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Battlefleet Gothic Armada Review

Wir haben in Battlefleet Gothic Armada herausgefunden, wie Seeschlachten und Raumschiffe im Warhammer 40k-Universum auf einen Nenner kommen. Lest jetzt unseren Test zum Spiel!

Was ist Battlefleet Gothic Armada? Kurz um, dieses Werk aus dem Hause Tindalos Interactive hat sich häuslich im Subgenre der Weltraum-Echtzeitstrategiespiele eingerichtet. Seine Inspirationen hat das Team aus dem Tabletop-System Raumflotte Gothic von Games Workshop gewonnen.

Wer jetzt an Homeworld und dessen dreidimenisionale Weltraumschlachten denkt, befindet sich auf einer gedanklichen Irrfahrt. Denn solche frivole Häresie ist vollkommen – wo waren wir stehen geblieben? Tatsächlich ignoriert Battlefleet Gothic Armada durchgehend die Tiefe des Raums. Stattdessen finden sämtliche Berührungen seiner Weltraumkathedralen, was zum Teil wörtlich zu verstehen ist, in nur einer Ebene statt.Die Schlachten in der erbarmungslosen Leere des Gothic-Sektors haben sich merklich durch Seeschlachten inspirieren lassen. Wenn die Schiffe der imperialen Marine, der Ork-Piraten, der Eldar-Kosaren oder des unheilvollen Chaos sich begegnen, feuern sie Breitseiten wie die Linienschiffe des 18. Jahrhunderts aufeinander ab oder rammen sich gar gegenseitig. Auch Enterangriffe gehören in das Arsenal eines jeden Admirals im Gothic Sektor.

Darüber hinaus stanzen ihre drehbaren Geschütztürme Löcher in die Schiffsrümpfe, Geschwader erheben sich von ihren Decks und Torpedos setzen ganze Bereiche in Brand. Zu den Taktiken der frühen Neuzeit gesellt sich der Seekrieg der Weltkriege. Dazu kommen die futuristischen Waffen von Warhammer 40.000 und allerlei Spezialfähigkeiten. Achja – und Schilde – etwas das sich wohl jeder Admiral der Weltkriege gewünscht hätte.

Macht dieser Mix aus zwei Welten Spaß? Ja, sehr sogar!

Battlefleet Gothic Armada Review Battlefleet-Gothic-Armada-Eldar-Orcs

Das Schlachtenprinzip von Battlefleet Gothic Armada avanciert schnell zu seiner größten Stärke und bietet großen taktischen Tiefgang. Zu Beginn einer jeden Schlacht gilt es, wie in einem Tabletop-System, die Flotte mit einem Punktelimit aufzustellen. Auf dem Schlachtfeld ist es gut zu wissen, dass jedes Schiff aus den unterschiedlichen Bereichen Antrieb, Waffen, Generatoren und Decks besteht, die die Gegner anvisieren können. Fällt einer von ihnen aus, verliert das Schiff wichtige Funktion.

Bersten die Decks gehen dem Schiff viele seiner Spezialfähigkeiten verloren. Zerstört der Gegner nach und nach die Bewaffnung taugt es bald nur noch als stellarer Rammbock. Zerstörte Antriebe reduzieren seine Geschwindigkeit erheblich und Generatorschaden lässt die Schilde und weitere Spezialfähigkeiten ausfallen. Zudem erhöht sich die Zeit deutlich, die es benötigt, um sich mit einem Warp-Sprung aus der Schlacht zu retten.

Warum beim unsterblichen Gott-Imperator sollte ich meine Schiffe retten? Immerhin ist es besser für den Imperator zu sterben, als für sich selbst zu leben!

In allen Modi, außer den individuellen Schlachten, levelt der Spieler seine Admiräle und Schiffe in einer Art Deck auf. Dabei baut man neue Features und Fertigkeiten in sie ein. Daneben gibt es noch die Gnaden, die weitere Boni und Spezialfähigkeiten mit sich bringen, aber besonders teuer sind. Abgesehen davon verändern sie das Aussehen des Schiffes. Rüstet man beispielsweise die Gnade des Adeptus Astartes, also der Space Marines, aus, wird das eigene Schiff in einen goldenen Skin gehüllt. Weiterhin kann die Crew aufgelevelt werden, um die Schiffe leicht zu verbessern. Das macht Laune und bietet ein schönes strategisches Element.

Wo wir schon beim Aufrüsten der Schiffe sind, welche Schiffsklassen bietet Battlefleet Gothic Armada eigentlich? Hier folgt eine kurze Zusammenfassung:

  • Transporter: Schwach gepanzert, schwach bewaffnet dienen nur zum Transport, wie der Name schon sagt
  • Eskortschiffe: Nicht zu unterschätzende kleinere Schiffe wie Fregatten und Zerstörer, die die Linienschiffe unterstützen, sie werden nicht aufgelevelt und stehen immer wieder nach jeder Schlacht neu zur Verfügung
  • Leichte Kreuzer: Die erste Gattung Linienschiffe, zu denen beispielsweise die Dauntless gehören
  • Kreuzer: Erheblich größer als die Kreuzer dementsprechend stärker bewaffnet aber bei den Imperialen auch langsamer
  • Schlacht-Kreuzer: Von der Größe nah an den Kreuzern aber mit noch stärkerer Bewaffnung
  • Schlachtschiffe: Die größten Schiffe in Battlefleet Gothic Armada: Sehr starke Bewaffnung, gigantische Ausmaße, etwas schwer zu manövrieren (Imperium) und sehr hohe Punktekosten

Doch wenn ein Schiff in der Schlacht beschädigt oder gar zerstört wird, dann muss es entweder für eine Gebühr an Ruhm repariert werden oder steht eine Weile nicht zur Verfügung. Unangenehmerweise kann es jedoch auch bei einem Sprung in den Warp verloren gehen und steht auch dann eine gewisse Zeit nicht zu Verfügung. Dieser Spaß gilt im Übrigen sowohl für die Zufallsschlachten im Singleplayer, die Multiplayerschlachten als auch für die Kampagne. Eben dieser Umstand führt dazu, dass jedes einzelnes Linienschiff der eigenen Flotte wirklich Bedeutung hat und es außerordentlich unglücklich ist, wenn von ihnen nur Trümmer bleiben.

Admiral Spire – Euer imperiales Alterego

Der Gothic-Sektor, eigentlich unter der Kontrolle des galaktischen Imperiums, hat Probleme. Ebendiese Probleme treten als Ork-Piraten, Eldar-Kosaren, allerhand Rebellen und Verräter und das bedrohliche Chaos zu Tage.

Der Prolog hetzt den Spieler als Captain Spire auf ein paar Chaos-Schiffe. Kurz darauf wird aus dem Captain dann ein Admiral und die Geschichte nimmt seinen Lauf. Als imperialer Admiral kommt euch die undankbare Aufgabe zu, den Sektor irgendwie zusammenzuhalten und zu verhindern, dass die Feinde des Imperators 50 Systeme in die Hand bekommen. Dies geschieht auf einer rundenbasierten Sternenkarte, die frei wählen lässt, welche Schlacht zu schlagen ist und welche Welt ignoriert werden sollte.

Battlefleet Gothic Armada Review Battlefleet-Gothic-Armada-Raumstation

Aufstellphase vor dem Beginn eines Raumstation Angriff-Matches

In seinen Missionen jagt die Kampagne einen durch jeden verfügbaren Spielmodus:

  • Kreuzerschlachten: Normale Schlachten zwischen zwei Flotten
  • Meuchelmord: Ein Schiff ist Primärziel, das eine Seite zerstören und die andere schützen muss. Warpt der Verteidiger mit ihm raus, hat er gewonnen.
  • Datei-Transfer: Informationen müssen auf einem Schiff nach einer bestimmten Zeit rausgewarpt werden. Diese lassen sich durch Enterangriffe dem Gegner abnehmen.
  • Konvoy: Der Verteidiger muss eine bestimmte Anzahl von Transportern eskortieren, die der Angreifer zerstören muss.
  • Durchbruch: Während der Verteidiger eine bestimmte Zahl an Verteidigungsplattformen schützen muss, ist es die Aufgabe des Angreifers sie zu zerstören und danach mit einer bestimmten Zahl von Schiffen in eine Fluchtzone zu entkommen.
  • Planetenangriff: Der Angreifende muss in regelmäßigen Abständen ein Schiff in eine zufällig auftauchende Kontrollzone bringen, um Artillerieschläge auf die Planetenoberfläche durchzuführen. Der Verteidiger muss ihn daran hindern.
  • Raumstationangriff: Eine Seite verteidigt eine Raumstation, die andere will sie zerstören.

Dieser wilde Mix an Missionstypen sorgt für Abwechslung in Battlefleet Gothic Armada und fordert vom Spieler ein gewisses Situationsbewusstsein. Die auf Zeitlimits basierenden Modi Meuchelmord und Datei-Transfer erfordern besonderes Bewusstsein für die Fähigkeiten der eigenen Schiffe, da der Verteidiger einem sonst quasi unbehelligt in den Warp davon springt. Auch Konvoy erfordert etwas Durchbeißvermögen, da dieser Modus ziemlich anspruchsvoll ist.

Battlefleet Gothic Armada Review Battlefleet-Gothic-Armada-Sternenkarte-frueh

Der Subsektor Port Maw relativ früh in der Kampagne

Obendrein gibt es Storymissionen, die als Pflichtschlachten priorisiert geschlagen werden müssen. Die Storymissionen sind zumeist keine Strategiespiel-Feuerwerke, bereiten aber Spaß und unterscheiden sich mitunter auch wirklich von den normalen Gefechten. Teilweise kommen auch ein paar aufregende Konstellationen zustande. Jede Niederlage und jede Entscheidung in der Kampagne beeinflussen, wie sie sich entwickelt. Deswegen und wegen des ordentlichen Anspruchs von Battlefleet Gothic Armada, der schon auf „normal“ für eine Vielzahl von verlorenen Schlachten bei Anfängern sorgen kann, empfiehlt sich häufiges Speichern. Ohne Zweifel – die Schwierigkeitsgrade sind so austariert, dass „leicht“ wirklich als Einstiegspunkt für neue Spieler zu erachten ist. Wer nicht Neuladen können möchte, kann sich auch am Iron Man-Modus die Zähne ausbeißen. In ihm speichert das Spiel nur an vordefinierten Punkten.

Der anständige Schwierigikeitsgrad bedeutet jedoch nicht, dass die KI wirklich clever ist. Im Verlauf mehrerer Schlachten in Battlefleet Gothic Armada wird einem die KI so manche äußerst fragwürdig Aktion vorführen. So fliegt sie schon einmal mit ihren zu eskortierenden Transportern direkt durch ein Asteriodenfeld und verliert sie prompt. Minenfelder ignoriert sie ebenfalls gern, wenn sie direkt auf dem Weg liegen. Das tut sie sowohl mit den kleineren Eskortschiffen als auch mit Linienschiffen. Auch große bis sehr große Objekte rammt die KI mit ihren Schiffen gerne mal. Noch spannender benimmt sich die KI der Alliierten. Hier und da kann Admiral Spire alliierten Flotten in der Kampagne zu Hilfe kommen, wobei man nur beten kann, dass das Überleben dieser Schiffe nicht so wichtig ist. Denn wirkliche taktische Finesse kann man von der verbündeten KI nicht erwarten. Mit ganz viel Pech parkt sie einfach ihre wichtigsten Schiffe direkt neben im Nahkampf verheerenden Ork-Schiffen und der Spieler kann nur verzweifelt zu sehen, wie sein Verbündeter seine Schiffe wegwirft.

Wie in den anderen Modi ist das Ausbauen der eigenen Schiffe ein wichtiger Bestandteil der Kampagne. In Port Maw, der Hauptstadt des Gothic-Sektors, lassen sich die kämpfenden Kathedralen des Imperiums aufmotzen. Unterlegt wird die Kampagne durch stimmungsvoll vertonte Dialoge, die es aber nur in englischer Sprachausgabe gibt. Außerdem haben die Entwickler computergezeichnete Zwischensequenzen in sie eingeflochten, die zur Atmosphäre beitragen. Battlefleet Gothic Armada erscheint als authentische Umsetzung im Warhammer 40.000-Universum, die weder aufgesetzt, noch lächerlich wirkt. Allerdings sollte ein Nichtkenner sich ein Lesezeichen auf ein Warhammer 40.000-Wiki legen, da das Vokabular der Figuren sehr schnell in die Tiefen des Lores vorstößt. Denn Battlefleet Gothic Armada erklärt nicht besonders ausführlich die Techpriester, den Adpetus Mechanicus oder die Astropathen. Auch die Rolle des Gottimperators bleibt eher schlecht als recht umrissen. Vor diesem Problem stehen allerdings viele Umsetzungen von großen fiktiven Universen.

Battlefleet Gothic Armada Review Battlefleet-Gothic-Armada-Schlagabtausch

Es gibt gute, unglaublich zähe, sehr kurzweilige oder einfach schlechte Strategiespiel-Kampagnen. Die Kampagne von Battlefleet Gothic Armada weiß zu überzeugen und zu unterhalten. Sie ist gut gelungen, wenn auch sie mit den bis zur jeder Kleinigkeit durchdachten Missionen von einem StarCraft II nicht mithalten kann. Zudem ist sie angenehm anspruchsvoll und fordert seine Spieler heraus. Verlieren ist in ihr kein Fremdwort und sogar eine ganze Kampagne endet nicht nur im Worst Case in der Niederlage.

Schade ist, dass es nur für eine Fraktion eine Kampagne gibt: Allerdings macht im Rahmen der Handlung des Tabletop Spiels Raumflotte Gothic das Imperium am meisten Sinn für eine solche Kampagne. Daher ist diese Design-Entscheidung nachvollziehbar.

Weiterer Singleplayer – ein nie endender Konflikt mit der KI

Kern des Singleplayers, abgesehen von der Kampagne, sind Zufallsschlachten, die mit Flotten und Admirälen bestritten werden, die genauso auflevelbar sind, wie die Schlachtflotte Gothic unter Admiral Spire in der Kampagne. Allerdings stehen hier alle Fraktionen zur Verfügung und man muss sich nicht nur auf das Imperium beschränken. Story-Missionen für die anderen Völker sucht man allerdings vergebens, was ein wenig schade ist. Ansonsten führen die Zufallsschlachten des gelungene Prinzip weiter. Hier kann mit herzenslust jede der Fraktionen ausgereizt werden, um die KI zur Verzweiflung zu treiben oder umgekehrt in Verzweiflung getrieben zu werden.

Mit den Elite-Missionen hat Tindalos Interactive im Übrigen noch neue Inhalte für den Singleplayer angekündigt. Sie werden irgendwann in den nächsten Monaten kostenlos ins Spiel kommen.

Wer sich etwas mehr Individualität wünscht, kann sich in den individuellen Schlachten den Gegner, den Modus und die zur Verfügung stehende Punktezahl selbst aussuchen. Als spielbare Flotten stehen in ihm sowohl die aufgelevelten Singleplayer-Flotten als auch Multiplayer-Flotten zur Verfügung.

Battlefleet Gothic Armada Review Battlefleet-Gothic-Armada-Orcs

Multiplayer – reines Grundgerüst

Grundgerüst des Multiplayers sind wie im Singleplayer Schlachten mit eigens ausgerüsteten und aufgelevelten Flotten. Hierbei kommen alle Systeme zum Einsatz, die auch im Singleplayer zum Einsatz kommen. Das verleiht ihm eine Art Progression, die es nur selten im Multiplayer von Strategiespielen gibt. Weierhin bleibt der Wert der eigenen Schiffe durch den temporären Verlust durchgehend erhalten. Dank des letzten Patches verfügt Battlefleet Gothic Armada jetzt auch über ein Elo im Matchmaking, das sicherstellt, dass nur Spieler mit ähnlichem Flottenlevel und ähnlichem Können gegeneinander spielen. Zuvor war dieses System nur unzureichend implementiert und bereitete wirkliche Bauchschmerzen. Sollte das Matchmaking jetzt durchgehend so gut funktionieren, bieten die Schlachten im Multiplayer eine noch intensivere Erfahrung als die Zufallsschlachten des Singleplayers.

Unglücklicherweise bleibt es bis dato beim Grundgerüst des Multiplayers: Dieser Bereich des Spiels wirkt, als wäre er zu Release einfach nicht fertig geworden. Ein Ranking, wie es in StarCraft 2 als Hauptmotivator und Antrieb dient, gibt es noch in keinster Weise. Auch Ranglisten fallen damit weg. Anständige Profilseiten, die Statistiken, Erfolge und so weiter auflisten, haben es auch noch nicht in die Release-Version geschafft. Außerdem gibt es auch keine individuellen Multplayerschlachten, wie eigentlich jedes Konkurrenzprodukt sie hat.

Erfreulicherweise verspricht Tindalos Interactive, all diese Features in den nächsten Monaten nachzuliefern. Außerdem wollen sie die Möglichkeit implementieren, selbst Turniere ausrichten zu können.

Battlefleet Gothic Armada Review Battlefleet-Gothic-Armada-Schlachtschiff

Mehr zum Gameplay

Es ist schwer die Balance eines Stategiespiels einzuschätzen, wenn man noch nicht mehrere hundert Stunden in das Spiel investiert hat. Nichtsdestotrotz spielen sich zumindest die Imperialen gut und haben im Singleplayer Mittel, um allen Gefahren zu begegnen. Von allen Fraktionen unterscheiden sich die Eldar am meisten von den anderen: Sie zu spielen erfordert momentan deutlich mehr Übung, Geduld und Aufmerksamkeit. Sie setzen auf Hit’n’Run-Taktiken mit Schiffen, die alle Charakteristiken von Glas-Kanonen erfüllen: Sie verursachen viel Schaden, sind sehr schnell und zerfallen unter Beschuss gefühlt binnen Sekunden. Tindalos Interactive hat indes angekündigt, dass sie zunächst die Eldar, aber auch das Chaos und die Orks überarbeiten wollen. Das Imperium sei laut ihnen auf einem guten Stand. Wirklich ausgereift scheint das Balancing also noch nicht zu sein. Das ist aber bei Strategiespielen zu Anfang quasi Genre-Standard.

Was hingegen schade ist, dass die maximale Punktezahl mit der man eine Flotte in einem Match aufstellen kann, verhältnismäßig klein ist. Zumindest in Ausnahmesituationen wäre es cool, mit richtig großen Flottenverbänden spielen zu können. Auch wenn die jetzige Variante natürlich erheblich zur Übersicht und Spielbarkeit beiträgt. Zudem erscheint das Maximallevel für eine Flotte mit Admiralrang 8 für die Zufallsschlachten im Singleplayer und den Multiplayer etwas zu niedrig angesetzt zu sein. Es lässt sich so nur eine relativ überschaubare Zahl von Schiffen in ein Flottendeck integrieren. In der obersten Kategorie, den Schlachtschiffen, kann man sogar nur über ein Schiff verfügen.

Optik und Interface

Auf Basis der Unreal Engine 4 zaubert Tindalos Interactive gut aussehende und detailverliebte Raumschiffe auf den Bildschirm. Auch die Raumkulissen im Hintergrund sehen gut aus. Ebenso können sich die Explosionen sehen lassen. Optisch kann Battlefleet Gothic Armada mit jedem anderen RTS mithalten – egal wie groß das Studio hinter ihm ist. An diese optische Qualität muss Relic mit seinem kommenden Dawn of War 3 erst einmal herankommen.

In den beiden oberen Screenshots könnt ihr zudem noch einen Blick auf das GUI des Weltraum-Strategiespiels werfen. Von der Größe der einzelnen Bedienelemente ist es angemessen und gut bedienbar. Zudem bleibt es selbst in der Mitte der Schlacht immer noch gut nutzbar. Jeder Captain erhält sein eigenes 2D-Porträt, von denen es ruhig ein paar mehr geben könnte, da sie sich relativ schnell wiederholen. Auf der bloßen optischen Seite könnte das GUI etwas plastischer sein, was der Atmosphäre zu Gute kommen würde. Schön ist hingegen, dass das Interface je nach gespielter Fraktion etwas anders verziert wird. Wo es auch noch wirklich Nachbesserungsbedarf gibt, ist das Hotkey-System: Es gibt zwar für mehrere Aktionen Hotkeys, aber eigentlich müssten alle Fertigkeiten und Aktionen eines Schiffes einen eigenen Hotkey bekommen, damit die Spieler alles aus ihren Schiffen herausholen können.

Fazit: Der Imperator wäre zufrieden!

 

Summary
Battlefleet Gothic Armada muss sich auf keinen Fall anhören, nur eine Lizenz-Gurke zu sein oder, nur auf der momentanen Welle der vielen Games Workshop-Umsetzungen mitzuschwimmen. Die fliegenden Kathedralen in einem Mix aus navalen Gefechten und fiktiven Weltraumschlachten zu steuern, fühlt sich nicht nur cool an, sondern spielt sich auch noch verdammt cool. Es gibt derzeit einfach viel zu wenige Weltraum-Echtzeitstrategiespiele und noch weniger, die ihren Job wirklich gut machen. Auch der höhere Anspruch weiß zu gefallen, wenn man die nötige Geduld mitbringt, regelmäßig zu verlieren und neuzuladen. In Sachen Optik platziert sich Battlefleet Gothic Armada in der oberen Liga der Strategiespiele. Die meisten Macken des Spiels werden in den kommenden Monaten den Patches von Tindalos Interactive zum Opfer fallen, wenn sie denn ihre Versprechen halten. Vor allem das Ranking halte ich für unabdingbar, um ein langlebiges Strategiespiel zu pflegen. Die Balance mag noch nicht vollständig ausgereift sein, aber wie schon angemerkt, kann das von nahezu keinem Strategie-Spiel zu Release behauptet werden. Vielmehr wird interessant sein, wie Tindalos mit diesem Umstand umgeht und wie die Patches an das leichte Ungleichgewicht rangehen. Spielbar ist es auf jeden Fall schon jetzt. Für wen ist Battlefleet Gothic Armada etwas? Ihr mögt Weltraumstrategiespiele und findet die Idee sie mit navalen Schlachten zu kombinieren spannend - dann lohnt es sich höchst wahrscheinlich einen Blick zu riskieren. Battlefleet Gothic Armada ist auch etwas für Leute, die keine großen Warhammer 40.000-Sammler mit mehreren hundert Miniaturen sind. Auch wenn der Hintergrund mit seinem Vokabular zum Teil etwas schwergängig ist. Wer hingegen nur eine schnelle Ballerei im Weltraum sucht, die sich seicht dahin spielen lässt, wird mit Battlefleet Gothic Armada nicht glücklich werden.  Für Fans des alten Tabletop Spiels dürfte sich das Spiel natürlich besonders schön sein, sofern sie denn den Schock überstehen, dass es nicht rundenbasierend ist. Battlefleet Gothic Armada ist, auch wenn an manchen Stellen etwas Nachbesserungsbedarf besteht, ein gelungenes Weltraum-Echtzeitstrategiespiel. Der Imperator wäre mit dieser Simulation des Gothic-Konflikts zufrieden!
Good
  • Schlachtenkonzept ist gut durchdacht und sehr gut umgesetzt
  • Kampagne ist top
  • Missionsdesign bringt zwar keine epischen Story-Missionen hervor, dafür ist die Kampagne nicht linear
  • Es ist generell anspruchsvoll
  • Modi-Vielfalt ist motivierend
  • Flotten-Progression macht Spaß und ist gut durchdacht
  • Gefahr des temporären Verlusts von Schiffen
  • Vier unterschiedliche Fraktionen
  • Optik ist dank Unreal Engine 4 toll
  • Schiffe sind detailverliebt
  • Detailverliebte Umsetzung des Warhammer 40.000-Hintergrunds
  • Vertonung ist gut, aber nur auf Englisch
  • KI zum Teil dämlich
Bad
  • Multiplayer ist ausbaufähig
  • Missionsdesign kann nicht mit Kampagnengrößen wie StarCraft 2 mithalten
  • Mehr Aktionen sollten Hotkeys haben
  • Relativ wenige Schiffe in einem Flottendeck
  • Es sollte die Möglichkeit eines höheren Punktelimits für Flottenschlachten geben
7.5
Gut
Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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