Besser Pokern mit ein paar Lektionen

Besser Pokern mit ein paar Lektionen

Pokern wird immer beliebter. Im Jahr 2006 wurde die Zahl weltweit noch auf 39,2 Millionen Zocker geschätzt. Im Frühjahr 2010 lag sie bereits bei 44,5 Millionen Freizeitpokerspielern.

Zu den prominenten Fans gehören auch die ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, Harry Truman und Richard Nixon. Tennislegende Boris Becker entspannt sich genauso bei ein paar Händen wie Fußballstar Neymar.

Einen großen Teil des Reizes macht die Tatsache aus, dass trotz des notwendigen Quentchen Glücks der mathematische Teil überwiegt, so dass ein gewiefter Spieler mit Köpfchen und Kalkül auftrumpfen kann.

Populärste Variante ist Texas Hold‘em, ein Spiel, von dem gesagt wird, dass es ein paar Minuten braucht, um es zu lernen und ein Leben lang, um es zu beherrschen. Genau darin liegt für die meisten weniger erfolgreichen Spieler das Problem. Wer meint, nur die Regeln kennen zu müssen, ohne sich um Wahrscheinlichkeiten, Gewinnchancen an den verschiedenen Tischen und psychologische Tricks zu kümmern, hat von Anfang an schlechtere Karten, gleichgültig, was er tatsächlich auf der Hand hält.

Texas Hold‘em wird mit fünf Karten gespielt. Was so wenig klingt, bedeutet astronomische 2.598.960 Kombinationsmöglichkeiten. Jeder erfahrene Spieler entwickelt seinen eigenen Stil, von nervenstark und hochriskant bis zu konservativ.

Wer ein besserer Pokerspieler werden möchte, sollte zuerst einmal lernen, wann es sich gar nicht erst lohnt, einzusteigen. Nicht jede Hand lohnt sich zu spielen. Deshalb ist das Wissen um gute und schlechte Ausgangspositionen das Fundament für den Erfolg. Sind die beiden Karten, die jedem Spieler in der ersten Runde zugeteilt werden, vielversprechend – etwa Paare, oder gleichfarbige Karten, oder aufeinander folgende Karten, sind die Chancen deutlich besser als mit zwei niedrigen Karten, die nichts gemein haben. Wer als letzter mit Setzen an der Reihe ist, hat mehr Informationen als die Spieler vor ihm.

Die Wahrscheinlichkeit auf einen Royal Flush, also einer einfarbigen Straße mit einem Ass als höchster Karte, liegt bei Texas Hold’em bei 1 : 30.940. Das sind 0,0003232 Prozent. Die Chance auf einen Vierling hingegen liegt bereits bei 1 : 595. Zwei Paare kommen statistisch gesehen auf eine Quote von 1 : 4,25613, und für ein Paar liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1 : 2,28193.

playing-cards-2886284_1280-897x1024 Special News  Besser Pokern mit ein paar Lektionen

Wer sich daran üben will, so viele Ablenkungen wie möglich auszuschalten, kann beim Online-Poker seinen Stil für die Spiele entwickeln. Poker-Weltmeister Pius Heinz, der als erster Deutscher den Main Event der World Series in Las Vegas gewonnen hat, hat sich zunächst in virtuellen Spielbanken die nötige Erfahrung geholt. Dazu gehört auch, zu gucken, wie die Chancen an verschiedenen Tischen variieren. Ein Zehntel Prozent mag nach nichts klingen, kann aber in der Realität einen großen Unterschied machen.

Außer zu wissen, wann eine Starthand aufgegeben werden sollte, ist es auch wichtig zu lernen, wann sich das im Spiel bleiben lohnt. Das hängt außer von den eigenen Karten auch von den Mitspielern ab. Neigen die Gegner dazu, sich zu überschätzen und mit schlechten Karten zu bluffen oder sind sie übervorsichtig? Angesicht zu Angesicht lassen sich zwar mögliche Anzeichen erkennen, aber es ist auch schwierig, gerade als Anfänger ebenfalls ein Pokergesicht zu bewahren. Online fällt dieser Druck weg, genau wie es keine störende Geräuschkulisse durch Unterhaltungen, Kommen und Gehen an den Tischen, Husten und Räuspern gibt.

Ein guter Zocker kennt seinen eigenen Stil plus Stärken und Schwächen. Eine nützliche analytische Hilfe ist es, sich beim Online-Spiel aufzuschreiben, mit welchen Karten man welche Entscheidungen getroffen hat, und wie das Spiel ausgegangen ist. Wer bei größeren Einsätzen nervös wird, aber bei kleineren Einsätzen ruhig Blut bewahrt, wird zwar kein High-Roller, wird aber an den richtigen Tischen genauso viel Spaß haben.

Die richtige Poker-Etikette gehört zum Spiel dazu. Fluchen und auf den Tisch hauen mag in den Saloons in Western-Filmen zum guten Ton gehören, aber in Wirklichkeit finden sich Zocker dann schnell vor der Tür. Für Online-Casinos zählt genauso wie für Landcasinos die Regel, dass der Dealer stets Recht hat. Seine Entscheidungen sollten weder von Angesicht zu Angesicht noch über die Chat-Funktion angezweifelt werden.

Gute Pokerspieler sind geduldig und wissen, dass auch eine Pechsträhne bei den Karten dazu gehört. Sie nutzen die Auszeit, indem sie die anderen Spieler und deren Verhalten studieren.

Entscheidungsfreudigkeit gehört ebenfalls dazu. Zwar können sich gerade bei den großen Turnieren die Hände über Stunden erstrecken, aber Wahrscheinlichkeiten und Strategen sollten im Regelfall rasch im Kopf abgeschätzt werden können. Auch hier macht Übung den Meister, wenn man nicht von vornherein Mathematikprofessor ist.

Hilfreich ist es, sich von vornherein ein Budget zu setzen und sich strikt daran zu halten. Mit niedrigen Einsätzen lassen sich viel mehr Hände spielen, die gewonnen werden können. Außerdem fällt die Versuchung weg, durch einen riskanten Einsatz einen hohen Verlust wett zu machen. Das mag bei fiktiven Helden wie James Bond klappen, aber im echten Leben zahlen sich übertriebene Risiken selten aus.

casino-1107736_1920-1024x683 Special News  Besser Pokern mit ein paar Lektionen

Weil Poker Konzentration und Ausdauer erfordert, ist auch die richtige Ernährung ein Faktor. Genug Wasser und Kohlenhydrate aus Hülsenfrüchten, Getreide und Kartoffeln sowie Glukose lieferndes Obst oder Haferflocken mit Trockenfrüchten halten das Gehirn besser in Schwung als fettige Pizza und Bier.

Statt Stunden lang ohne Unterbrechung zu sitzen, verbessern auch Pausen das Spiel, vor allem, wenn sie mit Bewegung verbracht werden. Streckübungen, ein paar Minuten an der frischen Luft, das alles hilft.

Und wer gelernt hat, sich selbst realistisch einzuschätzen, hat prinzipiell gute Karten, ob es sich um einen Pokermillionär wie Heinz handelt oder Obama, der sich in seiner Zeit als Senator wohlweislich auf niedrige Einsätze beschränkt hatte. Risiken sollten stets kalkuliert sein.

Michael Bragg ist der Chefredakteur von games! Dein Gaming-Magazin. Er hat kein spezielles Genre, sondern zockt alles was er in seine Finger bekommen kann.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Lost Password