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Comic-Review: Avengers 1 (2016)

Die Geschichte des brandneuen Avengers-Teams mit Iron Man, Captain America Sam Wilson, Vision, der Göttin des Donners Thor, Ms. Marvel Kamala Khan, Nova und Spider-Man Miles Morales beginnt hier! Der Start einer neuen Ära für Marvels traditionsreiches Team…

Superhelden sind aus dem Kinoalltag nicht mehr wegzudenken. Alle zwei Wochen prügeln sich Marvel und DC mit einem neuen Action-Blockbuster um die Vorherrschaft an den Kinokassen und selbst die nette alte Dame vom Kiosk nebenan weiß, wer Iron Man ist und warum Bruce Wayne sich schon längst mal um einen Termin bei der Traumatherapie bemühen sollte. Und während die phantasievollen Figuren, die ursprünglich den Seiten bunter Comic-Hefte entstammen, sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, sind auch die Vorlage-gebenden Comichefte und -bücher darum bemüht, neue Leser für sich zu gewinnen. Das Stichwort „Reboot“ sollte dabei jedem ein Begriff sein, der in den letzten 20 Jahren hin und wieder einen Blick ins Kino-Programmheft geworfen hat – Und auch in Comics wird nicht vor einem Neuanstrich gescheut, zugunsten derer, die einen angenehmen Einstieg in die häufig sehr wirren und komplex erzählten Geschichten der Comic-Autoren suchen.

Unter dem Slogan „All-New, All-Different“ reanimierte Marvel bereits 2015 sämtliche ihrer fortlaufenden Superheldencomics und etablierte zugleich einige drastische Änderungen. Der frische, neue Status quo sollte Comic-Veteranen überraschen und neuen Lesern den Einstieg in die Materie erleichtern. Nun ist die erste Welle dieser neuen Comic-Hefte auch bei uns gelandet!

Avengers, Assemble!

Comic-Review: Avengers 1 (2016) avengers-comic-1Die deutsche Heft-Ausgabe Avengers 1 kommt gleich mit einem Sammelwerk an drei kurzen Geschichten daher, um dem Leser einen möglichst breiten Ausblick auf das Spektrum zu liefern, das diese Heftserie darbieten möchte. Und das kann wahrlich kein Kleines sein, wenn Marvel-Größen wie Iron Man, Captain America, Spider-Man oder Thor durch die Panels der Hefte spazieren. Aufmerksamen Lesern dürfte dabei auffallen, dass hinter den bekannten Masken und Rüstungen teils gänzlich neue Gesichter stecken. Auch das gehört zu Marvels Initiative, seinen Heftserien ein ungewohnt-frisches, neues Outfit zu verpassen. So sehen wir in der Rolle des ikonischen Captain America nicht mehr Steve Rogers, sondern seinen (ehemaligen) Freund Sam Wilson, den viele vielleicht noch unter dem Namen „Falcon“ kennen dürften. Auch Thor scheint seinen Hammer an Ex-Freundin Jane Foster abgegeben zu haben. Selbst die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft hat mit Miles Morales eine gute Vertretung im neuen Avengers-Team gefunden.

 

Einen stärkeren Fokus legt das Heft allerdings auf die Neuzugänge Ms. Marvel und Nova, die mit ihrer jugendlichen Attitüde erst einmal ihren Platz im Team finden müssen. Schnell wird deutlich, dass Marvel gerade mit dieser Konstellation ihrer Rächer auf mehr Diversität in ihrem Comic-Universum setzt. Mit afroamerikanischen Versionen von Cap und Spidey, einer weiblichen Donner-Göttin Thor und der pakistanisch-amerikanischen Muslima Ms. Marvel scheint das Avengers-Team so bunt, wie nie zuvor. An gewohnt spitzen Dialogen mangelt es dank Tony Stark trotzdem nicht. Der fliegt zwar in einer gänzlich neuen Rüstung durch die Gegend, bleibt seiner sarkastischen Natur aber treu.

Autor Mark Waid legt das Augenmerk mit diesen ersten drei Avengers-Geschichten sehr auf die Darstellung der neuen-alten Charaktere und die Dynamik zwischen ihnen. Die voneinander unabhängigen Geschichten geben einen Einblick in die Gefühlswelt von Ms. Marvel, während der von leidvollen Erinnerungen geplagte Android Vision sein eigenes, sehr persönliches Martyrium offenbart. Im Kontrast zu der Figuren-fokussierten Erzählweise stehen die knalligen Zeichnungen von Mahmud Asrar und Adam Kubert. Besonders in den Action-Szenen werden die Panels übergroß und die Kolorierungen besonders aufwändig. Dadurch bekommen die rasanten Kämpfe ihren verdienten Platz und setzen sich gewohnt spektakulär in Szene.

Summary
Mit Avengers 1 feiert Marvel seinen Einstand ins frische Comic-Universum und überrascht mit einem sehr bunten, sehr jungen Superhelden-Team. Mit der Auswahl seiner Haupt-Akteure beweist Autor Mark Waid ein Händchen für interessante Figurenkonstellationen und bringt tatsächlich die ein oder andere neue Färbung in das ansonsten eher geradlinige Comic-Universum. Ob es ihm auch gelingt, eine ansprechende Geschichte um sein neues Rächer-Team herum zu schreiben, werden erst die weiteren Ausgaben zeigen. Das Fundament jedoch scheint erst einmal ein sehr fruchtbares.
7
Gut
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Student, Vollblut-Cineast und Teilzeit-Gamer! You stay classy, San Diego!

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