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Deadlight: Director’s Cut Review

Vor vier Jahren brachte Tequilla Works Deadlight an den Start. 2D-Jump’n’Runs mit Zombies waren damals noch etwas seltener. Mit der neuen Generation von Konsolen bringen Deep Silver und Abstraction Games es nun auch mit einigen Verbesserungen wieder an den Start. Lest jetzt unser Review!

 

Zukunft ist Vergangenheit

Seattle, US-Bundesstaat Washington: In einem alternativen 1986 wurde die Welt von einem Zombievirus überrannt. Einige Überlebende schlagen sich um die letzten verbleibenden Vorräte. Einer von ihnen ist Randall Wayne, der zu Beginn des Spieles von der Gruppe getrennt wird, mit denen er unterwegs ist. Doch kommt ihm das ganz recht, denn er sucht insgeheim seine Frau und seine Tochter, von denen er während des ersten Chaos getrennt wurde. Erzählt wird Randalls Geschichte in komplett vertonten Comic-Sequenzen, die dank glaubwürdiger Sprecher und guter Charakterisierung sehr der Atmosphäre zuspielen. Und das gilt nicht nur für Randall selbst, sondern auch für die anderen Überlebenden, mit denen er interagiert.

Der Beginn des Spiels ist grandios. Mit verstörend schönen Bildern des postapokalyptischen Seattle, den wandelnden Toten auf der Straße und Randall, der die meiste Zeit im Spiel nur als schwarze Silhouette zu sehen ist. Als starker Kontrast schafft Deadlight einen tollen ersten Eindruck – nur um dann ab dem zweiten Akt ziemlich viel wieder zu verlieren, was vor allem an den Mechaniken liegt mit denen man später konfrontiert wird.

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Axt, so meinst du das!

Während man am Anfang kleine Rätsel löst und dabei ganz in der Tradition anderer Puzzle-Jump’n’Runs wie Limbo bleibt, so kommt mit der Feueraxt ein weiterer Aspekt bei Deadlight hinzu: Der Kampf gegen die „Schatten“, wie Zombies in dieser Welt genannt werden. Und bevor ihr fragt: Nein, auch ich habe keine Ahnung was Zombie-basierte Spiele und Serien gegen die Benutzung des Wortes „Zombie“ haben.

Jene Axt entpuppt sich jedoch als ziemlich mies in der Handhabung. Zum einen tötet sie Gegner nur, wenn man sie vorher niederringen kann – was uns zu Problem Nr. 2 führt: Mit der Axt umzugehen erfordert Übung, denn nicht immer ist klar, wie Randall bei einem Tastendruck seine Axt schwingt oder Gegner vor sich her schubst. Immerhin bleibt die Axt nicht die einzige Waffe: Auch eine Schleuder, Pistole und eine Schrotflinte gehören zu Randalls Arsenal, wobei die Schleuder nicht wirklich als Waffe gedacht ist. Stattdessen muss man mit ihrer Hilfe Schalter aktivieren oder bestimmte Hindernisse treffen, bei denen ein wenig mehr Tricks gefragt sind – was vielleicht an sich auch gereicht hätte, denn das Kampfsystem ist Deadlights größte Schwäche und nimmt der Ursprungsidee, die man in den ersten Kapiteln entwickelt, die Grundlage. Noch schlimmer sind die Segmente, in denen man vor bestimmten Ereignissen davon laufen muss. Deadlights Steuerung ist nicht gerade für präzise Manöver gedacht, wodurch man all zu oft an eigentlich simplen Manövern scheitert, weil das Spiel die eigenen Tasteneingaben nicht richtig interpretiert.

So sehr ich mich über das Kampfsystem ausgelassen habe, umso erstaunlicher ist es, was die größte neue Beilage im Director’s Cut ist: Ein Überlebens-Modus, in dem Randall in einem Krankenhaus gegen die Zombiemassen bestehen muss und dabei auch Zugriff auf Waffen hat, die im Hauptspiel nicht zur Verfügung stehen. Wirklich interessant ist der Modus aber nicht, weil es nur eine einzige Karte gibt und gleichzeitig – wie schon erwähnt – das Kampfsystem einer von Deadlights größten Schwachpunkten bleibt. Ansonsten wartet der schon aus der Ursprungsversion bekannte Albtraummodus, in denen man all seine in der Hauptkampagne gefundenen Upgrades behält und das Spiel im alternativen Kostüm von vorne durchspielt, aber dabei nur insgesamt zwei Checkpoints jeweils zu Beginn jeden neuen Aktes hat. Und wo wir gerade bei den Akten sind: Deadlight ist insgesamt ein erschreckend kurzes Spiel. Nach etwa 3 bis 4 Stunden hat man bereits den Abspann vor sich.

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Kein totes Licht

Ästhetisch kann man Deadlight wenig vorwerfen: Es sieht insgesamt sehr schön aus, hat aber einen Haken: Manchmal verschwimmen durch die dunklen Farben die Punkte, mit denen man interagieren kann. So wirken manche Objekte wie im Vordergrund, obwohl sie eigentlich nur Hintergrunddekoration sind. Sogar das Spiel weiß das, weswegen nach ein paar Sekunden Stellen, an denen sich Randall festhalten kann, mit kleinen weißen Dreiecken hervorgehoben werden. Dumm nur, wenn man eben diese Zeit nicht hat, z.B. in den unnötig schweren Verfolgungsszenen.

Die Musik hingegen ist stimmungsvoll und passt sich gut in die ebenfalls gute Soundkulisse sowie die der Sprecher ein. Geärgert habe ich mich über ein paar Glitches. So blieb ich einmal in der Umgebung stecken und ein anderes Mal landete ich unter einem Objekt, das ich eigentlich passiert hatte. Wenige Stunden nach Veröffentlichung des Spiels wurde jedoch ein sehr großer Patch aufgespielt. Daher hoffe ich, dass die Probleme damit beseitigt wurden. Mit der Steuerung empfehle ich allerdings besondere Einarbeitungszeit. Oft genug kann eine falsch registrierte Tasteneingabe zu unnötigem Frust führen.

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FAZIT: Mit Problemen, aber solide Zombie-Kost.

Getestet wurde die PS4-Version. Deadlight: Director’s Cut ist außerdem verfügbar auf Xbox One und PC sowie in der normalen Version für PC und Xbox 360.

Summary
Deadlight: Director's Cut hat Macken, ohne Frage. Aber ich kann nicht leugnen, dass es einen gewissen Charme versprüht, größtenteils weil das Genre zur damaligen Zeit noch kaum Vertreter mit Zombies hatte. Außerdem gefiel mir Randall als Charakter und ich blieb gefesselt an seine Geschichte bis zum Ende. Die Verbesserungen des Director's Cut bleiben allerdings größtenteils auf der Strecke. Wer das Original also schon kennt, wird nicht viel neues hier entdecken. Allen anderen würde ich es nicht unbedingt zum Vollpreis von 19,99 € empfehlen. Aber als Schnäppchen? Zugreifen!
Good
  • Glaubwürdige Charaktere
  • Erster Akt in jeder Hinsicht gelungen
  • Gute Musik und Sprecher
Bad
  • Manchmal frustrierend zu steuern
  • Das Kampfsystem
  • Unnötige Verfolgungsjagden
  • Zu kurz
6.5
Okay
Written by
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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