bestens gerüstet sind. Abseits davon wird aufgrund der hohen Anspannung ab der dritten Stufe für ordentlich Dramatik gesorgt!

Evolve Review Evolve-HERO-jpg

Im Optimalfall sollte die Jagd aus der Sicht der Jäger aber wie folgt Laufen: Hat man Sichtkontakt und kommt langsam in Schlagdistanz, ist zunächst der Trapper gefragt, genauer gesagt seine mobile Arena. Diese kommt in Form einer Lichtkuppel daher, mit der das Areal und damit die Bewegungsfreiheit des Monsters kurzzeitig eingeschränkt wird. Jetzt ist die Zeit für eine koordinierte Attacke gekommen, in der nicht nur das clevere Zusammenspiel der einzelnen Rollen, sondern auch eine gute Kommunikation innerhalb des Teams über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Während der Trapper weiter versucht, die Kreatur mit Harpunengeschossen oder Betäubungsgranaten an der Flucht zu hindern oder ihm ebenfalls mit Feuerwaffen Schaden zuzufügen, schlägt jetzt vor allem die Stunde der Assault-Klasse: Mit ihrer Ausrüstung vom Blitzgewehr über Flammenwerfer bis hin zur durchschlagenden Schrotflinte oder Giftgasgranaten setzen sie den zähen Mistviehchern am meisten zu. Allerdings müssen sie dazu auch ganz nah ran an den übermächtigen Feind und leben entsprechend gefährlich. Aus diesem Grund zählt ein persönlicher Schild zur Standardausrüstung innerhalb der Klasse, der für eine kurze Zeit unverwundbar macht, bis sich die Energie wieder regenerieren muss. Das Gleiche gilt auch für einen Großteil der Ausrüstung in den anderen Klassen: Die mobile Arena muss nach ihrer Verwendung z.B. genauso wieder aufgeladen werden wie die Drohnen-Batterie oder der mächtige Orbitalschlag des Supports, der einen Raketenregen auf die zuvor markierte Stelle niederprasseln lässt.

Bleiben wir gleich beim Orbitalschlag, um den immensen Wert des Teamworks bei Evolve zu verdeutlichen. Dieser kann nämlich enormen Schaden beim Monster anrichten ist aber gleichzeitig sehr vorhersehbar und kann vom Monster leicht vermieden werden. Hält der Trapper das Monster allerdings mit Harpunengeschossen und lähmenden Granaten am Boden fest, kann sich das volle Potential des Orbitalschlags entfalten.

Teamwork = Spielspaß

Doch diese Idealsituation findet man nicht gerade oft vor, denn es gibt so viele Faktoren, welche die Balance zwischen Monster und Jägern mehr oder weniger stark beeinflussen. Angefangen bei den Fähigkeiten der Spieler, ihrer Kommunikation und einer effektiven Zusammenarbeit spielen auch die Zusammenstellung des Teams, die daraus resultierende Ausrüstung und nicht zuletzt auch die verfügbaren Verbesserungen (Perks) eine gewichtige Rolle. Letztere schaltet man entweder mit Rangaufstiegen frei und legt sich auf eine von ihnen vor dem Beginn der Runde fest. Oder man findet zusätzliche Perks, indem man markierte Elite-Tiere zufällig findet und erlegt.

Evolve Review Evolve-hyde3-hunter-evolve-1920x1080

Allgemein musste ich feststellen, dass Evolve Unmengen an Spielspaß verliert, wenn man sich allein in die Spielersuche stürzt. Da die meisten Leute ohne Headset spielen oder ab und zu das Schulenglisch nicht zur koordinierten Absprache reicht, gehen zusammengewürfelte Jägerteams nur allzu oft baden. Dafür benötigt es aufgrund der eigentlich perfekten Balance nur ein schwaches Glied in der Kette, um die ganze Gruppe ins Verderben zu führen.

Wie oft habe ich jetzt schon Medics dabei beobachten müssen, wie sie sich mit Gebrüll in die Schlacht stürzen und sterben, ohne sich auch nur für eine einzige Sekunde ihrer eigentlichen Aufgabe zu widmen? Oder Assaults die abgeschnitten von der Gruppe irgendwo umherirren, während sich das Monster die geschwächte Gruppe zum Frühstück zubereitet? Leider viel zu oft. Ich schätze ohne festen Stamm an Freunden, mit denen ihr Evolve spielen könnt, werdet ihr in vielleicht 3 aus 10 Runden das „perfekte“ Evolve-Erlebnis spielen können, während sich der Rest wie ein frustiger Marathon-Simulator anfühlt.

Augenweiden im Urwald

Für das Auge wird euch auf dem Planeten Shear einiges geboten: Dank CryEngine sieht der Planet mit seinen dichten Wäldern sowie weitläufigen Sumpf- und Felslandschaften richtig klasse aus. Vor allem im Zusammenspiel mit den dynamischen Wettereffekten gewinnen die Schauplätze auf den zwölf großen Karten an Atmosphäre, während die Flora und Fauna die Illusion einer lebendigen Umwelt gekonnt einfängt. Hier kreucht, fleucht und wuselt es an allen Ecken, während sich Pflanzen und Gräser im Wind wiegen. Selbst im Wasser muss man sich vor Wesen wie Menschen fressenden Aalen oder anderen gefährlichen Raubtieren in Acht nehmen, wobei nicht jeder Bewohner den Jägern gegenüber feindselig verhält. Trotzdem sollte man immer darauf bedacht sein, den Tierbestand zu dezimieren, stellt er doch die wichtigste Nahrungsquelle für das Monster und dessen Evolutionstrieb dar.

Evolve Review Evolve-maggie-dune-beetle3-hunter-evolve-1920x1080

Neben der ansehnlichen Kulisse gefällt mir die vertikale Ausrichtung der Karten: Mit den Monster fliegt oder kraxelt man in ungeahnte Höhen, während bei den Jägern die Jetpacks am Rücken für eine erhöhte Mobilität sorgen. Leider sind die Energievorräte für die Flugdüsen schnell aufgebraucht und regenerieren sich nur langsam, doch kann man unabhängig davon fast jede Wand erklimmen. Allerdings wirken die Karten trotz der atemberaubenden Optik austauschbar und sehr ähnlich, sodass ich nach gut 20-Stunden der Jagd kaum eine Karte am Namen oder dem Vorschaubild in der Spielersuche erkennen würde. Und wo wir gerade schon bei der Anzahl gespielter Stunden sind: Mit jeder weiteren Stunde steigt die Gefahr, in einen gewissen Trott hinein zu geraten, denn man kann auf Dauer nur mit neuen Jäger-Monster-Kombinationen der Monotonie entgegenwirken und auch die sind bei 12 verschiedenen Jägern und 3 Monstern irgendwann erschöpft.

Was tun außer jagen?

Ihr wundert euch vielleicht warum ich mich in diesem Test auf den Spielmodus Jagd fokussiert habe obwohl es doch noch den Evacuation Spielmodus zur Auswahl gibt? Weil es mir kaum möglich war diesen Spielmodus zu erleben. Die Spielersuche meiner Testplattform (Playsation 4) konnte mir kaum Mitspieler für diesen Modus zusammenschustern, sodass ich nur allzu oft zum obligatorischen Hunt-Modus zurückkehren musste. Schade eigentlich, denn dieser kann eine Menge Spaß machen, wie ich im Einzelspiel mit Bots gelernt habe. Beim Modus Nest gilt es z.B., die versteckten (aber im Vorfeld markierten) und mit einer dicken Schale gut geschützen Eier der Kreatur zu vernichten. Im Gegenzug versucht man als Monster, die Nachkommen frühzeitig auszubrüten, um sich im Kampf gegen die Jäger Verstärkung an die Seite zu stellen. Im Modus Verteidigung besteht die Aufgabe der Jäger darin, ein Schiff und dessen Energiequellen zu schützen, während das Monster mal wieder auf Zerstörung aus ist. Bei der Evakuierung dreht sich dagegen alles um das Retten von Kolonisten, die man zuerst finden, wiederbeleben und anschließend zu einem Abholpunkt eskortieren muss. Zusammen mit dem Modus Jagd kann man diese fünf Spielmodi in einer dynamischen Mission verbinden.

Evolve Review 1417631152-evacuation-infographic

So habe ich allerdings gleich mal eine Gelegenheit dazu bekommen die KI des Spiels auf Herz und Nieren zu testen. Schließlich kann man sich im Solomodus auch alleine mit dem Computer für Einsätze auf dem Planeten melden und als Monster oder Jäger losziehen. Klar reicht der Spielspaß hier nicht an das gemeinsame Vergnügen mit Freunden heran, doch dank einer erstaunlich clever agierenden KI auf beiden Seiten eignen sich die Solo-Ausflüge für ein wenig Einzelspielspaß. Ehrlich gesagt hätte ich das ein oder andere mal gern einen menschlichen Mitspieler durch einen Computer ersetzt – so überzeugend ist die KI.

Summary
Evolve ist für mein ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bringt es mit seinem grandios umgesetzten 4vs1 Spielprinzip frischen Wind in das von militärischen Ego-Shootern geplagte Genre und liefert die Basis für Unmengen an Koop-Spaß mit Freunden. Auf der anderen Seite jedoch zehrt der erschreckend geringe Umfang in Kombination mit der fragwürdigen DLC-Politik, sowohl an der Langzeitmotivation als auch am allgemeinen Image von Evolve.Ich könnte heulen, da ich durch einen im Internet zusammengesuchten Clan erfahren durfte wie viel Spaß Evolve eigentlich machen kann, wenn ich mich in die Spielersuche stürze und ein Frustmoment den nächsten jagt. Diese idealen Runden, von denen ich oben gesprochen habe, werden euch aus den Latschen hauen, nur sind diese in der Praxis einfach zu selten vorhanden als das ich an dieser Stelle eine Kaufempfehlung aussprechen könnte. Außer ihr seid euch wirklich sicher genügend Freunde zu haben die sich Evolve mit euch anschafffen würden.Und so genial es sich anfühl als Monster seine Gegenspieler auseinander zu nehmen, nach gefühlten 20 Malen mit jedem Monster verliert dieses Gefühl ebenfalls an Wert.Daher mein ehrlicher Rat: Sollte euch das Spielprinzip wirklich interessieren, wartet bis Evolve günstiger wird oder wartet sogar auf eine mögliche Game of the Year Edition, das Spiel in seiner aktuellen Form ist keine 60 € wert.
Good
  • Frische Spielidee toll ausgeführt
  • Jagd-Feeling kommt gut rüber
  • Balancing fast ideal (Geist)
  • Gelungenes Map-Design
  • gut agierende KI im Solomodus
  • saubere Online-Performance im Spiel
  • DLCs für das Zusammenspiel mit DLC-Käufern nicht notwendig
  • fantastisches Monstergefühl
  • mächtige und klasse gestaltete Monster mit diversen Fähigkeiten
Bad
  • Spielervermittlung dauert mitunter sehr lange
  • Nicht für Einzelspieler geeignet (!)
  • Spielspaß hängt von den Fähigkeiten der Mitspieler ab
  • Kann nach rund zwölf Stunden repetitiv wirken
  • fragwürdige DLC- Preispolitik
  • mögliche Leerlaufphasen bei der Suche nach dem Monster
7
Gut
Written by
Studierender Gamer und Kinogänger. Zu finden auf Playstation 4 und Nintendo Handhelds, meistens beim Rollenspielen.

Bewerte den Artikel

0 0

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Lost Password

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.