Battle Chef Brigade Review

PC

 

   

Okay, folgendes Konzept: Es ist Puzzle-Quest, aber Koch-Duell und in Azaroth. Menschen, Elfen und Orks messen sich sich in Kochwettbewerben, aber vorher müssen die monströsen Zutaten erlegt werden. Macht euch das Appetit? Dann solltet ihr Battle Chef Brigade unbedingt probieren.

In letzter Zeit fühle ich mich immer häufiger hingezogen zu Videospielen die sich abseits von der üblichen „Kämpfen um die Welt zu retten“-Formel befinden. Zwar werden in Battle Chef Brigade auch Monster bekämpft, der Kontext ist aber etwas friedfertiger und die Welt an sich ein sehr freundlicher Ort. In der Fantasy Welt von Victusia dreht sich nämlich alles um Kochen. So sehr sogar, dass das stehende Heer des Landes – die Brigadeers – erst Köche und dann Soldaten sind. Euer Ziel ist es so einer zu werden. Aber dazu muss man vor allem eines: An einem großen Fantasy Koch-Wettbewerb teilnehmen.

Kochen in Videospielen ist an sich auch nichts neues. In zahlreichen modernen Videospielen ist das zubereiten von Speisen als Heil-Items ein großer Teil der Crafting Mechanik. Aber in Battle Chef Brigade stellt die tatsächliche Zubereitung den Hauptgang dar. Verpackt in ein Match-3 Puzzle Spiel à la Bejeweled oder Puzzle Quest. Ihr „rührt“ in eurem Topf um die richtigen Farben in eine 3er Reihe zu bekommen, diese verbinden sich und formen ein stärkeres, pardon… ein leckereres Stück das mehr Punkte gibt. Denn jedes Juwel in eurem Topf landet am Ende auch auf einem Teller und muss der Jury schmecken.

Aber erst muss man Jagd auf die Zutaten machen. So eine Hydra springt ja nicht von alleine in den Topf. Jede Koch-Arena ist an ein kleines, mit Monstern gefülltes Areal geknüpft welches man zu Fuß durchquert. In einem simplen 2D Beat ‚em Up zerlegen die 2 spielbaren Charaktere Monster mit ihren Klingen oder Zaubersprüchen und sammeln was übrig bleibt als Zutaten auf. Die Monster interagieren aber auch miteinander, so klauen euch Vögel vielleicht die Zutaten vor der Nase weg, legen dann aber dadurch Eier die ebenfalls verkocht werden können.

Ans Eingemachte geht es dann wenn ihr ein paar Kapitel in der Story voran geschritten seid. Nicht nur, dass die Geschichte um die junge Köchin Mina und eine mysteriöse Seuche die in der Monsterwelt um sich greift überraschend packend war, eben diese kulinarische Katastrophe erschwert auch die Arbeit an den Gerichten, während die Herausforderer härter und Juroren kritischer werden. Auf einmal hat man es mit verdorbenen Zutaten zu tun, die sich auflösen wenn man sie zu oft dreht und giftige Komponenten welche sorgfältig aus dem Gericht herausgelöst werden müssen.

Dabei bietet Battle Chef Brigade eine wundervolle Lernkurve, wie sie mir selten so in einem Spiel aufgefallen ist. Vor jedem Duell gibt es in der Stadt diverse Jobs zu erledigen von denen euch jeder in einem der Grundelemente des Wettbewerbs trainiert. In einer experimentellen Küche wird man mit neuen Elementen vertraut gemacht und muss Zutaten-Puzzle lösen, während man als Aushilfe im Restaurant darauf fixiert ist möglichst schnell eine bestimmte Kombination auf den Teller zu bringen.

In den Nebenjobs verdient man außerdem Geld, was man wiederum beim örtlichen Händler – einem zweiköpfigen Oger, WarCraft lässt grüßen – gegen Items wie besondere Zutaten, Kochbücher und andere Pfannen ausgebt. Es sind diese kleinen RPG-Elemente die aus BCB so viel mehr machen als ein simpler Bejeweled Klon. Einmal abgesehen davon finde ich den Gedanken, dass man einen „Kampf“ in einem Fantasy Spiel nicht bestanden hat, weil man nicht den richtigen Kochtopf dabei hatte echt herrlich.

Aber man darf Nichts anbrennen lassen; die späteren Kochduelle werden sehr hektisch, ein bisschen wie in einer echten Küche. Man muss für mehrere Richter gleichzeitig verschiedene Gerichte zubereiten. Da hat man nicht wirklich Zeit sich mit dem örtlichen Ökosystem auseinander zu setzen, aber es hilft unheimlich wenn man in besonderen Töpfen seine Gerichte auf kleiner Flamme köcheln lassen kann, während man die Zutaten für die nächste Portion jagt.

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Sehr geschmeckt hat mir auch die Welt des Spiels an sich. Ähnlich wie jeder Beruf in Kanto und Johto irgendetwas mit Pokémon zu tun hat dreht sich im Fantasy Reich Victusia fast alles ums Kochen. Diversy Fantasy Tropes bekommen eine ganz neue Würze, wenn man sich auf ihre kulinarischen Seiten spezialisiert, zum Beispiel die Kultur der Orks, welche wir durch den freundlichen Berserker Thrash kennen lernen oder den Nekromanten Ziggy und seine „Haunt Cusine“.

Wenn es eine Sache gibt die mir an diesem Spiel überhaupt nicht gefällt, dann, dass es keinen Multiplayer gibt. Online Leader Boards sind einfach nicht das Selbe. Aber so wie das Spiel aufgebaut ist, hätte ich wahnsinnig Freude daran es direkt gegen andere Köche zu spielen. Vorzugsweise mit noch mehr spielbaren Charakteren. Vielleicht in einem Sequel oder als DLC.

Fazit

Battle Chef Brigade macht vor allem eines: Appetit auf mehr. Ich hab mich so sehr in den schrägen Gameplay-Eintopf und die tolle Welt verliebt, ich will unbedingt sehen, was Entwickler Trinket Studios aus dem Konzept noch rausholen kann. Dieses Spiel ist kein Fast Food, sondern ein mit Liebe zubereitetes neues Lieblingsgericht. Wer neues Futter für seine Switch sucht, sollte unbedingt zugreifen.

Battle Chef Brigade ist auf Steam und für Nintendo Switch erhältlich.

Good

  • Wundervolle Welt
  • Überraschend packende Story
  • Toller Genre-Mix

Bad

  • Zieht sich im letzten Drittel ein bisschen
  • Ich hätt' echt gern einen Multiplayer Modus
8

Sehr gut

Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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