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Call of Duty: Advanced Warfare Review

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Story des neuesten Call of Duty ist altbekannte Shooterkost. Soldaten ziehen gegen einen Mann der böses im Schilde führt in den Krieg, es geht viel zu Bruch und ein Haufen Pixelgegner werden ins Datennirvana geschickt. So lässt sich im Prinzip fast jede Story moderner Ego-Shooter kurz zusammenfassen. Advanced Warfare ist hier sicherlich keine Ausnahme, wären da nicht die gute Besetzung der Charaktere, eine fesselnde Inszenierung und dramatische Wendungen, die den Spieler gespannt der Mission entgegen fiebern lassen.

Der vom Spieler gesteuerte Protagonist hört auf den Namen Mitchell, der als einfacher U.S. Marine von der Atlas Corporation eingestellt wird und von da an seinen Dienst in diesem privaten Militärunternehmen verrichtet. Wie immer führt uns unser Weg während der Kampagne um den gesamten Erdball. Von Südkorea über Europa, die vereinigten Staaten und sogar in der Antarktis geht es heiß her.

Nach unseren Einsätzen bekommen wir immer wieder Zwischensequenzen, welche die Geschichte vorantreiben, präsentiert. Die komplett computergerenderten Filme wurden mit echten Schauspielern gedreht, die einen mehr als guten Job machen. So wirkt die Handlung glaubwürdig und auf übermäßigen Pathos wird verzichtet. Da Activision für seine Spieler immer gerne auf prominentes Beiwerk zurückgreift, hat man für Advanced Warfare den Schauspieler Kevin Spacey verpflichtet, dem gleich die Hauptrolle für den CEO der Atlas Corporation auf den Leib geschneidert wurde.

Wer den Schauspieler bereits aus diversen Filmen kennt, der wird wohl wissen was ihn hier erwartet. Die Hollywood-Größe macht seinem Namen alle Ehre und lässt den Spieler das ein oder andere Mal eine regelrechte Gänsehaut wachsen.

Doch selbst ein Kevin Spacey könnte das Spiel nicht retten, wenn das Gameplay nicht stimmen würde! Wie gewohnt geht es in den Feuergefechten schnell voran und Feinde lauern überall. Doch da das Spiel in einer fiktiven Zukunft spielt, konnten die Entwickler ihrer Fantasie freien Lauf lassen und Technologien ins Spiel einbauen, die heutzutage bestenfalls als Prototypen existieren. Eines davon ist die Exo-Suit, ein metallisches und mechanisches Aussenskelett, welches dem Träger erlaubt Kräfte jenseits des ihm körperlich Möglichen zu erreichen. Im Spiel haben wir dadurch nicht nur mehr Kraft, sondern können auch schneller ausweichen und höher Springen als jemals in einem Call of Duty zuvor.

Mit einer Seilwinde an unserer Exo-Suit können wir in bestimmten Missionen einen Kletterhaken verschießen und uns in luftige Höhen katapultieren (Batman lässt grüßen) oder sogar Gegner zu uns heranziehen, um sie in einem finalen Takedown ins Jenseits zu befördern. Diese beiden Features verleihen den Kämpfen nun eine dreidimensionale Komponente, die das etwas in die Jahre gekommene Gameplay von CoD sehr gut auffrischen.

Um den Spieler noch weitere Anreize zu geben, hat man eine Art Belohnungspunkte-System eingebaut. Habt ihr beispielsweise in eine Mission eine bestimmte Anzahl von Feinden getötet, Laptops gesammelt, oder genug Headshots verteilt, erhaltet ihr Punkte, die ihr wiederum in die Verbesserung eurer Exo-Suit investieren könnt. Hier habt ihr die Möglichkeit eure Panzerung, Granaten, Nachladegeschwindigkeit und vieles mehr zu optimieren. Zu viel Komplexität sollte man hier zwar nicht erwarten, dennoch finden wir das Feature gut.

Im Vorfeld wurde bekannt, das die ungefähre Spielzeit der Kampagne bei 5 Stunden liegen soll. Diesen Wert konnten wir während unseres Tests so nicht abnicken. Auf mittlerem Schwierigkeitsgrad und einer normalen Spielgeschwindigkeit, lag unsere Spielzeit bei gut über 7 Stunden. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden haben wir sogar 10 Stunden benötigt. Doch ob man nun 10, 7 oder nur 5 Stunden spielt ist ganz egal, denn in dieser Zeit wird man grandios unterhalten und das sollte ja das Wichtigste sein, oder?

Im Mehrspieler-Modus zum Spiel weht nun ein neuer Wind, der das angestammte Gameplay ziemlich aufrüttelt und für ganz neue Möglichkeiten sorgt. Wie auch schon im Einzelspieler ist hier die Exo-Suit das Epizentrum, welches die Spieler nach dem Motto: „Höher, schneller, weiter“ in vorher ungewohnte Situationen schleudert.

Zwar erfindet sich hier Call of Duty nicht von Grund auf neu, doch das von vielen Spielern seit langem als festgefahren betitelte Gameplay ist nun um ein Feature reicher geworden, das man vorerst wohl nicht mehr so schnell missen möchte. Doch die Exo-Suit ist nicht die einzige Erweiterung im Multiplayer. Verbesserte Charakterindividualisierungen und Waffenlayouts machen das Spielen gegen andere noch abwechslungsreicher. Solltet ihr aber dennoch lieber das klassische Call of Duty Gameplay im Multiplayer bevorzugen, so wird euch auch ein Klassik-Modus angeboten, in welchem ihr ohne die Exo-Suit in den Kampf ziehen dürft.

Allerdings zogen schon kurz nach Release die ersten grauen Wolken am Firmament auf und gefrustete Spieler machten ihrem Ärger im Netz Luft. Grund dafür sind die derzeit massiven Laggs mit denen die Zockergemeinde zu kämpfen hat und auch uns die ein oder andere Runde zur Weißglut brachten. Auch fehlen wieder einmal dedizierte Server. Zwar hat Sledgehammer Games in dieser Hinsicht Besserung versprochen, doch im Moment muss man noch mit dem Matchmaking und hohen Latenzen leben.

Als dritten Spielmodus gibt uns Sledgehammer Games Exo-Survival mit auf den Weg. Hier gilt es zusammen mit drei anderen Mitspielern zahlreiche Wellen von Gegnern zu überleben. Auch hier steht uns das volle Arsenal zur Verfügung, welches wir uns im Laufe der Runden arbeiten müssen. Vorallem im Team hat man eine höhere Überlebenschance, Einzelgänger die sich absondern sehen ganz schnell die Radieschen von unten. Zwar agiert die K.I. (nach alter CoD-Tradition) nicht übermäßig schlau, doch bei mehreren mit Schrotflinten bewaffneten Gegnern die einem gegenüber stehen, sieht man schnell sehr alt aus, wenn man sich ihnen alleine stellt.

Den Spielern stehen drei Klassen zur Auswahl: Leicht, Spezialist und Schwer. Die haben jeweils unterschiedliche Spezialfertigkeiten, können Drohnen zur Unterstützung rufen, schwere Panzerungen tragen, Geschütze aufstellen und spezielle Waffengattungen mit sich führen.

Damit das ständige rumgeballere nach ein paar Runden nicht allzu trocken wird, bekommt euer Team ab und an verschiedene Aufgaben erteilt, die ihr erfüllen müsst. So müsst ihr zum Beispiel in einer Runde so viele Dogtags wie möglich aufsammeln oder ein Objekt bewachen und über die gesamte Rundendauer halten. Wenn ihr das schafft, gibt es Punkte. Versagt ihr bei der Aufgabe, werdet ihr bestraft und eure Waffe klemmt in der nächsten Runde oder euer HUD ist unbrauchbar. Zwar hat uns beim testen der Modus nicht wirklich vom Hocker gehauen, Spaß hat uns Exo-Survival jedenfalls dennoch gemacht.

Den deutschen Synchronsprechern möchten wir an dieser Stelle unser Lob zukommen lassen. In vielen Spielen wirkt die deutsche Lokalisierung meist nicht besonders einladend und man schaltet dann doch lieber auf die englische Tonspur. Doch Call of Duty: Advanced Warfare ist hier ebenfalls auf einem hohen Niveau angesiedelt und die Sprecher überzeugen in allen Situationen und das wirkt sich sehr positiv auf die Atmosphäre im Spiel aus.

Auf technischer Seite hat Sledgehammer Games ordentlich in die Tasten gehauen und so präsentiert sich Advanced Warfare in einer durchaus guten Grafik die vor allem auf dem PC voll zur Geltung kommt. Aber auch auf den Konsolen wird dem verwöhnten Zockerauge ordentlich was geboten. Schatten- und Lichteffekte bringen eine gute Atmosphäre ins Spiel, über allzu schlechte Texturen können wir uns nicht beschweren und alles in allem wirkt alles sehr stimmig und endlich auf Höhe der Zeit. Doch die neue Grafik bringt vor allem auf dem PC die Hardware ins schwitzen und lässt selbst den Arbeitsspeicher moderner Grafikkarten teilweise überlaufen. Dies führt natürlich zu nervigen Rucklern oder gar zu einer Unspielbarkeit.

Schuld daran sind unter anderem die erweiterten Lichteffekte, die viel von der Hardware abverlangen. Diese kann man aber getrost abschalten, denn einen gravierenden Unterschied in der Optik, machen diese unserer Meinung nach nicht aus. Allerdings konnten wir uns nicht erwehren zu denken, dass das Spiel doch nicht ganz so gut optimiert wurde wie wir es uns gewünscht hätten und hoffen das mit weiteren Patches und optimierteren Grafiktreibern die Performance des Spiels nochmals angehoben wird.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei unserem Partner KeyForSteam.de, welcher uns freundlicherweise zwei Keys zur Verfügung gestellt hat.

Fazit: Michael Bragg

Ich mache es dieses Mal kurz und knapp, denn eigentlich gibt es nicht mehr zu sagen: Call of Duty: Advanced Warfare ist für jeden, der gerne Shooter spielt, ein absoluter Pflichtkauf – Punkt Ende Aus.

Getestet wurde von uns die PC-Version von Call of Duty: Advanced Warfare. Das Spiel ist am 03. November 2014 für PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One und PC erschienen.

Summary
Auch wenn momentan viele Spieler verärgert sind und sich auf Grund von Laggs, technischen Problemen und dem fehlen von dedizierten Servern in den offiziellen Foren beschweren und das natürlich zurecht, so muss man dem Spiel und auch Sledgehammer Games dennoch den Daumen nach oben entgegenstrecken. Der Einzelspieler unterhält wie schon lange nicht mehr, der Multiplayer hat ebenfalls an Fahrt zugelegt und auch der Coop kann begeistern. Wer Lust auf eine gute Story in einem Ego-Shooter hat und auf schnelle Mehrspieler-Action mit vielen Features abfährt, der sollte sich Call of Duty: Advanced Warfare auf jedenfall nach Hause holen!
Good
  • Spannender Einzelspieler-Modus
  • Exo-Suit bringt neuen Schwung ins Spiel
  • Viel Abwechslung durch Fahrsequenzen und Schleichmissionen
  • Gute Klangkulisse
  • Rendersequenzen sind überragend
  • Klasse Lokalisierung
  • Nur noch eine spielbare Hauptfigur
  • Story logisch und nachvollziehbar
  • Grafik endlich auf einem neueren Stand der Technik
  • Klasse Mapdesign
  • Kevin Spacey!
  • Loot-System (Multiplayer)
  • Tolle neue Features und Möglichkeiten (Multiplayer)
  • Viel Freischaltbares (Multiplayer)
Bad
  • Unsichtbare Wände in einem Schlauchlevel
  • Teils dämliche KI
  • Hohe Latenzen (Multiplayer)
  • Keine Dedizierten Server (Multiplayer)
  • Exo-Survival ok, aber nicht überragend
  • Kein Zombie-Modus
8.5
Sehr gut
Written by
Shooter-Liebhaber, Rennspiel-Enthusiast, Gelegenheits-Streamer und Bindestrich-Fetischist :-)

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