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Die abwechslungsreiche Rolle von Games in der Popkultur

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Videospiele sind nicht länger ein Zeitvertreib der Außenseiter. Spiele sind mittlerweile salonfähig und gute Games stehen, was den Unterhaltungswert betrifft, den großen Blockbustern aus Hollywood in nichts mehr nach. Vor allem grafisch hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan, sodass das Eintauchen in eine andere Welt, in der man deutlich mehr Freiräume hat als in einem Film, immer leichter fällt.

Die Verfilmung von Videospielen: Kein ideales Konzept

Natürlich gibt es immer wieder Berührungspunkte zwischen Games und Filmen. Jedoch muss man zugeben, dass die meisten Filme, die auf Games basieren, nicht immer so erfolgreich waren, wie ihre spielbaren Versionen.

Man erinnere sich zum Beispiel nur an die Verfilmung von Assassin’s Creed aus dem Jahre 2016 mit Hollywoodstar Michael Fassbender in der Hauptrolle. Während die Spielreihe, die erstmals 2007 auf dem Markt erschien, schnell zu einer der größten Videospielmarken überhaupt wurde, ging das Konzept als Film nicht auf. 125 Millionen US-Dollar kostete die Produktion, aber letztendlich spielte der Film an den weltweiten Kinokassen nur 241 Millionen Dollar ein. Das lag unter anderem daran, dass die Essenz, die die Spiele so populär macht, im Film fehlte. Gamer konnten im Spiel in die historischen Schauplätze eintauchen, doch im Film stört der hektische Schnitt die Immersion.

Auch die Abenteuerreihe Tomb Raider ist mehrfach verfilmt worden. 2001 und 2003 schlüpfte Angelina Jolie in die Rolle der Lara Croft und in der 2018-Verfilmung verkörperte Alicia Vikander die akrobatische Protagonistin. Die Kritiken reichten von „ordentlich gemacht” bis hin zu „nicht besonders anspruchsvoll“. Alles in allem fielen die Kritiken gemischt bis positiv aus, womit die Filme aber natürlich nicht an den riesigen Erfolg der Spielreihe anknüpfen konnten.

Live-Streaming statt Kinoleinwand und Sport im Sessel

Anstatt sich Verfilmungen von Games im Kino anzuschauen, interessieren sich viele Gamer von heute für „Let’s Play”-Formate, bei denen man anderen Spielern beim Spielen zuschaut. Entweder geschieht dies über Screencastaufnahmen, die anschließend auf YouTube und Co. hochgeladen werden können, oder aber über Streaming-Portale, auf denen man das Gameplay live mitverfolgen kann.

Dabei sind es oftmals nicht die Spiele selbst, die im Vordergrund stehen, sondern die Moderation und Kommentare der Streamer, die das Zuschauen so unterhaltsam machen. Mittlerweile bezahlen Spielehersteller wie Microsoft und EA diese Streamer sogar, um bestimmte Spielsituationen zu demonstrieren und auf diese Art Werbung für ihre Spiele zu machen. Einer der erfolgreichsten YouTube-Gamer ist Felix Kjellberg, besser bekannt unter seinem Pseudonym „PewDiePie”. Er erreicht mit seinen Videos 40 Millionen Abonnenten. Auf diese Weise wurde durch Games eine vollkommen neue Unterhaltungsform geschaffen.

Eine weitere dieser Unterhaltungsformen ist der e-Sport, denn Videospiele von heute bieten mehr als nur einige Stunden Unterhaltung. Sie haben oftmals eine große Anhängerschaft und sprechen Menschen mit den verschiedensten Interessen an. So konnte sich e-Sport in den letzten Jahren zu einem Milliardengeschäft entwickeln. Ganze Hallen werden komplett ausverkauft, um den Meistern beim Zocken von League of Legends, Dota 2, Fortnite und FIFA zuzuschauen.

Vom Spiel hinaus in die Welt

Einige Figuren aus Spielen haben mittlerweile ein richtiges Eigenleben entwickelt. Man kennt sie, auch wenn man noch nie im Leben ein Videospiel gespielt hat. Man trifft sie mittlerweile als Plüschtiere, als verlockende Maskottchen von online Spielautomaten, auf Kleidungsstücken, auf Tassen, auf Bettwäsche, auf Brotboxen, etc. Eines der wohl bekanntesten Beispiele dafür ist der italienische Klempner Mario.

Mario ist die bisher erfolgreichste Videospielreihe aller Zeiten. Das Phänomen begann bereits im Jahre 1985, als das Spiel erstmals in Japan für den Nintendo Family Computer (Famicom) erschien. Zwei Jahre später konnten Gamer in Europa und Amerika das Spiel mit dem Italo-Klempner für Nintendo NES kaufen.

Kaum ein anderes Spiel hat das Jump-n-Run-Genre so sehr geprägt, sodass viele Entwickler sich von dieser Machart inspirieren ließen, um ihre eigenen Kreationen zu erschaffen. Welches Ausmaß der Hype angenommen hat, zeigte eine Auktion im Februar 2019, als ein Sammler eine noch versiegelte Super Mario Bros. Cartridge für $100.000 ersteigerte.

Den Aufstieg zum popkulturellen Phänomen verdankt die Figur unter anderem seinem ikonischen Look. Der entstand nur aufgrund der limitierten Grafikmöglichkeiten, die man damals hatte. Auf diese Art war es überhaupt nur möglich, zwischen Kopf, Körper und Füßen zu unterscheiden. Zudem war Mario eines der ersten Spiele, das nicht einen Highscore verfolgte. Stattdessen gab es eine Story und somit auch ein Ende. Auch wenn sich die Grafiken im Laufe der Jahre weiterentwickelten, blieb Nintendo den Wurzeln von Mario treu. Das Konzept ist immer relativ simpel, weshalb jedes Spiel eine leichte Einfindungsphase hat.

Stets relevant dank Flexibilität und Weiterentwicklung

In diesem Sinne ist es für Spiele einfacher, länger im Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stehen als Filme. Denn Spiele können sich stets weiterentwickeln und jede Fortsetzung kann ihren Spielern neue Highlights bieten. Für Filme interessieren sich die meisten Menschen nur während ihrer Laufzeit im Kino; anschließend verschwinden sie im wahrsten Sinne des Wortes wieder von der Bildfläche.

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Vor allem Superhelden à la Marvel und DC haben den Sprung von der Comic-Welt auf die große Leinwand geschafft. Sie sind in regelmäßigen Abständen immer wieder im Kino zu sehen. Batman wurde zum Beispiel schon von Lewis G Wilson (1943), Robert Lowrey (1949), Adam West (1966), Michael Keaton (1989), Val Kilmer (1995), George Clooney (1997), Christian Bale (2005) und Ben Affleck (2016) gespielt.

Auch in Videospielen ist der Fledermaus-Mann schon seit Jahren eine Ikone. Games wie Batman: Arkham Asylum (2009), LEGO Batman 2: DC Super Heroes (2012) und Injustice 2 (2017) sind gute Beispiele dafür, dass auch Comic-Helden in der Welt der Spiele eine erfolgreiche Karriere starten können.

Spiele, Filme, Comics und Co. erschaffen oftmals ein einzigartiges Universum. Jedes dieser Universen besticht mit seinem ganz eigenen Charme. Einige Spieleentwickler verstehen es, ihren Figuren genug Freiräume für Weiterentwicklungen zu lassen, ohne dabei jedoch die Essenz des Universums zu verletzten. Dadurch schaffen Charaktere wie Mario, Lara Croft und die Assassinen aus Assassin’s Creed es, allzeit relevant zu bleiben und neue Unterhaltungsformen zu übernehmen.

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Redakteurin mit Leidenschaft

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