Endzeitstimmung – der postapokalyptische Trend

Endzeitstimmung – der postapokalyptische Trend
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(Post)apokalypse – was ist das eigentlich?

Die Apokalypse hat in der Geschichte der Menschen schon immer eine große Rolle gespielt. Weit gefasst und direkt übersetzt bedeutet post-apokalyptisch schlichtweg „auf den Weltuntergang folgend„. Daher ist Haupttenor der meisten Vertreter des Genres das Leben nach einer großen Katastrophe, die sich auf der Erde zugetragen hat. Häufig geht dies mit dem Überleben nur einiger Weniger oder auch dem Auftauchen von Zombies oder schrecklichen Kreaturen einher, die sich auf der Erdoberfläche oder gar im Weltall verbreitet haben. Das Genre beschäftigt sich dabei also mit dem Gedanken, wie das Leben auf der Erde „nach uns“ wohl aussehen könnte, wenn es aus welchen Gründen auch immer kaum mehr Menschen auf dem Planeten gibt, beziehungsweise die Welt, wie wir sie heute kennen, untergegangen ist.

Zu einem in Spielen gerne thematisierten Szenario zur Ursache einer potenziellen Apokalypse gehört ein irgendwie geartetes Virus, Bakterium oder ein Pilz, der Menschen befällt, was zu einer Wesensveränderung mit hoher Ansteckungsgefahr führt. Auch in einer großen Studie, deren Auftraggeber die Global Challenges Foundation war, wird die Wahrscheinlichkeit der synthetischen Biologie als Auslöser eines Untergangs beleuchtet. Dabei soll es sich um die erste wissenschaftlich fundierte Liste von Risiken für die Zivilisation handeln. Die Studie kommt dabei auf eine Wahrscheinlichkeit zwischen 0,5 bis 1%, womit dieses Szenario weit abgeschlagen hinter dem Einfall einer fremden Intelligenz (10%) oder dem Untergang der Zivilisation durch Klimaveränderung, einem Atomkrieg oder einer sonstigen Pandemie (jeweils etwa 5% Wahrscheinlichkeit) liegt.

Heute gibt es vermutlich mehr Endzeitspiele als Zombies in Day-Z, einem der derzeit beliebtesten Vertreter des Genres. Zwar nehmen viele Spieler den Trend zu Zombie-, Survival- und Endzeit-Spielen als aktuelles Phänomen der Zeit wahr, aber das stimmt so nicht ganz. Wer sich gedanklich ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit zurückversetzt, dem wird schnell auffallen, dass es bereits erfolgreiche Endzeitspiele in den 90er Jahren gab. Als bekanntester Vertreter gilt hier sicherlich Resident Evil. Bereits im Jahr 1996 kam das Spiel auf den Markt und gilt seither als Vorreiter und Mitbegründer des postapokalyptischen Spielegenres, wie wir es heute kennen. Zudem ist Resident Evil eines der wenigen Spiele – so wie Day-Z oder auch Silent Hill – die es aufgrund ihres Erfolges und der Berühmtheit bis auf die Kinoleinwand geschafft haben. Ein ebenfalls sehr bekannter Vertreter, der es über den Comic zur Fernsehserie bis hin zum Spielehit geschafft hat, ist natürlich The Walking Dead, auch wenn es als Adventure kein klassischer Vertreter des Genres ist.

Längst ist der Trend auch auf andere Spielumgebungen wie Browsergames oder Online-Kasinos übergeschwappt. So kommen Kasinospieler, die gleichzeitig Fans des Genres sind, beispielsweise bei Betway voll auf ihre Kosten. Hier wurde das postapokalyptische Thema in zahlreichen Kasinospielen übernommen. So kann man beispielsweise mit dem Spiel Alaxe in Zombieland den Nervenkitzel eines Online-Spielautomaten in Kombination mit der dunklen Zombie-Endzeitstimmung genießen. Hierbei handelt es sich um ein Remake des themenbasierten Klassikers, bei dem der Spieler vielen Charakteren aus Alice im Wunderland, wie der Grinsekatze oder dem Hasen begegnet. Statt der lieblichen Alice ist jedoch hier Alaxe – die Zombiversion des Mädchens – als Hauptcharakter vertreten und sorgt für die passende Stimmung im Spiel.

Moderne Postapokalyptische Spiele

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Martin Hultberg, der Entwickler des Endzeit-Spiels Tom Clancy’s The Division, hat im Rahmen eines Interviews mit der FAZ erklärt, dass postapokalyptische Spiele für die Community derzeit so interessant sind, da sie die Welt, wie wir sie kennen, drastisch verändert porträtieren und sie auf den Kopf stellen. Hieraus entstünde ein Kontrast, jenseits dessen, was angenehm ist. Auch der Kampf ums Überleben, der als Urinstinkt in uns steckt, spielt sicherlich eine Rolle bei der Beliebtheit eines Genres in einer Generation, in der Spiele immer realistischer und emotionaler werden.

Heute findet man unter den Neuerscheinungen ständig neue Endzeitspiele, denn sie stehen nach wie vor hoch im Kurs. Zu den heiß erwarteten Neuerscheinungen auf der neuesten Konsolengeneration, der PS4 und der PS4 Pro gehören ebenfalls Vertreter des Genres. Als bedeutende Neuerscheinungen mit Hit-Potenzial gehören sicherlich Horizon, Days Gone, Death Stranding, der zweite Teil der „The Last of Us“-Serie oder auch das plattformübergreifende Mass Effect, wenn man es mit zum Genre hinzuzählen möchte.

Auf dem PC zählt wohl zweifelsfrei Fallout zu den Top-Vertretern des Genres, denn es bietet neben einer ausgefeilten Storyline auch eine hervorragende Gesamtumsetzung, Grafik und Qualität. Nicht umsonst hat sich Bethesda dazu entschlossen, Fallout 4 als komplett spielbare VR-Version umzusetzen. Denn die düstere Stimmung der postapokalyptischen Spiele profitiert sicherlich vom VR-Erlebnis nochmal mehr, als die meisten anderen Genres.

Eine beliebte Unterkategorie der Endzeitspiele sind sicherlich die Zombiespiele, die nach wie vor in rauen Mengen als spielbare Alpha-Versionen aus dem Boden sprießen. Erfolgreiche Vertreter dieser Gattung sind Spiele wie Day-Z, H1Z1 oder auch Rust. Letztendlich kann auch das berühmte Pixelspiel Minecraft mit zum Genre der Endzeitspiele gezählt werden, auch wenn es sich sicherlich von den übrigen Vertretern des Genres nochmals deutlich unterscheidet.

Ist eine Zombie-Apokalypse wirklich möglich?

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Interessant ist sicherlich die Tatsache, dass sich die Zombiespiele so großer Beliebtheit erfreuen und so viele Anhänger finden, obwohl es rein wissenschaftlich betrachtet eher unwahrscheinlich ist, dass sich ein postapokalyptisches Szenario ergeben könnte, in dem Zombies eine Rolle spielen. Oder?

Fakt ist schlichtweg, dass sich nach dem Ableben das ADP, der Zellenergieträger recht schnell zersetzt. Damit wird jede spätere aktive Bewegung eines verstorbenen Körpers unmöglich. Bleibt die Frage, wie realistisch es ist, dass ein Virus so geartet sein kann, dass er Verhaltensweisen und Antrieb eines Menschen so stark verändert, dass er zum Untergang der menschlichen Rasse beiträgt. In den Spielen oder Filmen sorgen Zombies für ihr eigenes Fortbestehen, indem sie noch nicht infizierte Menschen anstecken und diese ebenfalls zu Zombies werden lassen. Ein interessantes Virus, das in dieses Raster hineinfällt, ist sicherlich die Tollwut. Infizierte Tiere verlieren die Scheu, sie werden aggressiv und eine Übertragung über Biss- oder Kratzwunden ist auch auf den Menschen möglich. Allerdings darf man eines nicht vergessen: Damit eine Wesensänderung beim Menschen eintreten kann, müsste das Gehirn befallen werden. Dies ist zwar bei Tollwut auch der Fall, allerdings schwächt dieser Befall die Patienten so stark, dass sie ohne ärztliche Versorgung sterben und sich kaum noch drei Schritte bewegen können. Die Tollwut als Zombie-Virus fällt daher flach.

Bleibt noch die einzig plausible Betrachtungsweise eines künstlichen mutierten Erregers aus dem Labor, der als ultimativer synthetischer Zombie-Erreger wirkt. Die Virologin Samita Andreansky hat für national Geographic einmal Eigenschaften genannt, die ihrer Meinung nach auf ein Zombievirus zutreffen müssten. Hierbei nannte sie eine Kombination aus Tollwut-, Masern- und Grippevirus. Diese Kombination besäße die Möglichkeit des Verbreitens per Tröpfcheninfektion und hätte bewusstseinsverändernde Einflüsse auf den Menschen. In der Natur kann eine solche Kombination aufgrund der Verschiedenheit der genetischen Informationen der Viren nicht entstehen. Ob die Arbeiten an synthetischen Viren in ferner Zukunft einmal tatsächlich zu ähnlichen Ergebnissen führen können, wie es sich finstere apokalyptische Romanschreiber ausmalen, ist dennoch nicht gänzlich auszuschließen.

Wer sich ernsthaft mit Möglichkeiten und der Wahrscheinlichkeit eines Befalls durch einen Wirt wissenschaftlich befassen möchte, für den ist es übrigens lohnenswert, sich auch einmal mit den Pilzen zu befassen, die Ameisen befallen, damit diese die Arbeit für sie verrichten. Annähernd realistische Szenarien zur Apokalypse im Rahmen einer Zombie-Invasion lassen sich also durchaus konstruieren, sodass das Thema – trotz der scheinbaren Absurdität – in gewisser Hinsicht auch aus wissenschaftlicher Sicht nicht gänzlich wegdiskutiert werden kann.

Profilbild von Michael Bragg
Michael Bragg ist der Chefredakteur von games! Dein Gaming-Magazin. Er hat kein spezielles Genre, sondern zockt alles was er in seine Finger bekommen kann.

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