Dead Rising 4 Review

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Das ist ein Titel von dem ich nicht erwartet hatte, jemals darüber zu schreiben: Die Dead Rising-Reihe hatte es in Deutschland bisher nicht besonders leicht. Nach Jahren der Abstinenz kommen deutsche Spieler mit Teil 4 auch in den Genuss von Capcoms zweitgrößten Zombiefranchise nach Resident Evil.

 

West is the Best

Fotograf Frank West weiß, wie es in der Hölle aussieht. Fünfzehn Jahre zuvor hatte West in Willamette, Colorado den ersten Ausbruch der Zombieseuche weltweit dokumentiert. Damals war er in einem Kaufhaus eingesperrt und konnte erst drei Tage später gerettet werden. Weil er herausfand, dass die Regierung hinter dem Zombieausbruch steckte, wurde er von oberster Stelle mundtot gemacht. Den eigentlich preisgekrönten Reporter kostete das die Karriere. Inzwischen lehrt Frank unter einem Decknamen an einer Universität – bis die Regierung ihn ihrerseits bittet zu helfen: Kurz vor dem Schwarzen Freitag (dem traditionell umsatzstärksten Tag des Jahres) war Frank gezwungenermaßen mit einer seiner Studentinnen, Vick Chu, bereits in einer Militärbasis, wo sie über geheime Experimente an Zombies recherchierte, in die sie auch Frank einbeziehen wollte. Nun wird sie vermisst. Ihr letzter Aufenthaltsort: Willamette, Colorado….

Damit ist Frank West also einmal mehr dort, wo alles anfing. Das Einkaufszentrum von einst gibt es nicht mehr. Es wurde abgerissen, um Platz zu machen für das Willamette Memorial Megaplex, einen ganz neuen Kaufhauskomplex mit nicht minder abgefahrenem Waffensortiment. Doch bleibt es nicht dabei. Frank zieht es auch nach außerhalb, um die Umgebung von Willamette zu erkunden. Eine Konstante gibt es allerdings: Wohin man auch in Willamette geht: Es wimmelt dort von Hunderten und Aberhunderten von Zombies – so viele, wie man sie wohl noch in keinem anderen Spiel gesehen hat. Noch dazu ist Weihnachten und die ganze Umgebung eingeschneit, es spielt Weihnachtsmusik in den Menüs und Geschäften und zu allem Überfluss ist die ganze Welt voller Dekoration. Zombies und Weihnachten sind in diesem Fall eine explosive Mischung: Frank hasst nämlich beides.

Und das Spiel selbst nimmt sich in keiner Sekunde ernst. Stattdessen gibt es Parodien auf berühmte Filme, andere Spiele und so viele Referenzen an Capcoms Spiele, das man kaum alle hier aufzählen kann. Sie gehen bis in die tiefste Vergangenheit zurück wie Ghosts’n’Goblins, Final Fight, Street Fighter – sogar Capcoms gescheitertes Maskottchen Captain Commando findet Erwähnung. Frank hat zudem mit einer Kamera die Möglichkeit Aufnahmen zu machen und damit Erfahrung zu gewinnen. Dabei teilen sie die Kategorien ein in Drama, Verschwörung, Horror, Gewalt, Zerstörung, das obligatorische Selfie – und Referenzen an Capcom. Noch dazu hat West die Persönlichkeit von Bruce Campbell und immer einen dummen Spruch auf den Lippen, bei denen man gar nicht anders kann als lachen.

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Jack left Town

Sieben Missionen gilt es in Willamette zu erfüllen, doch Frank muss dabei nicht auf ein bestimmtes Zeitlimit achten. Zwischen den Missionszielen kann er die Welt von Willamette frei erkunden und sich so richtig austoben. Waffen teilen sich in drei Kategorien ein: Wurf-, Nahkampf- und Schusswaffen. Und es gibt Hunderte von Dingen die Frank zweckentfremden kann: Computerbildschirme, Spielzeughämmer, T-Shirt Kanonen, Teller…alles was nicht niet- und nagelfest ist kann man verwenden, um Zombies aus dem Weg zu räumen. Auch Fahrzeuge werden kurzerhand zu Mördermaschinen umgebaut. Dafür steht das Combo-Waffensystem zur Verfügung: Bestimmte Gegenstände können miteinander kombiniert werden um sie zu vernichtenden Werkzeugen der Vernichtung zu machen. Zu Beginn hat man nur ein paar Pläne zur Verfügung. Es liegt an Frank die restlichen zu finden, zusammen mit Material, das den Zombieausbruch dokumentiert wie Smartphones, Zeitungen und Podcasts. Dazu findet man hin und wieder ein paar optionale Ziele, in denen man andere Überlebende befreien, Gegnerausrüstung zerstören muss oder einen Container mit Vorräten plündert. Auf der Karte kann Frank einige Zufluchtsbunker befreien, die aufleveln können, je mehr Überlebende Frank befreit. Zu langweilig mit normalen Waffen zuzuschlagen? Dann sucht man am besten einen Exosuit, der Frank für kurze Zeit in einen regelrechten Mega Man verwandelt, der Gegenstände aufnehmen oder absorbieren kann, um den Anzug für die Nutzungsdauer noch effektiver zu machen. In gewisser Weise ähnelt dies den Superkräften aus Saints Row IV.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Unzählige Snacks, Lebensmittel, Medizin und Getränke können Franks Gesundheit wiederherstellen, ganz zu schweigen von den aberdutzenden Kostümstücken, die Frank anziehen kann, um z.B. als Vega aus Street Fighter oder Zero aus Mega Man X Zombies zu jagen. Und um mehr Dinge tragen zu können kann man seinen Charakter mit einem dicken Talentbaum aufbauen. Im Grunde geht es aber nur darum, was man zuerst freischaltet. Auf kurz oder lang bekommt man nämlich alles. Selbst wenn man einmal durch ist, so verfügt Dead Rising 4 über eine Neues Spiel+-Funktion, leider ohne dabei den Schwierigkeitsgrad nach oben zu korrigieren. Denn auf Normal ist Dead Rising 4 leider ziemlich einfach.

Mit der Einzelspielerkampagne ist man eine gute Weile beschäftigt, doch gibt es auch einen Mehrspielermodus, in dem man mit bis zu drei Mitspielern missionsbasiert im Einkaufszentrum von Willamette unterwegs ist. Zum Glück sind die Ziele relativ dynamisch und jeder der vier Charaktere hat eine andere Stärke, aber muss man leider mit Engpässen rechnen, auch weil es im Moment noch nicht viele Mitspieler gibt. Was man hier übrigens an Einnahmen einspielt, kann man auch im Einzelspielermodus hinterher wieder ausgeben. Außerdem kann man nur mit dem Mehrspielermodus die seltenen goldenen Waffenpläne freischalten, die einmal produzierte Waffen extrem widerstandsfähig machen.

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Not groovy!

Grafisch kann Dead Rising 4 leider keinen Blumentopf gewinnen. Die Animation wirkt oft merkwürdig hölzern, die Gesichter sind nicht wirklich gut – nur eben die schiere Masse an Gegnern auf dem Bildschirm ist atemberaubend geworden, ohne das dabei die Wiederholrate einbricht. Die Sprecher hingegen machen einen guten Job, allen voran Ty Olsson als Frank West, der wie schon erwähnt wie eine Ash Williams-Imitation klingt. Mit seinem weihnachtlichen Setting kommen natürlich auch jede Menge Festtagslieder im Soundtrack daher, inklusive einer deutschen Version von Oh Tannenbaum. Die Präsentation macht Dead Rising 4 zum nahezu perfekten Weihnachtsspiel.

Zum Steuern würde ich auf jeden Fall einen Xbox 360-Controller oder gleichwertiges empfehlen. Tastatur ist leider nicht optimal. Negativ fielen mir die vielen Bugs auf, in denen Zombies in der Umgebung feststeckten.

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FAZIT: Frohe Schreinachten!

Frank West zeigt in Dead Rising 4 mit einer gehörigen Portion Humor, wie man Zombiespiele auch mit einem Augenzwinkern angehen kann. Capcom Vancouver wiederum nutzt jede noch so blöde Situation schamlos aus, um alles und jeden auf die Schippe zu nehmen. Auch wenn es hin und wieder etwas dröge wird: Ich hatte viel Spaß mit Dead Rising 4 – auch wenn man es am besten für die Festtage aufheben sollte.

Getestet wurde die Steam-Verison auf PC. Dead Rising 4 ist auch erhältlich auf Xbox One.

Good

  • Viel Humor
  • Gute Präsentation
  • Ideale Festtagsatmosphäre

Bad

  • Wird manchmal etwas eintönig
  • Technisch nicht ganz optimal
7

Gut

Profilbild von Christian Mutig
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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