BATMAN – The Telltale Series Review Episode 1

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Entwickler Telltale ist für eine Sache bekannt: Gute bis exzellente Adventure-Spiele mit einem starken narrativen Fokus. Nun widmen sich die Entwickler einem der populärsten Superhelden der Welt. Unser Ersteindruck zu BATMAN – The Telltale Series.

Telltale ist bekannt dabei, bekannte Universen und Charaktere in einem spannenden neuem Licht zu beleuchten. The Walking Dead wurde gefeiert wie wenige Spiele zuvor, Kollege Christian war hin und weg von ihrer Story aus dem Borderlands-Universum und ich selbst habe erst am Schluss erkannt, wie sehr sie den Nagel auf den Kopf getroffen haben mit ihrer Back to the Future-Fortsetzung. Nun ist also der Dunkle Ritter höchstpersönlich an der Reihe und die erste Episode hört auf den ominösen Titel Realm of Shadows.

Es ist immer ein bisschen… unnötig die grundlegenden Mechaniken eines Telltale Spiels zu beurteilen, denn die haben sich oberflächlich kaum verändert. Der Spielablauf besteht auch bei Batman aus den selben Elementen wie wir sie in anderen Telltale-Abenteuern erlebt haben:

  • Ca. 30% Quick-Time-Event Action, bei der in wenigen Sekunden auf dem Bildschirm angezeigte Tasten gedrückt werden müssen, manchmal muss man auch ein Ziel vorher anvisieren. Dabei unterscheidet sich das Zielen mit Batmans Enterhaken auf Catwomans Rucksack nicht vom Anvisieren eines Zombie-Schädels in The Walking Dead.
  • Ungefähr 20-30% Navigations- und Kombinations-Rätsel. In Batmans Fall gilt es dabei Tatorte zu untersuchen und Indizien miteinander zu verbinden, wie z.B. ein Einschussloch in der Wand mit einer Leiche.
  • Und der Rest und Großteil des Spiels besteht aus Multiple-Choice Dialogen, die den Fortschritt der Handlung und die Einstellung der anderen Charaktere auf euch beeinflussen.

Moment. Dialoge? Beeinflussen? Bin ich etwa nicht die ganze Zeit als Batman unterwegs und schreie Ganoven an während ich Ihnen diverse Knochen breche?

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Tatsächlich verbringt ihr den größten Teil des Spiels nicht unter Batmans Haube, sondern als Bruce Wayne. Der steht noch am Anfang seiner Zeit als Verbrecherjäger und hilft gleichzeitig dabei seinem Freund Harvey Dent bei der Kandidatur als Bürgermeister. Dabei bekommt er es aber mit der korrupten Ober- und Unterschicht von Gotham City zu tun und ein Freund aus Kindheitstagen (nein, es ist nicht Tommy) will eine Revolution einläuten.

Telltales Batman ist in vielerlei Hinsicht ein neuer Ansatz für den Charakter und er passt in keinen etablierten Kanon. Das grundlegende Set-Up mit einem Batman am Anfang seiner Karriere, Harvey Dent mit noch beiden guten Hälften seines Gesichts und Carmine Falconi als (zumindest zu Beginn) primären Antagonisten erinnert an klassische Batman-Stories wie Year One oder The Long Halloween. Doch recht schnell wird klar, dass Telltale eine eigene und in vielerlei Hinsicht neue Batman-Geschichte erzählen möchte.

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Insofern ist der Spaß den man mit diesem Spiel haben kann sehr davon abhängig wie stark man an bestimmten Plotelementen und Charakterisierungen von Batman hängt. Viele Fans werden von “Oz” etwas irritiert sein, weil es einen ziemlich heftigen Twist auf einen klassischen Charakter darstellt. Ich fand außerdem persönlich, dass die Beziehung zwischen Batman und Selina Kyle a.k.a. Catwoman zu schnell abgearbeitet wird und es dem Ganzen leider auch ein wenig an der sexuellen Spannung fehlt, die man von diesem Paar normalerweise gewohnt ist. (Einmal abgesehen davon kann ich keine Geschichte in deren Bruce’ Eltern eine Rolle spielen in Ruhe genießen ohne andauernd “Marthaaaaa” zu schreien.)

Dabei hilft es auch nicht, dass keiner der (englischen) Sprecher wirklich überzeugt. Troy Baker als Batman/Bruce Wayne leistet zwar gute Arbeit, füllt die Rolle aber nicht so schön aus. Und ich sage das jetzt nicht nur weil ich Kevin Conroy so mag. Auch die anderen Sprecher sind zwar alle nicht schlecht, aber auch nicht so gut wie man es in vielen anderen animierten Versionen schon erlebt hat. Gerade Alfred fällt ein bisschen flach, was besonders schade ist, weil sich das Spiel auch offensichtlich um die Beziehung zwischen ihm und Bruce drehen soll.

Batman-Telltale-Cole  Review Episode 1

Telltale-typisch hat man nie das Gefühl die richtige Entscheidung zu treffen. Konstant tickt der Timer in den Multiple Choice Dialogen obwohl man doch eigentlich länger über eine Antwort nachdenken möchte. Hier schaffen die Autoren wieder eine spannende Balance, gerade weil wir die Charaktere hier bereits besser kennen als die neuen Protagonisten in Borderlands. Habe ich in einer späteren Episode vielleicht bessere Chancen mit Two-Face, wenn ich jetzt nett zu Harvey bin? Wie viel von der Scheiße die mir grade passiert hätte verhindert werden können, wenn ich mich bei Falcone eingeschleimt hätte? Trotzdem haut mich die erste Episode noch nicht so richtig aus den Latschen. Noch finde ich es nicht so spannend wie The Walking Dead oder The Wolf Among Us, aber es ist auch schwierig eine Story an den ersten 20% zu beurteilen.

Wie gesagt unterscheiden sich die Mechaniken spielerisch nicht von anderen Telltale-Titeln. Was aber nicht bedeutet, dass die Fähigkeiten des Caped Crusaders nicht schön in die Form gepresst wurden. Gerade das Finale der 1. Episode hat einen schönes Plan-and-execute Flair. Die Untersuchung der Tatorte hat deutliche Parallelen zur Detective Vision der Arkham-Spiele, fügen sich aber gut in das Spielgeschehen ein.

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Vorläufiges Fazit

Batmans Start in episodische Antwort verläuft meiner Meinung nach noch etwas holprig. Story und Charaktere können noch nicht wirklich überzeugen und spielerisch wird nichts neues geboten. Grafisch ist es auf dem gewohntem Telltale Niveau, auch wenn die PC-Version wohl einige Probleme bereitet. Ich werden auf jeden Fall dran bleiben, aber noch ist Telltales Batman kein Muss-man-gespielt haben Titel.

Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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