Die games!-Spiele des Jahres 2017

Die games!-Spiele des Jahres 2017

Achtung Floskel: Wir lassen das Jahr Revue passieren. Achtung Klischee: Und küren unsere Spiele des Jahres. Clever nich‘, ne? Hier sind die Top games! …ähm, Games aus dem Jahr 2017.

Dieses Jahr machen wir es ein bisschen ausführlicher und hoffentlich auch etwas interessanter als letztes Jahr. Wir haben mehrere Kategorien ausgesucht in der fast jeder Redakteur etwas beisteuerte, wenn er denn einen guten Einfall hatte.

Singleplayer

Jan:  Mein Singleplayer des Jahres ist ein etwas ruhigerer Titel. Stardew Valley hat mir nämlich viele Stunden geraubt, wobei es einem geradezu in einem Sog zieht. Trotzdem wird es nie stressig und das Abarbeiten von Aufgaben hat eine gerade zu hypnotisierende Wirkung. Auf der Nintendo Switch kann ich dann noch jederzeit und überall meine Aufgaben auf der Farm erledigen.

Carsten: Hellblade: Senua’s Sacrifice ist für mich das ambitionierteste Indie Game der letzten Jahre. Die Odyssee einer keltischen Kriegerin in die nordische Unterwelt Hel, um die Seele ihres Geliebten und letztlich sich selbst zu retten, gehört mit zu den eindrucksvollsten Erlebnissen, die ich seit Langem in einem Spiel erlebt habe. Dadurch, dass der Spieler die Psychosen der Hauptfigur und ihre von Schmerz und Leid verzerrte Welt erlebt, baut sich in dem Singleplayer-Spiel eine nie dagewesene emotionale Bindung zur Hauptfigur auf.

Connor: Leider ließ ich Prey noch nicht die Zeit zukommen, die es verdient hat. Wolfenstein 2 war toll, aber es setzte quasi da an, wo Wolfenstein: The New Order bereits war. Everspace ließ mich von Sektor zu Sektor jagen. In Dishonored 2 schleichte ich über die Dächer von Karnaca. Doch an die Faszination von Prey reichte keins dieser Spiele heran. Preys Weg durch die Arreale von Talos I, den es mit einem Mix von Waffengewalt, Fähigkeiten und Werkzeugen zu bewältigen gilt, im Kampf gegen das Ökosystem der Typhon (leider ist das Aliendesign auf Dauer eintönig) übersteigt bloße Alienballerei um Weiten. Talos I erzählt selbst eine Geschichte, das Crafting ist erstaunlich motivierend, ich zerlege einfach gern alles in seine Bestandteile in diesem Spiel, und die sich als alles tarnenden Mimics der wohl beste Gegner des Spiels. Diese Facetten, sein Artstil und seine packende Atmosphäre führen, dazu dass ich der Faszination von Prey erlegen bin.

Christian: 2017 war denke ich eines der besten Jahre für Videospiele überhaupt. So viele hochkarätige und hochklassige Spiele erschienen, dass es praktisch unmöglich war alles gespielt haben zu können. Dementsprechend schwer fiel mir meine Wahl. Aber am Ende ist ein Indie-Titel, der mein Rennen macht. Hand of Fate 2 von Defiant Development macht alles, was sein Vorgänger (mein Spiel des Jahres 2015) schon gut konnte – nur noch besser. Da auch der Wiederspielwert enorm hoch liegt, geht meine Wahl auch dieses Jahr wieder an das australische Studio.

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Multiplayer

Jan:  Welch eine Überraschung, es ist Playerunknown’s Battlegrounds bei mir geworden. Kein Shooter hat mich in aufregendere Gefechte gesteckt als PUBG. Dabei ist jede neue Runde spannend und schafft dabei ein Balanceakt zwischen Frustration und Erfolgserlebnissen.

Connor: Welches neue Multiplayerspiel konnte mich dieses Jahr am meisten überzeugen konnte? Nebst Playerunknown’s Battlegrounds und seinen Nacheiferern gab es mehrere Anwärter auf diese Position. Doch am meisten Eindruck hat bei mir Rising Storm 2: Vietnam hinterlassen. In seinen Multiplayerschlachten baut dieses auf asymmetrischen Fraktionen, Realitätsnähe und Teamplay. Es gelang den Entwicklern bei Antimatter Games und Tripwire Interactive mit Bravur, das Konzept der Red Orchestra-Reihe auf ein Szenario außerhalb des Zweiten Weltkriegs zu übertragen. Das Ergebnis ist ein anspruchsvoller und spannungsgeladener Teamshooter.

Daniel: Rein ins Flugzeug, raus aus´m Flugzeug, landen, umsehen, Waffe schnappen, Typen umbrezeln, ins Fahrzeug steigen, mit Karacho über den Hügel, ins nächste Haus stürmen, mit der Bratpfanne vermöbelt werden, tot. So oder so ähnlich ging es mir einige Male in meinem, zugegebenermaßen, Überraschungshit Playerunknown´s: Battlegrounds. Das steckt zwar noch in der Early Access Phase (Zum Zeitpunkt der Texterstellung Anm. d. Red.), ist somit noch nicht ganz ausgereift und benötigt an vielen Stellen noch einiges an Feinschliff *hust*Netcode*hust*. Aber das Konzept ist einfach und simpel und selbst andere Spiele greifen es mittlerweile auf. Jeder will jetzt Battle Royal! PUBG hat sich in diesem Jahr zu dem Multiplayer Hit schlechthin gemausert. Wir sind gespannt wie es mit dem Spiel weiter geht.

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Beste Überraschung

Konrad: Ich koche in meiner Freizeit sehr gerne, aber mir wäre nie in den Sinn gekommen deswegen Cooking Mama zu spielen. Battle Chef Brigade hat mich aber seit ich zum ersten mal davon gehört habe sehr fasziniert. Und das Endergebnis? Ein schmackhaftes Gemisch aus Fantasy-Klopperei und Puzzle-Spiel, das sich erst durch sein cleveres Set-Up zu einem echten Leckerbissen entwickelt. Nicht nur sind Story und Charaktere überraschend mitreißend, es ist eine wirklich exquisite Kombination von verschiedenen Mechaniken und Rahmenbedingungen, die das Konzept so gut rüber bringen. Es fühlt sich echt ein bisschen an wie Küchenstress, aber gerade das macht es so clever.

Christian: Dieses Jahr bescherte uns endlich die Erkenntnis, dass Stil und Gameplay sehr wohl einen gemeinsamen Nenner finden können: Cuphead von Studio MDHR ist eine liebevolle Hommage an die Zeichentrickfilme der 30er und schafft es dabei gleichzeitig ein im höchsten Maße anspruchsvolles, herausforderndes und trotzdem faires Spielerlebnis zu bieten.

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Jan: Spiele, die eine interessante Geschichte erzählen wollen, verkommen oftmals nur zu sogenannten „Walking-Simulator“. Mit der selben Bezeichnung könnte ich auch What remains of Edith Finch beschreiben, jedoch bricht der Titel immer wieder die Erzählstruktur auf und begeistert mit Innovation in Bezug auf der Erzählung einer Geschichte. Zwar ist der Titel nur sehr kurz, es lohnt sich aber.

Carsten: Den „Wow-Effekt“ des Jahres erlebte ich mit dem Stealth-Cyberpunk-Rollenspiel Seven: The Days Long Gone. Als Fan alter isometrischer Rollenspiel war ich von dem Konzept und der Idee der ehemaligen Witcher 3 Macher angetan, den kuriosen Mix in einem Endzeit-Cyberpunk-Setting zu setzen. Mit Seven hat man ein innovatives Indie Game, dass einen in seiner Open World für Stunden fesseln kann.

Connor: Ende diesen Jahres passierte für mich als langjährigen Battlefield-Spieler etwas Merkwürdiges – etwas nahezu Beängstigendes. Das Merkwürdige: Zum ersten Mal in seiner 12 jährigen Seriengeschichte traute ich mich nicht nur länger als 1-2 Stunden in seine Beta, sondern kaufte Call of Duty: WW2 sogar eine Weile nach seinem Release. Überraschenderweise versenke ich schon seit ein paar Tagen immer wieder Matches um Matches in diesen Shooter einer Serie, von der ich immer dachte, dass sie mir nie gefallen würde. Wo sich manche über fehlende Innovationen beschweren, von denen abgesehen vom War-Mode wirklich nicht allzu viele in COD:WW2 zu finden sind, ist für mich alles neu. Jeder noch so beiläufiger Aspekt von Call of Duty funktioniert so eben doch nur in Call of Duty. Abgesehen von einigen Problemstellen wie dem dürftigen Anticheat, Mikrorucklern plus Framedrops in der PC-Version und ein paar Designschwächen, die hoffentlich noch per Patch überarbeitet werden, präsentiert sich COD: WW2 für mich als solider bis guter Shooter, der einen um Stunden beschäftigen kann.

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Gameplay-Element des Jahres

Connor: Reittiere sind cool. Ja, ich bin auch mal auf diese Idee gekommen! Der Grund dafür? Guild Wars 2: Path of Fire. Dessen Umsetzung der für Guild Wars 2 neuen Reittiere hat mir in diesem Jahr unheimlich gut gefallen. Anders als in anderen Spielen dienen der Schakal, Springer, Greif und Co. nicht allein der schnelleren Fortbewegung, sondern zusätzlich erweitern sie das Gameplay, da sich nur mit ihnen bestimmte Gebiete der Karten erreichen lassen. Darüber hinaus gelang es ArenaNet, sie so zu implementieren, dass sie wirklich das Gefühl vermitteln, ein Lebewesen zum Reittier zu haben und nicht nur einfach einen Turbogang einzulegen. Besonders gelungen ist dies beim Greifen: Wer in Guild Wars 2: Path of Fire mit einem Greifen fliegt, muss mit Geschwindigkeit und Auftrieb arbeiten, womit der Greif dem Wort Fliegen einen wirklichen Sinn gibt und nicht einfach nur am Himmel klebt.

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Spiel-Moment des Jahres

Konrad: Für mich waren die coolsten Momente des Jahres die Bosskämpfe gegen die Wächter in The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Das ganze Spiel dreht sich darum wie man alleine einer riesigen Welt gegenüber steht, doch es sind die Momente wo man sich mit den Nachfolgern der legendären Champions verbündet um Hyrules Kriegsmaschinen zu stoppen. Ganz besonders der Ritt auf dem Hai-Zora Sidon im Kampf gegen Vah Ruta. Es war eine großartige Kombination von Inszenierung, Musik und Gameplay an einem spannenden Punkt in der Story. Macht fast wieder wett wie sehr der eigentliche Bosskampf im Innern des Koloss etwas schwächelt.

Christian: Ohne Zweifel die Erkundung des „Gefallenen Berges“ in Horizon: Zero Dawn. Zu diesem Zeitpunkt hat man bereits das Rätsel über die Hintergründe der alten Vergangenheit weitgehend gelöst. Aber hier werden ein paar Bauteile noch dazu geliefert, die den vielleicht niederträchtigsten Fiesling der Videospielgeschichte untermauern. Ich war überrascht, wie viel persönlichen Zorn ich für einen einzelnen Charakter entwickeln konnte, wenn die Narrative es zulässt.

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Daniel: Bosskämpfe gehören bei Spielen ja irgendwie immer mit dazu und ganz egal gegen wen oder was man gerade antritt, sei es ein Anzugtragender Oberbösewicht mit finsteren Weltherrschaftsplänen oder gleich ein übergroßer Gott, so ein Kampf ist immer aufwühlend und überaus befriedigend wenn der fiese Gegenüber endlich im Staub liegt. Der Kampf gegen den Gott Hela in Hellblade: Senua´s Sacrifice gehört zu den Kämpfen, die sowohl in Sachen Optik, Design, Soundtrack und auch im Gameplay beste Unterhaltung boten. Dabei kämpfte man (Achtung Spoiler!) nicht gegen den Gott selbst, sondern gegen eine schier unendliche Anzahl von Gegnern, die uns bereits im restlichen Spiel das Leben schwer machte. Ein Kampf, den man nicht gewinnen kann und deshalb für pure Verzweiflung bei all denen sorgte, die das erste mal durch diese Hölle gingen.

Jan: Selten bieten mir Multiplayer-Shooter richtig spannende Gefechte. Das es auch anders geht, zeigte Playerunknown’s Battlegrounds. Jedes Gefecht lässt den Puls in die Höhe steigen, vor allem wenn man nur noch einem Spieler gegenüber steht. Das Gefühl, sich gegen Hundert andere Spieler durchgesetzt zu haben und als Letzter da zu stehen, ist geradezu unbezahlbar

Bester Soundtrack

Konrad: Mir fällt diese Wahl echt nicht leicht. 2017 hatte nicht nur einige Hammer Spiele, sondern auch richtig geile Soundtracks. Von den sanften Klängen in Breath of the Wild über den ominösen Jazz-Klängen in The Sexy Brutale. Aber wenn es einen Score gibt der mir wirklich in Erinnerung geblieben ist (und tatsächlich auch sofort gekauft wurde) dann ist es das exzellente Gedudel in The Mummy Demastered. Manchmal klingt es, als will es einfach nur ein toller Castlevania Soundtrack sein, doch dann drehen alle Synthesizer auf und es entwickelt sich ein richtig geiler Cyberpunk Vibe. Ich kannte den Komponisten bisher nicht, aber jetzt hat er meine Aufmerksamkeit.

Christian: Einmal mehr ist es Cuphead, das diese Kategorie von mir bekommt. Nicht nur schafft es Studio MDHR, jedem Bosskampf seine eigene Note zu geben. Auch die Abschnitte dazwischen können sich hören lassen. Stellvertretend für die jazz-igste Musik des Jahres hier der Titelsong des Würfelkönigs.

Jan: Bester Track des Jahres trifft es in meinem Fall besser. Denn der Song „Jump up, Super Star“ aus Super Mario Odyssey trifft genau mein Nerv. Der erste Track mit Gesang in einem Mario Spiel ging direkt ins Ohr, bereits bei dem ersten Hören im Trailer. Macht ruhig mehr in Richtung Jazz, Nintendo.

Carsten: Ja, schon wieder Horizon Zero Dawn! Doch auch was Soundkulisse angeht, hat mich Aloys Abenteuer in diesem Jahr gefesselt. So sehr, dass ich den Soundtrack auch während dem Arbeiten höre. Das Komponistenteam um Joris de Man und The Flight haben für ihr Machwerk zu Horizon Zero Dawn bereits mehrere Preise gewonnen, darunter „Best Original Game“ bei den Game Critics Awards und den Jerry Goldsmith Award für „Best Original Score“.

Bester Charakter

Daniel: Den wohl mit Abstand beste Charakter in einem Videospiel der mir in diesem begegnete, fand ich in Hellblade: Senua´s Sacrifice. Ninja Theory hat mit Senua, gespielt von Melina Juergens, den wohl eindrucksvollsten Charakter erschaffen der es über die gesamte Spiellänge schaffte, mich stets mitzureißen und jede Gefühlsregung mit Haut und Haar mitzuempfinden.

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Konrad: Thrash, der Ork-Berserker mit dem Herz aus Gold in Battle Chef Brigade. Sein Kapitel in der Kampagne von BCB war mehr ein kleines Zwischenspiel, aber durch ihn bekommen wir einen spannenden Einblick in die Welt der Orks in diesen clever neu zubereiteten Fantasy-Setting. Es ist vor allem auch sehr schön in einem Jahr das von Meldungen über ein gewisses Herr der Ringe-Spiel dominiert wurde, einen Ork in einer positiven Hauptrolle zu sehen. Ja, er ist grobschlächtig und emotional, aber habt ihr schon mal einen Berserker Rausch erlebt der durch Liebe zu einer Frau getrieben wurde?

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Christian: Aloy, Heldin aus Horizon: Zero Dawn, konnte mit bissiger Zunge, Neugierde und Abenteuerlust mein Rennen machen. Nicht nur schafft sie es, einen für die Welt drumherum zu begeistern, sondern auch für die Welt, die man im Spiel nie direkt zu Gesicht bekommt.

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Spiel des Jahres

Jan :  Es gab dieses Jahr viele großartige Titel, trotzdem fällt meine Wahl (auch) auf The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Nach etliche Open World Titeln mit der immer gleiche Formel (hust Ubisoft hust) zeigte mir Nintendo, dass es auch anders geht. Selten hatte ich so viel Spaß an dem reinen Erkunden einer Spielwelt und die vielen Stunden in Hyrule werden mir gut in Erinnerung bleiben.

Christian: Hand of Fate 2 mag vielleicht eindrucksvoll gewesen sein, aber es kam von einem Studio von dem bereits bekannt war, dass sie Qualitätsarbeit abliefen können. Doch um Spiel des Jahres zu werden, musste schon eine ganz große Überraschung her – und die kam für mich dieses Jahr von Cuphead! Selten sage ich, ein Spiel verdient es nicht so gut zu sein wie es eigentlich ist, vor allem kein Erstlingstitel eines Studios. Doch MDHR traf hier einen astreinen Homerun. Ich will mehr sehen. Von Cuphead und den Entwicklern!

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Konrad: Tja, diese Wahl fällt mir sehr leicht. Ich meine, Mario Odyssee ist gut, aber es ist kein Breath of the Wild. Ich kann nicht sagen wann mich das letzte mal ein Spiel so sehr in seinen Bann gezogen hat wie Links neustes und größtes Abenteuer. Ich meinte, ich könnte ja jetzt schon das Licht ausmachen weil ich morgen wieder arbeiten muss, aber hey, nur noch diesen einen Berg erklimmen. Und, kurz runtergleiten. Oh, ein Schrein, ja den muss ich noch machen. Und dann kann ich auch gleich Aufleveln gehen. Bei den Göttinnen, wie ich dieses Spiel verschlungen habe. Die Welt, die Charaktere, die Kämpfe gegen große Monster mit denen ich mich an diesem Punkt echt noch nicht anlegen sollte und das fantastische Gefühl wenn mit der dicksten Rüstung und einer fetten Axt wieder kommt um es ihnen heimzuzahlen. The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist für mich ein waschechter 10er.

Carsten: Horizon Zero Dawn ist für mich in mehrfacher Hinsicht ein Meilenstein. Ein exzellent inszeniertes Techno-Steinzeit-SciFi Setting, Next Level Grafik, perfekt designte Openworld und eine starke Heldin namens Aloy, die allen Klischees zu weiblichen Computerspielheldinnen widerspricht und vor allem durch emotionalen Tiefgang glänzt. Die inszenierte Beziehung von Aloy zu ihrem Ziehvater Rost mitsamt der dramatischen Momente sind hollywoodreif. Und sie erzeugen etwas, das neben den „alltäglichen“ Gamedesign-Tricks, um den Spieler im Game zu halten, stärker und stärker in modernen Videospielen hervorscheint: emotionale Bindung. Das Ganze wird in einer großartigen Geschichte eingepackt, die einen Stunden und Stunden gefangen hält. Was will man mehr?

Daniel: Hellblade: Senua´s Sacrifice, ja schon wieder taucht es in diesem Artikel auf! Aber es ist auch einfach ein grandioses Spiel. Nicht ohne Grund heimst das Spiel eine Auszeichnung nach der anderen ab, wie zuletzt bei den Game Awards 2017.

TGA2017_Best Performance

Connor: Es ist kein Geheimnis, dass ich diesem Franchise verfallen bin: Total War: Warhammer 2 avanchierte nach großer Vorfreude zu meinem Spiel des Jahres. Hochelfen, Echsenmenschen, Dunkelelfen und Skaven in Schlachten aufeinanderzuhetzen und ihre Reiche auszubauen, hat mir einfach zu viel Freude bereitet. Warhammer 2 baut in quasi jeder Hinsicht seinen schon gerühmten Vorgänger weiter aus, wodurch es insgesamt das weitaus rundere Spiel geworden ist. Als 2. Kapitel der Trilogie entfaltet es seine volle Stärke jedoch erst, wenn man auch den ersten Teil besitzt. Dann stehen alle Fraktionen beider Spiele zum Erobern auf der Mortal Empires-Kampagne zur Verfügung- weltumspannende Reiche waren schon immer eine der großen Faszinationen von Total War. Mit den Skaven das Imperium niederbrennen, Zwerge die Hochelfen verdreschen zu lassen, mit den Grünhäuten Echsenmenschenstädte niederwalzen? Das alles macht Warhammer 2 möglich und fährt gleichzeitig mit einer Fraktionsauswahl und einem Fraktionsdesign auf, die die Reihe so noch nie erreicht hat.

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Gurke des Jahres

Daniel: Kaum etwas ist für einen Gamer schlimmer, als eine gefühlte Ewigkeit auf einen bestimmten Titel zu warten, der sich dann aber als ziemliche Luftnummer entpuppt. Mass Effect: Andromeda war eines dieser Spiele in diesem Jahr, dessen Existenz ich am liebsten leugnen will. Zu gerne würde ich hier an dieser Stelle lang und breit darüber schreiben wieso und weshalb mich das Spiel, dessen Charaktere, die Story, die Spielwelten, der Multiplayer und selbst der Soundtrack dermaßen angeödet haben, dass mein einstiges Lieblings-Entwicklerstudio Bioware für mich endgültig an Relevanz verloren hat. Denn leider sind die führenden Entwickler die die Mas Effect-Reihe zu dem gemacht hat was sie ist, längst ihrer Wege gegangen oder waren aus anderen Gründen nicht an der Entwicklung von Andromeda beteiligt.

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Carsten:  Das Rezept ist einfach: Man nehme ein prähistorisches Setting mit Dinos, mixt das Ganze mit einem ordentlichen Schuss Open World und MMO, fügt eine feine Aufbau-Note Minecraft dazu und würzt alles mit Survival-Elementen und schon erhält man sein ideales Online-Abenteuer, so zumindest in der Vorstellung. Ark: Survival Evolved hat viel versprochen, für mich wenig gehalten. Nach einem nervenaufreibenden Weg seit der Ankündigung 2015 und der Veröffentlichung 2017 hat Ark: Survival Evolved für mich eigentlich nur Ärger hinterlassen.

Konrad: Tja, ich schätze mal Telltales Guardians of the Galaxy hat „Glück“, dass ich es nicht weiter gespielt habe, so bleibt meine Nominierung für die Gurke des Jahres an einem anderen Spiel mit Rocket, Gamora und Thanos hängen: Marvel vs. Capcom Infinite… Das heißt, eigentlich ist Marvel generell meine Gaming Gurke des Jahres. So sehr ich die Filme und Comics auch liebe, diese „neue Welle“ an Marvel Spielen hat bisher nur enttäuscht und der Rest lässt noch auf sich warten. Das neue MvC und Lego Marvel Super Heroes 2 verzichten gänzlich auf X-Men und Fantastic Four Charaktere und so kann ich eigentlich auch ganz gut gänzlich auf diese Spiele verzichten. Von dem neuen Avengers-Spiel von Square Enix haben wir nun seit 11 Monaten nichts mehr gehört und Sonys Spider-Man erscheint leider erst nächstes Jahr. Und dann noch die Geschichte um das unglückliche Ende von Marvel Heroes. Leute, niemand ist gehypter für Infinity War als ich, aber so langsam würde ich mich echt mal über ein… gutes Big Budget Marvel Videospiel freuen. Das kann doch nicht so schwer sein.

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Jan:   Early-Access Survival Spiele gibt es zu Hülle und Fülle auf Steam. Ein besonders ambitionierter Vertreter war Conan Exiles, die barbarische Welt schien sehr gut geeignet zu sein für dieses Genre. Heraus kam aber ein unfertiger Versuch, möglichst viel Geld mit den wenigsten Mühen einzusacken. Absolute Ideenlosigkeit und eine besonders schlechte Early Access baten sich mir als reine Zeitverschwendung auf

Christian: Leider geht dieses Jahr meine Kategorie an ein Spiel, das ich eigentlich sogar ziemlich mochte: Agents of Mayhem von Deep Silver Volition. Obwohl es ein handwerklich sauberes und gut unterstützter Titel war, blieb meine Enttäuschung am Ende nicht verborgen über die allgemeine Mittelmäßigkeit, vor allem im Vergleich zu ihren vergangenen Saints Row-Spiel. Irgendwas muss bei der Produktion schief gegangen sein, was zu massiven Kürzungen innerhalb praktisch jedem Spielelement führte. Noch dazu führte der mäßige Verkaufserfolg zu massivem Stellenabbau beim Entwicklerteam. Es bleibt zu hoffen, dass sie sich von diesem Reinfall erholen können.

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Connor: Wer „liebt“ sie nicht? Lootboxen – sie tauchten in diesem Jahr in vielen Spielen immer wieder auf, sorgten mal für Stirnrunzeln und mal für ausgewachsene Wuttiraden. Inzwischen geht es sogar so weit, dass die Communities nach Generalverboten schreien. Doch in meinen Augen sind nicht die Lootboxen per se eine der Gurken diesen Jahres, sondern die häufig üblen Umsetzungen dieses Konzepts. Die Diskussion darüber, wie faire und sinnvolle Lootboxen aussehen könnten, wird nicht geführt, stattdessen folgt immer lauter werdende Verteufelung. Wann Verteufelung jemals ein auch nur etwas komplexeres Problem gelöst hat, fragt hingegen kaum jemand.

Most Anticipated

Daniel:

Metro: Exodus gab sein Debüt auf der diesjährigen E3 und ich konnte mich angesichts dieser Ankündigung kaum auf dem Stuhl halten. Als Leser aller Bücher von Dmitry Glukovski und der beiden gleichnamigen Spiele von 4A Games, bin ich selbstverständlich sehr gespannt auf das dritte Abenteuer von Artjom, welches uns wohl weiter aus der Metro ziehen wird als je zuvor.

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Christian: An dieser Stelle hätte ich jetzt Red Dead Redemption II erwähnt, doch leider macht mir Take-Two hier einen Strich durch die Rechnung mit der Ankündigung, ab sofort in all ihren Spielen Mikrotransaktionen zu unterstützen. Die Praxis kann ich leider nicht dulden. Daher geht diese Kategorie diesmal bei mir an Strange Brigade von Rebellion. Das Konzept eines Abenteuer Co-Op Spiels in den 30er Jahren finde ich ausgesprochen abwechslungsreich und ich hoffe, dass es für eine gute Zeit lang unterhalten kann.

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Connor: Nach dem Mikrotransaktionsdebakel von Star Wars: Battlefront 2 mögen mich manche für einen unverbesserlichen Optimisten halten: Doch momentan blicke ich dem kommenden 2018er Battlefield mit der größten Vorfreude entgegen. Es mag noch nicht enthüllt sein, es mag noch überhaupt nichts feststehen, nichtsdestotrotz reicht schon allein die Spekulation über den nächsten Serienteil bei mir für Vorfreude. Dice, bitte hau uns alle um.

Michael Bragg ist der Chefredakteur von games! Dein Gaming-Magazin. Er hat kein spezielles Genre, sondern zockt alles was er in seine Finger bekommen kann.

1 Comment

  1. Schön geschrieben Jungs. Hätte ein paar Titel nicht erwähnt, weil da mein Puls steigt, aber alles in allem stimme ich mit euch überein. Wünsche euch noch viel mehr Erfolg im nächsten Jahr. :3

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