Digitale Spieledownloads – haben physische Spieleboxen ausgedient?

Digitale Spieledownloads – haben physische Spieleboxen ausgedient?

Einige glauben, dass die Zeit, in der Konsumenten physische Spiele in Läden kaufen oder online bestellen, schon bald vorbei sein könnte. So wurden laut GAME Bundesverband bereits 2013 in Europas größtem Gamesmarkt Deutschland die Hälfte der Umsätze digital erwirtschaftet. Dies beinhaltet Ingame-Käufe sowie Spielekäufe. Der gesamte deutsche Spielemarkt macht aber mit 5,5% nur einen Bruchteil der weltweiten Umsätze mit Konsolen- und Computerspielen aus.

In den letzten Jahren konnte der Spielemarkt den Umsatz kontinuierlich erweitern. So war das Jahr 2016 trotz eher schwacher Triple-A-Titel mit 91 Milliarden US-Dollar das stärkste Jahr aller Zeiten. Der Anteil an Digitalverkäufen stieg dabei nicht nur für die Spiele selbst an, sondern auch die augenscheinlich nicht so beliebten Ingame-Käufe legten kräftig zu. So konnte alleine Overwatch einen Umsatz von 585,6 Millionen US-Dollar erwirtschaften. Dagegen wirkt die nächst größte Ingame-Cashcow CS-GO mit 257,2 Millionen US-Dollar schon fast klein. Dies zeigt, dass diese Art von Konzept mit Ingame-Erweiterungscontent die Wachstumsbringer der Zukunft sein werden – und weniger die klassischen Triple-A Titel.

Wer profitiert?

Diese Entwicklung lässt sich quer über alle Download-Plattformen nachzeichnen und das stetige Wachstum digitaler Ausgaben von Spielen spricht für sich. Auch wenn er im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht von 32 auf 33% zulegen konnte, gab es 2016 einen Sprung auf 39% und es wird ein weiteres Wachstum für 2017 erwartet. Diese Zahlen bilden ein kumuliertes Abbild über sämtliche digitale Spieleplattformen wie Steam, Xbox Games Store oder den Playstation Store. Betrachtet man die PC-Spiele alleine, wurden 2016 bereits 69% aller Spiele digital über Plattformen wie Steam, Origins oder UPlay heruntergeladen. Konsolenspieler hingegen greifen nur in etwa 19% der Fälle auf digitale Kopien zurück, hier wird also der Großteil der Spiele noch in physischer Form gekauft. Allerdings nehmen auch hier die Zahlen stetig zu.

Die großen Profiteure dieses Trends sind ganz klar die Downloadportale, auch wenn die Zahlen hier nicht immer eindeutig sind. So wird geschätzt, dass Valves Spieleplattform Steam im Monat zwischen 200 bis 500 Millionen US-Dollar Brutto-Umsatz erzielt. Dies sind allerdings Schätzungen auf Basis von Hochrechnungen statistischer Daten.

Ein weiterer Profiteur sollte an dieser Stelle aber nicht vergessen werden, nämlich die Spieler selbst. Denn über Portale, die Rabatte auf digitale Inhalte anbieten, lassen sich diese Nachlässe von Anbietern wie Gutscheinpony sofort einlösen und Schnäppchen gleich realisieren, was sie entscheidend von traditionellen Angeboten aus Werbeprospekten oder Flyern für Retail-Boxen unterscheidet.

Warum digital?

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Eine Erklärung für diesen Trend ist sicherlich, dass der Zugriff auf das Spiel sofort erfolgen kann, ohne Warteschlangen in Kauf nehmen zu müssen. Außerdem gibt es ein breites Spektrum an Early-Access und Beta-Titeln, die im Handel überhaupt nicht erhältlich sind und vielleicht auch nie in den Einzelhandel gelangen. Außerdem bieten selbst große Händler wie Amazon die Spiele wahlweise als Download oder in physischer Form an. Der Konsument kann sich also zwischen zwei Varianten entscheiden: entweder ein bis zwei Tage auf das Spiel warten oder es sofort per Download beziehen. In immer hektischer und schnelllebiger werdenden Zeiten entscheiden sich dann immer mehr Konsumenten für letzteres.

Letztendlich bleibt natürlich abzuwarten, ob der Trend sich im Konsolenbereich ähnlich stark weiterentwickeln wird, wie es bei PC-Spielen bereits der Fall ist. Wenn ja, könnte die eingangs erwähnte Prophezeiung schon bald zur Realität werden.

Bildquellen: 1) Pixabay, 2) Pixabay

Michael Bragg ist der Chefredakteur von games! Dein Gaming-Magazin. Er hat kein spezielles Genre, sondern zockt alles was er in seine Finger bekommen kann.

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