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Everspace Beta Preview

Wie viel Spaß bereitet es, im All durch Sektoren zu jagen, Aliens abzuschießen und bei jedem Tod neuzustarten? In der Everspace Beta fanden wir es heraus.

 

Niemand erlebt gern den Tod seines Videospiel-Alter Egos. Nur allzu oft markiert er den frustigen Tiefpunkt eines Spielerlebnisses. Everspace hingegen lässt den Tod des Spielers zu einem integralen Bestandteil seines Spielflusses werden. Momentan befindet sich das vom Hamburger Studio Rockfish Games entwickelte Everspace in der Betaphase, es ist also noch nicht annähernd alles fertig. Als rogue-like Spaceshooter beginnt nach jedem Tod das Spiel komplett von vorne. Was sich nach einem äußerst frustrierenden Erlebnis anhört, wird dadurch abgeschwächt, dass der Spieler nur nach einem Ableben sein Schiff verbessern kann. Sämtliche gefundene Blaupausen dürfen zudem im Inventar verbleiben, alles andere verschwindet hingegen ins Nichts.

In Everspace gilt es sich dieser Paarung aus einem ewigen Kreislauf von Tod und Neuanfang und den unendlichen Weiten des Weltraums zu stellen. Jede neue Reise des rogue-like Spaceshooters nimmt in einem nicht näher benannten Hangar seinen Anfang. Nachdem alle vorhandenen Credits hier in neue Perks zur Aufbesserung des Schiffes geflossen sind, steht dem Aufbruch in den ersten Sektor nichts mehr im Weg. Was wird einen dort erwarten?

Da jeder Sektor und jedes seiner Systeme prinzipiell neu generiert wird, muss jeder dies bei einem neuen Durchlauf selbst herausfinden. Mit höherer Wahrscheinlichkeit werden sich jedoch einige Gegner in dem ersten System wiederfinden. Diese werden entweder den Aliens oder den Outlaws angehören und voller Freude das Feuer auf einen eröffnen, wenn der Mindestabstand dahin geschmolzen ist. Die Vielfalt dieser Gegner hält sich momentan noch in Grenzen, Rockfish Games verspricht hier allerdings Abhilfe zu schaffen. Neben dem Bekämpfen von Gegnern, spielt auch das Sammeln von Ressourcen, Ausrüstung und Blaupausen eine wichtige Rolle in Everspace. Mit der Scansonde lassen sich Tech-Container, Frachtkisten und Rohstoffvorkommen erspähen. Das abbauen und öffnen der Container erfolgt in beiden Situationen durch die Benutzung der Bordwaffen. Auch diese lassen sich mitunter in den Containern finden oder auch neue Geräte oder Konsumgüter. Ressourcen wiederum sollten immer in rauen Mengen im eigenen Inventar landen, so dass man im Fall der Fälle die gefundene Ausrüstung upgraden kann oder neue Ausrüstung dank der Blaupausen herstellen kann. Diese Sammelhatz weiß zu motivieren und das Crafting kommt ohne unnötige Klickorgien oder ein unübersichtliches Handwerksmenü aus.

In meinen zwei kommentierten Gameplayvideos könnt ihr einen Ersteindruck zum Spiel gewinnen, wenn ihr mögt.

Mit hier und da anzutreffenden Händlern und in bestimmten Hangars lässt sich Handel treiben, allerdings wirkt dieser bisher eher rudimentär. Soweit ich es verstehe, können nur bestimmte Ressourcen eingekauft und verkauft werden. Ehrlich gesagt habe ich diesen Aspekt bisher auch eher wenig Beachtung geschenkt. In den großen Schiffen mit durch Kraftfelder geschütztem Verkaufsplätzen, lässt sich auch das Schiff gegen Geld reparieren und Treibstoff nachkaufen. Letzterer findet sich zwar auch häufig bei Gegnern und lässt sich manchmal sogar direkt abbauen. Dennoch kann er knapp werden, so dass der Spieler mitunter dem Sprung ins nächste System mit bangem Blick entgegensieht. Jeder Sprung kostet Treibstoff. Geht dieser zu Neige, kann man ihn zwar immer noch wagen, aber dann besteht die Chance auf einen unerfreulichen, das Schiff beschädigenden Fehlschlag. Weiterhin ist es wahrhaftig nicht ratsam, zu lange in einem System zu verweilen. Nach einer gewissen Zeit meldet Everspace ansonsten, dass Abfangstreitkräfte auf dem Weg ins System sind, das ist dann das Zeichen um schleunigst zu verschwinden. Unter diesen Abfangtruppen befinden sich nämlich nicht nur ein paar Alienjäger, sondern unerfreulicherweise auch Großschiffe, die deswegen so unerfreulich sind, weil sie sich noch nicht bekämpfen lassen. Genau deswegen sollte man auch aus dem System verschwinden, klar soweit? Alternativ schießt euch die Alienhorde mühelos zu Schrott.

Doch worin besteht der Sinn und Zweck hinter alldem? Momentan verfolgt der mit jedem Ableben wechselnde Protagonist nur ein Ziel: Er will den finalen Sektor erreichen, in dem bis jetzt nur ein Platzhalterboss wartet, da der echte Endboss es erst im Early Access ins Spiel schaffen wird. Dieses etwas vage Ziel reicht dennoch, um in der Beta zu motivieren. Denn die durch Geld, das man dankenswerterweise nach dem Ableben behalten darf, freischaltbaren Perks bieten genug Anpassungsmöglichkeiten. Das mag sich nach Grind anhören und ist es irgendwie auch, aber es gibt dem ewigen Kreislauf einen Sinn. Man weiß, dass man nicht nur um die Spielerfahrung reicher geworden ist, sondern auch etwas aus dem misslungenen Anlauf mitgenommen hat. Allerdings bleibt zu befürchten, dass dieser Kreislauf erheblich an Faszination einbüßt, wenn man zu viele Perks oder gar alle freigeschaltet und fast alle Blaupausen gefunden hat. Für wirklich langfristigen Spielspaß sollte sich Rockfish Games ein schlaues Zusatzsystem ausdenken. Wobei es wirklich eine ganze Zeit dauern sollte, bis man alle Perks maximiert hat, da diese später eine erhebliche Menge an Credits einfordern.

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Bis dato lässt sich Everspace wahlweise mit Maus und Tastatur oder mit Gamepad steuern. Eine HOTAS- oder Joystickunterstützung lässt noch auf sich warten, sollte laut den Aussagen der Entwickler aber dazu kommen. Allgemein will Everspace etwas arcadiger sein als große Spacesims wie etwa Star Citizen und Elite: Dangerous. Erwartet also kein hyperauthentisches Steuerkonzept. Meines Erachtens lässt sich Everspace mit Maus und Tastatur sehr gut steuern, dennoch freue ich mich auf den HOTAS-Support. Noch technischer wird es bei der Engine: Im Hintergrund setzt Everspace auf die Unreal 4 Engine, wodurch es durch seine Optik wirklich zu überzeugen weiß: Die Weltraumumgebungen sehen erstaunlich gut aus und begrüßen einen auch mit interstellaren Phänomenen wie Schwarzen Löchern. (Kleiner Tipp: Haltet euch von ihnen fern, sonst bleibt nicht viel von eurem Schiff übrig.) Das Spiel sieht gut aus und läuft zudem auch überraschend stabil.

Fazit zur Beta: Schon jetzt gut und verspricht noch besser zu werden

Everspace bereitet bereits in seiner Beta mit seinem Kreislauf aus Tod und Neuanfang ordentlich Spaß. Wenn man ein klein wenig Frustrationstoleranz mitbringt, lohnt es sich ein Auge auf Everspace zu behalten, das im September ins Early Access geht. Die schnellen Kämpfe spielen sich sogar mit Maus und Tastatur gut und werden durch eine kleine Item- und Ressourcensammelhatz abgerundet. Dank der Unreal Engine 4 weiß auch die Optik der Schiffe und der Weltraumumgebungen zu überzeugen. Glücklicherweise quält Everspace einen nicht einmal mit Abstürzen oder gar Bugorgien. Allerdings kann ich noch nicht vorhersagen, wie gut die noch nicht implementierte Kampagne in diesem nichtlinearen Spiel funktionieren wird, genauso wenig wie lange Everspace tatsächlich zu motivieren weiß, auch wenn ich bei Letzterem positiver Dinge bin. Spätestens wenn der Release Anfang nächsten Jahres naht, lässt sich das genauer sagen. Bis dahin werde ich die Entwicklung gespannt weiterverfolgen, während ich durch weitere Sektoren des vielversprechenden Everspace jage.

Angespielt auf dem PC: Im September geht Everspace auf dem PC und der Xbox One ins Early Access.

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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