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Battlefield Hardline Review

Tatsächlich wendet sich Hardline vom Grafikstil eher zu einer düsteren, tristeren Seite hin. Zauberten Karten wie Guilin Peak in Battlefield 4 noch ästhetisch schöne Landschaften auf den Monitor, geben sich die Karten von Hardline schlichter. Gleichzeitig mischt eine kleine Portion Trash und Humor in dem Spiel mit. Haben sich die geistigen Vorgänger schon nicht vollständig ernst genommen, hebt Hardline mit einem über die Karte rasenden Sofa, verschiedenen Masken und überaus sympatischen Sprüchen seiner Kombattanten diese Tendenz auf ein neues Level.

Der Singleplayer

Dem ungeachtet fehlt der Kampagne jedweder Sinn dafür, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, was ihr aber durchaus gut getan hätte. Bei etwas entfernterer Betrachtung strotzt sie nur so vor One-linern und Rollenklischees. Da gibt es den Kämpfer für die Gerechtigkeit, der ein wenig über die Stränge hinaus schlägt und an allem scheitert, die bösen und noch böseren Cops und klischeehafte Gangster. Dafür bleiben ihre Charaktere aus irgendeinem Grund etwas mehr als die der Battlefield 4-Kampagne haften, was aber nicht mit einer besonderen Komplexität oder Tiefe zusammenhängt.

Nick Mandoza erringt in der kurzen Reihe an Battlefield-Kampagnen den Platz des errinnerungswürdigsten Protagonisten, was vor allem damit zusammenhängt, dass die Hauptcharaktere der letzten Spiele irgendwie absolut auswechselbar waren. Auch von der Story vollführt Hardline mit seinem Gemisch aus böser Cop, korrupter Cop, wild herumschießender Cop und verräterischer Cop nicht wirklich Höhenflüge. Der episodenhafte Stil mag zwar seinen Charme haben, aber von der Erzählweise bleibt die Kampagne hinter jeder größeren Serie deutlich zurück. Dafür bietet sie unterhaltsame Schusswechsel und sogar ein paar für einen Egoshooter nicht üble Schleichpassagen, die man alternativ aber auch durch die genretypische Standardlösung hinter sich bringen kann.Besonders eine Mission in der Visceral es sich nicht nehmen lässt, franchisetypisches schweres Kriegsgerät irgendwie in die Story mit einzupflegen, zeugt vom Actionfilmcharakter der Kampagne.

Eins steht sowieso fest, wer bei Hardline eine Polizeisimulation erwartet, ist vollkommen fehl am Platz. Battlefield Hardline’s Kampagne ist ein eindeutiger Vertreter der actiongetriebenen Egoshooter-Kampagnen, in dem die Polizei Falschparkern keinen Strafzettel verpasst, sondern ihnen gleich das Auto in die Luft sprengt. Auch die Idee mit dem Polizeiscanner und der Verhaftungsfunktion können nicht über den Umstand hinwegtäuschen, dass das Polizeisetting einfach nicht glaubwürdig ist. Kein Polizist der noch bei Trost ist, stürmt ein Gebäude, das im gleichen Moment von einer Swateinheit gestürmt werden soll, nur weil das sein eigener Fall sei und ich habe noch von keinem normalen Polizisten gehört, der auf Verdächtige mit einem Sturmgewehr losgeht. Anstatt narrativ einzupflegen, dass die Protagonisten Teil irgendeiner abgedrehten Spezialeinheit sind, erscheint es, als sei der Protagonist Nick Mandoza ein ganz normaler Polizist, in einem Kalifornien, das in einem Drogenkrieg steckt, der mit dem in Mexiko zu vergleichen ist – inklusive der korrupten Polizisten. Die Glaubhaftigkeit der Story nimmt auch nicht wirklich dadurch zu, dass Mandoza und seine Partnerin später als ehemalige Polizisten, was bereits in der E3-Singleplayermission gespoilert worden ist, immer noch Leute verhaften können.

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Zusätzlich bleibt Battlefield Hardline bei der Inszenierung und dem Einsatz von optischen Kulissen etwas hinter der Kampagne von Battlefield 4 zurück, die ebenso keines Falls eine komplexe Story hatte, aber zumindest authentisch und großteils glaubwürdig war. Die Mission mit dem schweren Kriegsgerät und die letzte und die vorletzte Episode halten die Kampagne eine Handbreit über Wasser und machen Einiges an Inszenierung und fehlender Atmosphäre wieder wett. Hardlines Kampagne ist eine ganz unterhaltsame, actionreiche Schießbude – reine Singleplayerfans bekommen woanders eindeutig mehr für ihr Geld geboten. Für Fans des Multiplayers ist es eine nette an Michael Bay erinnernde Dreingabe, die, wenn man die Logikfehler außen vor lässt, Spaß machen kann. Für mich hat die Kampagne meine Erwartungshaltung erfüllt, aber ich erwarte von einer Singleplayerkampagne inzwischen mehr als nur ein durchschnittliches Actionfeuerwerk.

Auch wenn eine eher durchschnittliche Kampagne kein gutes Licht auf Battlefield Hardline wirft, bleibt der Kern eines jeden Battlefields der Multiplayer. Schlüpft eine hypothetische Person in die Rolle eines mehr oder minder objektiven Schlachtfeldbeobachters, steht diese in Hardline alsbald vor einer verwirrenden Kombination aus Fakten und Strukturen. Hardlines Onlineschlachten liegen einem in sich geschlossenem Paradoxon zugrunde:

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Auf zum Kern, rein in den Multiplayer

Zunächst wirft Battlefield Hardline einige Grundsätze von Bord, wie es nur ein Spinoff könnte, es verschmäht Grundsätze, die als absoluter Inbegriff des Battlefield Franchise gelten. Allein der Wechsel von einem rein militärischen zu dem zugegebenermaßen etwas aufgerüsteten Polizei-und-Gangster Setting gilt in der Community nach wie vor als großer Fauxpas. Im gleichen Atemzug strich Visceral Games Panzer, Kampfhelikopter, Jets und allzu militärische Bewaffnung wie Lock-on Raketenwerfer und Drohnen aus dem Waffenarsenal und degradierte schwere Bewaffnung wie MGs, RPGs und AA-Raketenwerfer zu rein aufnehmbaren Spielzeugen. Diese sogenannten Battlepickups erlangen durch diesen Schritt eine deutlich größere Bedeutung als noch in dem geistigen Vorgänger. An die Stelle der Militärfahrzeuge treten Polizeifahrzeuge, Musclecars und SUVs, die übrigens mit deutlich höherer Geschwindigkeit und einer für die Reihe außergewöhnlich guten Steuerung daherkommen. Steuern sich die Humvees in Battlefield 4 immer noch eher wie schwerfällige Kästen, verdienen die Wagen in Battlefield Hardline langsam durchaus die Bezeichnung „Autos“.

Insgesamt setzt Battlefield Hardline viel mehr auf Infanteriegefechte auf kleineren Karten, als Battlefield 4 und Battlefield 3 es ihrerseits getan haben, und bricht damit gleich mit zwei recht prominenten Traditionen. Bisher stellen mich die Karten qualitativ zufrieden, keine von ihnen kratzt qualitativ am unteren Rand. Dennoch spielen sich manche Karten in manchen Modi etwas besser als in anderen. Thematisch unterscheiden sich diese teilweise extrem, springen aber nicht wie das militärische Battlefield von exotischer Klimazone zur nächsten, stattdessen liegen alle beschriebenen Orte in den USA.

Mal kämpft man sich durch die Innenstadt von Los Angeles, ohne dass irgendjemand großartig Notiz davon nimmt, liefert sich Feuergefechte in den Everglades, verwüstet ein sündhaft teures Anwesen in den Hügeln von Hollywood oder legt einen Block in Schutt und Asche. Besonders gefallen hat mir der Detailgrad, der immer wieder auf den Karten hervorsticht. Die Mansion auf Hollywood Hills glänzt durch schöne Inneneinrichtung, hier und da liegen Donutpackungen herum, Gemälde, Statuen und Kronleuchter schmücken die Nationalbank in Bankheist. Gleichzeitig lassen sich diese Statuen und die Kronleuchter demolieren – was besonders lustig ist, wenn aus welchem Grund auch immer sich zwei Feinde auf einem versteckt halten und man trifft immer wieder auf Tore und Türen, die sich öffnen und schließen lassen. Folglich teilen sich die Mapdetails in optische Details und Möglichkeiten zur Interaktion mit der Karte – beides ist gelungen.

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Schutt und Asche gelten nebenbei bemerkt als das Stichwort für die Battlefield-PR der letzten Jahre. Seit Battlefield Bad Company 2 geizte der Multiplayer nicht gerade mit Zerstörung von Gebäuden, Mauern und Strukturen. Battlefield 4 trieb dies mit den Ereignis gesteuerten Levolution-Events ein Level höher und ließ auf Siege of Shanghai ein ganzes Hochhaus in sich zusammenstürzen. Hardline geht diesen Weg nicht ganz so konsequent. Während Visceral Games es geschafft hat, den meisten Karten wieder beeindruckende Levolution-Events zu geben, die im Fall von Derailed auch mal eine ganze Brücke, inklusive einem fahrenden Zug zusammenbrechen lassen, bieten die meisten Karten keine umfassende Direktzerstörung. Während Explosivgeschosse auf The Block quasi die gesamte Karte in Flammen aufgehen und zusammenbrechen lassen können, würden die Gebäude auf der Südstaaten Kleinstadt auf Dust Bowl wahrscheinlich auch einem nuklearen Sprengkopf standhalten.

Natürlich greift zu einem Teil die Argumentation, dass es unklug wäre auf einer größeren Karte, die von Gebäuden bestimmt wird, alle diese Gebäude in Stücke zu zerschießen, da am Ende nur eine plane Fläche übrig bliebe, aber Dice gelang es in den beiden vorherigen Teilen hier immer einen Mittelweg zu finden. Die meisten kleineren Gebäude waren komplett zerstörbar, andere konnte man zumindest von ihren Wänden befreien und die Übrigen blieben als kartenbestimmende Strukturen relativ unbeschadet stehen. Visceral war hier beim Mapdesign äußerst inkonsequent und geht mit einem der Hauptevolutionserfolge des Battlefield-Franchises etwas zu lieblos um. Denn Zerstörung bereitet nicht nur destruktiven Spaß, sondern hat durch eine Beseitigung von Deckung und eine Veränderung der Kartenumgebung auch einen wichtigen Einfluss auf das Gameplay. Normalerweise müsste es in Battlefield Hardline durchgängig heißen können: Wie? Der Sniper, eh Professional, hinter der Mauer nervt dich? Dann schieß ihm die Mauer weg – dann bleibt er da sicher nicht lange sitzen.

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Die Spielmodi – Gelungene Spielarten

Eine der größten Stärken von Hardline tut sich bei Betrachtung seiner Modi hervor. Visceral ist es gelungen gleich eine Reihe von interessanten, neuen Spielmodi zu schaffen, die sogar mit dem Klassiker Conquest in Konkurrenz treten können. Während Battlefield 4 vor allem von diesem Modus dominiert wird, teilt sich die Spielerschaft in Battlefield Hardline auf die unterschiedlichen Spielarten auf.

Die Neuen unter diesen tragen die Namen Hotwire, Heist, Bloodmoney, Rescue und Crosshair. Zusätzlich besaß Visceral den Mut, dem altehrwürdigen Conquest seinen eigenen Stempel aufzudrücken.

Ihr mögt die schnellen Fahrzeuge in Hardline? Dann werdet ihr Hotwire lieben. In Hotwire gilt es sozusagen fahrende Flaggen auf Geschwindigkeit zu halten, um den Punkteticker des eigenen Teams gefüllt zu halten und den des Gegnerteams ausbluten zu lassen. In ihm rasen nicht selten vollbesetzte Fahrzeuge über die Karten und begeben sich auf eine explosive Jagd aufeinander. Allerdings hängt sein Unterhaltungswert ganz stark von der Teambildung ab. Entscheiden sich die Spieler nur am Straßenrand mit den aus den Kofferräumen entnommenen Raketenwerfern zu kampieren oder fahren sich gegenseitig ignorierend im Kreis, führt Hotwire zu Frustration und Langeweile. Die gute Idee und Umsetzung leidet teilweise etwas unter den für Battlefieldverhältnisse kleinen Karten. Etwas größere Straßennetze würden Hotwire mit Sicherheit noch mehr Leben einhauchen – dann wäre es auch nicht mehr ganz so einfach einzelne Fahrzeuge mit Sprengfallen am Straßenrand anzuhalten.

In Heist wiederum knackt das Gangsterteam mal mit Sprengstoff oder anderem Equipment zunächst ein Ziel, um darauf zu versuchen mit der Beute zu Exfiltrationspunkten zu gelangen. Diese Überfälle spielen sich wie eine Mischung aus Rush und Capture the Flag und bereiten zumindest mir ungeheuren Spaß. Teamplay und Vorgehen erlangen in ihm übergeordnete Wichtigkeit, denn sollte das Polizeiteam völlig kopflos vorgehen, kann ein Match auch schon einmal nach 3 Minuten wieder vorbei sein.

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Rescue und Crosshair erhöhen diesen Bedarf an Taktik und Vorgehen noch ein Stück. Visceral beschrieb vor dem Release diese beiden Modi als die kompetitive Stütze von Battlefield Hardline. Rescue kopiert dabei den gleichnamigen Counterstrike-Modus fast vollständig und in Crosshair muss ein Team einen spielergesteuerten ViP beschützen. In beiden gilt dabei, wer einmal tot ist, bleibt es auch bis zur nächsten Runde. Ohne ein eingespieltes Team in einem Audiochat bleibt der Unterhaltungsfaktor in ihnen aber eher auf der Strecke zurück.

Das Schlusslicht in dieser Reihe bildet Bloodmoney, das bisher die beste Subart des Capture the Flag ist, die das Battlefield-Franchise bisher gesehen hat. Anstatt die feindliche Flagge zur eigenen Basis zu tragen, müssen die Teams Geld aus einem Tresor in der Mitte der Karte beschlagnahmen oder stehlen, um es darauf zur eigenen Basis zu bringen. Doch aufgepasst – das gegnerische Team kann genauso gut den teameigenen Tresor wieder ausrauben und das Geld für sich beanspruchen. Diese Jagd nach den Geldbündeln hat einen hohen Unterhaltungswert und fügt sich gut in die anderen neuen Modi ein.

Kommen wir zu dem Klassiker, dem Original, dem Conquest-Modus. Blasphemischerweise tauschte Visceral die zu erobernden Flaggen gegen meistens deutlich größere Sektoren. Interessanterweise hat diese oberflächlich kleine Änderung spielerisch aber einen großen Einfluss. Conquest spielt sich merklich anders, bleibt aber in sich der alte, gelungene Modus. Davon abgesehen bleibt das alte Prinzip unangetastet. Beide Teams haben eine endliche Menge an Respawns, die ausblutet, wenn das gegnerische Team mehr Sektoren hält. Aus irgendeinem Grund bleibt für mich Hardlines Conquest hinter dem von Battlefield 4 zurück. Dabei weiß ich nicht einmal wirklich woran es liegt: Liegt es an den fehlenden schweren Fahrzeugen? Sind mir die Sektoren, beziehungsweise Flaggen, nicht aufregend genug? Sind die Karten zu klein? Auf jeden Fall bevorzuge ich bei diesem Modus Battlefield 4, was aber nicht heißt, dass Viscerals Umsetzung schlecht wäre.

Neben den schon genannten Modi gibt es noch Team-Deathmatch und das ist nun einmal Team-Deathmatch: Eine wilde Schießbude, die auch Spaß bereiten kann, meistens aber vor allem chaotisch ist.

Klassendesign und Balancephilosphie

Bei den Klassen war Visceral deutlich vorsichtiger: Die Grundrollenverteilung ist mit dem Operator, Enforcer, Mechanic und Professional gleich geblieben. Sie gleichen dem Assault, Supporter, Engineer und Recon aus Battlefield 4 so deutlich, dass die Frage aufkommt, was die Umbenennung überhaupt soll.

So ist zwar die Rollenverteilung gleich geblieben, dafür hat Visceral aber die Ausrüstung der Klassen zusammengekürzt und umgestaltet. Anders als in Battlefield 4 gibt es überhaupt keine klassenübergreifenden Waffen mehr. So kämpft der Operator mit den Karabinern und Sturmgewehren auf mittlerer bis größerer, der Mechanic mit Maschinenpistolen auf naher bis mittlerer, der Enforcer mit den Schnellfeuergewehren auf größerer und den Shotguns auf sehr naher und der Professional mit Präzisionsgewehren und DMRs auf großer bis sehr großer Distanz. Selbst die Pistolen wurden in Subklassen unterteilt, wodurch jede Klasse über ihre ganz persönliche Waffenauswahl verfügt. Zu allem Überdruss sind ein beträchtlicher Teil jeder Waffenklasse fraktionsspezifisch und müssen erst aufwendig durch das Erreichen von 1250 Kills mit dieser Waffe für die andere Fraktion freigespielt werden. Insgesamt kann jede Klasse auf etwa acht Primärwaffen zugreifen, wobei drei unter die Fraktionsspezifischen fallen und eine durch die sogenannten Syndicate-Aufträgen freigeschaltet wird. Diese Aufträge müssen die Spieler zunächst durch das Erfüllen von einer Reihe von Pre-bedingungen freischalten, um dann den Auftrag zum Erhalt der Waffe selbst zu erfüllen.

Fast genauso wichtig, wie die Bewaffnung, ist für die Community die Gadgetausstattung. Hier bewegt sich Battlefiled Hardline zwischen den alten konservativen und neuen Tools. Fans des stürmenden Sturmsoldaten müssen sich beim Operator auf die Medicrolle mit Wiederbelebungstool und Medipack zufrieden geben. Der Mechanic geht mit dem Granatwerfer auf Fahrzeugjagd, revidiert die durch seine Kollegen entstandenen Schäden mit seinem Reparaturtool und legt Fallen mit dem neuen Sabotagekit. Dazu kann er das Satellitentelefon als Ersatz für die Spawnbarke aus den Vorgängern platzieren, die zuvor in den Händen des Recons lag. Da Raketenwerfer in den Augen Viscerals eindeutig zu militärisch sind, müssen Raketenwerferfetischisten in Hardline ganz stark sein und stattdessen auf Pickups zurückgreifen.

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Für den Professional sieht die Welt ähnlich aus wie in Battlefield 4, so kann er mit Kameras die Position von Gegnern markieren und mit Laserminen seine Position absichern. Die neue Schleichausbildung verbessert jedoch seine Fähigkeiten sich zu verbergen und hebt seine Rolle als Sniper hervor. Dem gebeutelten Enforcer, dem schon die MGs weggenommen worden sind, nahm das Studio auch noch seine Drohenmöglichkeiten und den Mörser – aus einer ähnlichen Begründung wie beim Engineer. Dafür behält er das C4, die Munitionskiste und kann ein Schild mit sich herumtragen.

Neben den Klassengadgets gehören noch andere Spielzeuge mit zum Repertoire von Battlefield Hardline. Besonders kreativ waren die Entwickler aus Los Angeles hierbei bei den Nahkampfwaffen. Kein vorheriger Teil kannte so viele kreative Möglichkeiten seinem Gegner den Schädel einzuschlagen, ihn niederzunüppeln oder abzustechen. Erfreulicherweise entfernte Visceral die Möglichkeit Gegner von vorne oder der Seite mit der Nahkampfanimation zu töten, da dies in Battlefield 4 sowieso ein absoluter Bughaufen war. Die Möglichkeit den Nahkampfangriff abzuwehren, funktioniert in Battlefield 4 derart unzuverlässig, dass man es gleich sein lassen kann. Stattdessen geht ein Nahkampangriff nur in die Ausschaltanimation über, wenn sie von hinten ausgeführt wird, in anderen Fällen führt der Charakter ähnlich wie in CS:Go nur einen Schlag, Schwung oder Stich mit der Waffe aus.

Anstatt der Pistole können sich die Gangster und Polizisten zudem einen Taser oder eine Lasermarkierungspistole, ein alter Bekannter aus Battlefield Bad Company 2, einpacken. Für die Gadgetslots hält Battlefield Hardline andere Spielzeuge wie das Survival Kit, welches eher Wiederauferstehungskit heißen sollte, zusätzliche Panzerung, das Stuntfahrerperk für bessere Fahrerfähigkeiten, die Zipline für improvisierte Rutschen, das Kletterseil für improvisierte Aufgänge, eine ansehnliche Maske und eine Gasmaske bereit. Ich sehe diese zusätzlichen Gadgets als kritisch. Durch sie gerät der Spielende wieder in eine Situation, in der er sich die Frage stellen muss, ob er wirklich eins dieser eventuell nützlichen Gadgets gegen für sein Team essentielle Gadgets tauschen sollte. Im Fall des Operators gibt es sogar fast gar keine Momente, in denen es wirklich ratsam wäre seinen Defi (oder die Spritze) oder das Medipack im Schrank zu lassen. Das eigene Team würde in fast jedem Fall mehr von einem Sanitäter profitieren als von einem stuntfahrenden Operator mit Dinomaske. Zum Glück für das eigene Seelenwohl ist die Freischaltung der Dinomaske eine kleine Odysee für sich. Darüber hinaus eröffnet das Spiel ebenso wenige Momente, in denen die Kletterwerkzeuge unbedingt im Rucksack sein sollten, da sie sowieso an bestimmten Orten auf den Karten herumliegen. Hier stellt sich also die Frage: Warum sollte ich ein für mein Team essentielles Tool für etwas aufgeben, das ich auf der Karte finde?

Granaten und Individualisierung

Wartet mal, ein paar Schritte zurück – wie war das, es gibt eine Gasmaske? Ihr Nutzen eröffnet sich, wenn man entweder in einem Van zusammengepfercht mit vier anderen Gangstern sitzt oder das gegnerische Team anfängt wie verrückt mit Tränengasgranaten um sich zu werfen. Bei den Granaten wandte das Entwicklerstudio logische Rationalisierung an und reduzierte sie auf fünf, von denen – wahrscheinlich wieder aufgrund des Settings – nur eine explosiv ist. Neben den Tränengasgranaten, die ein absoluter Sichtkiller sind und auch noch Schaden bereiten, können noch Brand-, Rauch- und Blendgranaten den Flug auf einer Wurfparabel in Richtung der eigenen Feinde antreten.

Verglichen mit Battlefield 4 und Battlefield 3 beherbergt der Waffenschrank in Battlefield Hardline also deutlich weniger Waffen, die in der Theorie dafür deutlicher aus der Masse herausstechen. Nebenher senkt dies die Schwierigkeit die Bewaffnung auf einander abzustimmen, woran Dice beim Vorgänger bis heute noch feilt – manchmal ist weniger mehr.

Verbunden mit der neuen Balance-Philosophie, die insgesamt auf mehr Waffenschaden, mehr Rückstoß und darausfolgend auf eine niedrigere durchschnittliche Zeit zum Abschuss eines Gegners (Time to Kill) setzt, tut sich Battlefield Hardline bei der Philosophie zur Verteilung und Gestaltung der Waffen als äußerst gut hervor. Auch die praktische Anwendung dieser Philosophie kann sich schon sehen lassen. Auch wenn einzelne Waffen noch nicht ganz ins Bild passen, weil sie entweder etwas zu stark oder zu schwach sind. Auch das Klassendesign scheint gut durchdacht zu sein und folgt der Philosophie, dass die einzelnen Klassen eine striktere Rollenunterteilung haben sollten, die nicht durch abgedrehte Gadgets oder klassenübergreifende Waffen verwässert werden sollten.

Wen die Waffen im Werkszustand noch nicht zufriedenstellen, kann sich sie im Waffenschrank noch mit unterschiedlichen Aufsätzen individualisieren. Erfreulicherweise hat auch hier das Rationalisierungsmesser unnötigen Ballast rausgeworfen und die Bauteile auf das Nötigste reduziert. Waffentarnungen wie sie in Battlefield 4 populär geworden sind, finden sich nichtsdestotrotz wieder in regen Massen. Was für die Waffenindividualisierung gilt, gilt auch für die der Fahrzeuge: Hier eine neue Kanone, dort eine neue Waffe im Kofferraum, die Anpassungsmöglichkeiten wirken zumindest bis jetzt recht gut durchdacht. Wie auch bei der Klassenbalance glänzt Viscerals Battlfield hier vor allem wegen der Durchdachtheit und nicht aufgrund der Revolutionarität.

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Was taugt die Technik?

Höher, weiter, besser – das ist das Mantra, wenn es sich in der Spielebranche um technische Aspekte dreht. Hardlines Optik bietet keinen revolutionären Sprung, sie sieht nicht meilenweit besser aus als Battlefield 4, sondern liegt von der technischen Seite gleich auf. Ästhetisch bewegt es sich hingegen in eine etwas andere Richtung, da seine Umgebungen insgesamt etwas düsterer und schlichter aussehen, was bewirkt, dass sie die Spieler nicht so sehr beeindrucken, wie sie es in Battlefield 4 tun und getan haben. Objektiv betrachtet, gehört Battlefield Hardline mit Battlefield 4 zu den best aussehensten Multiplayershootern auf dem Markt, mit denen nur Evolve ernsthaft konkurrieren kann. Doch läuft es stabil? War der Launch ein erfolgreicher Launch?

In Sachen Stabilität setzt Visceral Games eindeutig neue Maßstäbe in dem Franchise: Hardlines Releaseversion hat wenige Bugs, fast keine Abstürze und läuft insgesamt wirklich gut. Nur ein Problem mit Punkbuster, dem Cheatschutz, der aus welchen Gründen auch immer für Stottern und Lagspikes aus der CPU-Richtung sorgen kann, sticht hier ernsthaft hervor. Dazu begibt sich die alte Netcodeproblematik, die teilweise für merkwürdige Situationen sorgen kann. Wirklich aufgefallen sind mir die unter diesem Oberbegriff zusammengefassten Fehler mit teilweise unterschiedlicher Quelle in Hardline aber noch nicht. Es steht fest, dass Battlefield Hardline stark durch die von den Battlefield 4 Patches angestoßenen Weiterentwicklungen des Netcodes profitiert hat.

Ein Danke an Visceral Games

Ähnlich wie Dice LA es seit der Übernahme der Weiterentwicklung von Battlefield 4 getan hat, leistet Visceral Games wunderbare Zusammenarbeit mit der Community und hört auch auf deren Belange.Viele Features und Veränderungen seit der Beta sind auf Feedback der Community zurückzuführen.

Designer und andere Entwickler wie Thad Sasser stehen zudem in ständigem Kontakt zu Leuten aus der Community und beantworten sogar persönlich Fragen der Fans. Ich vermute, dass Visceral Games einen äußerst guten Support für Hardline abliefern wird, was allein schon daran ersichtlich ist, in was für einem guten Zustand das Spiel zu seinem Release schon gewesen ist.

Fazit: Evolution statt Revolution bringt einen gelungenen Multiplayershooter hervor

Summary
Battlefield Hardline ist kein einfacher Fall. Es ist weder eine absolute Revolution des Franchises, noch eine durchgängige Kopie. Es spielt sich ähnlich und doch spielt es sich anders. Aufgrund der vorhandenen Ähnlichkeit im Spielgefüge wäre es eventuell angebracht gewesen, den Preis um 10€ zurückzuschrauben, was aber kein Ausdruck für eine geringere Qualität gewesen wäre. Alles in allem muss nicht jedes Spiel gleich das Rad völlig neu erfinden und einen riesigen Sprung nach vorne machen. Battlefield bleibt ein Garant für einen gelungenen Multiplayershooter und fokussiert sich in Hardline auf mehr Infanteriegefechte mit leichten und schnellen Fahrzeugen. Bei der Balance der Klassen und Waffenklassen leistet das Entwicklerteam sehenswerte Arbeit und insgesamt ist Hardline im handwerklichen Sinne ein wirklich guter Multiplayershooter. Die Schusswechsel fühlen sich einfach richtig an, die Modi machen Spaß und das Spielgefühl stimmt einfach. Was hingegen nicht aus den Augen verloren werden sollte ist, dass Battlefield Hardline kein Spiel für jedermann ist. Fans die auf eine Rückkehr zu den alten Tagen des Franchise mit langsameren Gefechten und mehr Teamzusammenhalt gehofft haben, werden mit Hardlines Philosphie, die das schnelle und infanterielastige Gameplay der neuen Teile vollkommen annimmt, nicht glücklich werden. Ebenso wenig werden Fans der modernen Battlefieldteile mit Hardline zufrieden sein, für die Battlefield ohne schweres Kriegsgerät einfach nicht funktionieren kann. Alle anderen Battlefieldfans und Shooterbegeisterte erwartet mit Battlefield Hardline ein handwerklich gelungener, gut durchdachter und toller Multiplayershooter in einem düsteren und doch etwas trashigen Setting.
Good
  • Unterhaltsame neue Modi
  • Neues Waffengefühl durch mehr Rückstoß und Schaden
  • Durchdachte Klassenbalance
  • Rationalisierung bei Waffenaufsätzen und Granaten
  • Waffenklassen haben gut abgestimmte Rollen
  • Unverbrauchtes Setting
  • Es ist stabil und hat wenig Bugs
  • Schöne Optik
Bad
  • Wenig Zerstörung beziehungsweise inkonsequentes Zerstörungskonzept
  • Eher durchschnittliche Kampagne
  • Teilweise wenig durchdachte Gadgets
8.6
Sehr gut
Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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