Startseite » Reviews » Entertainment Reviews » Comic-Review: Die Neuen X-Men 1 (2016)

Comic-Review: Die Neuen X-Men 1 (2016)

Verhasster als je zuvor, haben sich die wenigen verbliebenen X-Men zurückgezogen. Doch sieben Teenager sind entschlossen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Allen voran Scott Summers, der für die Sünden seines älteren Ichs geradestehen muss.

Als hätten die X-Men sowieso nicht schon genug damit zu kämpfen, ihren Status in der Gesellschaft des Marvel Universums zu etablieren, scheint ihr Ansehen seit dem Comic-Reboot noch tiefer gesunken zu sein. Doch im Gegensatz zu den Helden der Gegenwart, die sich nun in alle Himmelsrichtungen verstreuen, rauft sich eine Gruppe junger X-Men zusammen, um der Welt zu zeigen, dass noch immer Frieden zwischen Menschen und Mutanten herrschen kann!

Marvels neue Heftserie Die Neuen X-Men startet bei uns in kompakter Paperback-Aufmachung und vereint die ersten sechs Hefte der Mutanten-Serie. Damit erzählt das Buch zwei abgeschlossene Geschichten, die beide einen guten Einblick liefern in den für Einsteiger etwas überraschenden Status quo des X-Men Universums. Hauptakteure sind hier zwar Cyclops, Beast, Iceman und Co., jedoch stammen sie alle aus der Vergangenheit und sind demnach deutlich jünger und tragen nicht das finstere Erbe des aktuellen Zeitgeschehens auf den Schultern. So muss nämlich besonders der junge Cyclops damit zurecht kommen, dass sein Alter Ego aus der Gegenwart zu einer Mutanten-Terrorgruppe gehörte und die Menschen dieser Zeit in Angst und Schrecken versetzte. Doch auch nach seinem Tod folgen junge Mutanten seinem schlechten Beispiel und tyrannisieren Menschen mit ihren Fähigkeiten. Unter der Führung von Hank McCoy, aka Beast, sehen die neuen X-Men hier eine Chance, der Menschheit zu beweisen, dass es noch immer Mutanten gibt, die auf der Seite des gemeinsamen Friedens stehen.

Autor Dennis Hopeless schreibt mit den ersten Ausgaben seiner neuen Serie eine klassische X-Men Geschichte, die all die definierenden Kernthemen aufgreift und gleich auf mehreren Ebenen an die klassischen Geschichten der 60er Jahre erinnert. So holt er die Original-X-Men aus ihrer Zeit in die Gegenwart und bringt damit ein großes Stück der Leichtigkeit der frühen Comichefte in seine Geschichte. Dennoch hat jede Figur ihr eigenes Paket zu tragen, das Hopeless immer zwischen den handlungstragenden Seiten in kleine Dialoge einfädelt.

Hauptakteur der ersten Geschichten ist der junge Cyclops, der – desillusioniert von den Schreckenstaten seines älteren Ichs – auf einer eher introvertierten Suche nach seiner Aufgabe in der neuen Welt ist. Unterstützt wird er von Vaterfigur Beast, der stets darum bemüht ist, die Gruppe bestmöglich zusammen zu halten. Mit Figuren wie Iceman und Idie Okonkwo nutzt Autor Hopeless die Gelegenheit, um Themen wie Homosexualität und Religiosität in das gesellschaftskritische Comicuniversum zu flechten. Der zeitgereiste Angel und die neue weibliche(!) Wolverine müssen währenddessen versuchen, eine normale Beziehung im harten Superheldenalltag zu führen. Das gestaltet sich nicht so einfach, da Wolverine nicht nur die Kräfte ihres männlichen Gegenparts teilt, sondern auch seine Hitzköpfigkeit, mit der sie sich Hals über Kopf in jede Schlacht stürzt und dabei jedes mal mit schwereren Verletzungen davon kommt.

Und wenn die Neuen X-Men gerade nicht mit Vorurteilen, Rassismus und den anderen alltäglichen Problemen der Gesellschaft zu kämpfen haben, prügeln sie sich mit anderen Mutanten, die ihnen den Weg kreuzen. Besonders hier bekommt Zeichner Mark Bagley besonders Spaß an seiner Arbeit und setzt die Action Panels mit hell leuchtenden Farben spektakulär in Szene! Auffällig ist auch, dass Bagley seine Figurendesigns an den Charaktermodellen der originalen X-Men Hefte orientiert und mit seinem Zeichenstil immer wieder ein wenig 60er Jahre Flair aufleben lässt.

Summary
Die Neuen X-Men #1 sind eigentlich die (ganz) alten X-Men in neuem Gewand! Mit einer frischen, jungen Figurenkonstellation rollt Autor Dennis Hopeless das X-Universum erneut von vorne auf und spendiert Fans alter Geschichten genug Anlegestellen, während Neueinsteiger eine Einführung bekommen. Diese ist dank Marvels Grojkonuktur manchmal etwas holprig und undurchsichtig, jedoch haben Figuren und Setting genug Identifikationsbereiche, um den Spaß am Lesen konstant aufrecht zu erhalten.
8
Sehr gut
Written by
Student, Vollblut-Cineast und Teilzeit-Gamer! You stay classy, San Diego!

Bewerte den Artikel

0 0

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Lost Password

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.