Berserk and the Band of the Hawk Review

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Midland ist ein Königreich, dass seit einem Jahrhundert von Krieg gezeichnet ist und immer mehr einer Hölle der Finsternis gleicht. In diesem Chaos gilt nur ein Recht, und zwar das des Stärkeren. Auch der Söldner Guts, aufgewachsen in dieser Zeit und nur allzu vertraut mit der brutalen Realität der Krieges, erfährt das jeden Tag während er die von Wahnsinn gezeichneten Landschaften durchstreift. Eines Tages trifft er auf Griffith, den Anführer einer Bande von Söldnern, und zum ersten Mal fühlt Guts, dass er einen Platz in seinem Leben gefunden hat, der ihm mehr bietet als nur das Töten und Überleben. Zusammen ist es Guts und Griffith vielleicht sogar möglich Midland endlich den Frieden zu bringen, den es schon so lange benötigt. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit diesen zwei Freunden, und es ist noch finsterer als die Hölle, in der sie sich bereits befinden. Nicht nur verliert Guts seinen Platz und seine Freunde, sondern diese Dinge werden ihm von jenem Mann genommen, dem er am meisten vertraut hat. Gezeichnet von der Begegnung mit dem Tod selbst, schwört er Rache an dem, der mittlerweile ein Symbol der Hoffnung für die Menschen geworden ist. Doch sein Weg ist mit mehr als nur mit sterblichen Feinden gepflastert, und jeder Tag wird für ihn eine neue Konfrontation mit Dämonen, Monstern und seiner eigenen Finsternis, die sich in ihm befindet. Wir haben uns nach Midland begeben und sind Zeugen des Pfades des Schwarzen Schwertkämpfers geworden.

Finsternis soweit das Auge reicht

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Der Storymodus präsentiert dem Spieler den Beginn von Guts´ Geschichte als er noch ein einfacher Söldner war, und streckt sich bis in den „Falken des Milleniumimperiums“ Arc, und ist damit die bisher umfangreichste Adaption der gleichnamigen Vorlage. Dargestellt werden die verschiedenen Arcs in vollständig animierten Videosequenzen, bei denen das Material aus den 3 Filmen, die den Golden Age Arc behandeln, verwendet wurde, sowie Cutscenes, die in der Optik der Ingame-Grafik gehalten sind. Besonders letzteres ist hervorzuheben, da die grafische Umsetzung von diesen gelungen ist und auch darauf geachtet wurde, dass wichtige Szenen bzw. Momente in dieser Form adaptiert worden sind. Im Kontrast dazu steht jedoch die Länge bzw. Dauer der Cutscenes sowie deren Mangel an Emotionalität.

Die Fülle an Material, die hier umgesetzt wurde ist zwar zum einen positiv für Neueinsteiger in das Berserk Franchise, doch zum anderen können Spieler durch die Kürze der Zwischensequenzen keine Bindung zu Guts und seinen Freunden oder der Geschichte selbst aufbauen. Ein fataler Aspekt, wenn man bedenkt, dass dadurch nicht nur die präsentierte Welt, sondern auch Guts als Protagonist sehr flach und uninteressant auf den Spieler wirken, was einen starken Kontrast zur Vorlage darstellt, die explizit aufgrund ihrer Tiefe und zahlreichen Details hinsichtlich ihrer Charaktere und der Story, in der sie sich befinden, großen positiven Anklang findet. Zwar gibt es zwischen Missionen im Storymodus Interaktionsgespräche, doch tragen diese aufgrund ihrer nicht vorhandenen Länge und der Präsentation durch eine einfache Textbox kaum zur Sympathie- oder Interessenbildung beim Spieler bei.

Noch mehr Dunkelheit

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In Sachen Grafik können nur die Kampfanimationen selbst sowie die animierten Cutscenes punkten. Eine Besonderheit ist dabei, dass Charaktere, die sich auf den Nahkampf fokussieren und damit direkten Kontakt mit den Feinden haben, im Laufe der Schlacht mit dem Blut ihrer Gegner getränkt werden. Ein für die Thematik des Titels passend angewendetes Detail, denn so wird dem Spieler ein Gefühl von intensiverem Schlachterlebnis gegeben.

Ebenfalls detailliert sind die Charaktere selbst, was vor allem bei der Ausführung eines Spezialangriffs gut zu sehen ist, da bei diesen zu Beginn auf sie herangezoomt wird um die Intensität der Aktion selbst zu verstärken. Dort hört jedoch auch schon die Mühe hinsichtlich der Details auf, denn die Schlachtfelder sind sehr einfach gehalten und besitzen kaum Wiedererkennungswert. Auch die Menüs beschränken sich auf schwarze Boxen mit weißem Text, egal ob es das Ausrüstungsmenü oder der Einstellungsbildschirm ist. Für den Spieler stellt sich so schnell ein Gefühl der Monotonie ein, und er schaut beispielsweise kaum noch in die Menüs, wenn er nicht gerade ein Item zum an- oder ablegen auswählen möchte. Und selbst bei diesen darf keine Abwechslung erwartet werden, denn diese unterscheiden sich zu einem großen Teil nur hinsichtlich ihres Namens und ihrer Werte, wodurch es auch, abgesehen von der allgemeinen Vollständigkeit, keinen Anreiz für den Spieler gibt alle zu sammeln.

Ein Aufblitzen in der Hölle

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Der Kern von Berserk and the Band of the Hawk ist die Action auf dem Schlachtfeld. Hier stehen dem Spieler verschiedene Charaktere aus dem Universum des Franchise zur Verfügung. Diese besitzen alle ihren eigenen Angriffsstil, und stellen damit eine gewisse Abwechslung dar. Diese Abwechslung wird jedoch schnell zur Monotonie, denn ungeachtet davon für welchen sich der Spieler entscheidet sind die Tasteneingaben immer die gleichen. Natürlich ist das ein Punkt, der auch in anderen Warriors-Style Titeln vorhanden ist, doch dort ist die Anzahl an auszuführenden Aktionen wesentlich größer, weshalb das bei diesen nicht stark ins Gewicht fällt. Hier jedoch ist das ein relevanter Faktor, besonders auch durch die Tatsache, dass jeder Charakter nur einen Spezialangriff besitzt. Dieser kann auch erst aktiviert werden, wenn der Charakter in den Frenzy Modus versetzt wird, der einen temporären Zustand darstellt. Möchte sich der Spieler also aus einer heiklen Lage befreien, dann ist das Aufsparen des Spezialangriffs notwendig. Zwar kann die Aufladung der entsprechenden Spezialangriffsleiste durch Ausrüstungsgegenstände erhöht werden, doch beispielsweise in Bosskämpfen ist es durch das Nichtvorhandensein von normalen Gegner schwer diese zu füllen. Abgesehen von den Hauptwaffen besitzen einige Charaktere noch zusätzlich Sekundärwaffen wie Wurfmesser, Armbrüste und kleine Wurfsprengkörper. Aufgefüllt werden können diese über Munition, die während des Besiegens von Feinden fallen gelassen wird, und einige, wie beispielsweise die Armkanone von Guts, regenerieren sich mit der Zeit von selbst.

Zur Schlachtvorbereitung stehen dem Spieler diverse Items zum Ausrüsten zur Verfügung. Jeder Charakter kann bis zu 3 Ausrüstungsgegenstände sowie 4 Verbrauchsgegenstände tragen. Die Verbrauchsgegenstände können während einer Mission zum Beispiel zur Wiederauffüllung der Lebenspunkte oder einer temporären Erhöhung der Statuswerte eingesetzt werden. Bei den Ausrüstungsgegenständen besteht außerdem die Möglichkeit diese durch bestimmte Materialien aufzuwerten um so ihre Effektivität zu steigern, oder sogar, besitzt der Spieler den gleichen Gegenstand mehrmals, diese miteinander zu verschmelzen um ebenfalls eine Steigerung der Werte zu erzielen. Leider besteht nur dann ein Anreiz für die Nutzung dieser Mechanik wenn sich der Spieler der Herausforderung der höheren Schwierigkeitsgrade und der zweiten Hälfte des Endless Eclipse Modus annimmt, denn der Rest des Spieles kann mit den Gegenständen, die nach Beenden einer Mission erhalten werden, bewältigt werden.

Neben dem Storymodus hat der Spieler noch die Möglichkeit die in diesem Modus abgeschlossenen Missionen erneut im Freien Modus zu spielen, und den Endless Eclipse Modus, der vergleichbar mit dem Blutpalast aus der Devil May Cry Reihe ist, was wiederum ein „Dungeon“ mit einer Gesamtzahl von 100 Etagen bedeutet. In diesem Modus lassen sich neben Bildfragmenten, die in der Galerie ein größeres Gesamtbild ergeben, auch noch weitere Items und Ausrüstungsgegenstände sammeln. Doch damit hat der Spieler bereits den Umfang des Titels vollkommen ausgeschöpft. Mögliche Abwechslungen wie beispielsweise alternative Storyszenarien, die erst nach der Erfüllung bestimmter Kriterien in den Storymissionen spielbar sind, oder ein strategischer Modus, bei dem der Spieler sich seine eigene Band of the Hawk aus verschiedenen Personen aufstellen kann und das Schicksal von Midland selbst bestimmt, sucht man vergebens. Ein schwerwiegender Punkt, denn zum einen ist dadurch der Wiederspielwert und der Gesamtumfang sehr gering und zum anderen besitzen die Entwickler, Omega Force, durch die hauseigene Dynasty Warriors Reihe das Know-how bezüglich der Implementierung solcher Elemente in Titel mit dieser Art von Gameplay, was sie mit beispielsweise Dynasty Warriors 8 Xtreme Legends und Empires sowie Hyrule Warriors bewiesen haben.

Opfer müssen gebracht werden – Fazit

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Berserk and the Band of the Hawk hätte ein großartiger Titel sein können, doch durch einen enormen Mangel an Umfang der durch eine Vielzahl an uninspirierten und sich wiederholenden Missionen und sehr kurzen Cutscenes sowie Charakterinteraktionen zu kaschieren versucht wurde, die eine Bindung zu diesen und der Spielwelt selbst kaum möglich machen, bleibt es insgesamt sehr weit hinter den Erwartungen, die besonders Fans des Franchise an diesen hatten. Ich hatte zwar durchaus stellenweise Spaß daran mich mit Guts und anderen Charakteren durch Feindeshorden zu kämpfen, da ich ebenfalls ein Fan des Universums bin, und die Spielmechanik in seinen Grundzügen solide ist, doch mit jeder gespielten Schlacht und jeder geschauten Cutscene wurde mir immer mehr bewusst, dass das nicht der Titel ist, der eine Bereicherung für Kentaro Miuras Werk darstellt und besonders nicht der Titel ist, den dieses Franchise verdient hat.

Für die, die an Berserk selbst interessiert sind und bisher keinen Kontakt dazu hatten, ist Band of the Hawk kein schlechter Einstieg, besonders durch die Integrierung der 3 The Golden Age Arc Filme in den Storymodus, doch in Anbetracht der gerade mal 3 vorhandenen Spielmodi und dem damit verbundenen sehr geringen Wiederspielwert, ist das Spiel keinen Vollpreis wert. Auch Fans ist eher zum Warten einer Preisreduzierung zu raten, denn es erwartet sie hier, bis auf die Umsetzung einiger bisher nicht in Animeform adaptierter Kapitel in Cutscenes, nichts neues.

 

Good

  • gute Auswahl an spielbaren Charakteren aus dem Franchise
  • flüssige Kampfanimationen und Charakterdetails

Bad

  • lediglich 3 Spielmodi
  • sehr kurze Cutscenes
  • kaum Wiederspielwert durch Fehlen sinnvoller Sammelobjekte
  • uninspirierte und sich wiederholende Missionen
  • Ausrüstungsgegenstände lediglich auf höheren Schwierigkeitsgraden sinnvoll
  • unansprechende Menüs und Storypräsentation
5

Mittelmässig

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