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Comic-Review: Spider-Man 1 (2016)

So hat man Spider-Man und Peter Parker noch nie gesehen! Mr. Parker leitet einen internationalen Konzern und Spidey ist sein Bodyguard?! Zudem kämpft er an der Seite von S.H.I.E.L.D.-Agentin Mockingbird gegen Zodiac! Plus: Eine Story über Miles Morales. Neue, internationale Abenteuer mit SPIDER-MAN!

Das letzte Großereignis mit dem Namen Secret Wars hat die Marvel-Schneekugel mal wieder so richtig durchgeschüttelt und die ein oder andere traditionelle Comicserie ganz schön auf den Kopf gestellt. Dass der netzschwingende Flaggenträger des Comic-Riesen ebenfalls nicht wirklich um diese kreative Neujustierung herum kommen würde, dürfte bereits im Vorfeld jedem klar gewesen sein. So anders hat man sich Peter Parker im Spinnenkostüm dann aber vielleicht doch nicht vorgestellt…

Mit großer Kraft kommen große Veränderungen!

Wie die meisten der Hefte, die nun stolz die Heftnummer 1 auf ihrer Titelseite tragen, versucht auch Spider-Man 1 neuen Lesern den Einstieg ins Comicuniversum zu erleichtern, indem die Geschichte einen gänzlich neuen Status quo etabliert, mit dem sich sogar Veteranen zurecht finden müssen. Gänzlich verzichtet man jedoch nicht auf die Plotgrundlagen der letzten Jahre. So scheinen noch immer viele Ereignisse aus den vergangenen Marvel-Runs relevant und bereits früher etablierte Nebenfiguren sparen sich die Vorstellungsrunde. Wir erinnern uns: Spideys immerwährender Antagonist Doktor Otto Octavius, aka Doc Ock, hatte sich Peters Identität bemächtigt und gründete die Firma „Parker Industries“. Diese ist nun Dreh- und Angelpunkt für die neuen Geschichten des witzigen Wandkrabblers, geschrieben von langjährigem Spider-Man-Autor Dan Slott.

Auf seinen ersten Seiten wirft uns der Comic in eine rasante Verfolgungsjagd zwischen der Verbrecher-Organisation Zodiac und Spider-Man, dessen neu gewonnener Wohlstand ihn scheinbar faul und dekadent gemacht zu haben scheint, da er den Bösewichten nun in einem schicken, roten „Spider-Mobile“ hinterher rast! Das futuristische Gefährt verfügt – ganz nach Batman Manier – über dicke Panzerungen, einen Autopiloten und kann, ähnlich wie sein Erbauer, an Wänden entlang fahren. Aber auch der Spinnenmann selbst scheint einige nette Upgrades bekommen zu haben – So verfügt er nun im Kampf über verschiedene Netzdrüsen, die nach bedarf, neben den klassischen Spinnennetzen, sogar Metalldrähte oder expandierenden Netzschaum verschießen.

Das Geld für diese teuren Investitionen verdient sich Peter Parker offenbar als Firmenchef von Parker Industries. Einem globalen Technologie-Konzern, der nicht nur Smartwatch-Devices für die Öffentlichkeit entwickelt, sondern nun auch als Hauptunterstützer für S.H.I.E.L.D. dient. Das ganze erinnert nun natürlich irgendwie alles stark (no pun intended) an einen anderen reichen Technik-Freak aus dem Avengers-Club. Doch scheinen alle im Comic stets darum bemüht, klarzustellen, dass Peter Parker kein „Tony Stark für Arme“ sei. Das gelingt nur so bedingt – denn wenn Peter nun Pressekonferenzen und Firmenmeetings abhält, um kurz darauf einmal um die halbe Welt per Privatjet zu düsen und zwischendurch dann in seinen high-tech-Spinnenanzug schlüpft, hat das schon viel von Avengers-Buddy, Iron Man. Auch dann, wenn Peter mehrfach betont, sich selbst nur ein Angestellsten-Gehalt auszuzahlen… wer’s glaubt… Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten bewahrt Slott seinem Protagonisten aber immer noch den notwendigen Charme. Parker ist trotz der vielen Doller-Noten auf seinem Konto ein sympathischer Kerl, der weiß, wie man sich in aller Öffentlichkeit zum Gespött macht und mit der Spinnenmaske über dem Kopf selbst seinen Erzfeinden mit einem flotten Spruch ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert.

Großen Spaß machen darüber hinaus Giuseppe Camuncolis Zeichnungen. Trotz aller Veränderungen in der Geschichte versprüht seine Arbeit am Storyboard den Duft klassischer Spider-Man-Action. In den Action-Panels dominiert Spideys akrobatische Ästhetik, die Gamuncoli mit seinen geradlinigen Zeichnungen gebührend zelebriert. Passend zum Neuanstrich der Serie verpasst er den Bildern einen dezenten Hochglanz-Look, der sich in den ausgesprochen detaillierten Lichtspiegelungen auf Spideys neuem Anzug und sogar auf den komplex kolorierten Oberflächen und Bildhintergründen zeigt.

Summary
Obwohl die ein oder andere Veränderung, die Marvel nun auch mit Spider-Man anstrebt, hin und wieder ein wenig forciert wirkt, macht die erste Ausgabe der rot-blauen Spinne großen Spaß. Autor Dan Slott gelingt der elegante Sprung in ein frisches Kapitel mit zugleich vielen kleinen Rückbezügen auf vergangene Ereignisse, die den mutigen Stilwechsel noch etwas nachvollziehbarer machen. Und während Zeichner Camuncoli die perfekte Formel für aufregende Visualität gefunden zu haben scheint, versteht es Slott, seine Leser auf all das heiß zu machen, was er scheinbar noch so für seine Figur plant.
7
Gut
Written by
Student, Vollblut-Cineast und Teilzeit-Gamer! You stay classy, San Diego!

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