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Preview zu Battlefield Hardline - Was lässt die Beta erahnen?

Hardline ist kein Battlefield – Hardline ist nur eine Battlfield 4-Mod: In manchen Diskussionen schwingt der Meinungsoszillator zu dem neuen Battlefield-Spinoff gern von einem Extrem in das andere. Nach dem Enden der für alle verfügbaren Open Beta ist nun in etwa abzusehen, was aus Battlefield Hardline wirklich wird.

Bevor mein Fokus auf das Spiel selbst schwingt, will ich herausstellen, dass die Open Beta zumindest auf meinem System eine der stabilsten und optimiertesten Betas war, die ich bisher gespielt habe. Auf einigen Systemen kam es zwar zu Framedrops, bei mir lief sie allerdings äußerst sauber.

Die offensichtlichste Änderung zu allen vorherigen Ablegern des Battlefield-Franchise ist der Genrewechsel von einem militärischen Szenario in das Cop-und-Gangster-Setting. Ehrlich gesagt- wäre ich wahrscheinlich bei der Präsentation des neuen Battlefields vor Langeweile eingedöst , wenn es nicht endlich einen Genrewechsel gegeben hätte. Nach Battlefield Bad Company, Battlefield 3 und Battlfield 4 habe ich genug von dem Modern Warfare-Setting.

Battlefield Hardline Preview 1-BFH_PoliceLounge

Um dem neuen Setting gerecht zu werden, verschwanden einige Inhalte aus dem Titel, die sonst in direkter Assoziation mit Battlefield stehen: Panzer, Jets und schweres Geschütz flogen rigeros raus. An ihre Stelle treten Sport-, Polizeiwagen und andere Fahrzeuge, deren Handling in der Reihe bisher unerreicht gut ist. Steuern sich die Humvees in Battlefield 4 eher wie Kästen auf Rädern, kommt bei den Autos in Hardline wirklich Spaß auf. Nichtsdestotrotz ist für so manchen Fan des Franchise dieses nichtmilitärische Setting, das ihnen den Zugang zu dem neuen Spiel verwehrt.

Der Klassen neues Balancing

Weiterhin sind deutliche Unterschiede im Klassensystem und seiner Balance zu sehen. Zwar ist die Rollenverteilung mit dem Operator(quasi Assault), Mechanic ( quasi Engineer), Enforcer( quasi Supporter) und Professional( quasi Recon) im Prinzip die Gleiche und wirft die Frage auf, warum in aller Welt die Klassen krampfhaft gerade diese Namen bekommen mussten. Dem ungeachtet folgt beim Einstieg in eine der Klassen vermutlich bald Verwunderung.

Zunächst einmal gibt es keinerlei klassenübergreifende Waffen mehr. Sogar die Pistolen sind an eine der Rollen gebunden. Der Assault avanciert endgültig zum reinen Medic und verliert seinen Granatwerfer( in meinen Augen eine absolut lobenswerte Entwicklung). Im Schusswechsel darf er weiterhin auf seine Sturmgewehre vertrauen und bekommt die Karabiner hinzu. Auch der Pionier musste als Mechanic der Entmilitarisierung gerecht werden und hat sowohl seine Raketenwerfer als auch den Wall-E und die Minen verloren. Dafür verfügt er im Vergleich zu Bf4 über stärkere Maschinenpistolen, das neue Sprengstoffsabotagekit und hat sich zu allem Überdruss den Granatwerfer geschnappt. Das Reparaturwerkzeug hat er davon abgesehen natürlich behalten, sonst wäre der Name der Klasse auch nonsense. Anders als erwartet ist der Granatwerfer gegenüber Infanterie nicht einmal überaus mächtig und dürfte nicht für allzu viel Hass im Ingamechat des Spiels sorgen.

Battlefield Hardline Preview 2-featuredImage.img_

Am meisten von seiner ehemaligen Rolle hat hingegen der Supporter eingebüßt, der als Enforcer auf seine leichten Maschinengewehre verzichten muss, da sie so gar nicht in das Setting  passen würden. Stattdessen trägt er nun im Nahkampf die in der Beta die neue Klasse der Attack Rifles, die Gewehre mit kleinem Magazin, in denen ungefähr 21 Kugeln Platz finden, hohem Rückstoß und immensem Schaden umfasst. Neben diesen neuen Gewehren verfügt der Enforcer noch über die Shotguns, die in der Beta unheimlich stark waren. Hier muss Visceral noch unbedingt einhaken. Mörser und Drohnen sind der Klasse ebenfalls abhanden gekommen. Dafür behält sie das C4, das Riot Shield und die Munitionskiste.

Der neue Recon  bleibt in der Rolle des Professionals seinem Kollegen in Battlefield 4 am ähnlichsten. Er bekommt die Designated Marksmen Rifles zu seinen größeren Scharfschützengewehren hinzu, verliert aber das Spawn Beacon an den Mechanic. Dies ist eine der wenigen Balanceänderungen, die ich irgendwie überhaupt nicht nachvollziehen kann. Zudem scheint mir zumindest die Feuerrate der ersten beiden Scharfschützengewehre in Relation zu ihrem Schaden etwas hoch zu sein.

Eine weitere Sache, die mir Übel aufstößt ist die weitere Abschwächung der Wiederbelebungsmechanik beim Operator. Wiederbelebte Verbündete mussten in der Beta drei Minuten am Leben bleiben, damit sie erneut wiederbelebt werden konnten, zusätzlich hatte die Benutzung der Wiederbelebungstools einen Cooldown von etwa drei Sekunden. Meiner Meinung nach ist der erste Wert viel zu hoch angesetzt und die zweite Restriktion ist überflüssig. Der Defibrillator in Battlefield 4 ist bereits auf einem guten Stand und sollte als Vorbild für Hardline dienen.

Das Klassensystem hat ein starkes Balanceoverhaul bekommen, das in großen Teilen bisher sehr gut klingt und funktioniert. Im Prinzip verfügt Battlefield Hardline dennoch über sehr ähnliche Klassen wie die zwei Titel vor ihm.

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Ist weniger mehr?

Bei der Waffenmenge wird die Community dieses Mal nicht in einer Vielzahl von Möglichkeiten versinken. So hat nach jetzigem Stand jede Klasse acht Primär- und etwa vier eigene Sidearmwaffen. Die eine Hälfte der Primärwaffen liegt zu Beginn zunächst einmal nur in der Hand der jeweils anderen Fraktion und muss mit Waffenpässen für die andere Seite freigeschaltet werden. Die geringere Anzahl mag ernüchternd klingen, könnte aber zu einer deutlich ausgewogeneren Balance der einzelnen Gewehre führen.

Generell machen die meisten Waffen in Battlefield Hardline etwas mehr Schaden und haben mehr Rückstoß als in Battlefield 4. Dies mündet in eine deutlich geringere Time to Kill, also den durchschnittlichen Wert, die ein Spieler braucht um einen anderen zu erschießen, als in den letzten Teilen der Marke. Damit geht eine deutlich geringeres Zeitfenster für das Reagieren auf Beschuss einher, da schon nach Bruchteilen einer Sekunde der Tod eintreten kann. Sowohl eine niedrigere als auch eine höhere TTK hat in einem Multiplayershooter ihre Anhänger und ihre Pro- und Kontra Argumente. In meinen Augen ständen Hardline ein Stück längere Feuergefechte gut, auch wenn die Idee mehr Rückstoß einzubringen prinzipiell gut ist.

Conquest, Heist und Co

Alle Modi des Spiels, die ich bisher gespielt habe, was immerhin fünf sind, haben gemein das der Fokus des Spiels ganz klar auf den Infanteriegefechten und leichten Fahrzeugen liegt. Allein dadurch spielt sich Hardline ein ganzes Stück anders. Das Wegfallen von allzu sehr militärischem Equipment, wie den Drohnen, stationären Geschützen und Minen, spielt mit in diese Andersartigkeit hinein. Leichte Maschinengewehre und Raketenwerfer sind übrigens noch als aufhebbare Waffen, Battlepickups genannt, auf den Schlachtfeldern des Spiels zu finden.

Eine große Stärke von Hardline sind seine neuen Modi, die aus meiner jetzigen Sicht heraus alle viel Potenzial haben. Landet in Battlefield 4 am Ende jeder Spieler in Eroberung und maximal mal in einer Handvoll Runden Rush, verfügt der neue Ableger über neue Spielmodi mit genügend Mehrwert, dass sie mit der Conquestvariante des Spiels coexistieren können.

Battlefield Hardline Preview 4-hardline

Mein Favorit dieser Beta ist dabei eindeutig Heist, der als eine Mischung aus Rush und Capture the Flag verstanden werden kann. Vom Hörensagen soll er mit dem Heistmodus aus Payday 2 vergleichbar sein – mit dem Unterschied, dass Spieler beide Seiten einnehmen.

Hotwire wiederum macht Spaß- keine Frage. Nichtsdestotrotz halten die in dem Modus unter Kontrolle zu bringenden Fahrzeuge, die der Fahrer dann auf Geschwindigkeit halten muss, derart wenig aus, dass sich gegen Ende der Beta sich kaum noch jemand traute, in die Fahrzeuge einzusteigen. Damit verliert der Modus, der am ehesten mit Eroberung mit sich bewegenden und zerstörbaren Flaggen vergleichbar ist, logischerweise seinen Reiz.

Selbst der Conquestmodus von Hardline hat Veränderungen erfahren. So nehmen die Teams in ihm eigentlich keine Flaggen mehr ein, sondern erobern Sektoren, deren Fläche vergleichweise groß ist. So liegt auf Dust Bowl gern einmal ein ganzer Gebäudekomplex in einem Sektor. Der Grundsatz bleibt dennoch nah am Original: Jedes Team hat eine begrenzte Anzahl an Wiedereinstiegen in Form von Tickets. Das Team das mehr Leute in einem Gebiet hat, erobert es. Gibt es ein Flaggenbesitzübergewicht bluten die Tickets des Gegnerteams aus.

Enttäuschung bei der Zerstörung, Überraschung bei den Mapdetails

Alles in allem sind nahezu alle bisher genannten Kritikpunkte weniger dramatisch und liegen entweder im Bereich der Balance oder sind schlicht Schwächen der unfertigen Beta. Ich hatte großen Spaß mit der Open Beta von Battlefield Hardline. Doch das Fehlen oder die Unausgereiftheit eines Features ist in meinen Augen ein wirklich übler Fehltritt: Stellten alle vorherigen Ableger sie noch prominent als PR-Argument in den Vordergrund, ist die Zerstörung in Battlefield Hardline bisher enttäuschend. Ja, Zäune und Glasscheiben zerbersten bei Beschuss, aber damit kann man keinen Spieler nach Battlefield Bad Company 2 mehr vor dem Ofen hervorlocken. Nicht einmal die dünnsten Wände von den kleinsten Gebäuden lassen sich auf den Karten der Open Beta perforieren oder gar einreißen. Das nimmt dem Spiel nicht nur den bloßen Spaß an der Zerstörung, sondern auch die Möglichkeit dem Gegner, einfach ein Stück seiner Deckung wegzuschießen. Natürlich konnte man in Battlefield 3 und 4 auch viele Gebäude nicht zerstören, vor allem, wenn sie für den Aufbau der Karte essentiell waren. Würde man in Großstadtkarten alle Gebäude plattmachen können, bliebe nur eine plane Fläche. Jedoch vor allem die Südstaatenkleinstadt auf Dust Bowl böte in einem vorherigen Titel genug kleine Gebäude, die krachend zusammenstürzen könnten. Die Spielrealität bietet diese bisher überhaupt nicht – schade, Spielspaß verschenkt.

Auf der anderen Seite stehen die Interaktionsmöglichkeiten mit den Karten und ihre kleinen und größeren Details, die Visceral Games wirklich sehr liebevoll und durchdacht umgesetzt hat: Türen und Tore lassen sich öffnen und schließen, auf der Karte Bank Job hängen Defis und Verbandkästen an manchen Wänden, das Licht lässt sich ausschießen und auf Dust Bowl kommt häufiger ein sichtbehindernder Sandsturm auf. Das mag sich alles nach vernachlässigbarem Kleinkram anhören, trägt aber seinen Teil zum Gesamtspielgefühl bei.

Battlefield Hardline Preview 5-BFH_Zipline

Ausblick: Hardline noch Battlefield und gleichzeitig kein Klon

Setzte BF 2142 kurz nach Battlefield 2 neue Akzente im Franchise, könnte dies Battlefield Hardline nach Battlefield 4 nun auch gelingen. Im groben Vergleich unterscheidet Hardline deutlich mehr von Battlefield 4 als dieses sich zu seinem Release von Bf3 unterschied. Die neuen Modi des Spiels scheinen auf den ersten Blick interessant bis sehr spaßig zu sein und die Balance geht einen erfrischenden Weg. Vom Spielgefühl, der Optik und Technik kann das Spiel seine Franchisezugehörigkeit dennoch genauso wenig verleugnen, wie es vermutlich Bf 2142 konnte.

Ich hatte viel Spaß mit der Open Beta und habe mich gern in die einzelnen Matches gestürzt. Auch wenn das gelegentlich auftretene Chaos ein wenig Eingewöhnung abverlangte. In meinen Augen könnte Battlefield Hardline ein sehr guter Multiplayer Shooter werden, der noch besser werden würde, wenn er noch die Zerstörungsmöglichkeiten seiner geistigen Vorgänger übernähme.

 

Battlefield: Hardline erscheint am 19. März für den PC, PS3, PS4, Xbox 360 und die Xbox One.

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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