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Comic-Review: Kanan – Der letzte Padawan

Inhalt

Kanan Jarrus unterscheidet sich von den anderen Überlebenden der großen Jedi-Säuberung, denn der frühere Padawan versteckt sich nicht, sondern versucht dem Imperium zu schaden, wo er nur kann. Dabei kann er sich auf seine Freunde, die bunt zusammengewürfelte Crew der Ghost, stets verlassen. Früher war Kanan unter dem Namen Caleb Dume bekannt. Er war der Schüler von Jedi-Meisterin Depa Billaba und beide hätten niemals erwartet, dass sich ihre Klontruppen gegen sie wenden könnten. Dies Ereignis hat Kanan geprägt und deshalb kennen nicht einmal seine Gefährten die Wahrheit über ihn…

Gewohntes Terrain

Nachdem die Marke „Star Wars“ 2012 von Disney aufgekauft wurde, war der Medienkonzern sehr darum bedacht, ein kohärentes Universum zu schaffen, in dem die Filme und das erweiterte Buch- und Comic-Universum nebeneinander existieren und sich gegenseitig ergänzen können. In diesem Zuge wurden alle bisher erschienen Bücher- und Comicgeschichten aus dem offiziellen Star Wars-Kanon gestrichen, um sich mehr kreativen Spielraum für die kommenden Geschichten freizuhalten und bestehende Inkonsistenzen und Überschneidungen zu beseitigen. Kanan – Der letzte Padawan ist somit eines der ersten Comicbücher, die zum neuen offiziellen Star Wars-Kanon gehören und im selben Universum stattfinden, wie auch die Kinofilme.

Und schon auf der ersten Seite des Buches sollten sich Kenner der Star Wars-Mythologie heimisch fühlen. Diese begrüßt nämlich mit der ikonischen Laufschrift, die erläutert, wo wir uns mit dem ersten Band der fortlaufenden Geschichte um den Jedi-Padawan Kanan Jarrus befinden. Schauplatz ist der entfernte Planet Kaller während der Zeit der Klonkriege. Hier kämpft ein junger Padawan an der Seite seiner Jedi-Meisterin Billaba und ihren Klontruppen, als die finstere Order 66 ausgerufen wird und das Leben des jungen Jedi-Anwärters für immer verändert. Mit diesem wichtigen Ereignis der Star Wars-Geschichte schafft das Comicbuch den perfekten Einstieg auch für diejenigen Leser, die bisher noch nie einen Star Wars-Comic in der Hand gehalten haben. Dabei führt uns die Geschichte zu einigen gänzlich neuen Figuren und Orten und bedarf deshalb keinerlei Vorwissen außer jenes, das jeder SW-Fan ohnehin sein Leben lang mit sich trägt.

Zwischen Skywalker und Solo

Autor Greg Weisman, der sich unter anderem für die TV-Serien Gargoyles (1994-1996) und Young Justice (2010-) verantwortlich zeigte, schreibt mit Kanan – Der letzte Padawan eine klassische Sci-Fi-Abenteuergeschichte, die zu den Ursprüngen des Star Wars-Franchises zurückkehrt und sich dabei an Elementen sowohl aus der alten Trilogie, als auch den Prequels bedient. Mit Kanan (den man ursprünglich aus der Star Wars Rebels TV-Serie kennt) wählt Weisman für sein Buch eine Hauptfigur, die in ihrer sarkastischen und leicht überheblichen Sprechweise frischen Wind in die Geschichten der ansonsten so besonnen Jedi-Ritter bringt. Auf der Flucht vor dem neu gegründeten Imperium gibt sich Kanan mit allerhand üblen Gangstern und Verbrechern ab, die ihm, als natürliche Feinde des Imperiums, zu hilfreichen – wenn auch nicht sonderlich vertrauenswürdigen –  Verbündeten werden. Dies verleiht der Geschichte einen sympathischen Heist-Flair, der auch die alte Star Wars-Trilogie, vor allem durch die Figur des Han Solo, prägte.

Das Artwork von Pepe Larraz und Jacopo Camagni ist ein Fest für die Augen. Mit vielen Braun- und Grautönen trifft die Kolorierung die farbliche Stimmung der eher düsteren Star Wars-Bilder der alten Trilogie und macht mit bunten, kräftigen Bildern jede Actionszene zum visuellen Feuerwerk. Passend zur ereignisreichen Handlung nehmen sich die Zeichner viel Raum, um das Buch sogar mit ganzseitigen Zeichnungen zu versehen. Gerade in Kampfszenen – mit und ohne Lichtschwert – und rasanten Raumschlachten bleiben die Panels strukturiert, die Bilder klar und man merkt, dass die Zeichner sich auf die wichtigen Details konzentrieren, ohne im Rausch der Laser-Gefechte den Blick fürs Ganze zu verlieren.

Summary
Kanan - Der letzte Padawan ist ein tolles Sci-Fi-Abenteuer, das sowohl stilistisch, als auch durch seine Erzählweise an viele bekannte Elemente der Star Wars-Formel erinnert, ohne dass man zuvor einen der Charaktere und Schauplätze gekannt haben muss. Bereits bekannte Plot-Instrumente werden in neue erzählerische Richtungen gelenkt und unterhalten durchgängig. Lediglich der kurze Erzählrahmen von Kanans Hintergrundgeschichte wirkt nicht genügend ausgeschöpft, was zumindest diesem ersten Band der Reihe wenig weh tut. Für all diejenigen, die nach Episode VII Lust auf ein größeres Star Wars-Universum mit neuen, interessanten Charakteren haben, gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung!
8
Sehr gut
Written by
Student, Vollblut-Cineast und Teilzeit-Gamer! You stay classy, San Diego!

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