Doom Switch Review

 

   

Doom auf einer Nintendo-Konsole? Wie soll das denn funktionieren? Das habe ich mich anfangs auch gefragt. Aber soviel schon mal Vorweg: Es funktioniert!

Dämonen töten – jetzt auch für Unterwegs

Doom auf der Nintendo Switch ist ein direkter Port des 2016 erschienen Reboots der Serie. Weg mit dem Grusel, hier werden Dämonen erschossen und verwinkelte Level erkundet. Nicht mehr und nicht weniger. Diese Formel macht mehr Spaß, als es danach klingen tut. Denn in der knapp zehnstündigen Kampagne ist unser Hauptziel das Tor zur Hölle zu schließen und das mit einen sehr großen Waffenarsenal. Dabei spielt sich der Ego-Shooter fast genauso wie in den ersten Ablegern der Serie. Die Kämpfe sind fordernd, unterschiedliche Dämonen haben unterschiedliche Schwachstellen und vor allem müssen wir in Bewegung bleiben. Den Titel kann man dabei sehr gut als „Oldschool“ beschreiben. Keine automatische Heilung, wenig Munition, viele Gegner.NSwitch_Doom_01_mediaplayer_large  Doom Switch Review

Damit wir jedoch nicht aussichtslos aufgeschmissen sind, gibt es in Doom die „Glory-Kills“. Nachdem wir einen Gegner geschwächt haben, taumelt dieser und wir können ihn mit einer besonders brutalen Nahkampfattacke den Gar ausmachen. Das bringt uns zudem noch Munition und Lebenspunkte eins und ist damit überlebenswichtig. Die Levelarchitektur ist offen, jedoch nicht zu groß um die Orientierung zu verlieren. Trotzdem lohnt es sich, das Level genau unter die Lupe zu nehmen und jede Ecke abzusuchen. Es locken nämlich Secrets und Upgrades für die Waffen und der Panzerung. Wo wir schon bei den Waffen sind: Das Waffenarsenal ist angenehm abwechslungsreich, durch den schnellen Wechsel der Waffen für die jeweils passende Situation und den verschiedenen Waffenmodi gibt es dazu etliche Möglichkeiten einen Kampf anzugehen. Dabei ist der ressourcensparendste und schnellste Weg auch meistens der befriedigendste.

Ein kleines Wunder mit ein paar Macken

Kommen wir aber zu dem Punkt, warum ihr alle auf diese Review geklickt habt: Die Technik. Die Nintendo Switch ist nicht die leistungsstärkste Konsole, immerhin handelt es sich hier zum größten Teil um eine mobile Konsole. Doch das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen: Auf dem Fernseher sowie im Handheld-Modus läuft Doom in knappen 720p und 30 Bildern pro Sekunde. Im Gegensatz zu den Versionen auf der PS4 und der Xbox One ist das ein relativ schwaches Ergebnis (dort läuft Doom in 1080p und mit 60 Bildern pro Sekunde), aber dafür kann ich den Titel überall spielen. Auch die 30 Bilder pro Sekunde beeinträchtigen das Spielgeschehen nicht, obwohl natürlich die doppelte Anzahl an Bildern ein flüssigeres Spielerlebnis erlauben würde. Des Weiteren musste die Switch-Version noch einige Abstriche in der Texturqualität machen. Oftmals gibt es schwammige Untergründe und viele Details fehlen, doch fallen die Unterschiede nur sehr stark in einem direkten Vergleich mit den leistungsstärkeren Versionen auf.

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Störend wiederum sind die gelegentliche Ruckler und Bildrateneinbrüche, welche bei zu großen Dämonenaufkommen und Explosionen das flüssige Gameplay deutlich einschränken. Dabei sind die Ruckler im Handheld-Modus deutlich stärker als im gedockten Modus. Auch ist die Weitsicht im Handheld-Modus noch einmal deutlich verringert und das Bild wirkt ständig ein wenig verschwommen. Insgesamt wirken sich die negativen Punkte jedoch nicht gravierend auf die Spielerfahrung aus. Nach einer Eingewöhnungsphase fallen die Unterschiede nicht mehr zu stark auf und dafür dass ich den Titel überall spielen kann, ist es doch eine hervorragende Leistung. Auf jeden Fall was den Einzelspieler angeht.

Ruckeliger Multiplayer

Neben der Kampagne bietet Doom auf der Switch auch noch den kompletten Multiplayer-Modus, welcher jedoch nicht mit auf der Cartridge zu finden ist. Stattdessen muss dieser noch heruntergeladen werden. Dafür bekommt man aber das gesamte Paket, sogar mit allen Inhalten des Season-Pass. Der Multiplayer ist eine angenehme Abwechslung und erinnert stark an Arena-Shooter wie Quake oder Unreal Tournament. Leider gibt es aber auch die Dämonenrune, wodurch ein Spieler im Laufe des Matches zu einem viel zu starken Dämonen wird und den Boden mit den Gegner aufwischt. Abgesehen davon macht der Multiplayer für ein paar Runden zwischendurch viel Spaß. Wären da nicht die technische Mängel. Vor allem im Handheld Modus bricht die Bildrate sehr schnell ein.

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Wenn sich ein großer Dämon oder mehr als drei Spieler im Sichtfeld befinden, grenzt die Bildrate schon an der Spielbarkeit. Im Dock-Modus ist dies ein wenig besser, es fällt jedoch trotzdem stark auf. Dadurch sinkt der Spielspaß deutlich ab. Dort hätte Bethesda noch etwas Mühe reinstecken müssen und eventuell die Spieleranzahl verringern oder noch mehr an der Grafikleistung werkeln. In den flüssigen Phasen macht der Multiplayer durchaus Laune, auf Dauer stören die Ruckler dann aber doch zu sehr. Ebenso treten Lags sehr häufig auf, wahrscheinlich auf Grund der schwachen Wi-Fi Verbindung der Nintendo Switch. Wer also ein richtigen Multiplayer Titel haben will, der sollte sich wohl doch lieber an eine andere Version von Doom halten.

Fazit

Ein kleines technisches Wunder ist die Nintendo Switch immer wieder für mich. Ich kann überall zu jeder Zeit Doom spielen und meine Spielerfahrung wird nicht signifikant eingeschränkt. Natürlich mussten hier Abstriche in der Technik gemacht werden, aber trotzdem funktioniert es genauso, wie man es sich vorstellt. Ruckler können nerven, doch der Spielspaß steht fast immer an erster Stelle. Nur der Multiplayer ist Bethesda nicht gelungen, hier stören die technischen Probleme doch zu sehr. Wer mit Doom noch nie in Berührung gekommen ist, kann ein Blick auf die Nintendo Switch-Version werfen. Wer bereits den Titel auf einem anderen System genossen hat, sollte lieber dabei bleiben.

Good

  • Dämonen jagen, wann und wo ich will
  • Angenehmes Gunplay
  • Viele Secrets und geheime Verbesserungen

Bad

  • Multiplayer kaum flüssig spielbar
  • Gelegentliche Bildrateneinbrüche
  • geringe Weitsicht und leicht verschwommen Darstellung
7.5

Gut

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