DUSK Review

PC

 

Ketzer, Ungläubiger, Eindringling – der namenlose Held in Dave Szymanskis Shooter DUSK wird vieles genannt. Nach zwei Jahren Entwicklung ist New Blood Interactives neues Spiel fertig geworden. Den Weg dahin haben wir in unserer Preview letztes Jahr schon bestreiten können. Doch was erwartet den Spieler also in der dritten Episode?

 

Sichel ohne Hammer

Ein Mann ohne Namen will sich die Reichtümer unter der Stadt Dusk aneignen. Das ist im Grunde alles, was zur Geschichte von DUSK zu sagen ist. Wohlgemerkt, das Ambiente wird später noch vertieft durch ein paar überraschende Wendungen, aber die Geschichte macht das nicht tiefer. Ohnehin ist sie nur der Aufhänger für eine der abgefahrensten Shooter-Erfahrungen der letzten Jahre. Ästhetisch haben schon so einige Shooter versucht, das Genre der 90er Shooter zurückzubringen und sind dann oft an der Mechanik gescheitert. Strafe ist da ein gutes Beispiel.

Mit DUSK haben wir ein Spiel, das überhaupt nicht beachtet, dass es 2018 veröffentlicht wurde sondern spielt sich tatsächlich wie ein Klassiker von 1996: Schnell, kompromisslos, blutig und chaotisch. Levels sind weniger linear sondern folgen einem logischen Aufbau mit mehreren Ebenen und Zugangstüren. Ganz zu schweigen von den Unmengen an Geheimnissen, die Szymanski in den Levelns versteckt. So können normalerweise Waffen für den späteren Teil des Spiels mit Glück bereits sehr früh gefunden werden.

Drei Episoden umfasst DUSK. Jede davon länger als die letzte. In der ersten erkundet der Held die umliegenden ländlichen Farmgebiete, ehe er in die Stadt Dusk eindringt. Der zweite Teil umfasst die Industriekomplexe außerhalb der Stadt und was der Kult unter ihnen verborgen hält. In der dritten Episode wird der Kultmeter voll aufgedreht: Der Abstieg in die Hölle, Sprung in andere Dimensionen und sogar Zeitreisen stehen auf dem Fahrplan. Dabei wartet DUSK mit ständig neuen Gegnerkombinationen auf. Jede Episode stellt neue Gefahren vor, die sich thematisch an die jeweilige Episode anlehnen.

Dusk1  DUSK Review

Gut zu Fuß

Ein gewisses Tempo sollte man für DUSK mitbringen, denn das Spiel ist nicht zimperlich, einen plötzlich vor eine ganze Wand an Gegnern zu stellen. Glücklicherweise rennt der Spieler von Natur aus schon extrem schnell. Dazu kommt, dass Waffen in DUSK zwar Munition haben, aber nicht nachgeladen werden müssen. Wird die Nachladen-Taste gedrückt, macht der Spieler stattdessen ein Kunststück mit der Waffe – ein Nebenprodukt des selbst referentiellen Humors.

Weil sich das Spiel selbst wenig ernst nimmt, häufig Ereignisse mit Augenzwinkern garniert und das Gameplay selbst diesem Humor gerecht wird. So gibt es z.B. einen Erfolg, bei dem in jedem Level ein verstecktes Stück Seife aufzuheben ist. War DUSK mit den ersten Episoden noch relativ schnell durchzuspielen, so freue ich mich zu berichten, dass Episode 3 noch einmal genug Spielzeit mitbringt, dass es für zwei weitere gereicht hätte. Tatsächlich ist in dieser Episode auch ein wenig Nachdenken nötig, wie gewisse Rätsel zu lösen sind.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der Überlebens-Modus (jetzt mit neuen Karten). Hier wird Arcade-artig nach dem größten Multiplikator und dem längsten Durchhaltevermögen gemessen. Abgerundet wird es mit dem Mehrspieler-Modus, in dem alle gegen alle antreten, auch hier mit frischen Karten und sogar ein paar Mechaniken, die exklusiv nur hier zu finden sind.

Dusk2  DUSK Review

Pixelbrei der gewollten Art

Gewollt pixelig und krude kommt die grafische Präsentation daher. Eckige Texturen erinnern an Spiele wie Quake und Doom, die thematische Aufmachung erinnert an Spiele wie Stonekeep oder einen „blutigen“ Klassiker, an dessen Neuauflage Night Dive gerade arbeitet.

Absolute Sensation ist allerdings der Soundtrack von Andrew Hulshult: Die knalligen Metal-Töne machen das Erlebnis nur noch unterhaltsamer. Dazu kommt, dass jedes Level einen eigenen Track mitbringt und es so nie langweilig wird. Ruhige Phasen werden ebenso passend untermalt wie die größte Ballerei.

Dusk3  DUSK Review

FAZIT: Ewige Dämmerung

Im Grunde kann ich diesem Test nur wenige Dinge hinzufügen, die nicht schon in der Preview standen. DUSK hat Stil, atmet und lebt die 90er, wie ich es noch nie in einem anderen Spiel gesehen habe. Für Fans der Ära ein absolutes Muss und eines der besten Spiele des Jahres!

DUSK ist verfügbar auf Steam, bald auch auf GoG. Ein Konsolenport für die Nintendo Switch ist in der Mache. 

Good

  • Knallige Action!
  • Präsentation erster Klasse
  • Die Musik...einfach die Musik

Bad

  • Mehr von allem, bitte...
10

Meisterhaft

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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