Manchmal kann das einfachste Konzept für tollen Spielespaß sorgen: Devolver Digital bringt mit Downwell einen Indie-Titel aus Japan jetzt auch auf Sony-Konsolen. Auf dem PC war man damit schon recht erfolgreich. Kann das auch auf Konsolen funktionieren? Dies erfahrt ihr in unserem Test!

 

Im Rausch der Tiefe

Mit Ausnahme der Musik stammt Downwell von einem einzigen Entwickler: Ojiro “moppin” Fumoto, der seinen Titel damals Devolver Digital vorstellte, weil Japans Indie-Entwicklerszene seit jeher mit einigen Komplikationen zu kämpfen hat. Das einfache Prinzip überzeugt, denn man kann das Ziel in Downwell wirklich kurz fassen: Der Spieler stürzt einen großen Brunnen nach unten und muss sich mit seinen Pistolenschuhen gegen die Kreaturen wehren, die den Brunnen bevölkern. Dieser eine Satz reicht im Grunde schon aus, um Downwell akkurat zu umschreiben. Auf dem Weg nach unten durchquert der Spieler vier verschiedene Gebiete, um schlussendlich den Boss bekämpfen zu können.

Jeder Abschnitt enthält eine Reihe von Feinden, die sich entweder durch Draufspringen, Schießen oder eine Kombination von beiden ausschalten lassen. Dabei kommt auch der minimalistische Look von Downwell zum tragen: Es ist fast vollständig in Schwarz-Weiß gehalten, mit nur einer weiteren Grundfarbe, um Feinde und Gegenstände vom Rest der Umgebung abzugrenzen. Feinde, die komplett in dieser Farbe gehalten sind, können nicht durch Draufspringen getötet werden. Schnelle Reaktionsfähigkeit ist daher gefragt, denn Punktekombos kann man in Downwell nur sammeln, wer möglichst selten landet. Dabei helfen auch verschiedene Fallmanöver, die man im Kaufe des Spiels frei schaltet und das Spielgeschehen modifizieren können. Auf die gleiche Weise kann man auch neue Bildschirmkonfigurationen erhalten, die das Spiel z.B. in die Farbe des Game Boy oder Virtual Boys einfärben. So kann man sich seinen Spielstil etwas einfacher gestalten. Als kleine Demonstration habe ich das Bild aus der PS Vita-Version in Game Boy-Farben statt Standard-Rot gehalten, um sie von der PS4-Fassung abzugrenzen.

Downwell1  Downwell Review

Effektiv

Immer wieder kommt man an Höhlen oder Löchern innerhalb des Brunnens vorbei, wo man neue Waffenmodule, Diamanten oder Energie aufsammeln kann. Diamanten werden verwendet, um in Shops Gegenstände zu kaufen. Weiterhin wählt man nach jedem Brunnenabschnitt ein permanentes Upgrade, mit dem man seine Reihe nach unten fortsetzt. Mit jedem Abschnitt kommen neue Gefahren hinzu: Geister, die einen verfolgen können, Stachelfallen, später muss man sich sogar mit Wasser rumschlagen, in dem man nur begrenzt atmen kann und immer wieder Luftblasen suchen muss, wenn man vorankommen möchte.

Einfachheit überträgt sich auch auf die Steuerung: Links, rechts und eine Feuertaste. Wenn man sie einmalig drückt, springt man. Hält man sie, schießt man bis die Munition ausgeht. Neu bewaffnet wird man jedes Mal, wenn man einen Gegner mit einem Sprung ausschaltet – oder landet, was aber auch den Kombomultiplikator kosten würde. Daher sollte man immer ein Auge offen halten nach potenziellen Gefahren und wie man seine Upgrades richtig einsetzt. Stirbt man, beginnt man wie in den meisten anderen Roguelike-Spielen ganz von vorne. Große Unterschiede sucht man zwischen PS4 und Vita vergebens. Nicht nur spielen sich beide Fassungen fast gleich, auch vom Stil her ist es kein Unterschied.

Downwell_20160529211837  Downwell Review

FAZIT: Arcade neu entdeckt

In seiner Schlichtheit erinnert Downwell an Klassiker wie Pong oder Tetris – eine wahrlich simple Spielidee, die wenig braucht, aber trotzdem unglaublich süchtig machen kann. Von der Aufmachung, der Idee und dem Konzept ist es eigentlich erschreckend, dass es nicht schon damals als vollwertiger Automat in Spielhallen gestanden hat. Downwell ist schnell, fordernd und ideal geeignet für unterwegs. Ein toller Arcadeaction-Titel, nicht nur für Fans!

9/10

Getestet wurde die Version für PS4 und Vita. Es ist auch erhältlich für PC, Android- und iOS-Geräte. 

Good

  • Extrem einfaches, spaßiges Konzept
  • Einfach zu lernen, schwer zu meistern
  • Überraschend viel Inhalt

Bad

  • Musik könnte interessanter sein
9

Großartig

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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