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Comic-Review: Batman Arkham Knight – Genesis

Im Videogame-Hit "Batman: Arkham Knight" ist Gothams finsterer neuer Ritter ein brutaler Antiheld, der knallhart gegen Schurken vorgeht und einen gewaltigen Hass auf Batman hegt. Dieser Band enthüllt die ganze Vorgeschichte des Arkham Knight und zeigt sein Aufeinandertreffen mit dem Joker, Deathstroke und Harley Quinn. Nicht nur für Fans des Spiels!

Die Arkham-Trilogie gilt als der Heilige Gral der Videospiel-Umsetzungen von Comicbüchern. Kein anderes Lizenzspiel wurde in den letzten Jahren zugleich von Fans und Kritikern der Branche dermaßen gelobt und gefeiert. Dass DC-Comics diese goldene Gans nicht einfach im Stall versauern lässt, ist nicht verwunderlich – zumal der Protagonist dieser erfolgreichen Videospiele sowieso den bunten Seiten einer 75-jährigen Comichistorie entstammt. Grund genug also, um den Stories der mittlerweile vier Arkham-Spiele ein ausgedehntes Comic-Grundgerüst zu geben.

Finsterer Ritter

Arkham Knight: Genesis entnimmt seinen Teil der Geschichte dem namensgebenden Videospiel Batman: Arkham Knight. Hier folgt die Handlung des Comics jedoch nicht dem Titelhelden und Dunklen Ritter Batman, sondern seinem Antagonisten, dem besagten Arkham Knight, dessen wahre Identität für Kenner des Videospiels ein alter Hut sein dürfte und die der Comic auch gleich zu Beginn enthüllt. In dem Zusammenhang macht es für Fans der Spiele natürlich Sinn, sich diesen Comicband erst nach erfolgreichem Beenden des Videospiels vorzunehmen.

Wer sich über die Batman-Spiele hinaus außerdem mit dem Comicuniversum auskennt, für den waren einige der Plot-Entscheidungen möglicherweise bereits früh abzusehen oder zumindest grob mit dem offiziellen Batman-Kanon vereinbar. Hier ist nämlich nicht unwichtig zu wissen, dass die Arkham-Serie in ihrer eigenen Kontinuität existiert. Das bedeutet, dass die Geschichten in einem eigenen, von den offiziellen Comics unabhängigen Universum stattfinden. Das gibt den Autoren der Spiele mehr Freiheiten, um einige der bereits existierenden Comic-Stories in einer frischeren Art interpretieren und mit ihren eigenen Ideen vereinbaren zu können. Arkham Knight: Genesis folgt diesem Pfad sehr stringent und macht es sich zur Aufgabe, die Herkunftsgeschichte des Videospiel-Bösewichts zu erzählen. Dazu umfasst der Sammelband 6 US-Ausgaben der abgeschlossenen Serie, von der jedes Heft ein Kapitel in der frühen Vergangenheit des Arkham Knight erzählt, der bereits viele Jahre vor den Ereignissen des besagten Videospiels mit dem Dunklen Ritter zu tun hatte. In einem parallelen Handlungsstrang erfahren wir zudem, wie es dem selbsternannten Rächer von Gotham gelang, all seine Ressourcen für den Endkampf gegen Batman zu sammeln und bekommen dabei einen guten Ausblick hinter die Kulissen des bösen Masterplans, den wir in Batman: Arkham Knight sowieso schon vereitelt haben…

Die Stärke an Peter J. Tomasis Geschichte ist ihre nahtlose Eingliederung in die bereits facettenreich erzählte Handlung der vier Videospiele. Der Autor nimmt sich die Geschichte eines Bösewichtes zur Grundlage, die man bereits zu genüge zu kennen meint und schafft es diesem altbekannten Klassiker der Batman-Geschichten exakt die gleiche Färbung zu geben, die wir aus dem Videospiel-Universum kennen. Das macht unausweichlich spürbar, dass dieses Comicbuch eben nicht Teil der klassischen Batman-Comicgeschichten ist, sondern eindeutig zu dem Universum gehört, aus dem die Videospiele stammen. Dies wird zusätzlich durch die Zeichnungen von Alisson Borges und Dexter Soy unterstützt. Sie tauchen nahezu alle Panels in düstere, dunkle Farben und halten die Bilder gerne in einer Mischung aus Braun-, Blau- und Schwarztönen, um dem visuellen Stil der Spiel-Vorlage zu entsprechen. Auch die Charakter-Zeichnungen wirken sehr plastisch und detailliert und man entdeckt oft in den Fenstern der Comic-Seiten kleine Anlehnungen an das Art-Design der Games. Etwas ernüchternd bleibt jedoch lediglich die Tatsache, dass Tomasis Geschichte – bei aller Detailtreue – leider kaum Spannungsmomente bietet. Die meiste Zeit verbringt die Titelfigur damit, ihre Geschichte nachzuerzählen. Das geschieht vorrangig in langen Monologen, die den gewünschten Aufschluss geben, jedoch kaum emotionale Befängnis für eine tatsächliche Handlung wecken. Selbst das Finale bleibt weitestgehend ereignislos – was eigentlich nicht schlimm wäre, wenn man den Ausgang der Geschichte nicht sowieso schon die ganze Zeit über kennen würde.

Summary
Batman Arkham Knight: Genesis erfreut all diejenigen, die besonders am geschlossenen Universum der Videospiele ihren Spaß fanden und gerne mehr über die tragische Entstehungsgeschichte des Arkham Knight in Erfahrung bringen wollen. Dabei werden sie von einer detailgetreuen Autorenarbeit und stilechten, düsteren Zeichnungen begleitet. Etwas schade, dass es der Geschichte am nötigen Action-Pfeffer fehlt und es - für Kenner des Spiels, an die sich dieser Comic aber nun auch richtet - kaum überraschende Auflösungen gibt. Nichtsdestotrotz bleibt Batman Arkham Knight: Genesis eine gelungene Erweiterung des düsteren Arkham-Universums.
6
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Student, Vollblut-Cineast und Teilzeit-Gamer! You stay classy, San Diego!

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