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Comic-Review: Iron Man 1 (2016)

Bestsellerautor Brian Michael Bendis übernimmt die Abenteuer des Genies, Playboys und Superhelden Iron Man! Im ersten Heft baut Tony Stark die beste Iron-Man-Rüstung aller Zeiten, trifft seine Traumfrau und kracht mit Dr. Doom und Madame Masque zusammen.

Marvels Soft-Reboot mit dem Slogan „All-New, All-Different“ fegt aktuell durch sämtliche Serien des Comic-Labels. Wer noch nicht so ganz verstanden hat, was es mit den vielen neuen Veränderungen in den klassischen Superheldencomics auf sich hat, kann sich in unserem Review zu Avengers 1 noch mal die wichtigsten Infos holen.

Genie, Milliardär, Playboy, Philanthrop – Iron Man. Doch Tony Stark ist noch mehr. Der charismatische Avenger ist nicht nur damit beschäftigt, regelmäßig die Welt vor Superschurken zu beschützen. Er muss auch einen Konzern leiten und sich hin und wieder mit seinen eigenen Dämonen herumschlagen. Iron Man 1 zeigt uns einen Tony, der offensichtlich noch viel mehr an seinem Inneren zu tüfteln hat, als wir es bisher gewohnt waren. Wie in den anderen Heftserien, die die stolze #1 auf ihrer Titelseite tragen, etabliert auch Iron Man 1 eine frische Ausgangslage für unseren Titelhelden. Tonys Firma ist längst nicht mehr so erfolgreich wie sie einst war und auch sein Alter Ego Iron Man bedarf seit längerem mal einer Generalüberholung. So verschanzt sich der geniale Mechaniker mal wieder in seiner Werkstatt, um eine Rüstung zu entwickeln, die die besten Eigenschaften aller vorherigen kombiniert und ihn zum ultimativen Iron Man machen soll. Viel Zeit für Testflüge bleibt ihm jedoch nicht. Vor allem nicht, wenn ein alter Bekannter erneut auf den Plan tritt, der nicht nur ein mal nach Tonys Leben trachtete: Victor von Doom.

Autor Brian Michael Bendis, der schon seit vielen Jahren an diversen erfolgreichen Marvel Comics schrieb, inszeniert mit diesem neuen Iron Man-Run eine gewohnt facettenreiche Darstellung des beliebten Marvel-Superhelden. Trotz des Serienneustarts schreibt er Tony Stark so wie die meisten ihn kennen – charmant, witzig und selbstverliebt. Dennoch lässt es Bendis nicht aus, seine Figur mit einer kleinen Sinnkrise etwas verwundbarer zu machen, was dem Leser einen persönlicheren Einblick in Starks ansonsten so selbstbewusste Psyche gewährt. Gleichzeitig bricht er mit kleinen Konventionen, indem er beispielsweise Tonys Beziehung zu Pepper Pots auflöst und den reichen Playboy wieder zum Junggesellen macht. Gleichzeitig lässt er ihn auf eine Frau treffen, die nicht nur Tonys Genie teilt, sondern eine größere Bedeutung für das Marvel-Universum haben könnte, als man von einer Nebenfigur in einer solchen Geschichte erwartet. Wie Bendis weiter mit dieser Figur verfährt, könnte vor allem das Schicksal aller Mutanten in Marvels X-Men-Serien beeinflussen.

Die gewohnte Action lässt Bendis jedoch trotzdem nicht vermissen. Vor allem nicht, wenn sich die Profi-Killerin Madame Masque auf einem blutroten Streifzug befindet, der sogar die Aufmerksamkeit des berüchtigten Dr. Doom auf sich zieht. Doch auch dieser scheint nicht mehr der zu sein, der er einst war. An diesem Punkt spannt Bendis ein scheinbar komplexes Netz an Storyfäden, die in der ersten Ausgabe seiner fortlaufenden Serie nur angeschnitten werden und gleich mehrere kleine Cliffhanger aufwerfen. Auch wenn die Relevanz dieser vielen Plotpunkte noch ungewiss ist, muss man Bendis für das Potenzial loben, die seine Geschichte mit nur knapp 60 Seiten beweist. Zeichner David Marquez unterstützt hierbei tatkräftigt Bendis‘ visuelle Vorstellungen. Dieser ist für seine spezielle Illustrationsart bekannt, die Panels über Doppelseiten anzuordnen. Auffällig sind ebenfalls die starken Farbkontraste, mit denen Marquez seine Bildkästchen illustriert. Während die dialoglastigen Seiten des Hefts meist Tonys Persönlichkeit mit dezenteren, dunkleren Farben visualisieren, überkompensiert der Zeichner die Farbwahl in den Iron Man-Parts der Geschichte mit knalligen Comic-typischen Farben. Davon abgesehen fällt in der Darstellung eine stringente Ordnung der Panele auf, die gerade auf Bendis‘ Doppelseiten für Ordnung und Ruhe im Lesefluss sorgt.

Summary
Von all den neuen Marvel-Heftserien sticht Iron Man 1 vor allem durch sein starkes Story-Potenzial hervor. Bendis macht deutlich, dass er seine Geschichten weit im voraus plant und gewährt immer wieder in den kleinsten Nebensätzen spannende Ausblicke auf all das, was er mit der neuen Inkarnation seiner Figur noch so vor hat. Auch wenn diese erste Ausgabe Marvels "All-Different" erst im Unterton offenbart und eher weniger mit spektakulären Überraschungen aufwartet, steckt in Bendis' Geschichte durchaus die Chance, Marvels charismatischsten Eisenmann nachhaltig zu prägen.
8
Sehr gut
Written by
Student, Vollblut-Cineast und Teilzeit-Gamer! You stay classy, San Diego!

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