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Duke Nukem 3D 20th Anniversary World Tour Review

Für den Duke war die Geschichte nicht immer wohl gesonnen: Als Duke Nukem Forever nach zahlreichen jahrelangen Verspätungen endlich veröffentlicht wurde, war die Resonanz zum Spiel nicht besonders gut. Kann also eine Neuveröffentlichung eines älteren Titels helfen? Gearbox, die 3D Realms einst bei der Fertigstellung von Duke Nukem Forever halfen, sind inzwischen die neuen Eigentümer der Duke Nukem-Reihe. Als solche sahen sie die Gelegenheit, das 20. Jubiläum von Duke Nukem 3D – zusammen mit Nerve Software – mit einer neuen Version zu feiern. Da Duke Nukem 3D nun vom Index gestrichen wurde, gibt es endlich unser Review zur 20th Anniversary World Tour!

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Und ich hab keinen Kaugummi…

Duke Nukem 3Ds Geschichte ist praktisch nicht von Belang. Außerirdische haben die Erde überfallen und alle Frauen gekidnappt. Natürlich liegt es an Duke Nukem und seinem gewaltigen Ego sie zu befreien. Sein Weg führt ihn dabei durch insgesamt fünf Episoden mit mehreren halblinearen Unterleveln. Darunter sind die vier Episoden der alten Atomic Edition von 1997, in der die vierte Episode „The Birth“ hervorsticht. Hier ist Duke auf den Spuren berühmter Actionklassiker und wird in verschiedene, von bestimmten Filmen inspirierte Szenarien hineinversetzt, inklusive Musik, die an diese Filme angelehnt ist.

Episode 5 stellt eine Besonderheit dar. Hierbei handelt es sich um das Herzstück dieser Neuveröffentlichung: „Alien World Tour“ ist eine komplett neue, von den Originalmachern von einst entworfene fünfte Episode, die vor Details und Feinarbeit nur so strotzt. Dieses Mal reist Duke rund um den Globus, um die Außerirdischen zu bekämpfen. So führt ihn sein Weg nach Amsterdam über Ägypten und San Francisco bis nach Hollywood. Inbegriffen ist ein neuer fliegender Gegnertyp sowie ein Flammenwerfer, mit dem man Napalm auf seine Gegner abschießt. Diese Levels sind viel linearer gehalten als man es vom Duke sonst gewöhnt ist und haben ein paar versteckte Easter Eggs, die mehr oder minder witzig rüberkommen.

Was Duke Nukem 3D schon damals auszeichnete war die große Interaktionsmöglichkeit zwischen Duke und seiner Umgebung: So kann er von Wasserspendern trinken, die Toilette benutzen, Billard spielen und – fast schon legendär – Stripperinnen Geldscheine zustecken die sich danach „erkenntlich“ zeigen. Nicht alles wirkt wie eine Spielerei. Manche Aktionen können sogar Leben generieren.

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Mit den Waffen eines Duke

Eine Pistole ist das einzige, was Duke zu Beginn des Spiels besitzt, doch im Laufe des Spiels findet er andere Waffen und Munition sowie kleine Extras wie ein Jetpack, mit dem er temporär fliegen lernt oder Schutzstiefel zum Überqueren von Gefahrenstellen. Mit einer üppigen Waffenauswahl konnte Duke Nukem 3D schon immer überzeugen: Raketenwerfer, Rohrbomben, Lasertrittfallen und – als Highlight – eine Schrumpfkanone, mit der man verkleinerte Gegner zertritt, bilden nur eine kleine Auswahl des Arsenals. Am Ende jeder Episode wartet meist ein großer Bossgegner, mit dem man sich prügeln muss.

Leider macht sich schnell Eintönigkeit breit, denn Duke Nukem 3D ist ein relativ einseitiges Spiel. Außer viel schießen macht man im Grunde wenig. Oftmals verbringt man lange Zeit damit den Ausgang zu suchen, einfach weil man sich bei den ganzen Räumen leicht verläuft. Auch sollte man nicht vergessen häufig zu speichern, denn wenn man stirbt beginnt man den Level von vorne – und verliert alle Waffen und Gegenstände die man bis dahin gesammelt hat.

Für zumindest ein paar neue Informationen sorgen die neuen Audiokommentare, in denen ein paar der Originalentwickler ihre Anekdoten zum besten geben. Weitere Spielbarkeit findet man im eingebauten Multiplayer-Modus (der z.z. meines Tests aber praktisch von niemanden genutzt wurde und der Support für von Usern erstellte Level.

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Mittelalterlich

Was mich ein wenig erschreckt hat war der überraschend dürftige Umfang der 20th Anniversary World Tour. Ja, es gibt eine neue Duke-Episode, die bisher nicht veröffentlicht wurde, doch dafür hat Gearbox drei Episoden herausgenommen, die in der einst von Devolver Digital vertriebenen Megaton Edition von 2013 noch enthalten waren: Duke it out in D.C., in der Duke nach Washington reist und verschiedene Wahrzeichen der Stadt besucht, Life’s a Beach, die Sommerurlaub-thematisierte Episode, inklusiver alternativer Waffen und Nuclear Winter, eine Weihnachtsepisode. In den Audiokommentaren wurde zudem deutlich, dass einige Verantwortliche von einst offensichtlich nicht die geringste Lust hatten, an Gearbox‘ neuer Version mitzuarbeiten, mutmaßlich aus Frust über die Gerichtsprozesse zwischen Gearbox und 3D Realms. Prominentester Fehlkandidat wäre hier George Broussard, der einer der ursprünglichen 3D Realms-Entwickler und Miterfinder von Duke Nukem ist.

Ursprüngliche Probleme mit der Soundqualität wurden glücklicherweise schnell ausgemerzt, aber der neu eingespielten Duke Nukem-Dialog von Jon St. John sorgt für eine sonderbar hohe Diskrepanz zwischen den alten Soundeffekten einerseits und der aktuell klingenden Stimme andererseits. Immerhin kann man auch die alten Stimmen verwenden. Auch eingebaut hat man eine 3D-Rendertechnik, die die Level in echtem 3D zeigen oder wahlweise auch wie sie in der DOS-Version von einst aussahen. Aber auch das ist nichts, was man nicht schon in kostenlosen Open GL-Varianten wie eDuke gesehen hat.

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FAZIT: Dem Duke nicht würdig.

Getestet wurde die PC-Version. Es ist zudem außerhalb Deutschlands (Stand 31.01.2016) erhältlich für PS4 und Xbox One.

Summary
Mit Duke Nukem 3D 20th Anniversary World Tour haben wir einen besonderen Fall, denn eigentlich ist Duke Nukem 3D an sich ein ziemlich gutes Spiel und ein Klassiker seines Genres. Aber die Qualität der Neuveröffentlichung und der Fakt, dass Gearbox gerichtlich gegen die einstigen Macher vorgingen, um frühere Veröffentlichungen entfernen zu lassen, geben der ganzen Sachen einen bitteren Beigeschmack. So konnten sie ohne weiteres den doppelten Preis für eine Veröffentlichung verlangen, die weniger Inhalt enthält und technisch minderwertiger ist als die bisher beste (Devolver Digitals Megaton-Edition). Gleichzeitig ist es die einzige Gelegenheit den Duke spielen zu können, wenn man nicht gerade eine der alten Fassungen besitzt. Daher würde ich wenn überhaupt auf einen Rabatt warten.
Good
  • Neue Episode mit frischen Inhalten
  • Interessante Audiokommentare
Bad
  • Technisch teilweise armselig
  • Fehlender Inhalt
  • Hoher Preis
6
Okay
Written by
Michael Bragg ist der Chefredakteur von games! Dein Gaming-Magazin. Er hat kein spezielles Genre, sondern zockt alles was er in seine Finger bekommen kann.

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