Dusk Preview

PC

 

   

In den 90ern waren Shooter noch in der Natur von Spielen wie Doom, Quake oder Unreal: Schnell, kompromisslos und meist ohne viel Ballast. Dusk, entwickelt von David Szymanski und herausgegeben von New Blood Interactive möchte – wie so viele Spiele – an diese Zeit anknüpfen. Eine erste spielbare Alpha-Version war bereits 2016 verfügbar. Nun kommt die zweite von insgesamt drei Episoden in Steams Early Access heraus, zusammen mit der Mehrspielerkomponente. Unsere Vorschau!

Reichtum? Macht? Nichts von allem!

Eine Geschichte ist wenn überhaupt nur vage definiert: Unser Held hat keinen Namen, aber sucht nach gewaltigen Reichtümern, die unter der unscheinbaren Stadt Dusk stecken sollen. Schon auf dem Weg dorthin begegnet er dunklen Anhängern eines Kults, die mit Motorsäge und Magie Jagd auf ihn machen. Zu allem Überfluss haben sie auch untote Dämonen auf ihrer Seite. Bald schon wird auch das Militär aufmerksam auf die Ereignisse in Dusk und versucht seinerseits die Kontrolle zu erlangen. Unser Held steckt plötzlich mittendrin und muss sich seiner erwehren.

Zu Beginn hat er nichts anderes als ein Paar Sicheln, ehe die üblichen Verdächtigen wie Schrotflinte, Sturmgewehr oder Granatwerfer dazukommen. Auf den ersten Blick mag das dröge wirken, doch damit trifft Dusk den Ton der 90er Shooter ziemlich gut. Wirklich kreative Waffen kamen erst mit der Zeit dazu. Pistolen und Flinten können zu zweit getragen werden. Zudem gibt es – wie schon aus Klassikern wie Doom bekannt – kein umständliches Nachladen. Auf der Taste, die dafür eigentlich infrage käme, liegt stattdessen eine Kunststückfunktion. Die besitzt zwar keinen Nährwert, ist aber dank des Unterhaltungsgrads dennoch gelungen.

Unterhaltungsgrad ist überhaupt ein gutes Stichwort: Schon der Vorspann des Spiels ist ein klassischer DOS-Startup Bildschirm, wie er beim Starten alter Spiele angezeigt wurde. Im Spiel wiederum kann man mit unzähligen Sachen interagieren, so blöde es auch sein mag, am besten bekannt aus z.B. Duke Nukem 3D und dem alten Shadow Warrior. Der Humorgrad mag nicht unbedingt Preise gewinnen, trägt aber zum anarchischen Charme von Dusk stark bei.

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Power-Up!

In der Vergangenheit habe ich bereits mehrere Beispiele für Titel gehabt, die unbedingt die 90er Jahre-Action früher Shooter zurückbringen wollen. Strafe von Devolver z.B. schaffte die Ästhetik zu treffen, nicht aber das Spielprinzip. Dusk hingegen…trifft jeden einzelnen Punkt besser, als so manch anderes Spiel es in den letzten Jahren tat! Linearität ist nicht Dusks Stil. Ähnlich wie in Doom sind Level hingegen wie eine große Karte aufgebaut, für die Schlüsselkarten nötig sind, um weitere Bereiche zu betreten. Hin und wieder gibt es auch Bosskämpfe, die gute Reflexe erfordern. Und auf jeder Karte sind Unmengen an Geheimnissen versteckt in Form von Items oder sogar Waffen. „Moral“ ist hierbei Rüstung und wird durch Schätze erhöht, während Munition und Waffen relativ selbst erklärend sind. Dazu kommen noch echte temporäre Power-Ups wie erhöhte Schussfrequenz für alle Waffen oder mein persönliches Highlight: Das Serum, das Superhot-mäßig die Zeit anhält, wenn man still steht.

Bisher lassen sich zwei der drei Episoden spielen. Teil 1 führt unseren Helden auf den Weg in die Stadt Dusk, während er in der zweiten die nahe gelegenen Industrieanlagen erkundet, in denen Kultisten dunkle Mächte herbei beschworen haben. Beide liefern ordentlich Action, auch wenn sie noch relativ kurz sind: Etwa vier Stunden habe ich für meinen Durchgang beider Episoden gebraucht. Übrigens empfehle ich sehr, den Schwierigkeitsgrad anzuheben. Anders als z.B. Doom ist Dusk deutlich wohlwollender. Außerdem wichtig: Viel (und oft!) manuell speichern!

Fertig mit der Kampagne? Dann kann man sich im Überlebensmodus testen auf zwei Karten, die an die jeweilige Episode angelehnt sind. In Wellen müssen hier Gegner bekämpft werden, in möglichst schneller Reihenfolge, um Punkte und Multiplikatoren zu sammeln. Selbst danach ist noch nicht Schluss: Mit DuskWorld führt Dusk nun auch einen Mehrspielermodus ein, in dem in guter alter Deathmatch-Manier jeder gegen jeden antritt. Sechs Karten gibt es bisher, auf denen 16 Spieler gleichzeitig sich an die Gurgel gehen können.

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Pixelbrei – gut!

Mit seiner Präsentation ruft Dusk in jedem Fall Vergleiche zu alten 3D-beschleunigten Shootern in den Sinn. In gewollt pixeliger und unscharfer Qualität erinnert es stark an iDs Klassiker Quake. Der absolute Clou sind aber die unzähligen Möglichkeiten, wie sich die Farben anpassen lassen. Lust auf Monochrom, Negative oder eine ganze Verballhornung mit Clown-Farben? Alles möglich. Sogar Farbkombinationen der großen Vorbilder sind bereits vorhanden.

Überraschend gut gelungen ist auch das Sounddesign. Gewollt dumpfe Laute der Gegner zusammen mit ein wenig Sprachausgabe sorgen für eine überraschend dichte Atmosphäre während des Spiels. Dazu kommt ein Soundtrack, der an und für sich schon klasse ist. Harte Metal-Töne von Andrew Hulshult, die Dusk eine Mischung aus Mystizismus, Moderne und Grusel verpassen, sehr ähnlich seines neugemixten Doom-Soundtracks, bekannt geworden durch den beliebten Mod Brutal Doom.

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AUSBLICK: Hoffentlich kein Morgen mehr!

Dusk ist eine verdammt schöne Überraschung. Tatsächlich hätte nicht gedacht, einmal ein Spiel zu sehen, das sich so sehr an alte Zeiten orientieren will und dabei wirklich alles richtig macht was nötig ist. Klar, eintönig kann es schnell werden, weil man im Grunde nichts anderes macht als Gegner zu bekämpfen. In diesem Fall ist mir das aber herzlich egal. Ich warte gespannt auf die dritte Episode von Dusk. Jetzt will ich auch sehen, wie es ausgeht!

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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