Battlefield 1 Review

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Battlefield ist nicht für seinen Singleplayer berühmt. Doch irgendwas ist an Battlefield 1 anders, findet es zusammen mit uns im Review heraus.

 

Der Singleplayer-Modus

“Mehr als 60 Millionen Menschen kämpften in diesem ‘Krieg, um alle Kriege zu beenden’. Er beendete rein gar nichts. Doch er veränderte die Welt für alle Zeiten.” Niedergehende Granatenhagel, Giftgas, Schreie von Verwundeten und eine längst nicht mehr irdisch erscheinende Kraterlandschaft machen die Schlachtfelder an der Westfront des ersten Weltkriegs zu einem höllisch anmutenden Ort. An eben diesem Ort, an dem kein menschliches Wesen sein sollte, startet der Singleplayer von Battlefield 1. Kurz vorher bereitet er einen mit dem vorangestellten Zitat auf die Tragweite dieses Krieges vor und unterlegt es noch mit dem Versprechen, dass der Spieler das Zeitliche segnen werde. Der erste Weltkrieg ist mit gutem Grund ein gemeidetes Thema in der Spiele-Branche, er gilt als zu heikel oder als zu langsam und statisch für einen AAA-Shooter. Folglich muss ein Shooter mit ihm als Setting eine Gratwanderung zwischen einem spannenden, unterhaltenden Spiel und einer angemessenen Behandlung des Großen Krieges, wie der 1. Weltkrieg auch genannt wird, eingehen. Wie gut ist das Battlefield 1 gelungen?

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Wie reviewen wir Battlefield 1?

Unser Battlefield 1 Review wird in zwei Teilen veröffentlicht: Die Erste befasst sich mit dem Singleplayer des Shooters und die Zweite, mit der dieser Text aktualisiert und die Wertung finalisiert wird, geht auf den Multiplayer ein. Dadurch können wir euch nicht nur deutlich früher schon sagen, wie der Singleplayer-Modus geworden ist, sondern können noch etwas länger den Multiplayer erkunden, bevor wir unsere finale Meinung zu ihm abgeben. Den Test zum Multiplayer werdet ihr alsbald auf dieser Seite finden.

Erst einmal ändert Dice für sein neues Battlefield 1 grundlegend die Struktur des Singleplayers. Während die vergangenen zwei Spiele ihn in einer zusammenhängenden Kampagne abhandelten, setzt Battlefield 1 auf eine Ansammlung von fünf Kurzgeschichten, genannt Kriegsgeschichten. Jede von ihnen versetzt einen entweder an eine andere Front, in eine andere Zeitphase einer schon gesehenen oder lässt einen anderen Aspekt einer erfahren. Auf diese Weise geht es von der Westfront aus unter anderem in die Alpen, die Arabische Wüste und in die Türkei. Dabei schlüpft der Spieler in jeder Kriegsgeschichte in die Haut eines anderen Protagonisten, die allesamt andere Antriebe, Hintergründe und Persönlichkeiten haben.

Eben diese muss der Spieler sich nicht selbst zusammenreimen, sondern das Spiel offenbart sie einem durch die Kommentare, Zwischensequenzen und Handlungen der Hauptcharaktere. Interessanterweise ist es Dice gelungen, seine Hauptcharaktere, die allesamt nur ein einziges Kapitel spendiert bekommen, deutlich erinnungswürdiger zu gestalten als die von Battlefield 3 und Battlefield 4. Leider hat es kein einziger Charakter von der Seite der Mittelmächte ins Spiel geschafft: Stattdessen kämpft man entweder als Brite, Australier, Amerikaner, Italiener oder Beduinin. Warum es keinen deutschen, österreich-ungarischen oder osmanischen Charakter gibt? Eigentlich gibt es dafür keinen im Setting bedingten Grund. Die Soldaten der Mittelmächte waren ebenso normale Soldaten wie die der Entente mit dem Unterschied, dass ihre Seite den Krieg losgebrochen hatte. Besonders friedenswillig war jedoch keine der beteiligten Großmächte: Sowohl in Paris als auch Berlin zogen die Soldaten zu seinem Beginn 1914 jubelnd in dem Glauben in den Krieg, dass sie ihn schnell gewinnen würden.

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Um die Spoilermenge zurückzuhalten, gehe ich weiterhin nicht groß auf die einzelnen Missionen ein und fasse stattdessen zusammen, was ich von ihnen halte: Im Vergleich zu den vorangegangenen Spielen überzeugt sowohl das sich von Kriegsgeschichte zu Kriegsgeschichte unterscheidende Missionsdesign als auch dessen Handlung. (Meine Lieblingsepisode ist übrigens die Letzte, in der man als beduinische Kriegerin im Arabischen Aufstand an der Seite von Lawrence von Arabien kämpft). Auch wenn die Handlung natürlich nicht mit einem Singleplayer-Giganten wie Bioshock konkurrieren kann.

Dice setzt grafisch wieder einmal Maßstäbe und überbietet alles, was die Konkurrenz zu bieten hat. Gleichzeitig optimierte das Studio Battlefield 1 derart gut, dass die Performance wirklich beeindruckend ist. Zusammen mit der Soundkulisse schafft es das Spiel, ein authentisches Schlachtgefühl zu vermitteln und der Soundtrack untermalt die durch die anderen Punkte bereits vordefinierte Atmosphäre. Generell kann man dem Singleplayer Letztere zu Gute halten. Ebenfalls gelungen ist die deutsche Synchronisation. Was man Battlefield 1 allerdings nicht zu Gute halten kann, ist dessen Gegner-KI: Diese verkommt stellenweise zu echten Pappaufstellern. Wenn ihr etwas Herausforderung wollt, solltet ihr direkt auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad anfangen.

Natürlich wäre das alles nur Beiwerk, wenn es sich schlecht spielen würde: Das Gunplay von Battlefield 1 ist auf gewohnt hohem Niveau der Reihe und fühlt sich einfach richtig an. So morbid wie es klingen mag, das Schießen in Battlefield 1 bereitet wirklich Spaß. Des Weiteren fühlt sich das Movement gut an, ist flüssig und man bleibt wenig an der Spielgeometrie hängen. Das Missionsdesign und die Orte, an denen die Missionen spielen, sorgen für eine stetige Abwechslung im Singleplayer. Mit dazu trägt bei, dass man sich neben Infanteriekämpfen auch in Panzer- und in Luftgefechte stürzen darf.

Im Allgemeinen stützt sich das Gameplay auf Elemente und auf die Bewaffnungen, die auch im Multiplayer vorzufinden sind. Nur beim Wiederspielbarkeitswert sieht es eher übel aus, da die recht lineare Kampagne nicht viel Handlungsfreiraum bietet und nur Jäger und Sammler sich für die Sammelobjekte interessieren dürften. Zu den Waffen sei gesagt, dass Battlefield 1 eher weniger auf historische Authentizität setzt, sondern vermehrt Prototypen oder sehr seltene Schusswaffen zum Einsatz bringt. Womit wir endgültig beim zweiten Teil der Betrachtung wären: Durch seine Waffenwahl mag Battlefield 1 nicht vollständig dem historischen 1. Weltkrieg entsprechen, in meinen Augen gelingt es ihm aber vor allem im Singleplayer, das Gefühl des Krieges zu vermitteln. Zudem glorifiziert Battlefield 1 den Krieg nicht. Stattdessen konfrontiert es den Spieler immer wieder mit dem Tod und wird stellenweise ungewohnt emotional und philosophisch.

An anderen Stellen vermittelt es zwar auch ein abenteuerliches Spielgefühl, was die anderen erwähnten Szenen jedoch nicht nivelliert. Weiterhin kann man dem Spiel zu Gute halten, dass es sein Publikum an ein historisches Thema heranführt, das in unserer Öffentlichkeit eher wenig Aufmerksamkeit genießt. Die sogenannte Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts neigt dazu, im Schatten der Grausamkeiten des auf ihn folgenden 2. Weltkriegs zu verschwinden.

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Fazit Singleplayer

Von Connor Schönberner: Endlich ein gelungener Singleplayer in einem Battlefield – Es geht also doch!

Ganz ehrlich – ich war nicht gerade begeistert von den Kampagnen der letzten drei Serienableger. Sie waren voller Logik-Lücken, Klischees, die Charaktere waren nicht erinnerungswürdig und die Handlung vorhersehbar. Ich dachte daher, ich würde den Singleplayer auch in Battlefield 1 zwar durchspielen, aber am Ende ihn mit dem Gedanken abharken, dass es nur der Singleplayer sei und es nicht schlimm ist, wenn er nicht über Mittelmaß hinauskomme. Doch es kam anders. Dem Singleplayer gelingt das Kunstwerk, einerseits den ersten Weltkrieg als Spielsetting zugänglich zu machen und andererseits ihn weder zu verharmlosen noch zu glorifizieren. Er sieht bombastisch aus, hört sich bombastisch an und sein Gunplay ist hervorragend. Seine Charaktere sind besser als die der Vorgänger, aber ich vermisse einen Protagonisten von Seiten der Mittelmächte. Ihr sollt nur keine besonders cleveren Gegner erwarten, hier kann Battlefield 1 nur mit Massenangriffen euch Schweiß auf die Stirn treiben. Einzelne Pappaufstellergegner gefährden einen in der Regel nicht. Sehr gelungen finde ich das multiperspektivische Erzählen von Battlefield 1. Daher hätte ich gern noch mehr von den einzelnen Perspektiven gesehen.

Unglücklicherweise ist der Singleplayer wirklich kurz, verlängert das Spiel aber auch nicht durch unnötige Elemente. Insgesamt halte ich die fünf Kriegsgeschichten zusammen genommen für einen gelungenen Singleplayer, dessen Gesamtpaket überzeugt. Aufgrund der Kürze der Kampagne würde ich euch jedoch nicht empfehlen, das Spiel allein wegen des Singleplayers zu kaufen, sofern der Preis noch nah am Release-Preis ist. Dafür ist er zu kurz und bietet nicht besonders viel Wiederspielbarkeitswert. Wie schätze ich den Singleplayer also abschließend ein? Auch wenn er sich nicht mit Doom oder einem Bioshock messen sollte, bereiten die Kriegsgeschichten viel Spaß und sind sehr kurzweilig. Damit bricht Battlefield 1 den Bann des Mittelmaßes, der auf der Singleplayerseite der Serie lastete: Mit Battlefield 1 liefert Dice endlich einen gelungenen Singleplayer ab!

Von Daniel Martin: So werden großartige Spiele gemacht.

Nach Jahren hat es endlich wieder ein Spiel vom schwedischen Entwicklungsstudio DICE geschafft mich vollends in seinen Bann zu ziehen und gleichzeitig aus dem Sessel zu katapultieren. Weder Battlefield: Hardline noch das mit einem grandiosen Thema aufwartenden Battlefront konnten mich überzeugen und fast schon hätte ich geglaubt, dass auch der Battlefield 1-Hypetrain an mir vorbeiziehen wird. Doch alles kam anders und ich sitze dank Anspielversion via EA Access nun mittendrin und will nicht mehr aussteigen. Die Einzelspielerkampagne mit ihren fünf verschiedenen Geschichten, die auf jeweils anderen Schlachtfeldern des ersten Weltkriegs stattfinden, sind allesamt grandios erzählt und zeitgleich mit einer erschreckend authentischen Atmosphäre inszeniert, die die oft grauenhaften Ereignisse jener Epoche auf unseren Bildschirm projizieren. Schade nur, dass es nach knapp 10 Stunden vorbei war. Ich kann nur den Hut vor Dice und allen die an diesem Spiel mitgewirkt haben ziehen und sagen: Chapeau DICE, ihr habt Battlefield wieder großartig gemacht!

Von Michael Bragg: Was für eine Atmosphäre!

Wie bereits meine beiden werten Kollegen, habe auch ich keine große Erwartungen an den Singleplayer von Battlefield 1 gehabt. Überhaupt stand es lange auf der Kippe, ob ich mir denn den nächsten Teil der Battlefield-Serie zulegen sollte. Zu groß war die Angst, dass EA und DICE vor allem das Setting rund um den ersten Weltkrieg nicht gut würden. Und auch bei mir kam es natürlich anders als gedacht. Neben der absolut gelungenen Atmosphäre mit ihren bombastischen Sound, bleibt mir auch der Soundtrack ziemlich im Ohr. Ich fand diesen jederzeit passend, nicht aufdringlich und das i-Tüpfelchen zur Atmosphäre, da dieser so verdammt gut ausgesucht und an den passenden Stellen abgespielt wurde. Auch mein größter Kritikpunkt ist diese schon fast dämliche KI, die sich teils schon freiwillig in einen Kugelhagel deckungslos hineinwirft. Aber auch die Länge der Kriegsgeschichten. Denn während sowohl die erste, wie auch die letzte Geschichte eine passende Spielzeit boten, waren die Geschichten zwei, drei und vier viel zu kurz. Aber ich bleib dabei: Für mich ist dieses Jahr der Singleplayer von Battlefield 1 DAS atmosphärische Highlight des Jahres!

Vorläufige Wertung (Singleplayer only): 8.5

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Genug der Einsamkeit – auf in den Multiplayer!

Battlefield kehrt mit großem Getöse zurück: Infanteristen liefern sich am Boden Feuergefechte, zwischen ihnen brechen Panzer durch Mauern und über der Szenerie jagen Doppeldecker einander in verbissenen Dogfights. Der Multiplayer von Battlefield 1 führt seine Spieler von den vernarbten Schlachtfeldern der Westfront, über die Gipfel der italienischen Alpen bishin in die Arabische Wüste. Traditionell liegen in diesem Spielabschnitt die wahren Stärken eines jeden Battlefield-Spiels, weshalb er einen deutlichen Bedeutungsüberhang im Vergleich zum Singleplayer hat. Battlefield 1 muss sich jedoch einer zweigeteilten Skepsis stellen. Viele zögerten bei der Ankündigung des Settings, weil sowohl der Stellungskrieg an der Westfront als auch die dominante Bewaffnung des Krieges das Spiel erheblich verlangsamt und eintöniger gemacht hätten. Gleichermaßen hat die Battlefield-Reihe mit dem von vielen eher gemiedenen Battlefield Hardline und dem grausigen Release von Battlefield 4 Schlagseite erhalten. Kann Battlefield 1 beides überwinden?

Ein Battlefield ist ein Battlefield, ist ein Battlefield?

Battlefield 1 schließt ebenso wie Battlefield 3 und Battlefield 4 an die Philosophien und das Spielgefühl der Spiele an, die seit Bad Company erschienen sind. Zugleich solltet ihr lieber die Finger von Geschichtsbüchern lassen, da Battlefield 1 anders als Verdun kein historisch authentisches Spiel sein will. Stattdessen will es einfach nur ein Multiplayershooter sein, der alle Möglichkeiten des Ersten Weltkriegs ausschöpft, unabhängig davon ob sie zum Einsatz kamen oder nicht. Am Spielprinzip selbst hat sich mit Battlefield 1 herzlich wenig getan. Auch vom Spielgefühl werden Fans sich relativ schnell zu Hause fühlen. In fünf Modi auf derzeit neun verschiedenen Karten treten zwei Teams gegeinander an. Diese teilen sich wiederum in Squads und Klassen für die einzelnen Spieler – hier gibt es grundsätzlich wieder 4 Infanterieklassen. Panzer, Flugzeuge und andere Vehikel gibt es natürlich auch. Der erste Blick verleitet dazu zu denken, dass ein Battlefield eben ein Battlefield sei und sich ähnlich wie bei Call of Duty nur Details geändert hätten.

Glücklicherweise trifft das nicht auf Battlefield 1 zu. Während es den Grundfesten des Franchises treu bleibt, hat sich überall etwas getan. Warum sprach der vorherige Absatz beispielsweise ganz ausdrücklich von 4 Infanterieklassen? Nun ja, das war nur die halbe Wahrheit. Zu Fuß bieten sich der Sturmsoldat, Sanitäter, Unterstützer und Späher an. Der Pionier legt eine Pause ein. Zur Wiederherstellung der heiligen Vierfaltigkeit teilte Dice daher den Sturmsoldaten der drei letzten Teile in einen Sanitäter und eben den Sturmsoldaten auf. Zuzüglich gibt es je eine Kavalleristenklasse, je eine Panzerfahrer- und eine Piloten-Klasse und die drei Elite-Klassen. Um in die Haut einer dieser Neulinge zu schlüpfen, muss man das passende Pickup finden und aufheben. Sie erinnern entfernt an die Helden aus Star Wars: Battlefront, verfügen aber über deutlich weniger übertriebene Fähigkeiten und sind in der Regel gut ausschaltbar. Sie erhalten zwar mächtige Waffen, müssen sich aufgrund ihrer Schwächen allerdings stark vorsehen, wie sie vorgehen. Bis jetzt fügen sich die Eliteklasse als sinnvolle Bereicherung in das Spielkonzept ein. (Für ihr Ausschalten winkt im Übrigen eine Punkteprämie.) Die mit einem eigenen Kit und einer exklusiven Waffenklasse ausgestatteten Panzerfahrer und Piloten fungieren als Doppellösung für zwei Probleme des Franchise. Zum einen vermindern sie die Attraktivität, Fahrzeuge als Taxis zu missbrauchen, zum anderen dienen sie als eine spielerische Erklärung dafür, warum keine Panzer mehr auf den Karten und keine Flugzeuge mehr auf dem Schlachtfeld warten. Obgleich das für Battlefield-Kenner nach einer blasphemischen Simplifizierung klingen mag, macht es Sinn, dass Panzer neu spawnen müssen.

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Wer gegen ein Landschiff kämpft, sieht sich gleich zwei solcher Kanonen gegenüber.

Hierdurch erhöht sich der Wert der Fahrzeuge und Fahrzeugdiebstahl ohne Eigenverschulden des eigenen Teams wird abgeschafft. Wegen unbedachter oder panisch reagierender Panzerfahrer könnt ihr euren Gegnern aber immer noch Fahrzeuge abjagen. Die beiden Fahrerklassen haben gegenüber Fahrzeugerbeutern einen signifikanten Vorteil: Sie haben immer ein Reparaturwerkzeug dabei, mit dem sie den Panzer von innen oder außen reparieren können. Im Vergleich zur automatischen Nietenregeneration der Fahrzeuge in Battlefield 3 und 4 handelt sich hierbei um eine deutlich bessere Lösung, da die Fahrzeuge sich beim Reparieren nicht bewegen können und einen erheblichen Teil ihrer Feuerkraft für eine Weile einbüßen. Diese Selbstreparatur funktioniert ebenso bei Flugzeugen. Natürlich bleiben diese dabei nicht in der Luft stehen, sondern fliegen in die vorher eingeschlagene Richtung weiter. Der Unterstützer kann ein solches Werkzeug ebenfalls einpacken. Bleibt nur der Kavallerist: Er hält mehr aus, startet immer mit einem Pferd, außer ein Bug tritt auf.

Eine weitere erfreuliche Veränderung ist, dass die Rollen der Standardklassen erheblich besser vordefiniert sind als in den letzten Teilen. Einen erheblich Anteil daran hat, dass es keinerlei klassenübergreifende Primärwaffen gibt. So ist der Sturmsoldat der Spezialist für den Nahkampf und ist in der Regel hier allen anderen überlegen. Der Späher dominiert auf große Entfernung. Den nicht zu unterschätzenden Medic sollte man eher nicht auf mittlere Distanz angreifen, hier teilen seine meisten Waffen den meisten Schaden aus. Der Support bewegt sich irgendwo zwischen dem Sturmsoldaten und Sanitäter und kann seine Gegner mit Dauerfeuer wegfegen. Des Weiteren lassen sich viele der Klassen auch außerhalb ihrer Domäne sinnvoll einsetzen, da manche ihrer Waffen aus dieser Ausbrechen. Beispielweise hat der Sani mindestens zwei gute Nahkampfwaffen. Neben dem bloßen Kämpfen übernehmen die einzelnen Klassen zusätzlich bestimmte Rollen: So ist der Sturmsoldat der Antipanzerkämpfer, der Unterstützer versorgt die Leute mit Nachschub, der Späher späht und der Sanitäter heilt und belebt Verbündete notfalls wieder. Zu dem Nachschub des Supporters zählen natürlich ebenso Explosivwaffen und Gasgranaten. Gegen diese hat jeder Spieler eine Gasmaske dabei, welche in fast jedem Match zum Einsatz kommt.

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Luftschiffe kennen keine unauffälligen Abgänge.

Unglücklicherweise hat sich gerade bei der Wiederbelebung in Battlefield 1 ein Ärgernis eingeschlichen: Der Sanitäter kann jeden Spieler wiederbeleben, außer dieser wurde im Nahkampf getötet. Vorrausgesetzt er bleibt danach eine kurze Weile am Leben, kann er im Falle eines weiteren Ausfallens auch nochmals mit Hilfe des Sanis ins Leben zurückkehren. Das hat gleich drei Vorteile: Der Wiederbelebte kriegt keinen Tod angerechnet, der Sanitäter erhält 50 bis 70 Punkte und das Team erhält keinen Malus, da eine Wiederbelebung in Battlefield 1 verhindert, dass ein Kill zu einem Punktegewinn der Gegner oder Ticketverlust der Verbündeten führt. Dummerweise hat Dice ein “Feature” in Battlefield 1 integriert, dass dem Wiederbeleben entgegenarbeitet. Bläst ein Gegner einem das Licht aus, hat man die Möglichkeit durch das Gedrückthalten der Leertaste direkt zurück in den Respawn-Screen zu kommen und verschwindet vom Schlachtfeld. Dieses “Feature” spielt einem vor, dass man dadurch schneller wieder in den Kampf kommt, doch dem ist nicht so. Erst nach Ablauf einer bestimmten Zeit darf man respawnen. Diese Zeit ist unabhängig davon, ob man im Respawn- oder im Todesbildschirm wartet, exakt gleich lang. Das Warten im Todesbildschirm hat nur den Vorteil, dass ein Sani einen ohne Nachteile direkt ins Spiel zurückholen könnte. Diese Phase geht sogar noch etwas über die Pflicht-Respawnzeit hinaus, wodurch nahende Sanis zu Not noch etwas Spielraum haben. Mit anderen Worten eben dieses Antifeature täuscht den Spielern nicht nur falsche Tatsachen vor, sondern stellt einem essentiellen Teamplay fördernden Werkzeug von Battlefield 1 ein Bein. Abgesehen von diesem Schnitzer bin ich mit dem Klassenkonzept von Battlefield 1 überaus zufrieden. Kleine Balance-Unstimmigkeiten sind aber noch vorhanden.

Überraschung: Waffen und Schießen sind wichtig für einen Shooter

Man kann es nicht häufig genug sagen, das Waffenhandling von Battlefield 1 ist großartig. Das Feuern fühlt sich auch im Multiplayer einfach richtig an und bereitet Laune. Bei den Mechaniken der Waffen hat sich im Übrigen etwas getan: Sie setzen zusätzlich zu hauptsächlich vertikalem Rückstoß auf einen Bullet Spread, der ihre effektive Distanz festlegt. Diesen Spread kann man nicht oder nur sehr schwer ausgleichen, weshalb es in Battlefield 1 keine Maschinenpistolen gibt, die auf 400 Meter genau feuern können. Mir gefällt das Ergebnis dieses Werkzeugs, auch wenn einige Spieler sich über die Zufälligkeit dieser Lösung beschweren. Mir ist es deutlich lieber als Maschinenpistolen, die durch Einzelfeuer zu Präzisionsgewehren werden. Skill sollte die Balance eines Spiels nicht aushebeln können. Aufgrund des Settings gibt es zudem keine Sturmgewehre, womit diese beliebte Allrounder-Waffenklasse wegfällt. Dieser Umstand trägt deutlich zum Spielspaß bei. Alte Features wie Bullet Drop und Bullet Travel sind auch wieder dabei. Weiterhin nimmt der Schaden eines Projektils bei längerer Flugphase nun ab. Neben den für Shooter üblichen Schusswechseln setzt Battlefield 1 vermehrt auf Nahkampf.

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Angespitzte Spaten sind eine nicht zu unterschätzende Nahkampfwaffe

Hierbei setzt es auf vergleichsweise brutale Animationen: Bajonette werden mit Wucht in Oberkörper gerammt, Klappspaten vergraben sich in Hälsern und Knüppel landen mit großer Wucht auf Schädeln. Sehr viele Waffen lassen sich mit einem Bajonett erweitern, das tödliche Nahkampfanstürme ermöglicht. Zudem gibt es allerhand Nahkampfwaffen wie den erwähnten, angespitzten Klappspaten. Der Standardangriff mit einer solchen Waffe ist ein Schlag oder ein Stich, tötet man einen Gegner, findet dies in einer Nahkampfanimation statt. Konterangriffe wie in Battefield 4 haben es zum Glück nicht ins Spiel geschafft. Insgesamt weiß das Nahkampfsystem zu gefallen. Neben der Primärwaffe und den Nahkampfwaffen kommen auch Pistolen zum Einsatz: Diese sind insgesamt erfreulich effektiv.

Wie schon erwähnt verfügt jede Klasse über mindestens eine Waffenklasse, insgesamt finden sich in Battlefield 1:

  • Shotguns
  • Maschinenpistolen
  • Halbautomatische Gewehre
  • Repetiergewehre
  • Leichte Maschinengewehre
  • Handfeuerwaffen
  • die Waffen der Fahrer und Piloten
  • Nahkampfwaffen
  • die Waffen der Eliteklassen

Damit bietet es grundsätzlich eine anständige Auswahl an unterschiedlichen Arten von Schusswaffen.

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Freischaltung, Waffenanzahl und Individualisierung

Wie kommt man nun an diese neuen Spielzeuge? Battlefield 1 setzt auf zwei Levelsysteme: Einerseits levelt man seinen Soldatenrang, wofür man mit jedem Level sogenannte Kriegsanleihen erhält. Mit diesen lässt sich wiederum neue Ausrüstung freischalten. Allerdings muss man hierfür meist noch das jeweilige Klassenlevel erhöhen, was einfach durch das Punktesammeln mit der jeweiligen Klasse vonstatten geht. Das richtige Klassenlevel vorausgesetzt, könnt ihr euch also selbst aussuchen, welche Waffen ihr in welcher Reihenfolge erhalten wollt. Während man die meisten Waffen relativ schnell freischaltet, kann man jeweils eine Pistole und eine Primärwaffe erst auf Klassenrang 10 freischalten, zwischen Rang 3 und 10 gibt es hingegen nichts Neues. Diese Durststrecke erscheint etwas zu lang. Weiterhin nervt es, dass man die Pistolen für alle Klassen einzeln freischalten muss.

Wie steht es eigentlich um die Waffenanzahl? Hier gilt es zu differenzieren. Grob geschätzt verfügt jede Klasse über 6 vollständig verschiedene Waffen. In der Waffenliste tauchen aber deutlich mehr Einträge auf (etwa doppelt so viele), da jede Waffe über unterschiedliche Varianten verfügt. Diese verändern ihr Verhalten und ihre Rolle teilweise deutlich. Deswegen bieten die Waffen in Battlefield 1 meiner Meinung nach genug Abwechslung und Auswahl. Nichtsdestotrotz könnte sie ruhig etwas größer sein. Dafür unterscheiden die Primärwaffen sich wirklich alle, was einer gigantischen, aber sehr ähnlichen Waffenauswahl vorzuziehen ist.

Wie Dice angekündigt hatte, ist die Waffenindividualisierung in Bf1 nicht besonders ausgeprägt, stattdessen setzt es auf die verschiedenen Varianten. Ob einem diese Designentscheidung gefällt, ist Geschmackssache. Sie macht die unterschiedlichen Waffenanpassungen zwar deutlich lesbarer und verständlicher, nimmt den Spielern aber auch eine gewisse Freiheit bei dem Zusammensetzen von Primärwaffen. Auf das Balancing dürfte diese Entscheidung ungeachtet dessen positive Auswirkungen haben, da es die Anzahl an Parametern reduziert.

Dennoch heißt das nicht, dass es gar keine Waffen-Individualisierung gibt: Die meisten Waffen bieten, abgesehen von den Scharfschützengewehren, zwei unterschiedliche Visiere. Bei den Sniper-Waffen kann man die Visiermarkierung individualisieren. Des Weiteren gibt es für viele Waffen ein Bajonett, der Rückstoß lässt sich nach eigenen Wünschen etwas verlagern und ein individueller Skin festlegen. Diese kommen wiederum aus einer von Battlefields neuesten Errungenschaften – die neuen, nicht vollkommen nutzlosen Battlepacks, die sich an den Lootboxen anderer Spiele (Overwatch!) orientieren. Man erhält diese zufällig am Ende eines Matches oder kann sie für Schrott kaufen, der dem Zerstören von unliebsamen Skins entspringt. Inzwischen lassen sie sich ebenso für Echtgeld erwerben, womit Battlefield 1 zur langen Reihe der Vollpreisspiele mit zusätzlichen Mikrotransaktionen zählt. Insgesamt wirken die Skins stimmig. Ihr werdet keine neongrünen Waffen mit Leuchtreklame im Spiel finden. Außerdem gelingt es den Battlepacks einen gewissen Sammeltrieb zu entfachen, was den optischen Freischaltungen von Battlefield bis dato noch nie gelungen ist.

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Das Öffnen eines Battlepacks läuft ähnlich wie Overwatchs Lootboxen in einer inszenierten Animation ab

Zu Gunsten der Übersichtlichkeit findet ihr genauere Informationen zu den einzelnen Klassen, ihren Waffen und ihren Gadgets in der unteren Box, die aber nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Zwischendurch spreche ich außerdem Empfehlungen für Waffen aus, die ich persönlich für den jeweiligen Zweck als besonders geeignet einschätze. Insgesamt können aber alle Waffen gut eingesetzt werden, sich künstlich auf irgendwelche Gewehre zu beschränken, wäre nicht Sinn des Spiels. Viel eher handelt es sich hierbei um Tipps für den leichteren Einstieg.

Die Klassen, ihre Waffen und ihre Gadgets

SturmsoldatSanitäterSpäherUnterstützerPilot/FahrerKavalleristElite: PanzerjägerElite: Wachsoldat Elite: Flammenwerfersoldat

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Er findet sich vorzugsweise an vorderster Front wieder, da seine Maschinenpistolen und Schrotflinten im Nahkampf allen anderen Waffenklassen überlegen sind. Doch schon auf mittlere Entfernung lässt ihre Effektivität merklich nach und auf große Entfernung kann er sich das Feuern quasi ganz sparen. Gleichzeitig handelt es sich bei ihm um die Antipanzerklasse von Battlefield 1. Eben dieser Rolle wird er mit großen Antipanzergranaten, TnT-Päckchen, Antipanzerminen und der Rocketgun gerecht. Letzere feuert anders als der Name es vermuten lässt keine Raketen ab, sondern große Projektile. Wenn ihr irgendwann die Wahl habt, werdet ihr wohl zu seiner Rang 10 Waffe der Hellriegel greifen wollen. Diese Maschinenpistole kommt mit erheblicher Feuerkraft und großem Magazin daher. Die anderen beiden Maschinenpistolen die Automatic 1918 und MP18 unterscheiden sich nochmals – Erstere hat eine sehr hohe Feuergeschwindigkeit und ist für die Nähe gedacht. Zweitere kann auch auf etwas größere Distanz sinnvoll genutzt werden. Shotguns sind generell Bestien im Nahkampf. Meiner bisherhigen Erfahrung nach eigenen sie sich am besten für Hinterhalte, da der Gegner einen ansonsten relativ schnell ausschalten kann, da man eben sehr nah an sie heran muss, um effektiv zu sein.

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Nebel hat seine Tücken, kann aber vor allem für Nahkampfwaffen ein Vorteil sein.

Wie der Name schon sagt, sollen Sanitäter ihre Mitspieler wieder zusammenflicken. Hierfür können sie auf ein kleines auf Knopfdruck einem anvisierten Spieler zuwerfbares Medipack, eine große Medibox und eine Spritze zum Wiederbeleben zurückgreifen. In Schusswechseln setzen sie auf halbautomatische Gewehre, von denen sich eine in eine automatischen Selbstlader umgebaut werden lässt. Diese Gewehre leisten ihren besten Dienst auf mittlere bis größere Entfernung und haben zum Teil ziemliche Schwierigkeiten im Nahkampf. Wenn ihr am Anfang unbedingt mit der Cei Rigotti spielen wollt, schaltet sie lieber in den Vollautomode, denn sie ist eine von 2 Medicwaffen mit dieser Möglichkeit, besonders überzeugt von ihr bin ich aber nicht. Schaltet lieber ein paar Kriegsanleihen frei, um stattdessen direkt mit der Mondragon oder dem Selbstlader M1917 durchzustarten. Beide sind je nach Variante hervorragend auf mittlere bis größere Distanz. Ihr solltet nur die Schussfrequenz nicht zu sehr erhöhen, sonst trefft ihr nicht besonders viel. Die Mondragon hat etwas bessere Werte als der Selbstlader, dafür hat der Selbstlader mehr Kugeln im Magazin und lädt schneller nach. Für den Nahkampf lohnt es sich einen Blick auf den Autolader 8.25 in der Extended-Variante. Die Factory-Variante taugt mit ihren 5 Schuss in der Waffe nichts. Zufrieden war ich zudem mit der M1907 SL Sweeper, der zweiten vollautomatischen Waffe für den Sanitäter, auch sie eignet sich gut für den Nahkampf. Nicht besonders toll soll die Rang 10 Waffe sein, da sie nur 5 Schuss im Magazin hat und nicht besonders viel Schaden zum Ausgleich zufügt.

Für etwas Feuerunterstützung kann der Sanitäter auch Gewehrgranaten abfeuern, die wie normale Handgranaten nach wenigen Sekunden explodieren. Grundsätzlich ist der Sanitäter aber eben der Sanitäter und ihr tut euren Verbündeten einen Gefallen, wenn ihr brav die Spritze und ein Heilwerkzeug mitnehmt.

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Wer sagt schon, dass ein Späher immer ein Scharfschützenvisier braucht?

Was vorher der Recon war, ist nun der Späher. Im Prinzip bleibt er der typische Sniper, der Repetiergewehre für große Entfernung ausreizt. Neben den Scharfschützenvarianten kann er diese auch als Rifleman-Variante nutzen. Dann entfällt das Visier und die Waffe wird besser benutzbar als Standardgewehr. Mit einem solchen Setup kann man am ehesten den klassischen Soldaten des 1. Weltkriegs spielen. Dieser Wechsel zwischen Snipen und näherer Distanz macht den Späher erheblich vielseitiger als die Reconklasse vorangegangener Ableger. Zuzüglich verfügt der Späher über eine Springfield mit dem sogenannten Pattern Device, das aus ihr eine halbautomatische Waffe macht. Wenn ihr mal wirklich nur im Nahkampf kämpfen wollt, böte diese sich an. Weiterhin setzt Dice für viele Scharfschützengewehre auf die neue Sweet Spot-Mechanik. Diese führt dazu, dass diese Gewehre auf eine bestimmte Distanz auch bei Brusttreffern 100% Schaden verursachen. Ansonsten ist nur ein Kopftreffer ein sicherer Abschuss. Besonders stark im Bezug auf diesen Sweet Spot ist die Martini Henry, die Rang 10 Waffe des Spähers. Bei ihr muss man zwar jedes Projektil einzeln nachladen, dafür ist sie ideal für ihre Lieblingsdistanz. Einen ähnlich guten Sweetspot hat nur die SMLE.

Wie steht es um die Gadgets des Spähers? Mit der Signalpistole kann der Späher Feinde aufdecken. Alle ihre Varianten setzen Gegner zudem in Brand, wenn sie über sie hinweglaufen, eine von ihnen blendet Gegner zusätzlich. Darüber hinaus kann der Späher eine Kopfattrape aufstellen, die Gegner markiert, die auf sie schießen, kann ein Schutzschild aufstellen, ein Fernglas einsetzen, das Feinde kurzzeitig durch Wände hindurch sichtbar macht, oder die panzerbrechende K-Bullet gegen Fahrzeuge einsetzen.

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Geht euch einmal die Munition aus, sollten die Unterstützer euch Nachschub verschaffen. Er führt leichte Maschinengewehre mit mittlerer bis großer Magazingröße in die Schlacht. Seit dem letzten Patch sollten diese insgesamt deutlich besser nutzbar sein, da Dice erkannt hatte, dass sie im Releasebuild gegenüber den anderen Primärwaffen etwas schwächelten. Die Madsen und die BAR überzeugen im Nahkampf. Auch das MG15 n.A Bergmann kann mit  seinen 100 bis 200 Schuss ordentlich aufräumen. Seit dem letzten Patch sollten auch die bisher eher unbeliebten beiden Anfangs-MGs, die Lewis-Gun und die Hotchkiss, insgesamt deutlich mächtiger sein.

Als wichtigstes Teamplay-Werkzeug hat der Unterstützer ein kleines Munitionspaket, das er nach Verbündeten werfen kann, und die große Munitionsbox. Ansonsten kann er unterschiedliche Tretminen legen, diese gibt es in der Gas-, Napalm- und Splittervariante. Sie sind zwar besser zu sehen als die berühmt-berüchtigten Claymores aus Modern Warfare-Shootern, sind aber dennoch nützlich. Wenn die Sturmsoldaten mal etwas Unterstützung brauchen, können die Magnetminen den Fahrzeugen das Leben schwerer machen. Anders als das TnT bleiben sie an Fahrzeugen haften. Als stärkstes Gadget des Supporters hat sich der Mörser mit Standardmunition herausgestellt. Mit ihm lässt sich ein Granatenhagel auf Gegner legen. Allerdings muss man seine Munition zwischendurch nachfüllen. Der Schaden ist sehr hoch und er macht viel Laune. Dice hat die etwas zu große Effektivität des Mörsers inzwischen erkannt und ihn etwas abgeschwächt: Während der Schaden konstant geblieben ist, hat das Studio die Reichweite des Flächenschadens verkürzt und bestraft eine zu große Schussfrequenz durch größere Ungenauigkeit. Schlussendlich gibt es noch das Reparaturwerkzeug zur Fahrzeugreparatur. Ab und an kann es sehr nützlich sein, wenn man in einem Panzer mitfährt. 

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In allen vorherigen Teilen missbrauchten die Spieler Fahrzeuge ab und an als bloße Taxis. Das trug nicht unbedingt zum Spielgefüge bei, so dass Dice jetzt endlich nach einer Lösung gesucht hat. Wer mit einem Fahrzeug einsteigt, tut dies als extra Fahrer- beziehungsweise Pilotenklasse und muss, auch wenn er aussteigt, mit dessen Spezialbewaffnung klar kommen.

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Jeder der auf ein herumstehendes Pferd steigt, darf ein Säbel schwingen und ein Gewehr abfeuern. Alle als Kavalleristen einsteigende Spieler tun dies hingegen als Kavalleristenklasse. Springt der Kavallerist von seinem Pferd, behält er das Repetiergewehr, den Säbel, eine Munitionsbox und eine Heilbox. Außerdem hat er etwas bessere Panzerung durch einen Brustpanzer. Ein abgesessener Kavallerist kann euch den Tag ordentlich vermiesen, passt also lieber auf.

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Eine an Fallout erinnernde Lederrüstung gepaart mit dem Antipanzergewehr Mauser 1918 T-Gewehr macht ihn zu einer beachtlichen Gefahr für Panzerfahrer. Seine mächtige Waffe kann er nur im Liegen abfeuern und muss jede einzelne Patrone einzeln nachladen, womit er ein gutes Ziel für andere Infanteristen sein kann, sofern er sich nicht vorsieht. Zum Ausgleich tötet eine Kugel aus diesem großen Gewehr einen Infanteristen quasi immer mit einem Schuss – was auch nicht viel bringt, wenn man einen Klappspaten im Gesicht hat. Außerdem sollte der Panzerjäger sich nicht einbilden, dass die Panzercrews sich so einfach beschießen lassen, eine Panzergranate und diese Eliteklasse ist Geschichte.

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Beim Wachsoldaten handelt es sich um eine Art laufenden Panzer mit einem schweren MG 08 im Arm oder einer besonderen italienischen Maschinenpistole. Dieses kann er nur aus der Hüfte abfeuern, weswegen seine effektive Reichweite etwas eingeschränkt ist. Weiterhin schützen ihn mehrere Metallplatten, die ihn gegen Schaden von Vorne recht unempfindlich machen. Da er keine Gasmaske aufsetzen kann, bieten sich Gasgranaten an. Aufgrund seiner geringeren Laufgeschwindigkeit führen Flankenmanöver schnell zu seinem Ende, zu Not hilft auch ein Granatenhagel.

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Flammenwerfer dürfen doch in keinem solchen Spiel fehlen oder? Eben einen solchen führt der Flammenwerfersoldat mit dem Wechselapparat M1917 Wex auf das Schlachtfeld und richtet mit ihm verheerenden Schaden im Nahkampf an. Die ihm ständig auf dem Gesicht sitzende Gasmaske schränkt seine Sicht ein, macht ihn aber gegen Gasangriffe unempfindlich. Da er keinen zusätzlichen Schutz hat, lohnt es, sich mit einer Fernkampfwaffe sich auf ihn zu stürzen. So kommen die alles verschlingenden Flammen einem nicht zu nah.

Über alles was fährt, fliegt und schwimmt

Ohne Fahrzeuge kein Battlefield – dieser Grundregel muss sich jeder Serienteil beugen. Wie schon angedeutet sind die Standard-Fahrzeuge alle fest an jeweilige Klassen gebunden. Es gibt jeweils drei unterschiedliche Panzer und drei unterschiedliche Flugzeuge. Die Art, wie man mit Panzern umgehen muss, hat sich mit Battlefield 1 nochmal deutlich geändert. Zwei von drei Panzern sind darauf angewiesen, dass sie von mehreren Spielern zusammen gesteuert werden. Vor allem der Mark V ist ohne zwei Bordschützen für die Kanonen aufgeschmissen. Der schwere Panzer kann nur mit ein paar Passagieren sich anständig gegen Infanterie wehren und wird dann zu einer sehr gefährlichen Macht auf dem Schlachtfeld. Nur der kleine leichte Panzer ist für nur eine Person gedacht und entspricht mit seinem um 180° drehbarem Geschütz weitgehend den bekannten modernen Panzern der Reihe. Darüber hinaus kann jeder Panzer Spezialfähigkeiten einsetzen und so unter anderem einen Mörser einsetzen, Gasgranaten auswerfen, Rauch absondern oder Munitions- und Medipacknachschub absetzen. Panzerfahren bereitet in Battlefield 1 sehr viel Laune, man sollte sich aber vor der Infanterie und anderen Panzern in Acht nehmen. Im Vergleich zur Beta kann die Spielerschaft erheblich besser auf Panzer reagieren und ein richtiger Fehler kann einem den Koloss unter den Füßen wegbrechen lassen. Bei richtiger Spielweise sind die Panzer aber wirklich stark, so sollte es aber auch sein. Darüber hinaus gibt es noch den Artillerietruck, ein Antipanzergeschütz oder Antiluftgeschütz auf Rädern. Leider müssen sich alle sechs Fraktionen des Spiels die Panzer teilen, was darin begründet ist, dass es im ersten Weltkrieg nicht viele Panzer gab. Stattdessen setzen die Fraktionen mitunter von ihren Gegnern erbeutete Panzer ein.

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Zwei Panzer auf einem Sektorpunkt können verheerend sein oder einfach zerplatzen

Was die gepanzerten Landfahrzeuge angeht, haben es zudem zwei neue, sehr coole Mechaniken ins Spiel geschafft. So lassen sich bei den Panzern einzelne Teile einzeln beschädigen. Das heißt in der Praxis, dass man beispielsweise den Mark V auf einer Seite wehrlos werden lassen kann, indem man eine seiner Kanonen beschädigt. Das andere neue Feature sind abprallende Projektile. Ist der Auftreffwinkel zu klein, durchdringt ein Projektil nicht die Panzerung, sondern prallt schlicht ab. Streifschüsse, bei denen die Projektile fast parallel zur Panzerung auftreffen, werden damit quasi wirkungslos.

Weg vom Boden: Am Himmel gibt es wieder richtige Dogfights und kein ständiges Piepen von Wärme suchenden Raketen, dem Setting sei Dank. Die Steuerung ist eingängig, braucht aber etwas Übung, sonst rammt man die Maschinen ungebremst in den Boden. In den Lüften könnt ihr euch zwischen dem Einsitzer-Jäger, dem Zweisitzer-Angriffsflieger und einem Dreisitzer-Bomber entscheiden. Mit allen könnt ihr unter anderem auch Bomben abwerfen.

Ganz neu ist das Reiten von Pferden auf denen man Säbel schwingen kann. Sie zu steuern geht überraschend flüssig von der Hand und sie fliegen regelrecht über das Schlachtfeld. Auf manchen Karten gibt es zusätzlich Patroullienboote, die Torpedos und Maschinengewehre parat haben. Sie sollten von den Infanteristen nicht unterschätzt werden. Alle diese Fahrzeuge außer dem Patroullienboot lassen sich weiter durch verschiedene Varianten individualisieren, die wie die Waffenvarianten die Fahrzeuge erheblich verändern. Als Panzerfahrer oder Pilot und auch als Reiter kann man in Battlefield 1 auf jeden Fall viel Spaß haben.

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Luftschiffe sind das Böse in Operationen. Wirklich jetzt. Die Teile werden euch Einiges an Nerven kosten.

Behemoths – der Albtraum der Infanterie

Gut, die Standardfahrzeuge sind eine Sache. Doch wird ein Team in den Rückstand getrieben, ruft es sich ab einem bestimmten Moment einen Behemoth zu Hilfe. Diese monströsen Fahrzeuge kommen entweder als Luftschiff, Panzerzug oder Dreadnought daher und können verheerenden Schaden anrichten oder nur hilflos auf der Karte rumgondeln. Was taugen diese bis dato größten Fahrzeuge der Franchise-Geschichte? Sie bieten das Potenzial, ein Match umzulenken, verschieben das Kräftegleichgewicht auf dem Schlachtfeld zu Ungunsten der Infanterie, die ohne anständige Koordination von diesen schwerbewaffneten Vehikeln in Stücke gerissen wird. In Eroberung bleibt die Auswirkung der Behemoths auf den Matchverlauf meinem Gefühl zu Folge eher begrenzt. Dafür kriegt jeder Operationen-Spieler ihre geballte Macht immer wieder zu spüren. Das kann für den einzelnen relativ frustrierend sein und zumindest gefühlt, spawnen sie etwas zu oft innerhalb einer Operationen-Reihe.

Wie sieht es mit den Modi und Maps aus?

Operationen und Eroberung sind nur zwei der Modi von Battlefield 1, wenn auch die beiden größten und unerhaltsamsten des Spiels. Mit Operationen hat es Dice zum ersten Mal seit Bad Company geschafft wieder einen richtig guten, neuen Modus zu kreieren. Dabei gelingt es dem Modus sogar Rush zu überflügeln, das damals die große Modus-Neuheit in Bad Company war. In gewisser Weise handelt es sich bei Operationen um ein geistiges Kind des Klassikers Eroberung und Rush verbunden mit dem lang gewünschten Konzept eines Frontlinienmodus. Ein Team mimt die Rolle des Verteidigers und das andere die des Angreifers. Streitpunkt beider Parteien sind Sektoren, in denen sich eine bis drei Flaggen befinden, die das angreifende Team gleichzeitig halten muss, um in den nächsten Sektor vorzurücken. Sollten die Angreifer den allerletzten Sektor einer Karte erobern, wechselt die Operation auf die nächste logisch an das vorherige Schlachtfeld anschließende Karte.

Hier beginnt das Spiel dann von vorne, nur dass die Angreifer nach wie vor mit ihren Ticketkontingenten auskommen müssen. Diese beschränken ihre Respawnanzahl und die Tickets werden zweimal automatisch wieder aufgefüllt. Bei jedem Auffüllen kommt den Angreifern ein Behemoth zu Hilfe, der den Verteidigern das Leben sehr schwer machen kann. Zusammengefasst müssen die Verteidiger drei Wellen abwehren, bevor sie sich als Sieger feiern können. Dahingegen gewinnen die Angreifer, wenn sie den letzten Sektor der letzten Karte der Operation erobert haben. Durch einen zusätzlichen Vorspann jeder Schlacht und Abspann der Operation wirken die Operationen quasi wie eine Multiplayerkampagne. Während der Schlachten stellt Battlefield 1 den Spielern alles zur Verfügung, was es zu bieten hat, von Panzern, Flugzeugen bishin zu Behemoths ist alles dabei. Diese Aspekte und der pure Spielspaß von Operationen machen ihn zu einer der wichtigsten Neuerungen des Spiels.

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Giftgas ist in Battlefield 1 passend zum Setting allgegenwärtig

Neben Operationen dürften die meisten Spieler Eroberung am meisten spielen. Im Battlefield-Klassiker balgen sich zwei Teams mit bis zu 64 Spielern um eine gewisse Anzahl von Flaggen, die es zu halten gilt. Jede eroberte Flagge lässt periodisch eine gewisse Menge an Punkten auf das Konto des eigenen Teams wandern. Auf gleiche Weise vergütet der Modus auch jeden einzelnen Kill, der nicht durch eine Wiederbelebung rückgängig gemacht wird. Insgesamt bleibt Eroberung auch mit dieser Abänderung auf ansteigende Zähler statt auf fallende Tickets zu setzen, der Dauerbrenner der Reihe und bereitet unheimlichen Spaß. Für Leute, denen Eroberung zu fahrzeuglastig und groß ist, gibt es zudem noch Domination. Es funktioniert genauso wie Eroberung setzt nur auf eine empfohlene Spielerzahl von 24 und deutlich kleinere Karten. Wer Infanteriekämpfe auf kleinem Raum mag, wird sich hier wohl fühlen.

Rush spielt sich in manchen Teilen besser und in anderen Teilen etwas schlechter. Die beste Rusherfahrung verbinden viele Battlefield-Fans mit Bad Company 2. Ähnlich wie in Operationen gibt es ein Angreifer und Verteidigerteam. Allerdings findet Rush nur auf einer Karte statt und statt Flaggen kämpfen die Teams um Funkmasten, die mit Sprengsätzen zerstört werden können. Im Standardpreset spielt man Rush in Battlefield 1 mit maximal 24 Spielern, hierbei sind die Karten verglichen mit Operationen oder gar Eroberung eher klein und auf Infanteriekämpfe fokussiert. Insgesamt scheint Rush in Battlfield 1 solide zu sein, verschwindet jedoch im Schatten von Operationen. Zuzüglich zu diesen Dreien stehen noch die Modi Kriegstaube und Teamdeathmatch bereit. Mit Ersterem will ich nicht so recht warm werden. In ihm kämpfen zwei Teams mit bis zu 12 Spielern um Vogelkäfige, um Nachrichten an die Artillerie zu entsenden. Wirklich viel Spaß wollte dabei bisher nicht aufkommen. Zu Teamdeathmatch gibt es auf der anderen Seite nicht viel zu sagen: Zwei Teams schlagen sich solange die Köpfe ein, bis ein Team das Killlimit erreicht hat und gewinnt. Zudem scheint das Spawnsystem in ihm zu funktionieren.

Hardcore, Fraktionen und Teamplay?

Prinzipiell spielen die meisten Spieler alle diese Modi auf dem Normal-Preset. Darüber hinaus gibt es inzwischen das Hardcore-Preset, das beispielsweise den Schaden der Waffen erhöht, den Spielern das 3D-Spotting abnimmt oder zum Beispiel das Fadenkreuz deaktiviert. Wer gern mit weniger Hilfen spielen will oder wem die Waffen nicht genug Schaden machen, der dürfte hier gut aufgehoben sein. Da das Preset noch nicht so lange verfügbar ist, konnte ich es noch nicht ausführlich testen. In eine ähnliche Richtung geht Fog-Of-War, das bisher nur für Teamdeathmatch verfügbar ist, und die Übersichtlichkeit stiftenden Features wie die Minimap und das 3D-Spotting abschaltet und zusätzlich dichten Nebel über die Karte legt. Neben den Modi bleiben die Maps eines Multiplayer-Shooters eine ewige Streitfrage. Insgesamt gefallen mir die neun verfügbaren Karten gut. Wie immer hängt es von der persönlichen Preferenz ab, welche Karten man besser findet und welche schlechter. So empfinde ich Wüste Sinai beispielsweise als nicht gelungene Karte und kann nicht genug von Amiens bekommen.

Zusammen bieten die Karten genug Abwechslung, auch wenn sie noch nicht alle Fronten des Krieges vollständig abdecken. Auf diesen neun Karten treten sechs unterschiedliche Fraktionen gegeneinander an, die allesamt mit gut aussehenden Modellen ausgestattet sind. Auch die Uniformen und die Vertonung erscheint stimmig. Obgleich mit den USA, dem Osmanischen Reich, dem Britischen Empire, dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien ganze sechs Fraktionen im Spiel sind. Erscheint es paradox, dass es die Franzosen nicht ins Spiel geschafft haben, obgleich sie einer der wichtigsten Kriegsparteien waren. Auch das russische Zarenreich spart sich Dice noch für die DLCs auf.

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Zerbröckelnde Gebäude bei Sonnenschein zweitweise leichten Schauern

Eine weitere Kerneigenschaft von Battlefield seit Bad Company 2 ist die Zerstörung. Sie ist schon derart normal für die Reihe, dass sie zum normalen Spielgefüge dazugehört. Erst beim Spielen eines Konkurrenztitels, bei dem maximal ein paar Holzpallisaden und Fenster zu Bruch gehen, fällt einem auf, wie viel dieses Feature ausmachen kann. In Battlefield 1 lässt sich nahezu alles zerstören, abgesehen von den Map gestaltenden Grundmauern der Gebäude auf Amiens, einigen Grundmauern und Deckungs gebenden Fragmenten. Auch Terraindeformation findet sich im Spiel wieder, was einem das virtuelle Leben retten kann. Findet sich mal keine Deckung mitten in der Wüste, kann euch TnT helfen, einen Krater in den Boden zu sprengen, um sich in ihm vor Beschuss verstecken zu können. Nur das Kollabieren eines Gebäudes wie in Bad Company 2 findet sich nicht in Battlefield 1 wieder, dafür sieht die vorhandene Zerstörung insgesamt besser aus als in den vorangegangenen Spielen. Während Wetter prinzipiell ähnlich wie die Zerstörung nicht wirklich neu für Battlefield ist, treibt es Battlefield 1 mit seinem dynamischen Wetter etwas weiter. So kann es passieren, dass auf bestimmten Karten Regen einsetzt oder gar dichter Nebel aufzieht. Beides beeinflusst die Art, wie die Spieler auf einer Karte spielen müssen, mitunter erheblich. Auch Sandstürme auf den Wüstenkarten oder die See zerzausende Stürme auf einer der Küstenkarten lassen sich antreffen. Besonders häufig passiert dies allerdings nicht, womit es sich auch ohne “störende” Wettereinflüsse kämpfen lässt.

Was grafisch für den Singleplayer gilt, gilt natürlich ebenso für den Multiplayer: Battlefield 1 sieht bombastisch aus, hört sich super an und spielt sich dank guter Optimierung auf Systemen, die bereits Battlefield 4 gut darstellen konnten, mit erstaunlich hohen FPS. Leider ist Battlefield 1 noch nicht vollständig bugfrei. Viele der Bugs sollten jedoch dem Herbstpatch zum Opfer gefallen sein und kritische Fehler gelten als eher selten. Ich hatte beispielweise keinen Absturz, an den ich mich erinnern kann.

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Finales Fazit

Von Connor Schönberner: Mein neues Lieblings-Battlefield

Ist es Dice also gelungen einen guten Multiplayershooter im Ersten Weltkrieg zu kreieren? Ist es dem schwedischen Entwickler gelungen aus vergangenen Fehlern zu lernen? Zunächst einmal will ich klar stellen, welchem Spielertyp ich Battlefield 1 ans Herz lege. Wenn ihr einen authentischen, äußerst taktischen, realistischen Shooter sucht, werdet ihr mit Battlefield 1 nicht glücklich werden. Andererseits könnte es euch ebenso wenig gefallen, wenn ihr eher auf kleine Karten mit Teamdeathmatchfokus und sehr hoher Spielgeschwindigkeit steht. In dem Fall dürfte Titanfall 2 eher etwas für euch sein. Battlefield 1 ist ein Spiel für alle Fans der letzten Teile und an all diejenigen, die einen Panzer, Flugzeuge, Schiffe und Infanteristen umfassenden Shooter mit Teamplaymöglichkeiten und großen Schlachtfeldern suchen, der nicht allzu verbissen an der Authentizität festhält.

Battlefield 1 schreitet auf dem dünnen Pfad, den jedes Sequel einer großen Reihe beschreiten muss. Es bricht weder mit alten Stärken und Grundphilosophien der Reihe noch bietet es ewigen Stillstand. Durch den historischen Rückschritt macht Battlefield 1 einen merklichen Schritt nach vorn. Spielspaß hemmende moderne Waffen wie Zielsuchende Raketen oder Hightechspielzeug wie Drohnen fallen weg und die fehlende erdrückende Vielfalt an Attachments tut Battlefield 1 merklich gut. Mit Operationen hat Dice einen für das Franchise bahnbrechenden neuen Modus entworfen und umgesetzt. Auch Eroberung bleibt gewohnt stark. Gleichzeitig zeichnet Dice die Rollenverteilung bei den Klassen strikt vor, was ein Aufweichen dieser verhindert und den Grundstein für ein ausgewogenes Gegeneinander legt. Keine Klasse wirkt als wäre sie den anderen deutlich überlegen und selbst die Fahrzeuge fügen sich gut ein, womit das für die Reihe so wichtige Allout-Warfare, das vielen bei Hardline gefehlt hat, zurück ist. Ebenso überzeugen die Feuergefechte und das Spielen als Infanterist an sich, ohne das kein Battlefield sich auf dem Spielemarkt blicken lassen könnte. Zu guter Letzt ist Battlefield 1 grafisch allen Zweifeln erhaben, was das Spielerlebnis abrundet. Battlefield 1 ist wahrhaftig kein authentischer Erster Weltkriegsshooter. Historische Genauigkeit und Realismus weichen in ihm dem Spielspaß und dem Gamedesign, was das Endresultat betrachtend, die richtige Entscheidung gewesen ist. Meiner Meinung nach hat Dice mit Battlefield 1 ein großartiges Battlefield geschaffen, das an Bad Company 2-Zeiten anknüpft. Natürlich ist es bei Weitem nicht perfekt und vor allem mit der Zeit werden wohl noch ein paar Unstimmigkeiten ans Licht kommen, wie es bei vielen Multiplayerspielen der Fall ist. Nichtsdestotrotz scheue ich mich nicht zu sagen, dass Battlefield 1 zu meinem neuen Lieblings-Battlefield geworden ist.

Von Daniel Martin:

Mit kaum einem Spiel in diesem Jahr habe ich so gehadert wie mit Battlefield 1. Ich hatte doch so einige Zweifel daran ob es DICE gelingen würde ein Multiplayer-Titel im Setting des ersten Weltkriegs aus dem Boden zu stampfen, der sowohl nahezu authentisch als auch gewohnt actionreich sein wird. Nach zahlreichen Stunden die ich nun im Mehrspieler Modus verbringen konnte, muss ich gestehen das mich DICE auch hier überraschen konnte. Das Setting ist wunderbar umgesetzt und das Gameplay geht nach einer gewissen Eingewöhungszeit wunderbar von der Hand. DICE dehnt hierbei den verfügbaren Rahmen der damaligen Waffentechnik bis aufs Äußerste, schießt dabei aber nicht über das Ziel hinaus. Die Behemoths könnten aber vor allem im Operations-Modus etwas zurückgeschraubt werden. Um das Spiel für eine breite Masse an Spielern zugänglich zu machen, ist BF1 gewohnt schnell und actionlastig. Langsame Stellungsschlachten sucht man hier vergebens. Die Klassen und ihre Bewaffnungen sind gut ausbalanciert, allerdings fehlt mir im Spiel eine Option zur Annahme oder Verweigerung einer Wiederbelebung durch einen Sanitäter. Besonders gut gefällt mir der neue Operations-Modus, in dem ich bis jetzt die meiste Spielzeit verbrachte und der perfekt ins Setting passt. Auch die unterschiedlichen Karten spielen sich hervorragend auch wenn die Wüstenmaps nicht gerade mein persönliches Highlight sind. Die Karten der Kaiserschlacht gefallen mir am besten, aber das ist Geschmackssache. Kürzlich packte DICE neue Spielmodi wie Hardcore und Fog-of-War ins Spiel, die zwar gut gemeint aber irgendwie noch nicht so richtig ausgereift wirken. Spaß kann man hier allerdings schon haben. Ein Manko sehe ich derzeit noch darin, dass DICE den Spielern in den jeweiligen Modi die Spielerzahlen diktiert. Machen 24 Spieler im Rush-Modus noch Sinn, so ist es vielen Zockern oft zu viel mit 64 Mann im Eroberungs Modus zu spielen. Eine Option für 48 oder weniger Spieler gibt es derzeit noch nicht, schade. Alles in allem ist DICE aber mit BF1 ein extrem unterhaltsames Spiel gelungen, dass zwar nicht perfekt aber mehr als gut auf den Markt kam. Wer Lust aufs Game und das nahezu unangetastete Setting hat, der sollte hier unbedingt zugreifen. Wer sich noch unsicher ist, oder dem Spiel noch etwas Zeit zum reifen geben möchte, der kann auch bis zum kommenden Winter Sale warten um es dann zur Weihnachtszeit krachen zu lassen. Entgehen lassen sollte man sich diesen Titel allerdings auf keinen Fall.

 

Der Test und alle Meinungen basieren auf der PC-Version. Inhaltlich gibt es keine Unterschiede zu den Konsolenfassungen.

Good

  • Sich unterscheidende Protagonisten mit eigenen Antrieben und Hintergründen (Singleplayer)
  • Keine Glorifizierung oder Verharmlosung des Ersten Weltkriegs (Singleplayer)
  • Gunplay auf gewohnt hohem Battlefield-Standard (Singleplayer)
  • Kampf an mehreren Fronten zur Erfüllung unterschiedlicher Missionsziele (Singleplayer)
  • Atmosphärisch (Singleplayer)
  • Optik herausragend: State of the art (Singleplayer)
  • Sehr gute Performance (Singleplayer)
  • Toller Sound und gute deutsche Synchronisation (Singleplayer)
  • Soundtrack untermalt die Missionen ideal (Singleplayer)
  • Unverbrauchtes Setting
  • Waffenhandling gewohnt top
  • Operationen als toller neuer Modus
  • Reformiertes Conquest bleibt der Klassiker-Modus
  • Die Karten sind im Allgemeinen solide bis gut
  • Gut funktionierendes Klassenkonzept
  • viel Zerstörung
  • Neue Features für Fahrzeuge wie: Neue Selbstreparatur, Teilbeschädigung, Fahrzeugklassen und Multicrew-Panzer und -Flugzeuge
  • Mehr Forcieren von Nahkampf fügt sich gut ein
  • Dynamischer Wetterwechsel
  • Hervorragende Grafik
  • Dogfights ohne Features, die einem das Kämpfen abnehmen
  • Wiedereinführung von Hardcore & Neueinführung von Fog of War
  • Elite-Klassen als interessantes neues Konzept, das nicht zu stark wirkt
  • Sechs Fraktionen mit passenden Uniformen, Vertonung und gut aussehenden Modellen
  • Battlepacks motivieren mit ihren unaufdringlichen Skins

Bad

  • Eher kurz (Singleplayer)
  • Wenig Wiederspielbarkeitswert (Singleplayer)
  • Kein Protagonist von der Seite der Mittelmächte (Singleplayer)
  • Beschränkte KI (Singleplayer)
  • Antifeature zum Überspringen der Wiederbelebungsphase (Multiplayer)
  • Kriegstaubenmodus eher mittelmäßig (Multiplayer)
  • Manche Karten wie Wüste Sinai bleiben deutlich hinter anderen Karten zurück (Multiplayer)
  • Behemoths scheinen tendentiell in Operationen etwas zu ausschlaggebend zu sein (Multiplayer)
  • Durststrecke beim Freischalten der Rang 10 Waffen fällt etwas groß aus (Multiplayer)
  • Keine französischen Truppen (Multiplayer)
  • Battlepacks bringen Mikrotransaktionen ins Spiel (Multiplayer)
9

Großartig

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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